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brauche Rat - Tochter verweigert Lernen!

Mit der Einschulung beginnt der Ernst des Lebens. Erfahren Sie im Forum Schule, wie Sie Ihr Kind für die Schule begeistern. Ihr Kind hat Probleme mit den Lehrern? All dies ist häufiger als Sie vielleicht denken. Außerdem: Klassen- und Ferienfahrten. Stichworte: Vorschule, Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Lehrer, Gesamtschule, Waldorfschule.

Dieses Thema im Forum "Schule + Grundschule" wurde erstellt von Leonie, 23 Februar 2010.

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  1. Leonie

    Leonie Guest

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    Hallo!

    Habe mal wieder ein Schulproblem, aber diesmal mit meiner Kleinen...
    Sie geht in die 5. Klasse und hatte, bis jetzt, total viel Spaß am Lernen. Die Motivation war echt super und sie lernte gerne, war fleißig und die Noten waren auch zufriedenstellend. D.h. sie war nicht die Beste (muß sie auch nicht sein), aber sie war auch nicht schlecht, eher so im Mittelfeld.
    Problem: Englisch, wenn sie in der Arbeit eine 4 hatte, konnte sie mit 1en wieder ausgleichen. Ist super.

    Jetzt, ganz plötzlich weigert sie sich Vokabeln, oder sonst was zu lernen. Anscheinend ganz ohne Grund. Vokabeln sind langweilig, wenn ich lerne schreib ich doch eh trotzdem ne 4, usw. Obwohl wir wissen, dass das nicht stimmt! Man sieht es ja an den Einsen in den Vokabeltests, aus den Zeiten sie noch lernte.

    Ich habe ihr zur Motivation angeboten, wenn sie schön lernt, machen wir Urlaub in England. Darauf freut sie sich, aber will nicht lernen, auch nicht auf die Gefahr hin, wir deswegen nicht fahren würden.

    Dann habe ich ihr gedroht, ihre Hobbies einzuschränken, da welche dabei sind, die sie wegen guter Leistungen anfangen durfte. Darüber ist sie zwar traurig, aber lernen will sie trotzdem nicht.

    Sie trödelt so mit den Hausaufgaben, dass sie anschließend anstatt zu lernen, sich ins Bett legt, und auch wirklich einschläft! Gestern hab ich sie sogar vor 19 Uhr schlafend gefunden! :hae?

    Sie hat eine Vokabellernbox, mit der sie sich eine Zeit lang gern beschäftigte, und am Computer das Programm Phase-6, welches sie eine Zeit lang mal gerne nutzte, aber das ist alles Vergangenheit.

    Gesprochen hab ich schon stundenlang mit ihr, weil ich dachte, vielleicht hat sie Probleme in der Schule, oder mit anderen Kindern, aber das verneint sie alles. Sie ginge immer noch gerne in die Schule, fühlt sich in ihrer Klasse wohl und hat super liebe Lehrer.
    Aber was kann ich noch tun? Hat vielleicht noch jemand eine Idee?


  2. Schiffchen

    Schiffchen Guest

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    Hallo Leonie - willkommen in der Pubertät :troest

    Jetzt wirst Du lernen müssen, dass Deine Tochter für ihre Zensuren zuständig ist, dass es ihr Problem ist, wenn Klassenarbeiten schlecht ausfallen und eine Versetzung gefährdet ist :troest

    Und Du wirst lernen müssen, konsequent zu sein - d.h. verbiete ihr die Hobbies, die sie nur aufgrund der guten Noten machen darf. Natürlich wird sie sagen, dass es ihr nichts ausmacht, aber innerlich wird es ihr wehtun.

    Erwachsen werden bedeutet, die Verantwortung für seine Handlungen selber zu übernehmen und die Konsequenzen selber zu tragen...

    Und als kleiner Tipp am Rande - red nicht zuviel, handel!!! Den Fehler hab ich nämlich gemacht - und wenn ich nicht aufpasse, diskutiert er mich an die Wand. Laß Dich auf Kompromisse ein, aber nur, wenn die konsequent eingehalten werden. Wenn nicht - handel!!

    Ich wünsch Dir gute Nerven für die 5, 6, 7, ... Jahre.... :kisses
  3. Leonie

    Leonie Guest

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    :hae? :scared: :weg
    Vielleicht hast du Recht. Nur bei meiner Großen ist das ganz anders. Sie steckt auch mitten in der Pubertät (sie ist fast 13 Jahre) und sie hat zwar auch ab und zu keine Lust zum Lernen, aber sie ärgert es noch mehr, wenn sie was nicht weiß... Bei ihr macht sich das mehr durch Zickenterror bemerkbar, vor allem ihrer kleinen Schwester gegenüber.

    Aber Kinder sind ja bekanntlich allle unterschiedlich... Aber wenn du Recht hast, :uebel ok, Augen zu und durch.

    Danke!
  4. Fallada

    Fallada Guest

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    :rolleyes:ähm...keine sorge, will ja nicht unken..
    doch dieses "Sie schläft so viel" macht mich dann doch stutzig.

    Haste mal drüber nachgedacht, dass ihr körperlich was fehlen könnte?

    Andererseits ist das ja auch ein Merkmal der Pupertät, oder?.. Schläft man auch mehr...

    Wenn es "nur" die üblichen Pupertäts-Geschichte ist, dann würde ich sagen :"Helfe ihr, indem DU die Zeiten für die Ha von nun an fetlegst.
    Manchmal ist solch ein aufbegehren auch ein Hilferuf. So ne Art :
    "Ich komm mit mir nicht klar, will erwachsen sein, doch , bitte, leite mich mal noch ne Runde"
    :scared:natürlich würde sie das niemals zugeben, wenns so wäre^^

    Und sollte sie weiterhin so viel mehr schlafen, gerade am Tage, dann lass sie mal durchchecken ;D

    Grüßle Falla
  5. Leonie

    Leonie Guest

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    Das mit dem Schlafen hat sie schon immer gebracht, wenn sie bockig war. Das kenn ich schon. Sie steigert sich so in ihren Wutanfall rein, bis sie erschöpft einschläft.
    Sie ist vollkommen gesund. Da mach ich mir ehrlich gesagt die wenigsten Sorgen drum.
  6. freddilysie

    freddilysie Urlaubsreif

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    Das mit dem bockig sein und extrem rumweinen kenne ich auch, da war sie aber noch klein und dann ist sie auch immer eingeschlafen.

    Klar ist sie bestimmt auch in der Vorpupertät aber das ist ja kein Mittel um das Fehlen von Hausaufgaben zu erklären.

    Ich würde sie mal ins kalte Wasser fallen lassen. Das heißt sie muß die Konsequenzen für ihre nicht gemachten HA merken. Vielleicht findet sie es ja irgentwann mal peinlich immer Strafen von den Lehrern zu bekommen.

    Aus der Sicht darfst Du das ganze natürlich nicht verlieren. Sonst kommt sie irgentwann mal richtig Ärger.
  7. f.j.neffe

    f.j.neffe Guest

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    Geh mit ihren Talenten BESSER um als sie !

    Deine Tochter kommt inn das Alter, wo man sich seiner eigenen Kräfte und Talente bewusst wird aber noch nicht bewusst damit umgehen kann. Bisher lieft das alles UNBEWUSST. Mit diesem UNBEWUSSTEN gilt es nun bewusst umgehen zu lernen.
    Das Problem ist, dass die Pädagogik dieses existentielle Problem überhaupt nicht verstanden hat und deshalb ständig die verkehrten Vorgaben liefert. Statt für AUSGLEICH bei den UNBEWUSSTEN Kräften zu sorgen, verlangt sie eine Verdoppelung der BEWUSSTEN Anstrengungen und bringt den Menschen damit immer noch mehr aus der Balance.
    Du siehst ja, dass es nicht der bewusste Verstand ist, der Deine Tochter tun lässt, was sie tut. Es sind Kräfte aus ihrem Unbewussten. Als Ich-kann-Schule-Lehrer sehe ich das Unbewusste als den Hauptpartner für die Lösung aller Lebensprobleme und gehe deshalb besonders achtsam mit ihm und den dort liegenden Talenten um.
    Die Lernverweigerung hat, wenn wir es nur genau untersuchen, einen einfachen, sachlichen Grund: Deine Tochter hat sich bisher immer allen Vorgaben unterworfen und sich in alle vorbereiteten Schablonen eingefügt. Durch Unterwerfen udn Einfügen wird man aber alles andere als lebenstüchtig. Also müssen die fürs Überleben zuständigen Kräfte des UNBEWUSSTEN dafür sorgen, dass sie endlich im BEWUSSTSEIN erkannt und BEWUSST geachtet, gepflegt, gelenkt werden. Ihr bräuchtet es Euch doch nur mal anschauen und mit den Talenten reden. Wenn ich sie anspreche und was Gutes über sie sage, habe ich sofort ihre Aufmerksamkeit. Für das Gespräch mit den eigenen Talenten gibt es ein weltweit erfolgreiches Praxisvorbild: Coués Autosuggestion. Für ein paar Euro bekommst Du´s in jeder Buchhandlung; im Net gibt es auch genug Info dazu.
    Wenn DEINE Talente noch nicht stark genug auf Dein Kind wirken, dann rede doch auch mit denen mal und stärke sie. Ich freue mich auf Euren Erfolg!
    Franz Josef Neffe
  8. Fallada

    Fallada Guest

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    RE: Geh mit ihren Talenten BESSER um als sie !

    Sry-----> :wiejetzt:

    Ich bin wirklich ein aufgeschlossener Mensch, doch augenscheinlich liegt mein Talent nicht darin begründet, deinen Text zu verstehen.

    Könntest du diese Theorie mal an ein bis zwei Beispielen erläutern?


    :geb4Fallada
  9. Leonie

    Leonie Guest

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    Ehrlich gesagt finde ich alles, was ich über diese ich-kann-Schule gefunden habe, auch sehr verwirrend...
  10. f.j.neffe

    f.j.neffe Guest

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    RE: Geh mit ihren Talenten BESSER um als sie !

    Talente, Pädagogik, Schablone, Praxis, Autosuggestion - welches Fremdwort verstehst Du nicht? Oder sagt Dir das Wort "Unbewusstes" nichts? Oder dass der Mensch unbewusste Kräfte hat, mit denen er besser kommunizieren könnte?
    Mir ist schon klar, dass ich einen Weg beschreibe, der in der Regel nicht begangen wurde. Wenn die Lösung bereits auf bekannten Wegen liegt, brauchst Du ja keinen neuen. Wenn Du sie auf den bekannten Wegen nicht finden solltest, kannst Du ja diesen oder noch andere etwas genauer anschauen.
    Mir ist nicht klar, für was Du welche Beispiele willst.
    Mit freundlichen Grüßen
    Franz Josef Neffe
  11. hitnak

    hitnak Guest

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    Mich interessiert das auch. Wie unterrichtet Ihr konkret in so einer Schule? Was unterscheidet die IKS von, zum Beispiel, Waldorf-Schulen? Wie geht Ihr mit Kindern um, die sich nicht bändigen lassen? Und was ist mit den Herausforderungen des Alltags - die Schule ist ja nicht überall?
  12. f.j.neffe

    f.j.neffe Guest

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    MIT GEIST dem Leben auf der Spur

    Genau das ist der springende Punkt. Paul Watzlawick hat uns mal erzählt, dass der Mensch nicht nicht lernen kann. Das bedeutet andersrum: Wir lernen immer; wir haben gar keine andere Wahl. Natürlich lernt der Mensch nicht in Häusern sondern er lernt IN SICH. Die tatsächliche Schule, in der wir alles lernen, hat jeder Mensch IN SICH. Dort steht ihm alles überall und jederzeit zur freien Verfügung, was man zum Lernen braucht. Natürlich verwahrlost es, wenn man sich nur immer um die Äußerlichkeiten kümmert und seine geistigen + seelischen TALENTE nicht ausgräbt und nicht mit ihnen wuchert - wie u.a. das Buch der Bücher empfiehlt.
    Die Ich-kann-Schule unterscheidet sich von allen bekannten Schulen dadurch, dass sie keine künstliche Konstruktion ist sondern eine Geschenk, das bereits da ist und unablässig für uns wirkt und das es verstehen und dessen man sich bedienen zu lernen hat. Statt eine äußere Form immer noch perfekter zu konstruieren und von diesem Zusammensetzung paradoxerweise Lösung zu erwarten, sucht die IKS Schule einfach besser zu verstehen und lässt dafür die konstruierten "Sicherheiten" los und stellt sie in Frage.
    Wer sich zum Ausgleich für die jahrzehntelange Verausgabung im Außen auch mal nich innen wendet, wird vermehrte Anstrengung als Zeichen dafür sehen, dass etwas verkehrt läuft - sonst würde es ohne Anstrengung gehen. Statt mehr Kraftverschleiß bevorzuge ich, genauer und sorgfältiger mit allen Kräften umzugehen. Seelen- und Geisteskräfte sind sehr feine Kräfte, mit denen man angemessen umgehen muss. Ein Feinmechaniker erreicht mit dem Vorschlaghammer keine brauchbaren Ergebnisse. Den Druck zu verstärken wäre in der IKS ein Kunstfehler, da man mit Druck die Kräfte nicht präzise lenken kann; für präzise Lenkung brauche ich SOG. Drum lässt man die Pferde ja auch den Wagen ziehen und nicht schieben.
    Wenn wir erkannt haben, dass die wichtigen Lebensfunktionen nicht vom bewussten Verstand gesteuert werden sondern im Unbewussten; dann sollte uns doch auch die Vergeblichkeit einleuchten, wenn wir diesem nicht zuständigen bewussten Verstand alles hundertmal erklären. Wir erleben doch selber, wie genau dadurch jede Klarheit vernichtet wird. Wenn aber eine Kommunikation mit dem kleinen Bisschen Anteil des menschlichen Geistes, das im Bewusstsein Platz hat, möglich und für bestimmte Zwecke sehr sinnvoll ist, warum sollten wir dann nicht mit jenen anderen geistigen Kräften, die das können, was wir gerne hätten, genau so gut kommunizieren? Die Psychologen machen das schon 200 Jahre und man muss ja nicht absichtlich in nützlichen Bereichen des Lebens unterentwickelt bleiben. Es ist gar nicht schwer und sehr interessant, in diesem Bereich zu forschen und zu lernen; ich mache das mit großem Vergnügen schon 35 Jahre.
    Ich würde nie Kinder unterrichten. Unterrichtet hat der Kaiser und der General seine Untertanen bzw. Untergebenen. Einer oben schafft an und die unten haben sich danach zu richten ; das ist unterricht. Logisch, dass dies nicht die Grundbedürfnisse des Menschen trífft und schnell Gegenreaktionen hervorruft. Warum LEHREN wir eigentlich nicht mehr?
    LERNEN & LEHREN kommt von ger, LAISTI = FÄHRTE. Man LERNT indem man eine Fährte des Lebens verfolgt und dabei ErFAHRungen macht; das wird natürlich vereitelt, wenn ich den Kindern alles BEIBRINGE und VERMITTLE. Dann macht ja Erfahrungensammeln keinen Sinn mehr und die dafür vorhandenen Kräfte verkpmmern; das wiederum muss Gegenreaktionen der fürs Überleben zuständigen Instanz im Menschen hervorrufen. Und so sind doch die meisten "Störungen" des Unterrichts ziemlich natürliche Überlebensreaktionen - die nur leider nicht völlig verstanden bzw. missverstanden werden.
    Es ist doch wohl verständlich, dass das UNBEWUSSTE nicht dazu da ist, sich nach den jeweils gerade aktuellen päd. Programmen "bändigen" zu lassen. Warum versuchen wir es nicht, zum Beispiel unseren Vorgesetzten zu bändigen, wenn er Unsinn macht? Ganz klar: Weil er mächtiuger ist als wir. Was wir dringend lernen sollten ist: Das Unbewusste ist mächtiger als wir alle zusammen.
    Es lässt sich aber auch leicht gewinnen. Dazu muss man nur so in den Wald hineinrufen, wie es heraushallen soll.
    Das klappt auch mit den Herausforderungen des Alltags. Wir müssen nur einmal konkret untersuchen und vergleichen, wie die Kinder z.B. ihre Muttersprache bei Muttern lernen und was dann daraus wird, wenn sie in der Schule dann Amtsdeutsch lernen müssen, was oft nur mit tatkräftiher weioterer Mithilfe der Mütter überhaupt bewältigt wird. Warum müssen die Mütter den Lehrern helfen, während sie es die ersten 6 Jahre allein meist deutlich besser geschafft haben? Wenn wir konkret untersuchen, wie Lehrer und wie Mütter mit den Talenten im Unbewussten der Kinder umgehen; könnte sich daraus eine sehr große Erleichterung für den Beruf des Lehrers ergeben. Die Mütter erreichen mit weniger Aufwand nämlich auf einfachere Weise mehr und Solideres.
    Ich nenne hier mal nur ein kleines Beispiel: Die Mutter kommt in den Elternsprechtag und sagt dem Lehrer: "Aber zu Hause kann ers doch!" und der Lehrer antwortet: "Aber in der Schule kann ers nicht!" Preisfrage: Warum kann ers nun zu Hause und warum in der Schule nicht? Nun es ist, wenn wir genau achtgeben doch nicht zu übersehen bzw. überhören: Die Mama tritt für das Können ein und der Lehrer für das Nichtkönnen. Die Mama führt ihre Energie dem Können zu und der Lehrer steckt seine Energie in das Nichtkönnen. Die Mama stärkte die UNBEWUSSTEN KRÄFTE und der Herr Lehrer schwächte sie. Damit sind die Weichen für die Entwicklung eindeutig gestellt: IM UNBEWUSSTEN. Dort können sie jederzeit neu gestellt werden.
    Ich persönlich finde das eine faszinierende Fährte des Lebens. Und wenn einen eine Färhte des Lebens so fasziniert, dass einem andere von sich aus folgen wollen, dann ist man LEHRER im Sinn des Wortes.
    Ich wünsche Euch allen guten Weg.
    Franz Josef Neffe
  13. Leonie

    Leonie Guest

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    Das hast du wirklich schön erklärt. Danke!
    Was ich aber immer noch nicht verstehe, wie kann man es im Alltag einsetzen?
    Dieses Beispiel "zu Hause kann er es doch" kenn ich irgendwoher :pfeif
    Aber wenn ich es richtig verstanden habe, soll man das Kind anleiten, die Lösungen selbst herauszufinden, also einen Weg zu finden, wie es ihm logisch erscheint. Leider hat man dazu die Zeit aber gar nicht. Wenn die Schule aus ist, kommen die Kinder nach Hause und haben, an manchen Tagen, ein riesiges Fragezeichen im Kopf. Dann habe ich gar nicht die Zeit, irgendwas auszudenken, damit sie es selbst raus findet, sondern muß ihr einen Lösungsweg vorgeben, sonst hat sie am nächsten Tag die Hausaufgaben unvollständig, bekommt Ärger vom Lehrer, steht unter Druck und es klappt gar nichts mehr...

    Was mich auch interessieren würde, wie hitnak schon geschrieben hat, ist hier doch der Unterschied zur Waldorfschule nicht sehr groß. Hier wird den Kindern ja auch das Lerntempo selbst überlassen. Daher kann ein Kind, auf einer "normalen" Schule die IKS doch gar nicht anwenden. Oder habe ich das doch falsch verstanden? :wiejetzt:
  14. Fallada

    Fallada Guest

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    RE: MIT GEIST dem Leben auf der Spur

    Klasse Theaorie.

    Wunderschön.

    Und...funktioniert das auch im alltäglichen Leben?

    Hast du Kinder?

    Hast du schon mal erlebt, wie diese sich fühlen, wenn sie sich den Anforderungen der Schule nicht gewachsen sehen?

    Wie gesagt, : Ist alles wunderbar, solange man es leben KANN. Das wiederrum setzt vorraus, dass die Bedingungen des "Lernen -Wollen-KÖNNENS" gegeben sind!

    Wie setzte ich diese Theaorie in die Praxis um. Wie versetze ich mein Kind (permanet) in die Lage, sich so entfalten zu dürfen(können)?

    Das hört sich für mich alles wirklich wunderbar an nur das Problem ist, dass auch ein Beruf nicht mehr beim Zuschauen erlernt werden kann, wie noch vor 100 Jahren, als eine Familie teilweise in einem Zimmer zusammenlebte in dem geschlafen, gewaschen, gelernt, gestorben, geboren und gearbeitet wurde.


    WIE münzt man solch eine wunderbare Therorie in das Hier und Jetzt um?

    Gruß Falla
  15. Birgit

    Birgit EF-Team Mitarbeiter

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    @ falla
    das habe ich mich auch gerade gefragt beim Lesen....
  16. f.j.neffe

    f.j.neffe Guest

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    Gib´s zu, Du bist ein Genie!

    Danke für das intensive Nachfragen!
    Wenn Ihr meine "Theorie" lest, wofür findet Ihr da Hinweise: dass ich sie aus Büchern habe oder dass sie aus eigenem Erleben, Beobachtungen und Experimentieren stammt?
    Im ersten Praktikum meiner Ausbildung zum Sonderschullehrer bat mich der Lehrer am 4.Tag, mit Willi im Gruppenraum Rechnen zu üben. Er wollte es mir schmackhaft machen, idnem er sagte: "Er ist am Rande zur geistigen Behinderung. Länger als 20 Minuten hält er sowieso nicht durch."
    Willi hatte seine Schulsachen schon alle fein säuberlich auf seinem Platz zurecht gelegt. Als er hörte, dass es nun ganz anders sein sollte, bekam der sehr blasse Junge im Handumdrehen einen tief dunkelroten Kopf, wirkte wie geistigabwesend, stampfte die Sachen wieder in die Schultasche hinein und schimpfte: "Scheiß Glump, verreckts, nix kannst machn, was D willst!" Wie ein Roboter bewegte er sich in den Gruppenraum hinaus, ich konnte nur noch folgen.
    Willi knalle sich an einen Tisch. Ich setzte mich gegenüber. "Willi", fing ich an, " die tun alle so als ob Du nicht rechnen könntest. Das stimmt nicht. Ich hab Dir jetzt 3 Tage zugeschaut. Du hast mal was verkehrt gerechnet, hast den Fehler bemerkt und ausgebessert. Gib´s zu, Du kannst es! In Wirklichkeit bist Du ein Rechengenie. Du hast es faustdick hinter den Ohren. Am Ende wirst Du nochmal Mathematikprofessor, dann bekomme ich aber ein Autogramm......." Nach etwa zwei Minuten war Willi wieder da. Um die Augen wurde es wieder lebendig, die Spankraft kehrte zurück. Wir besiegelten per Handschlag, dass ich ihm auf MEIN Risiko beweisen würde, dass er ganz ausgezeichnet rechnen kann.
    Im Buch fand sich eine Reihe von 10 Additionsaufgaben. Danach hielt ich an und wir zogen Bilanz. "Wie lang brauchst Du sonst für 10 Aufgaben, Willi?" Er meinte, eine halbe Stunde. "10 Minuten waren es! Und wieviel sind richtig?" Willi schaute mich zaghagft an: "Zwei?" "Zwei sind verkehrt, Willi! Da rechnet dieser Kerl dreimal so schnell wie sonst und viermal soviel so richtig, das ist ja ein dicker Hund!" Nächste Runde. Nächste Runde. Nächste Runde. Es läutete, die Stunde war um. Fünf Minuten drauf steckte der Lehrer seinen Kopf zur Tür herein: "Willi, Du darfst jetzt aufhören." Willi blickte nur kurz auf und sagte in sehr bestimmten Ton: "Ich rechne jetzt fertig!" War also nix mit Geistigbehindert und Nichtdurchhalten.
    Bei genauer Betrachtung wirst Du nicht übersehen, dass ich mit Willi überhaupt nichts geübt und ihm überhaupt nichts erklärt habe. Sein GEIST ist ja nicht doof, der weiß das längst. Ich habe diesem GEIST nur endlich eine MENSCHENWÜRDIGE Gelegenheit verschafft, sich zu zeigen.
    Wenn Du nochmal ganz genau hinschaust, siehstz FDu, dass ich überhaupt keine Theorie, keine Methode, keine Technik anwende. Ich gehe ORIGINAL mit den Talenten menschenwürdig um. Was würdest Du sagen, wenn Dein Partner von einem Partnerseminar bei mir strahlend zu Dir nach Hause kommt: "Liebling, jetzt hab ich endlich gelernt, was ich auf Dich anwenden muss, damit Du glücklich wirst!"? In der Schule wird den ganzen Tag nichts anderes gemacht als Gelerntes auf Kinder angewandt, damit sie glücklich werden. Verstehst Du jetzt, warum das nicht geht?
    Ich möchte also mit diesem Beispiel zeigen, dass wir gar nicht soviel anleiten brauchen. Der erste Schritt muss immer sein, die zuständigen Kräfte so zu interessieren, dass sie ggf. eine Anleitung haben wollen; wenn sie sie nämlich nicht haben wollen, wirkt das Anleiten immer kontraproduktiv und macht das Problem größer statt kleiner.
    Wenn ich Eltern beobachte, die sich wirklich aufarbeiten, nur damit ihr Kind am nächsten Tag genau in die Schablone passt, erinnert mich das krass ans tiefste Mittelalter, an die Zeit von Hexenverbrennung und Leibeigenschaft. Warum fürchten sich Eltern heute immer noch vor der Schule, als würde die ganze Familie in den Schuldturm geworfen, wenn das Kind am nächsten Tag nicht den vorgeschriebenen Frondienst abliefert?
    Das hat doch mit Lernen nichts mehr zu tun.
    Durch Unterwerfungsübungen bis in die Erschöpfung hinein wird man zwar auch irgendwann klüger, aber man wird nicht souverän im Umgang mit seinen Kräften. Die Vermehrung des Umgangs erschöpft nur die Kräfte mehr. Die VERBESSERUNG des Umgangs dagegen könnte die Kräfte stärken und sie souveräner gebrauchen lassen. Dazu muss ich mich sorgfältiger um sie kümmern.
    Rudolf Steiner, Maria Montessori u.a. haben hier ORIGINAL ein gutes Beispiel gegeben. Leider wird es von vielen nur kopiert, und in den KOPIEN liegt keine Kraft. Es ist ein Unterschied, ob ich Dich und Deine Talente wirklich achte oder ob ich das als methodischen Trick auf Dich und sie anwende. "Das Lerntempo überlassen" viele heute den Kindern einfach, weil sie es sowieso nicht anders können. Welchen Lehrer kennst Du, der das Lerntempo wirklich so bestimmen kann, dass es klappt? Oft zwängt man heute die Gruppensitzordnung genauso auf, wie sie früher den Frontalunterricht aufgezwängt haben. Es ist ein Irrtum, dass das schon die Lösung sei. Es geht immer um mehr als den Austausch formaler Techniken; es geht darum, was dies für den einzelnen bedeutet und wie es auf ihn wirktz. Und dafür müssen wir genauer hinschauen und PERSÖNLICHE VERANTWORTUNG übernehmen, nicht nur formale.
    Wenn Du noch einmal mein beispiel genau anschaust, siehst Du, dass ich auf Willi keine Methode angewandt habe, dass ich ihm mit persönlichem Risiko begegnet bin, dass ich über die vom Lehrer vorgegebene Schablone hinausgegangen bin, dass ich mit Willi und seinen Fähigkeiten wie mit den Fähigkeiten eines Königs umgegangen bin. Dafür haben sich diese Fähigkeiten königlich revanchiert.
    Das könnte jeder so erleben.
    Ich grüße herzlich.
    Franz Josef Neffe
  17. Birgit

    Birgit EF-Team Mitarbeiter

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    Deien Erfahrung finden ich sehr schön. Leider kann ich solche Ansätze bei uns in der Schule nicht finden. Ich höre immer wieder: die Kinder sind zu laut für die 5. Klasse die Kinder hören im Unterricht nicht zu die Kinder stehen im Unterricht ungefragt auf, die Kinder können schlecht lesen, sie müssen fließender lesen können, ich trau mir nicht zu mit den Kindern die Schule zu verlassen, da sie nicht hören.Wenn du nicht auf deine Noten achtest wirst/musst du die Schule verlassen.

    Es wird ein Kind aus der Klasse genommen von einem anderen Lehrer der Kommentar der anwesenden Lehrerin ist - Er hat nichts angestellt udn ihm geht es gut. Nichts mehr und nichts weniger die Kinder wissen nicht was los ist mit ihrem Schulkollegen. Wurde er vom Jugendamt abgeholt wurde er querversetzt? Es handelt sich hier um 11 jährige Kinder mit denen man sicher schon gut reden kann.


    Wie soll ich dann meinem Kind vermitteln das es sich frei entfalten kann und auf seine Stärke achten kann wenn es 6 Stunden in der Schule mehr oder weniger auf die Schwächen hingewiesen wird bzw. die Klasse für alle Taten die in der Klasse passieren verantwortlich gemacht werden und nicht nur betroffene Schüler.
  18. f.j.neffe

    f.j.neffe Guest

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    Den Respekt nicht für die Probleme sondern für die Lösung

    Es ist beschämend, Birgit, dass wir so etwas machen und es Schule nennen. Es ist aber die Realität. Solche Äußerungen von Lehrern zeigen eigentlich, wie sehr sie mit ihrem Latein am Ende sind. Sie sind Lotsen auf einem Schiff, die das Schiff nicht lenken können. Dennoch ist es ihr dienstlicher Auftrag, jeden Tag so zu tun.
    In dem bereits zitierten Praktikum hatte ich noch andere Schlüsselerlebnisse.
    An einem Tag rannte plötzlich die Handarbeitslehrerin schreiend durch die Gänge: "Entweder er oder ich!" Ein 7.klässler hatte sie mit ein paar Worten der Fäkal- und Sexualsprache hochgehen lassen. Die Oberlehrerin, bei der ich gerade hospitierte, meinte: "Es gibt eben Probleme, wo man nichts machen kann." Ich setzte dagegen und berichtete ihr zwei, drei Fälle. Darauf meinte sie: "Dann wäre ja alles, was ich bisher gemacht habe, verkehrt gewesen." und das hörte sich an: "Dann ist alles aus!" Wenn Du aber einmal ein paar Lösungen konkret erlebt hast, bedeutet es genau das Gegenteil: "Jetzt fängt alles erst richtig an!" Und die Fehler der letzten 40 Jahre sind dann nicht mehr Ballast sondern REICHER ERFAHRUNGSSCHATZ, wenn Du sie verstanden hast. Die Frau gestand mir dann, wieviel Tabletten sie jeden Morgen schlucken musste, damit sie überhaupt noch in die Schule gehen konnte. Und wir sahen sie als Vorbild und dachten, wir müssten nal so werden wie sie!
    Hätte ich mir in diesem Saftladen, den wir ganz irreführend immer noch "Schule" nennen, sagen sollen, man kann nichts machen, weil es alle so machen?
    Ich habe mich entschieden, vor Fehlern keinen Respekt zu haben. Dafür habe ich reichlich Respekt übrig für all die feinen Talente und Fähigkeiten in Dir, Deinen Kindern und allen anderen, die darauf warten, dass jemand an sie glaubt.
    Gerade in der Not brauchen die Kräfte in uns doch jemand, der an sie glaubt, der sie stärkt und aufrichtet, der ihnen zeigt, dass sie sich auch selber helfen können.
    Gerade wenn es alle mit meinem Kind verkehrt machen, ist es doch wichtig, dass ich seinen Talenten allen ihre Chance gebe. Immer wieder.
    Ich meine nicht, dass es ein Fortschritt ist, wenn der Lehrer statt der ganzen Klasse nur einzelne Kinder erpresst. Ich finde es nicht grundsätzlich verkehrt, der ganzen Klasse ihre Bedeutung und Verantwortung für die Gemeinschaft bewusst zu machen. Ich würde das allerdings nicht mit DRUCK machen sondern das SOGprinzip bevorzugen, d.h. ich würde mir ein attraktives Angebot für die Klasse überlegen, wenn es die ganze Klasse (ohne Druck untereinander) gemeinsam schafft. Und nich würde natürlich auch begeistert weitergeben, wenn mir ein Kollege berichtet, dass er sich hat was einfallen lassen, was ZIEHT, und nsich daraus erste Erfolge abzeichnen. Ich grüße herzlich.
    Franz Josef Neffe
  19. Fallada

    Fallada Guest

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    RE: Den Respekt nicht für die Probleme sondern für die Lösung

    Danke @ neffe DAS waren die Beispiele, die ich schon von Anfang an er´beten hatte.

    Ist ne shöne Idee, die Realität sieht, wie du selbst ja weißt, anders aus.


    Sie zu verändern ist weiterhin mein Ziel

    Gruß Falla

    viele Lehrer beginnen mit ner Menge Ideen und Illusionen, die sie nicht in der Lage sind zu verwirklichen, weil einfach der große Lehrermangel besteht
  20. hitnak

    hitnak Guest

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    Hallo,

    auch ich möchte mich ganz herzlich für die ausführlichen Erläuterungen bedanken. Allerdings würde ich mir wünschen, dass die Beispiele noch konkreter ausgeführt werden, denn gerade an dem Punkt, an dem es um ein Kind geht, dass sich in der Sprache vergreift, an dem Punkt also, an dem es interessant wird, weil es ein sehr alltägliches Problem im schulischen Umfeld ist, brichst Du, f.j.neffe, ab, ohne zu erklären, wie Du mit einem solchen Kind umgehen würdest.

    @Fallada: Ich teile Deine Ansicht, dass eine Veränderung der schulischen Realität notwendig ist, und ich unterstütze die Aussage, dass die Realität meilenweit am Optimum vorbei geht. Ich selber lebe und arbeite im außereuropäischen Ausland und kenne das deutsche Schulsystem vor allem aus den Berichten von deutschen Bildungsexperten, die ich regelmäßig auf Konferenzen treffe, und die auf mich allesamt wie besessen von Pisa-Studien und internationaler Wettbewerbsfähigkeit wirken, die sich auf Elitenbildung versteifen, während sich in den Medien die Berichte über unterirdische Zustände in den Hauptschulen der Republik, über Jugendkriminalität und -brutalität häufen, und mir bei Besuchen in Deutschland eine von jeder Hoffnung verschont gebliebene Generation begegnet, die kaum noch einen Satz in verständlichem Deutsch heraus bringt. Und in meinem eigenen Land, Israel, sieht das Ergebnis ähnlich aus, auch wenn der Weg dorthin ein anderer ist: Wir haben eine Bevölkerung, die bunt aus Menschen aus aller Welt zusammen gewürfelt ist, Kinder, die zwischen den letzten beiden Kriegen geboren worden sind, und wir haben eine Politik, die sehr dezidierte Ansichten dazu hat, was Schule leisten soll, wobei sich diese Ansichten von politischer Partei zu politischer Partei unterscheiden: Das Ergebnis ist in unserem Fall eine sehr selektiv zu einer bestimmten politischen Meinung erzogene Jugend, die verroht und marginalisiert ist. Das Ergebnis ist aber auch neben dem, was Ihr in den Nachrichten lest, Jugendkriminalität und -brutalität und eine von jeder Hoffnung verschont gebliebene Jugend.

    Leider ist es so, dass sowohl Du, Fallada, als auch ich und viele andere hier im Forum zu einer Elite von Menschen gehören, die sich genug Gedanken macht, um nach Alternativen für ihre Kinder zu suchen. Diejenigen allerdings, die es wirklich gebrauchen könnten, werden von diesen Gedanken nie erreicht. Und leider sind es genau diese Leute, deren Kinder eine Veränderung der Realität dringend brauchen könnten. Denn was wir uns ausdenken, kommt in den Straßen von Berlin-Ost oder Tel Aviv-Süd nur selten an.

    Würde es etwas bringen, ein Konzept wie das von f.j.neffe einfach dorthin zu exportieren? Vielleicht. Aber nur, wenn dieses Konzept nicht allein eine veränderte Form der Leistungsforderung an die heutige Jugend ist. Meiner Ansicht nach müsste Schule in solchen Gebieten eine Sinfonie aus Bildung und Sozialarbeit sein, und sie müsste einen Weg finden, in den jeweiligen Familien zu intervenieren.

    Denn wir müssen uns bewusst werden, dass Schule, dass Familie nur wenig erreichen kann, wenn das Erreichte am anderen Ende wieder zunichte gemacht wird.

    Viele Grüße,


    Ariel
  21. Leonie

    Leonie Guest

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    Das System, wie du es erklärt hast, habe ich glaub ich, jetzt besser verstanden. Danke hierfür nochmal!

    Aber wie bringt man dieses System in eine Schule, die nichts ändern will? Wo es heißt: geklaut, geprügelt und sonstiges wird an jeder Schule, das ist normal???

    Und wie nützt es was wenn, wie schon geschrieben wurde, die Kinder den ganzen Vormittag im Selbstbewußtsein gedrückt werden, und dann mittags agressiv aus der Schule kommen, weil sich so viel Wut anstaut? Wenn meine Tochter aus der Schule kommt und mir total verzweifelt erzählt, was heute schon wieder vorgefallen ist? Hat es nicht nur Sinn, wenn die Lehrer da mit ziehen?
  22. f.j.neffe

    f.j.neffe Guest

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    Endlich leben lernen

    Vor zweitausend Jahren gab es in Germanien noch Bären und Wildschweine, große Sümpfe und Angriffe feindlicher Stämme. Die Lebensaufgabe lautete: Damit fertig werden. Heute gibt es chaotische Schul-, Familien-, Arbeits- und sonstige Verhältnisse. Die Lebensaufgabe ist unverrückbar die gleiche geblieben: Damit fertig werden. Wir meinen aber, wir können sie durch formale Aktionen wie Sonderbeschulung, Legasthenikerschein u.ä. umgehen.
    Ich denke, es ist vorteilhaft, die verschiedenen Probleme auseinanderzuhalten.
    Mit den originalen Lebensaufgaben fertig werden ist eine Sache und auf die Schule reagieren und sie verändern eine andere.
    Um meine Lebensaufgaben zu bewältigen, muss ich mich um meine Kräfte kümmern, muss sie achten und pflegen, auch und gerade dann, wenn andere sie missachten. Wenn die Lehrerin der 7jährigen Sabrina täglich vor der Klasse sagt: "Du bist zu dumm für alles!" dann muss Sabrina nicht gegen die Lehrerin kämpfen oder verzweifelt auf eine Kehrtwende in deren Verhalten hoffen; Sabrina muss sich abkoppeln von den Aussagen der Lehrerin und sie nicht mehr 1:1 übernehmen. Das Mädchen hatte sich die Worte so zu Herzen genommen, dass sie der Mutter geäußert hatte, nicht mehr leben zu wollen. Ich hatte mit Sabrina ein gut 2stündiges Gespräch damals. Sabrina erkannte gut, dass die Lehrerin nicht mit ihrem bewussten Verstand so böse daherredete sondern dass andere Kräfte sie dazu trieben. Mit diesen Kräften konnte sie offenbar nicht umgehen, drum machten diese Kräfte mit ihr was sie wollten. Die guten Kräfte in der Lehrerin waren offenbar viel zu schwach, um sich durchzusetzen. Die könnten wir doch stärken. Diese guten Kräfte hatten schon ewig keine STÄRKUNG von der Lehrerin bekommen, das könnten wir doch übernehmen. Ich spielte Sabrina eine Möglichkeit vor: "Du bist immer so schrecklich zu mir; hier schenk ich Dir 5 kg Nettigkeit!" Würde die Lehrerin das annehmen??? Nein, ihr eitler Verstand würde Angst haben, das Gesicht zu verlieren, und es deshalb zurückweisen. Können wir es nicht so machen, dass der Verstand gar nicht gefragt wird?
    Es sind ja Kräfte der Seele und des Geistes, die bei dieser Frau hungerten. Mit Geist braucht man nicht zu sprechen, der versteht DENKEN auch. Und das Denken hört der bewusste Verstand nicht. Wir entschlossen uns also nach genauerer Betrachtung zu "zaubern", d.h. Sabrina schickte in einem riesengroßen Gedankenballon ihrer Lehrerin alles, was ihr fehlt um GUT zu sein und GUT zu handeln.
    Es gab 2 Zauberregeln:
    1. Überlege, was dem andern fehlt, um GUT zu sein, und schicke ihm das im Geiste! 2. Schicke ihm mindestens 100mal soviel Gutes, wie bei ihm Platz hat, dann muss er es gleich wieder auisteilen!
    Dieses Be-zaubern hat einen großen Vorteil: Es funktioniert ausgezeichnet und immer, aber es klappt nur, wenn man es GUT gebraucht. Würde man der Lehrerin z.B. Ärger schicken, würde sie den Ärger wieder austeilen.
    Es war wirklich nicht mehr nötig als zu verstehen, dass die Kräfte der Seele und des Geistes HUNGER haben und eine STÄRKUNG brauchen und dass die Lösung sozusagen auf der höchsten und feinsten, geistigen Ebene stattfinden muss. Wir dürfen auf keinen Fall die Talente der Lehrerin, die sie ja schon schlecht behandelt hat, noch einmal schlecht behandeln. Sabrina löste das Problem buchstänlich im Handumdrehen, weil sie bereit war, die tatsächlichen Nöte zu sehen und zu beheben.
    Dadurch hatte sie aber keineswegs nur der Lehrerin ein gutes Werk getan. Nein, sie hatte EINFLUSS auf wichtige Kräfte der Lehrerin gewonnnen, auf die nicht nur diese selbst sondern auch sonst niemand Einfluss gehabt hatte. Noch wichtiger: sie hatte diese Kräfte als Freunde gewonnen. Die Lehrerin änderte sich binnen Tagen radikal. Vier Wochen später wurde die Mama strahlend mit den Worten begrüßt: "Ich hab an Ihrer Tochter überhaupt nichts mehr auszusetzen."
    Ich hab das Experiment mit mehreren, auch älteren Kindern mit gleichem Ergebnis wiederholt. Sabrina geht inzwischen mit guten Erfolgen in die 10.Klasse.
    Man kann also bloß durch DENKEN & Ausstrahlung, ganz ohne Anstrengung, die wirklich zuständigen Kräfte so bedienen, dass sie sich für einen entfalten und wachsen. Die erste Voraussetzung dazu ist, dass man weiß, dass dies möglich ist; das wissen die wenigsten. Die zweite Voraussetzung dazu ist ein sorgfältiger, achtsamer Umgang mit den Kräften des Geistes.
    Wenn uns das Leben eine schwere Aufgabe stellt, ist das zugleich sein Hinweis, dass wir schwer begabt sind und sofort im Geiste Kontakt zu unseren Gaben aufnehmen und diese entwickeln sollten.
    Ihr seht hier eine Lehrerin, die sich in der Sprache gegenüber einem 7jährigen Kind schwer vergriffen hatte. Das Kind war bereit, das zunächst einmal so stehen zu lassen, und sehr schnell auch, seiner Lehrerin zu verzeihen. Es sah ja, dass diese Frau mit sich selbst nicht umgehen konnte und quasi unter Zwang handelte. Es erkannte aber auch sofort das Erhabene seiner Aufgabe, nämlich sich selbst zu helfen indem es die gefangenen Kräfte seiner Lehrerin erlöste. Nicht einmal auf "Rache" brauchten wir zu verzichten: Sabrina schickte ihrer Lehrerin ja soviel Gutes, dass sie dieses Gute wieder austeilen und folglich "GUT SEIN musste", ob sie wollte oder nicht. Ist das nicht ein schönes Gefühl?
    All das bitte nicht als neue Technik! Ich stelle die IKS extra nicht gegen die Du-musst-Schule sondern nur daneben, damit man, wenn man will, was zum Vergleichen hat. Ich möchte auf gar keinen Fall noch ein Schulkonstrukt. Was ich mir wünsche, ist, dass man in der Schule nicht mehr FÜRS Leben sondern endlich LEBEN lernt.
    Mit herzlichen Grüßen
    Franz Josef Neffe
  23. Leonie

    Leonie Guest

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    Hört sich super an, aber kann das nicht nur helfen wenn der, der etwas gutes bekommen soll auch aufnahmefähig dafür ist? Um ehrlich zu sein, kann ich mir das gar nicht vorstellen, aber ich werde es mal ausprobieren. Vielleicht, wenn sich meine beiden mal wieder in die Haare bekommen? Wenn ich dann so einen "Ballon" losschicke, müssten sie doch rein theoretisch ihren Streit auch alleine wieder geregelt bekommen, oder?

    Im Moment habe ich irgendwie nur lauter Fragezeichen im Kopf. Ich bin doch sehr skeptisch, ob das funktioniert, aber vielleicht wäre es einen Versuch wert. Weil, wie du schon geschríeben hast, es geht ja nur darum dem Anderen was Gutes zu wünschen, und nichts Böses... ?(

    Meine Große hat einige Lehrer und Mitschüler, denen eine Portion Gutes ganz gut tun würde... Leider hab ich allerdings den Verdacht, dass sie nichts gutes wollen...
  24. f.j.neffe

    f.j.neffe Guest

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    Ausprobieren schafft Erfahrung

    Merkst Du, wie sehr wir festhängen?
    Merkst Du, wie schwer wir uns tun, das loszulassen, was uns uns nicht loslässt, weil wir es nicht loslassen?
    Ich beschränke mich nicht darauf, anderen Gutes zu WÜNSCHEN. Die 7jährige Sabrina hat sich die Freiheit herausgenommen, kann klar zu HANDELN. Sie hat in das Leben ihrer Lehrerin eingegriffen, und auch noch existenziell. Sie hat nur eins dabei beachtet: KEINERLEI DRUCK. Sie hat der Lehrerin das Gute geschenkt. Sie hatte allerdings verstanden, dass es einem, der am Verhungern ist, schwerfallen müsste, wenn es plötzlich was bedingungslos zu essen gibt, das stehen zu lassen. Sie hatte das SOG-Prinzip in seinen Grundzügen verstanden.
    Es ist vollkommen wurscht was die Lehrerin "will". Sie war ja im Wollen gar nicht frei sondern getrieben. Es war wichtig, dass Sabrina bereit war, sich um dieses "Wollen" überhaupt nicht anzunehmen, denn dann hätte sie wiederv gewertet und daraus wäre sofort der nächste Konflikt entstanden.
    Sabrina war bereit, ihre Lehrerin gewinnen zu lassen. Da sie selber den Konflikt losließ, hatte sie die Hände frei für einen NEUEN Umgang mit den Kräften:
    Wäre sie nicht bereit gewesen, loszulassen und auf absolut alle Druckmittel zu verzichten, hätte sie niemals diese SOGwirkung erzielen können. Wenn Du auch nur 1 Milligramm Druck machst, bricht der ganze Sog zusammen.
    Man kann natürlich wieder Druck machen, wenn man es ausprobieren will, aber auf gar keinen Fall beides gleichzeitig, das würde nur die Kräfte erschöpfen.
    Ausprobieren schafft Erfahrung.
    Achte darauf, was Du ausprobierst! Ich freue mich auf Deinen / Euren Erfolg.
    Franz Josef Neffe
  25. Fallada

    Fallada Guest

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    RE: Ausprobieren schafft Erfahrung

    Es ist allerdings auch eine Übungsfrage UND wichtig, dass die Umwelt mitmacht.

    Und mal bitte noch einen GANZ konkreten Wunsch:

    Gib doch mal einen buchtip, in der HAUPTSÄCHLICH Beispiele genannt werden.

    Mit dem theoretischen Gerede, dass sich im Übrigen wunderbar anhört^^, kann ich so wenig anfangen!

    Wirklich, will nicht nerven, doches ist für mich schlicht und ergreifend nicht vorstellbar!!

    Ich brauche Beispiele!-auch bezüglich Streits zw Kindern, wie Leonie schon schreibt. Konkrete Beispiele.

    Danke, Falla

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