brauche Rat - Will meine Familie nicht verlieren!

...können viele Ursachen haben. Der Alltag zehrt am Miteinander, die Kommunikation ist schwierig. Die Auswirkungen können sich unterschiedlich zeigen, sei es ein Mangel an liebevollem Umgang oder wenig Lust. In unserem Partnerschafts-Forum können Sie Ihre Schwierigkeiten schildern und sicher gute Ideen finden, um den Umgang miteinander zu verbessern.

Dieses Thema im Forum "Partnerschafts-Probleme - Hilfe + Beratung" wurde erstellt von TajasMenne, 29 Dezember 2007.

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  1. TajasMenne

    TajasMenne Neues Mitglied

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    Hallo allerseits,

    ich bin neu in diesem Forum und wende mich an Euch, weil ich Rat suche: vor nunmehr gut einer Woche hat meine Frau sich von mir getrennt. Gründe: ich sei zu streng zu unserer 3-jährigen Tochter (Extrem-Frühchen, behindert, rechtsseitige Hemipharese), oft sogar barsch. Zudem hätte ich viel zu lange die Verantwortung für unsere Beziehungsprobleme auf sie geschoben und sie während der Schwangerschaft und in der Zeit danach im Stich gelassen. Weiterhin habe ich eine im März gegebene Zusage für eine Paartherapie zurückgezogen, weil meine Frau ihre eigenen Probleme (neurotische Depression) nicht in Angriff nahm - bin wohl manchmal ein sturer Hund. Mit etwas Abstand muss ich mir nach einigen Gesprächen im Verwandten- und Bekanntenkreis die Schuhe, die sie mir hinstellt, weitestgehend anziehen - ich war wirklich deutlich zu streng, oft barsch ("nur" kommunikativ, NIE körperliche Gewalt, ein solcher Mensch bin ich nicht und werde ich nie sein), habe sie auch im Stich gelassen in Zeiten, in denen sie mich brauchte, aber ich in mancherlei Beziehung überfordert war.

    Meine Frau und unsere Tochter liebe ich über alles, ich möchte beide nicht verlieren und nun alles mir Mögliche tun, um die Ehe zu retten - aber ich frage mich, was ich genau unternehmen kann und sollte. Vielleicht könnt Ihr mich ein wenig in die richtige Richtung schubsen?!

    Sowohl meine Frau (37) als auch ich (40) stammen aus "schwierigen" Familien, unsere Jugend war für uns beide ein großer Kampf - ich kämpfte mit meinem herrischen, dominanten Vater, sie mit ihrem sie nicht akzeptierenden Stiefvater und auch mit ihrer Mutter, die sie in diesem Kampf im Stich ließ. Ich selbst leide seit ca. Mitte 20 unter Hyperhidrose (kurz: HH = übermäßiges Schwitzen), was mir lange Zeit große psychische Probleme bereitete: ich kapselte mich ca. 10 Jahre meines Lebens ab, vegetierte dahin. Beziehungslosigkeit, die eigene steigende Verunsicherung wg. meines Schwitzens, die Einsamkeit, die Perspektivlosigkeit (es waren weder mir noch behandelnden Ärzten Behandlungs möglichkeiten bekannt) machten mich depressiv, jeder Gang "vors Haus" war eine Mutprobe für mich, ich dachte manches Mal an Selbstmord.

    Irgendwie schaffte ich es aber immer, mich selbst an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen - wirkliche Hilfe hatte ich nie, ich bat auch nie darum. Die Lösung für die HH war eine selbstbezahlte OP in 03-2002 - ich kehrte zurück ins Leben, wollte alles nachholen - und ich sehnte mich danach, geliebt zu werden und Liebe zu geben.

    Ich genoß das Leben, kam beruflich weiter, baute einen neuen Bekanntenkreis auf, etc. Mit dieser Vogeschichte kamen wir in 03-2003 zusammen. Meine Frau war nach 7-jähriger unglücklicher erster Ehe ein gutes Pendant, auch sie hatte Nachholbedarf. Wir fanden uns und entschieden nach 6 Monaten zu heiraten, nach weiteren 3 Monaten unsere Tochter zu zeugen. Es ging alles viel zu schnell, irgendwann wollte ich das Tempo drosseln, aber unsere Tochter war schon gezeugt - ich arrangierte mich mit der Situation, stand aber nicht mehr gänzlich dahinter, hatte Angst, das neugewonnene Leben gleich wieder zu verlieren. Ohne bewusst zu handeln, entfernte ich mich innerlich von dem nahenden Leben - ich liess meine Frau mit ihren Problemen und ihrer Schwangerschaft weitgehend allein, arbeitete noch länger, wurde mürrisch. Wir stritten auch während der Schwangerschaft sehr häufig, alle meine Ängste schienen bestätigt zu werden. Zusätzlich hatte ich finanzielle Ängste (wir hatten Schwierigkeiten, uns an das wegfallende Gehalt meiner Frau zu gewöhnen), Probleme mit meinem (immer noch schwierigen) Elternhaus. Dann kam unsere Tochter fast 3 Monate zu früh zur Welt, wog nur gut 800 gr., litt unter einer Hirnblutung 4. Grades - wir wussten anfänglich nicht, ob sie überhaupt überleben würde. Ich stand zu Frau und Kind, aber zog mich noch mehr zurück. Das Leben und damit auch unsere Ehe wurden immer belastender, wir beide immer unzufriedener, der Ton wurde rauer, die Streitigkeiten heftiger. Ich nahm Kritik meiner Frau nicht an. Meine Frau leidet unter einer schweren Depression, u.a. bedingt durch die Schuldgefühle wg. der Frühgeburt - die damit zusammenhängenden Probleme (fehlender Antrieb, Motivationslosigkeit, plötzliche und heftige Aggressionen, etc.) (an)erkannte ich wider besseres Wissen nicht als Symptome der Krankheit - im Gegenteil, ich setzte sie bzgl. ihrer ärztlich empfohlenen Therapie unter Druck, wollte nur, dass alles besser wird, aber sie tat lange Zeit nichts, obwohl sie einsah, dass es wichtig war. Ich steigerte - dummerweise - meinen Druck auf sie, aber der war logischerweise kontraproduktiv, zerrüttete unsere Ehe noch mehr.

    Irgendwann wurde mir mein vielfältiges Fehlverhalten bewusst, ich erklärte und entschuldigte mich bei meiner Frau - aber sie konnte und kann mir nicht verzeihen. Der Karren rutschte immer mehr in den Dreck, wir stecken nun fest. Es ist viel passiert, ich weiß nicht, ob wir noch eine Chance bekommen werden, aber ich hoffe es sehr. Was soll ich tun? Wie kann ich meine Fehler wieder gut machen? Wie kann ich meiner Frau ihr Vertrauen in mich zurückgeben? Therapie? "Reicht" eine Paartherapie? Was kann ich sonst noch tun?

    Für ein paar Hinweise wäre ich sehr, sehr dankbar, bin momentan gefangen in meinen Selbstvorwürfen und Ängsten, meine Familie durch eigene Schuld zu verlieren.

    Dank im voraus und viele Grüße

    Tajas Menne
     


  2. uschi

    uschi auf neuen Wegen

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    erstmal :sonne Herzlich Willkommen hier in EF :sonne

    Tja was kannst Du tun? Es ist natürlich eine sehr lange Zeit vergangen,wo Deine Frau auf Dich gezählt hat und DU nicht in der Lage warst, zu helfen/zu unterstützen! Vllt braucht sie jetzt Ihre Zeit! Sag Ihr das Du bereit bist,eine Paartherapie zu machen,das Du eingesehen hast,das Du Fehler gemacht hast!
    Wenn Zwei aus schwierigen Verhältnissen treffen,ist es immer schweirig,wenn man dann auch noch in Ängste ums Kind usw gerät!

    Ich denke Du kannst nicht mehr machen (und das ist eine Menge) als Deiner Frau und Deinem Kind zu zeigen,das Du da bist und Dich ändern willst! Das Du um Deine Familie kämpfen möchtest!

    Schon mal darüber nachgedacht Dir vllt erstmal selbst Hilfe zu suchen?

    Signalisiere ihr ads Du da bist aber setz Sie nicht unter Druck! Mehr kannst Du denk ich nicht tun! Ihr müsst wieder ins Gespräch kommen,aber langsam

    Viel Glück :druecker :druecker
     


  3. Leon910

    Leon910 *Jungsmama*

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    Ja, leider kommt die Einsicht oft zu spät...


    Aber wenn Du Deine Familie nicht verlieren willst, dann kämpfe! Zeig Deiner Frau wie wichtig sie Dir ist und auch Eure Tochter! Was Dir an ihnen liegt, und das Du bereit bist etwas zu ändern!
    Nur so kann sie Dir auch wieder vertrauen und sehen, daß Du es ernst meinst...

    Wenn sie Zeit braucht, laß sie ihr...auch wenn es erstmal schwer ist, aber sicher muß auch sie erstmal wieder zu sich finden!

    Aber wenn ihr die möglichkeit habt, dann redet! Das ist das wichtigste überhaupt!!! Reden, reden, reden!!!


    Ich wünsche Dir viel Glück, und hoffe, daß ihr das wieder auf die Reihe bekommt!!!! :maldrueck
     
  4. TajasMenne

    TajasMenne Neues Mitglied

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    Zunächst schonmal vielen, vielen Dank für die schnellen Antworten!

    @Uschi:
    Ja, diese Zeit braucht sie, und die werde ich ihr geben! Und ich selbst brauche diese Auszeit wohl auch - ich bin nicht sicher, ob ich die Tragweite unserer Probleme ohne Trennung so schnell begriffen hätte...
    Dass ich diese Paartherapie mit ihr machen möchte, ist Gesetz. Hätten ich im März nicht einen Rückzieher gemacht, wäre alles vielleicht gar nicht so weit gekommen. Wir hatten letztes Jahr diesen Schritt schonmal gemacht und 2 Sitzungen bei einem Düsseldorfer Therapeuten in Anspruch genommen - aber das passte nicht so ganz, weil wir den manchmal gar nicht verstanden hatten und der selbst mehr redete als wir. Gemeinsam haben wir entschieden, dort nicht mehr hinzugehen.
    Bzgl. der Hilfe, die ich mir vielleicht selber holen sollte: auch darüber denke ich nach. Ich denke, es ist viel schief gelaufen in meinem Leben, aber seitdem ich die heftigen psychischen Probleme überwunden habe, weiß ich nicht, ob eine Einzeltherapie wirklich notwendig ist. In der Beziehung habe ich Verhaltensweisen, die nicht i.O. sind, die vieles kaputt gemacht haben: lernt man nicht auch in der Paartherapie, diese abzustellen? Bin ich mir noch nicht im Klaren drüber, ob ich auch eine Einzeltherapie brauche.

    @Leon910:
    Ich habe ihr schon signalisiert, dass ich anfange, meine Fehler zu sehen und zu begreifen. Und wir haben auch schon wieder geredet. Nur ist das Reden bei uns lange ein großes Problem gewesen, oft führte es zum Streit. Ich denke, dass wir genau das wieder lernen müssen - richtig und konstruktiv miteinander zu reden, ohne uns gleich angegriffen zu fühlen. Und wenn ich das jetzt nicht falsch einschätze, werden wir genau das nur in einer Paartherapie lernen können.
     
  5. TajasMenne

    TajasMenne Neues Mitglied

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    Guten Morgen allerseits,

    eine gute Nachricht möchte ich verkünden: Meine Frau und ich haben erkannt, dass wir noch eine Menge füreinander empfinden, und meine Frau gibt uns / mir noch eine Chance. Sie glaubt mir, dass ich es besser machen kann, dass ich für sie da sein werde, wenn sie mich braucht!

    Ich werde nun einiges unternehmen: wir werden kfr. eine Paartherapie beginnen, zudem werde ich eine Einzeltherapie machen - ein Grund dafür ist, dass ich in den letzten Tagen, an denen ich bei meiner Familie untergeschlüpft war, nochmal ganz deutlich gesehen habe, wie kaputt diese Familie ist - und wie sehr mein eigenes Ich von dieser Familie geprägt wurde. Und viele andere Dinge habe ich auch noch im Kopf, aber wir müssen einen Schritt nach dem anderen gehen.

    Ich werde Euch updaten, regelmäßig berichten - nächste Woche stehen Paartherapeutensuche, Arztbesuch wg. Überweisung zum Psychologen und Vereinbarung eines Termines bei einem Psychologen für Erstgespräch an: ich werde meiner Frau beweisen, dass ich es ernst meine!

    Vielen Dank und ganz viele, nun wieder glücklichere Grüße aus Düsseldorf

    TajasMenne
     
  6. Leon910

    Leon910 *Jungsmama*

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    Ich wünsche Euch ganz viel Glück und viel viel Kraft für die kommende Zeit!! :maldrueck
     
  7. uschi

    uschi auf neuen Wegen

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    nah das sind doch grossartige Neuigkeiten zum Jahreswechsel ;-)

    Ich wünsche euch das Ihr dran bleibt und nicht wieder -nach einiger Zeit - ins alte Muster fallt! :zwinker: An den Probs zu arbeiten ist kein Zuckerschlecken bzw kein Spaziergang, sondern harte und ständige Arbeit... für euch beide! ;D

    Das mit der Paatherapie und der Einzeltherapie finde ich super! :druecker

    Nutzt eure Chance,dann wird vllt bald alles wieder gut! :druecker :druecker

    Viel Glück und meine Daumen sind gedrückt :druecker

    Einen guten Rutsch ins neue Jahr :geb6
     
  8. Leonie

    Leonie Namhaftes Mitglied

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    Hallo! Das finde ich auch Klasse Neuigkeiten! :applaus

    Ich wünsche euch allen dreien, viel Kraft, viel Verständnis füreinander und viiieeel Geduld.

    Ihr schafft das bestimmt! :druecker
     
  9. TajasMenne

    TajasMenne Neues Mitglied

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    Hallo allerseits,

    zunächst: ein Frohes Neues Jahr an alle!

    Und nochmals vielen Dank für die netten Ratschläge - in diesem Forum hier zu lesen, hat mir neben anderen Faktoren (Gespräche mit Verwandten, etc.) sehr geholfen, nicht nur meine Frau, sondern zur Abwechslung auch mal mich in Frage zu stellen. Viele Artikel las ich, dachte "mein Gott, ist das ein Trottel" - und musste oft erkennen, dass ich mich manchmal ähnlich "trottelig" und falsch verhalten habe.

    Update: War beim Hausarzt, habe eine Überweisung zu einem Psychologen in der Hand und werde mich nun auf die Suche machen. Die Paartherapie haben wir - meine Frau hat das sogar angeregt - zunächst mal etwas (!) nach hinten geschoben, bis ich einen Therapieplatz gefunden habe und ich mich dort "eingelebt" habe. Aber: das Versprechen steht und wird eingehalten!

    Ansonsten ist bei uns beziehungstechnisch schon deutlich Ruhe eingekehrt, stecken bereits wieder im stressigen Alltag (junge Tochter und 15-wöchiger Goldie-Welpe sind ganz schön anstrengend) - aber haben noch nicht gestritten! Wir geben uns auch beide wirklich Mühe.

    Viele Grüße aus Düsseldorf

    TajasMenne
     
  10. User4

    User4 Guest

    :applaus
     
  11. Leon910

    Leon910 *Jungsmama*

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    :druecker
     
  12. Irenchen

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    Oh, ich hatte dies noch nicht gelesen, als ich in Deinem anderen thread geantwortet habe. Aber letztendlich hat es nur meinen Verdacht bestätigt, dass bei Euch noch andere Probleme vorhanden sind.

    Wenn Du Deine Frau wirklich liebst, dann werdet ihr sie sicherlich nur mit einer Paartherapie lösen können und manchmal kann dabei auch herauskommen, die Beziehung ist nicht mehr zu retten. Aber dann ist man schon auf dem richtigen Weg, eine gute Lösung für alle zu finden.

    Ich habe das Gefühl, Du liebst Deine Frau, also drück ich Euch die Daumen, dass ihr einen Weg findet, Eure Probleme zu lösen.

    Liebe Grüße, Irene
     

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