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Reproduktionsmedizin:
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Forschungsstand
Untersuchungsziele
Methodisches Vorgehen
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Forum
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für Kinder
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Impressum |
10. Interviews
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
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Aspirationen |
- Zustandekommen Partnerschaft basiert auf gemeinsamen Kinderwunsch
(S. 1, Z. 11f., S. 5, Z. 54ff., S. 6, Z. 1-13), Kinder zum Leben
und zur Partnerschaft dazugehörig (S. 5, Z. 49f., 53)
- Weitergeben der Gene und Wiedererkennen der elterlichen Eigenschaften
im Kind (S. 3, Z. 4f, 8f., S. 16, Z. 28-33, S. 17, Z. 22-25,
)
- Kinderwunsch ist Wunsch eines jeden Paares, Evolution basiert
darauf (S. 17, Z. 14-17, 19-21, S. 17, Z. 14-17, 19ff.)
|
Realisation |
- Halbes Jahr nach Beginn der Beziehung, Versuch der Realisierung
des Kinderwunsches (S. 1, Z. 15f.), Schwangerschaft bleibt aus
(S. 1, Z. 17f.)
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Bilanzen |
- Diagnostik: Besuch beim Frauenarzt März 2007, Hormonstatus à Ergebnis:
hormonelle Störungen (S. 1, Z. 19-22), weitere Diagnostik
ergibt Schilddrüsenunterfunktion, Endometriose (S. 1, Z.
34ff.), Entwicklung Spermaantikörper, beim Interviewpartner:
urologische Diagnostik à Spermiogramm unauffällig,
dann andrologisch à pathologisches Spermiogrammergebnis
(S. 1, 51f., S. 2, Z. 1f., 4ff., S. 3, Z. 31ff., 35-39)
- Reaktion auf Diagnose: körperliche Dysfunktion
für Interviewpartnerin belastend, ihr Körper „tanzt
quer“ (S. 4, Z. 13f.), nicht der Norm entsprechend
funktioniert (Vergleich mit z. B. Frauen in Familie, bei denen
Schwangerschaft auf natürlichem Wege funktioniert) (S. 4,
Z. 6-9, 11-14), Spermiogrammbefund wird als Katastrophe erlebt
(S. 4, Z. 14ff.)
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2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
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Aspiration
(Entscheidungsbegründung zur und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Entscheidung zur Behandlung wegen Empfehlung der Frauenärztin
(S. 1, Z. 21f.) und Andrologen (S. 3, Z. 31, 35-39) à weil
natürliche Schwangerschaft nicht möglich (S. 2, Z.
7f., 12ff., 21-25)
- Bedeutung biologischer Abstammung des Kindes (S. 3, Z., 4f.8f.,
S. 17, Z. 22-25) von mindestens einem Elternteil (S. 16, Z. 28ff.)
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Realisation |
- April 2007: Erste Hormonbehandlung mit Clomifen, Puribon und
Eisprung auslösenden Medikamenten, Geschlechtsverkehr nach
Plan (S. 1, Z. 27f., S. 6, Z. 27f., 30-46)
- Recherche im Internet über Ursachen unerfüllter Kinderwunsch
und Behandlungsmöglichkeiten (S. 1, Z. 44-47)
- IUS auf Wunsch des Paares und entgegen des ärztlichen
Rates, Paar hofft, dass es auf diesem Weg funktioniert, weitere
Beweggründe unklar (S. 3, Z. 43ff.)
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Bilanzen |
- Behandlungsverlauf: ärztliche Empfehlung zur ICSI
nach Diagnostik des Andrologen, Paar hat diese auf eigenen Wunsch
nicht realisiert, weil Unverständnis gegenüber Tatsache,
wie Ärzte auf das Ergebnis kommen (S. 3, Z. 41-45)
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: Unzufriedenheit
mit Praxis à Fokus liegt auf finanziellem Gewinn (S. 2,
Z.26-29), Konflikt zwischen medizinischem Personal und Patientin
(S. 2, Z. 33-52), Wahrnehmung ärztlicher Inkompetenz (S.
1, Z. 32f.)
- Wechsel Kinderwunschpraxis à dort umfassende ärztliche
Beratung und Aufklärung über Risiken, Nebenwirkungen,
Behandlungsmöglichkeiten (S. 3, 25-30, S. 3, Z. 49-56)
- Bedingungen während Behandlung: Paar hat Angst,
Behandlung wegen finanziellem Engpass nicht bewältigen
zu können (S. 4, Z. 23-37) à Es heiratet, um Zuzahlungen
zu bekommen (S. 4, Z. 37, 40ff.), Interviewpartnerin bricht
Studium ab, um Arbeit wieder aufnehmen zu können (S. 4,
Z. 29f., 38ff.)
- Einfluss Behandlung auf Paarbeziehung: keine Veränderung,
schon immer sehr nah verbunden (S. 5, Z. 12-17), Partnerbeziehung
steht über Kinderwunsch (S. 5, Z. 1-5), keine Zweifel
an Partnerschaft wegen Zeugungsunfähigkeit (S. 4, Z. 45ff.),
Entscheidung für Partner mit allen Konsequenzen (S. 4,
Z. 53f.), Austausch und Diskussion über Behandlungen usw.
für Paarbeziehung sehr wichtig, um gemeinsam Entscheidungen
treffen zu können und Konsens zu finden (S. 20, Z. 32-38)
|
3. Alternativen |
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Aspiration |
- Ergänzung zur reproduktionsmedizinischen Behandlung, wenn
leibliches Kind vorhanden (S. 3, Z. 6, 11f.), wenn medizinische
Möglichkeiten ausgeschöpft sind (S. 3, Z. 4-20)
- Kritik an Adoption: hohe finanzielle Belastung (S. 3, Z. 15ff.,
19f.)
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4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
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Aspiration
(Entscheidungsbegründung für PND, Einstellung bzgl. Abtreibung) |
- Ausschluss Trisomie 13, 18 (S. 9, Z. 13ff., S. 10, Z. 7-12))
- Schwangerschaftsabbruch, wenn Kind keine Überlebenschance
hat (S. 9, Z. 20-23, S. 18, Z. 11-16), „Schmerzen und
Leid muss man Eltern und Kind nicht antun“ (IT 1,
S. 9, Z. 25ff.), legitim auch nach Vergewaltigung (S. 18, Z.
7)
- Entscheidung gegen Abbruch, wenn Kind Lebensqualität erreichen
kann, behandelbare Krankheiten wie Herzfehler, leichte Behinderungen
wie Trisomie 21 (S. 9, Z. 29-41, S. 10, Z. 13ff.)
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Realisation |
- Nackenfaltenmessung, Bluttest, Ultraschall (S. 9, Z. 8-15),
eigene Entscheidung des Paares (S. 9, Z. 16ff., 19ff.)
- Fruchtwasseruntersuchung wird abgelehnt, wegen Fehlgeburtsrisiko
(S. 11, Z. 52f., 55ff., S. 12, Z. 1f.), Chorionzottenbiopsie
kommt wegen fehlender Indikation nicht in Frage (S. 12, Z. 4-8)
- Feindiagnostik auf eigenen Wunsch des Paares (S. 10, Z. 22f.), „(...)
können wir schön Baby gucken“ (IT 1, S.
10, Z. 38f.)
- Regelmäßige PND, alle zwei Wochen Ultraschall (S.
10, Z. 51ff., S. 11, Z. 7ff.)
- Interviewpartnerin hat sich vom Arzt als Risikoschwangere einstufen
lassen, damit sie Feindiagnostik von der Krankenkasse bezahlt
bekommt und damit ihr Mann beruflich nicht in eine andere Stadt
versetzt (S. 10, Z. 25-28, 41ff.)
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Bilanz (Schwangerschaftsverlauf) |
- Entwicklung Schwangerschaftsdiabetes, dadurch Einnahme diverser
Medikamente nötig, Schwangerschaft entwickelt sich tatsächlich
zur Risikoschwangerschaft (S. 10, Z. 29f., 32-39, 49ff., S. 11,
Z. 12-29) à „Leben war komplett umgekrempelt“ wegen
Diabetes-Medikation (IT 1, S. 11, Z. 12f.)
- Im Rahmen der Feindiagnostik: Feststellung Gendefekt (S. 9,
Z. 50f., S. 46f.)
- Kind verstirbt kurz nach Geburt, obwohl es sich während
Schwangerschaft gut entwickelt hat (S. 9, Z. 51-56, S. 11, Z.
55-S. 11, Z. 1-6)
- Plan bei einer nächsten Schwangerschaft: Inanspruchnahme
Chorionzottenbiopsie wegen Gendefekt (S. 12, Z. 6-8), PID in
England (S. 12, Z. 15-19)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
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Aspiration und Realisationen |
- Interviewpartnerin: Psychische Entlastung durch Austausch mit
Anderen (S. 7, Z. 12-19, S. 20, Z. 19-22), Erwartung von emotionaler
Unterstützung durch Familie (S. 7, Z. 37-43)
- Interviewpartner: keine Notwendigkeit der Offenlegung, Familie
führt eigenes Leben, Thema nicht von Interesse
- Gespräche über Kinderwunsch, Familiengründung
haben sich nicht ergeben (S. 7, Z. 4, S. 8, Z. 42ff., 48, 50f.)
|
Bilanz
(Reaktionen des Umfeldes) |
- Reaktionen bei FreundInnen: unterstützend, verständnisvoll
(S. 7, Z. 21-25)
- Negative Reaktionen bei Familie der Interviewpartnerin:
komisch (S. 7, Z. 25f.), zurückhaltend, z. T. verständnislos,
nehmen Situation nicht ernst, Standardsprüche (S. 7, Z.
39-35, 48-51) wenig rücksichtsvoll à Geschwister
der Frau reden über nächste Schwangerschaft (S. 7,
Z. 53ff), ignorant und weniger interessiert, besonders bei älteren
Geschwistern der Frau (S. 8, Z. 23f.), „meine Unzulänglichkeiten
aufs Brot schmieren“ (IT 1, S. 8, Z. 1ff.)
- Positive Reaktionen bei Familie der Interviewpartnerin: jüngere
Schwester und Mutter der Frau reagieren verständnisvoll,
einfühlsam, bemerken Trauer (S. 8, Z. 9-15, S. 8, Z. 27ff.),
- Reaktionen der Familie des Mannes: Mutter reagiert verständnisvoll,
hat liberale Einstellung (S. 8, Z. 32f., 34f.)
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6. Aufklärung des Kindes |
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Aspiration und Realisationen |
- Gewissheit, dass Eltern starken Kinderwunsch haben, Gewissheit über
Mühe und Aufwand der Familiengründung ist für
das Kind positiv, Aufklärung wird daher befürwortet
geplant (S. 14, Z. 21-25, 27ff., S. 15, Z. 1-4)
- Gefahr Tabuisierung: Kind erfährt von Dritten über
Art der Familiengründung (S. 14-36-39), empfindet sich möglicherweise
als nicht normal (S. 14, Z. 41-50),
- Reproduktionsmedizin ist „nichts Schlimmes“ (S.
15, Z. 8)
- „Das sind ja keine kleinen Mutanten oder kleine Monster.
Das sind nur kleine Menschlein, die nur auf einem anderen Weg
gezeugt wurden. Mehr nicht.“ (IT 1, S. 14, Z. 37-31)
|
Bilanz |
- Vorteil der Aufklärung: Keine Belastung des Verhältnisses
zwischen Eltern und Kind durch Lüge, zudem ist nicht Art
der Zeugung, sondern biologische Abstammung entscheidend für
Eltern-Kind-Beziehung
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7. PID |
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Einstellung |
- Information über PID im Internet, Artikel von Reproduktionsmediziner
im Kinderwunschforum als „vernünftiger Input“ im
Gegensatz zu Wikipedia (S. 12, Z. 24ff, 31-35, 37-41), daher
Befürwortung der Einführung der PID in Deutschland,
dabei strenge Reglementierung und Überwachung nötig
(S. 13, Z. 7, S. 13, Z. 44-50)
- Inanspruchnahme legitim für erblich belastete Paare, bei
Wahrscheinlichkeiten eines Gendefektes, bei Gefahr des Kindstodes
im Mutterleib oder kurz nach Geburt (S. 13, Z. 7, 9f.)
- Ablehnung Untersuchung nicht krankheitsrelevanter Merkmale
wie Geschlecht oder für Krankheiten, die erst im Erwachsenenalter
auftreten (z. B. Brustkrebs) (S. 12, Z. 12-18)
|
Gründe für Befürwortung,
Merkmale, die nicht untersucht werden sollen |
- Vermeiden Verlusterleben und Trauer für das Paar (S. 12,
Z. 53-56, S. 13, Z. 1-3)
- Nicht krankheitsrelevante Merkmale sind unwichtig, Diagnostik
diesbezüglich ethisch nicht vertretbar (S. 12, 12-18, 25-33)
- Strenge Reglementierung und Überwachung, um „Designerbabys“ bzw.
Missbrauch zu verhindern, Embryonenselektion moralisch nur in
Ausnahmefällen vertretbar (S. 13, Z. 32f, 44-50)
- Nicht vertretbar: Ausselektieren von Embryonen mit Krankheiten,
die erst im Erwachsenenalter auftreten, Geschlechtsselektion,
Verwerfen aufgrund äußerlicher Merkmale sei unverantwortliches ärztliches
und elterliches Verhalten (S. 13, Z. 12-18)
|
Bilanz |
- Noch unklar, ob PID für Paar in Frage kommt wegen hoher
finanzieller Belastung, Ethik des Paares spricht eher gegen Embryonenselektion
(S. 12, Z. 41-44, 46-51)
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8. Weitere Themen |
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Weiterkultivierung Embryonen |
- Befürwortet, um Fehlgeburtsrisiko zu minimieren und Schwangerschaftsrate
zu erhöhen, nur die Embryonen transferieren, die sich am
besten entwickeln (S. 15, Z. 16-32)
|
Gesetzliche Regelungen Transfer von
Embryonen |
- Befürwortung der Begrenzung auf drei Embryonen, um selektive
Fetozide zu vermeiden (S. 17, Z. 37-43)
|
Leihmutterschaft |
- Einsatz nur bei medizinischer Indikation (S. 17, Z. 26-29)
- Entscheidung und Verantwortung liegen bei den Eltern (S. 17,
Z. 29f.)
|
Pränatale Adoption |
- Wird abgelehnt, da Kind von keinem Elternteil genetisch abstammt,
außerdem gibt es viele geborene Kinder, die zur Adoption
freigegeben sind (S. 16, 11-14, 34f.)
|
Samenspende,
Eizellenspende |
- Befürwortet, da Kind dann wenigstens von einem Elternteil
genetisch abstammt (S. 16, Z. 28-33).
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Endometrioseforschung |
- Sollte in wissenschaftlicher Forschung mehr beachtet werden,
da häufig Ursache ungewollter Kinderlosigkeit (S. 18, Z.
29-37)
|
Sichtweise auf politische und gesellschaftliche
Situation |
- Mangelndes Interesse seitens Politik (S. 18, Z. 49-50)
- Reproduktionsmedizin immer noch oft Tabuthema in Politik und
Gesellschaft (S. 19, Z. 4ff.)
- Nur wenige Bundesländer setzen sich für ungewollt
kinderlose Paare ein, unterstützen diese finanziell (S.
19, Z. 12ff.)
- Politische MachthaberInnen können sich in Situation nicht
hineinversetzen, wenn sie nicht selbst betroffen sind (S: 19,
Z. 18-27)
|
Rat an andere Betroffene |
- Ungewollt kinderlose Frauen sollten alles an Diagnostik mitnehmen,
bevor sie mit Behandlung anfangen, da Hormonbehandlung hohes
gesundheitliches Risiko birgt (S. 19, Z. 40f., S. 20, Z. 1-9)
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Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
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Aspiration |
- Kinderwunsch steht seit Anfang der Beziehung fest (S. 1, Z.
8f., S. 3, Z. 1-7), bei Frau stärker als beim Mann (S. 9,
Z. 6f., 9-15)
- Wunsch nach leiblichem Kind (S. 1, Z. 9)
- vollwertige Familie = Paar mit einem Kind (S. 11, Z. 46f.,
49f., 54f., S. 12, Z. 1-9)
- Zwei Kinder als Idealmaß (S. 17, Z. 10f.)
|
Realisation |
- Geld erwirtschaften, um Nachwuchs bekommen zu können (S.
10, Z. 23ff.)
- Versuch Realisierung Kinderwunsch à Verhütung
eingestellt (S. 1, Z. 19)
|
Bilanz |
- Schwangerschaft bleibt ein Jahr lang aus (S. 1, Z. 11)
- Besuch beim Urologen à Ergebnis: gute Spermienqualität,
aber zu geringe Anzahl für natürliche Zeugung (S. 1,
Z. 14-20)
- Reaktion auf Diagnose: Für Interviewpartnerin Schockerlebnis,
da bereits vorangegangene Beziehung mit zeugungsunfähigem
Mann (S. 5, Z. 14-32)
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2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
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Aspiration
(Entscheidungsbegründung und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Ärztliche Empfehlung zur ICSI-Behandlung (S. 2, Z. 13,
19, S. 3, Z. 29f.), Besuch einer Kinderwunschpraxis vom Urologen
(S. 1, Z. 29ff.), ärztliche Empfehlung „(...)brachte
den Stein praktisch ins Rollen“ (IT 2, S. 1, Z. 43ff.)
- Positive Erwartung und Einschätzung der medizinischen
Möglichkeiten: „(...) also man geht hin und
denkt eigentlich, so naiv wie man ist, es klappt. (...) man
ist erst mal ganz euphorisch und geht in die Behandlung rein
und denkt ,Super, jetzt machen sie was und schwups ist sie
schwanger’“ (IT 2, S. 3, Z. 17-22, weitere:
S. 4, Z. 29f.), „sehr positiv, dass Medizin überhaupt
so weit ist“ (IT 2, S. 28, Z. 14f.)
- Reproduktionsmedizin ist eine Option, „so geht’s
ja, halt mit der Medizin“ (Interviewpartnerin
2, S. 6, Z. 19ff., weitere S. 6, 25ff., weitere: S. 25, Z.
10f.), Schwester der Interviewpartnerin musste auch Reproduktionsmedizin
in Anspruch nehmen, daher ist Reproduktionsmedizin „ein
Begriff“ (Interviewpartnerin 2, S. 6, Z. 32ff.),
Chancen der Medizin nutzen (S. 6, Z. 45f.), „(...)
für mich war eben die Option einfach, wenigstens probieren
und ja Adoption dann eben als Alternative“ (IT2,
S. 9, Z. 13ff.), „Die Möglichkeit, das Kind
so zu zeugen, ist toll“ (IT 2, S. 25, Z. 9f.)
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Realisation |
- Zuerst Versuch mit Medikamenten, um Anzahl der Spermien zu
erhöhen (S. 1, Z. 22-24), Mann gibt Rauchen auf, um Spermienqualität
zu verbessern (S. 1, Z. 25ff.)
- Hochzeit, um Zuzahlungen zur Behandlung von Krankenkasse zu
erhalten (S. 1, Z. 46-50), eine Woche danach erster Termin (S.
2, Z. 52-55)
- Informationsrecherche im Internet bezüglich Erfolgschancen
Behandlung (S. 3, Z. 37ff.), Vergleich mit Aussagen des Arztes,
Aussage bestätigt à Gewissheit, dass erste Versuche
meist erfolglos sind (S. 3., Z. 50-54), Einstellen auf Medikamente
erst nötig (S. 4, Z. 1-12)
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Bilanzen |
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: erste Praxis
zu groß, zu anonym, unpersönlich, Betreuung durch
schwangere Ärztin unpassend (S. 2, Z. 21-31), Paar fühlt
sich beim Aufklärungsgespräch überfordert (S.
4, Z. 13ff.), „Der Arzt nimmt viel als selbstverständlich
hin, weil er// es ist sein Job.“ (IT 2, S. 4, Z. 17f.), „man
selber ist (...) erstmal erschlagen“ (IT 2, S. 4,
Z. 19f.), Erfüllung der medizinischen Verpflichtungen, und
nicht Profitstreben, wichtig bei medizinischer Betreuung (S.
4, Z. 37ff., 39f., 42-46)
- Zweite Praxis: ausführliches Aufklärungsgespräch über
Vor- und Nachteile der Behandlungsmethode, Wahrscheinlichkeiten
Erfolgsquote (S. 3, Z. 27ff., 32-37), Nebenwirkungen der Medikamente
(S. 4, Z. 13), persönliche ärztliche Betreuung, Paar
fühlt sich gut aufgehoben (S. 4, Z. 37f., 43f., 51-43)
- Behandlungsverlauf: Wahrnehmung der Behandlung: „(...)
es ist halt alles neu und alles spannend und aufregend (...)“ (IT
2, S. 4, Z. 21f.)
- Psychische und physische Belastungen liegen zu 90 % bei der
Frau (S. 5, Z. 54f.), Mann ist keinen Gefühlsschwankungen
ausgesetzt, „sie hat mir das natürlich auch alles
relativ einfach gemacht“ (IT 2, S. 6, Z. 1-9), Warten
auf Ergebnis psychisch belastend (S. 6, Z. 9ff.),
- Negativer Aspekt: finanzielle Belastung, 12.000 EUR fürs
erste Kind, 2.200 EUR fürs zweite Kind, muss hingenommen
werden, da keine andere Möglichkeit bleibt, genetisch eigenes
Kind zu bekommen (S. 25, Z. 6f., 9, S. 27, Z. 21-34, 38-46, 53ff.),
Verzicht auf Urlaub, Luxusgüter (S. 28, Z. 3-10),
- Fehlgeburt nach dem dritten Versuch (S. 7, Z. 7f.), Schwangerschaftsabbruch
wegen medizinischer Indikation nach viertem Versuch (S. 7, Z.
10ff., 13f.)
- Grenzziehung bezüglich Behandlung: von Krankenkasse
bezahlte Versuche, da Schwangerschaft eingetreten ist, entscheidet
sich Paar für zwei weitere Versuche, dabei finanzielle Ressourcen
entscheidend (S. 7, Z. 17ff., 20f., 26f., 29f.)
- Paarbeziehung: positive Entwicklung der Paarbeziehung
(S. 7, Z. 51ff., 54, S. 9, Z. 1ff.), gemeinsames Bewältigen
der „Höhen und Tiefen“ (IT 2, S.
8, Z. 1, S. 8, Z. 3f.), Mann unterstützt bei Medikation
(Hormonspritzen), recherchiert im Internet, baut seine Frau
auf, entlastet sie psychisch (S. 8, Z. 4, 6ff., 12ff.)
- Frau hat Schwierigkeiten, andere Schwangere zu sehen (S.
11, Z. 26ff.)
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3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
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Aspiration
(Begründung gegen Adoption) |
- Adoption steht nicht zur Debatte, da genetisch eigene Kinder
gewünscht werden und es medizinische Möglichkeiten
gibt (S. 6, Z. 42ff., S. 9, Z. 13ff.)
- Adoption ist Plan B, wenn alle medizinischen Möglichkeiten
ausgeschöpft sind und keine Schwangerschaft eintritt (S.
6, Z. 51f., S. 7, Z. 8f., S. 9, Z. 13ff.)
- Finanzielle Ressourcen entscheidend: Adoption ist kostenintensiver
als Kinderwunschbehandlung (S. 7, 8f.)
- Lebensperspektive ohne Kinder, wenn Behandlung nicht erfolgreich
gewesen wäre (S. 9, Z. 6f., 12f.)
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4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
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Aspiration
(Begründung Inanspruchnahme PND, Einstellung bzgl. Abtreibung) |
- Angst und Bedenken bezüglich Verlauf und Entwicklung des
Kindes, Angst wegen vorherigen Fehlversuchen und der Fehlgeburt
(S. 12, Z. 52f., S. 13, Z. 5f., 9-15, 19), Angst, dass sich beruflicher
Stress negativ auf Schwangerschaft auswirkt (S. 13, Z. 36ff.,
39ff., 44f.)
- Gründe Inanspruchnahme: PND als Bestätigung,
dass „alles gut ist“ (S. 13, Z. 30ff., 33,
S. 14, Z. 32f., S. 14, Z. 56, S. 15, Z. 1, S. 21, Z. 10ff.),
Wunsch nach gesundem Kind wird bei zweiter Schwangerschaft noch
wichtiger als bei der ersten, weil Frau älter geworden
und somit Risiko für Behinderungen steigt (S. 14, Z. 42f.,
46ff., 49f.)
- Verringern der Wahrscheinlichkeit einer Trisomie 21 (S. 14,
Z. 27f.)
- Gründe für Abtreibung: Behinderung oder starke
Fehlbildung, bei denen keine Überlebenschance für das
Kind besteht (S. 15, Z. 41f.), Entscheidung wegen negativen Erfahrungen
mit behindertem Kind in Familie der Frau (S. 15, Z. 10-14, S.
16, Z. 52ff.), Verlusterleben und damit verbundene Trauer soll
vermieden werden (S. 15, Z. 48ff.), zu große Belastung
für Eltern und Paarbeziehung (S. 16, Z. 40f., S. 19, Z.
3ff.),
- Gesundheit des Kindes liegt in der Verantwortung der Eltern
(S. 15, Z. 23f.): „(...) wir leben in einer Gesellschaft,
in der bestimmte Dinge ganz klar für jemanden, der ein Handicap
hat, (...) schwerer sind, als wenn man äh keins hat.“ (IT
2, S. 16, Z. 14-17), Kind kann mit bestimmten Erkrankungen keine
Lebensqualität erreichen, Eltern können Kind nicht
lebenslang betreuen, daher Befürwortung Abtreibung in solchen
Fällen (S. 16, Z. 20-33), Kind mit Behinderung austragen à wird
als Egoismus der Eltern gewertet (S. 16, Z. 34ff.)
- „Kinder ja, aber nicht um jeden Preis“ (IT
2, S. 16, Z. 37)
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Realisation
(Art der PND) |
- Sonografien, Arzt empfiehlt Nackenfaltenmessung standardmäßig
(S. 14, Z. 8f., 11, 13f.), Feindiagnostik (S. 14, Z. 1, 3)
- Vergleich Schwangerschaftsverlauf mit Information aus Ratgebern,
Büchern (S. 13, Z. 20-27)
- Informationssuche über Schwangerschaftsverlauf in Internetforen
(S. 13, Z. 45ff., 48f.)
- Bis zur 12. Schwangerschaftswochen à Verbleib in
Kinderwunschpraxis (S. 13, Z. 50-55)
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Bilanz |
- Problem PND: keine Gewissheit über Entwicklungsverlauf
und Schwere der Erkrankung (S. 16, Z. 1-5)
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5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
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Aspiration, Realisationen |
- Berufliches Umfeld (Perspektive Frau): notwenige Offenlegung
wegen Koordination Arbeit und Arztbesuche (S. 9, Z. 20ff.)
- Berufliches Umfeld (Perspektive Mann): Tabuisierung, weil Familiengründung
Privatsache (S. 9, Z. 35, 53), Faktor Neid bei KollegInnen (S.
9, Z. 56), Missgunst (S. 10, Z. 2), notwenige Offenlegung nur
gegenüber Chef, da Koordination Arzttermine, später
Einweihung weiterer Vorgesetzten nötig (S. 9, Z. 35-43-50)
- Familiäres, soziales Umfeld: Voraussetzung offener
Umgang: Eintritt Schwangerschaft, Begründung: Paar mit Kind
ist vollwertige Familie (S. 11, 15ff., 18ff., Z. 46f., 49f.),
Paar ist beruflich etabliert, keine privaten Schwierigkeiten,
dadurch könne das Versagen beim Kinderzeugen kompensiert
werden (S. 28, Z. 45-56, S. 29, Z. 5f.)
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Bilanzen |
- Reaktion ArbeitskollegInnen der Frau: z. T. verständnislos,
z. T. verständnisvoll (S. 9, Z. 27, 29ff.), KollegInnen
der Frau bemerken häufige Arztbesuche (S. 8, Z. 21ff.),
Neid von Kollegin, die ebenfalls Kinderwunschbehandlung hinter
sich hat, diese aber abgebrochen hat (S. 8, Z. 23ff., 27ff.,
32ff.), Behandlung und beruflicher Stress ist Doppelbelastung
für Frau (S. 8, Z. 40f.)
- Berufliches Umfeld des Mannes: verständnislose Reaktionen
(S. 10, Z. 9-18), komisches Mitgefühl (S. 10, Z. 46f.),
Vorgesetzte nehmen Anteil, interessiert (S. 10, Z. 36f., 38,
42), möchte nicht auf Behandlung angesprochen werden (S.
10, Z. 32f.)
- „Die Erfahrung ist halt, dass andere (Arbeitskollegen)
(BETONT) eher dazu neigen, zu sagen: „Ach ja, das tut
mir ja so leid und es ist ja wirklich schlimm.“ Dieses
komische Mitgefühl, was man eigentlich gar nicht haben
möchte. Und auch immer dieser Vergleich. ,Ja wir haben
ja auch so welche im Bekanntenkreis’. So welche, nach
dem Motto ,Kranke, Aussätzige’ so hört sich
das ja fast immer an. (IT 2, S. 10, Z. 45-52)
- Soziales Umfeld: Durchweg positive Reaktionen vom engeren
Freundeskreis (S. 11, Z. 2, 4-8)
- Man wird von weiter entfernten Personen „komisch
angeguckt“, wenn man in Kinderwunschbehandlung ist,
weil diese teuer ist (S. 25, Z. 17f., 22-30)
|
6. Aufklärung des Kindes |
|
Aspiration |
- Art der Familiengründung soll für Kinder normal und
selbstverständlich sein (S. 23, Z. 50-55, S. 24, Z. 1f.)
- Durch Reproduktionsmedizin gezeugte Kinder sind was Besonderes
(S. 24, Z. 28-31)
- Verschweigen birgt Gefahr, dass Kind darüber von Dritten
erfährt (S. 24, Z. 10-18, 20-25)
|
Realisation |
- Mikroskop-Bild der befruchteten Eizelle im Fotoalbum der Kinder ,Einer
davon warst du’ steht dann da oben drauf“ (Interviewpartner
2, S. 23, Z. 44-47)
|
7. PID |
|
Einstellung gegenüber PID |
- „Laien, die medizinisch nicht so tief drin sind,
denen kann man natürlich viel erzählen und viel als
toll verkaufen“ (IT 2, S. 18, Z. 14ff.)
- Kritik: PID kann nur Wahrscheinlichkeitsaussagen bezüglich
genetischer Defekte treffen, keine Aussagen über kindliche
Entwicklung im späteren Verlauf möglich (S. 17, Z.
25ff., 29ff., S. 19, Z. 51f., S. 17, Z. 20f., 37f.)
- Feststellung von äußerlichen Merkmalen unsicher,
Natur nicht beeinflussbar, Entscheidungen bezüglich Selektion
können nicht rückgängig gemacht werden (S. 22,
Z. 19ff., 22-24)
- PID = „Geldschneiderei“ (S. 17, Z. 35)
- Ausschluss Gendefekte oder Erbkrankheiten auch ohne PID möglich
(S. 18, Z. 47f., 51ff.), viele Krankheiten (z. B. Brustkrebs)
brechen auch ohne genetische Veranlagung aus (S. 19, Z. 41-45)
- PID darf nicht Standardverfahren werden, Entscheidung muss
bei Eltern liegen, ob sie genetische Defekte ihres Kindes erfahren
möchten (S. 20, Z. 22, 26ff., 34f., 36-40, S. 21, Z. 1ff.)
|
Wer sollte PID in Anspruch nehmen?
Wofür und wofür nicht? |
- Paare, mit Erbkrankheiten, Ausschluss kranker Embryonen sinnvoll
(S. 18, Z. 42ff, 45)
- Selektion legitim, wenn Krankheiten im frühen Kindesalter
tödlich verlaufen, z. B. Stoffwechselkrankheiten (S. 18,
Z. 55f., S. 19, Z. 2-5. S. 19, Z. 22f., S. 29, Z. 2, 6)
- „Ich bin da ethisch nicht so, moralisch nicht so
eng gebunden (...), weil es tut dieser befruchteten Eizelle
in dem Sinne ja nicht weh.“ (IT 2, S. 19, Z. 16ff.)
- Ablehnung Geschlechtsselektion und Untersuchung äußerlicher
Merkmale (S. 21, Z. 39f., 43f., 51f., S. 22, Z. 11f.), vielmehr
spannend zu sehen, welche äußerlichen Merkmale Kind
hat (S. 22, Z. 5-10), Individualität und Einzigartigkeit
der Kinder gehen durch Selektion verloren (S. 22, Z. 26ff., 36)
|
8. Weitere Themen |
|
Mehrlingsschwangerschaften |
- Paar würde Mehrlingsschwangerschaften annehmen (S. 17,
Z. 4), aber Bedenken wegen hoher Belastung bei Mehrlingsschwangerschaft
(S. 17, Z. 5ff., 13f., 16, 32f.)
- Ablehnung selektiver Fetozid, sofern keine medizinische Indikation
(S. 17, Z. 44ff.)
|
PKD |
- „totaler Blödsinn“ , da nur weibliche
Zelle untersucht wird
- Ist Erbgut des Mannes beschädigt, ist Diagnostik nutzlos
(S. 18, Z. 13)
|
Verantwortungsvolle Elternschaft |
- Eltern müssen sich über ihre Entscheidungen mit allen
Konsequenzen tragen – z. B. bei Entscheidung für
behindertes Kind (S. 21, Z. 20-24)
- Entscheidung für Inanspruchnahme bestimmter Diagnostiken
ist subjektive Entscheidung, je nachdem ob Eltern Gewissheit
möchten oder „Prinzip Hoffnung“ brauchen
(S. 21, Z. 3-7, 30f.)
|
Leihmutterschaft |
- Sollte erlaubt sein, weil DI auch erlaubt sind (S. 22, Z. 47-49),
Möglichkeit sollte für Paare, die keine andere Möglichkeit
haben, genetisch eigenes Kind zu bekommen (S: 23, Z. 29-32, 36f.)
Leihmütter sollten nur Frauen sein, die bereits Mütter
sind, damit sie wissen, was auf sie zu kommt (S. 23, Z. 1ff.,
9ff.)
- Problem: Finanzierung (S. 22, Z. 50f.), Entwicklung einer Bindung
zwischen Leihmutter und Kind (S. 22, Z. 53f., S. 23, Z. 27f.),
hohe psychische Belastung (S. 23, Z. 17ff.)
|
Eltern-Kind-Beziehung |
- Durch Reproduktionsmedizin gezeugte Kinder werden intensiver
geliebt, weil sie extreme Wunschkinder sind (S. 24, Z. 40ff.)
- Kein Unterschied bezüglich Umgang mit Kindern (S. 24,
Z. 45-53, S. 29, Z. 36-56, S. 30, Z. 1-19)
|
Familienpolitische Situation in Deutschland |
- Kritik: Wenig finanzielle Unterstützung für Familien
durch Staat (S. 26, Z. 2-24), wenig finanzielle Unterstützung
für Kinderwunschbehandlung trotz Schrumpfen der Gesellschaft
(S. 26, Z. 36-S. 27, Z. 1-10)
|
Sonstiges |
- Hohe Dunkelziffer von ungewollt kinderlosen Paaren wird vom
Paar angenommen (S. 28, Z. 30)
|
Themen
Stichwörter
aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview ( |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
|
Aspiration |
- Seit 6 Jahren hat Paar gemeinsamen Kinderwunsch (S. 1, Z. 9)
- Befragte hat Kinderwunsch „seit ich denken kann“ (IT
3, S. 2, Z. 29f.), „war immer so ein Traum“,
weil sie in großer Familie aufgewachsen ist (vier Geschwister,
viele Neffen und Nichten), mit 10 Jahren zum ersten Mal Tante
geworden (S. 2, Z. 31ff.), Kinderwunsch wichtiger als berufliche
Karriere (S. 3, Z. 14ff.)
- Wunsch nach leiblichem Kind, weil dadurch auch mit dem Partner
verbunden (S. 9, Z. 16ff.)
- Wunsch nach dem Erleben einer Schwangerschaft (S. 8, Z. 46ff.)
- Mann fühlte sich am Anfang der Beziehung zu jung, Kinderwunsch
hat sich im Laufe der Beziehung entwickelt, „inzwischen
findet er es doch schade, dass es nicht klappt“ (IT
3, S. 2, Z. 40ff.)
- Hochzeit unabhängig vom Kinderwunsch, Befragte wollte
schon immer heiraten (S. 2, Z. 48ff.)
|
Realisationen und Bilanzen |
- Einstellen der Verhütung seit sechs Jahren (S. 1, Z. 31f.)
- Diagnostik bei Frau: Überprüfung Hormonstatus
ohne Befund und Bauchspiegelung im September 2008 ohne Befund
(S. 1, Z. 33-38), Oktober 2008: Diagnose Hashimotosyndrom als
mögliche Ursache Kinderlosigkeit (S. 1, Z. 40ff., 45ff.,
52ff.) à Einnahme Schilddrüsenmedikamente seit Oktober
2008 (S. 1, Z. 48f.)
- Diagnostik beim Mann: eingeschränkte Spermienbeweglichkeit,
als Ursache des unerfüllten Kinderwunsches aber unwahrscheinlich
(S. 1, Z. 55f.) à Diagnose nicht eindeutig
- Reaktion auf Diagnose: „Es ist ja nichts sozusagen
gefunden worden. Ich würde so was sowieso immer von mir
wegschieben, weil ich ähm sowieso da oben immer hingucke
und mich da nicht von irgendwelchen Ärzten irritieren
lasse.“ (IT 3, S. 3. Z. 2-7)
- Für Interviewpartnerin schwer, mit unerfülltem Kinderwunsch
umzugehen (S. 3, Z. 8ff.), oftmals unglücklich, da Realisierung
Kinderwunsch wichtiger als alles andere ist (S. 3, Z. 12ff.,
15f.), zwiespältige Gefühle, wenn sie andere Babys
sieht (auf der einen Seite schön, auf der anderen Seite
traurig) (S. 3, Z. 19ff.)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
|
Aspiration
(Bewertung, Entscheidungsbegründung, Erwartungen) |
- Gegenüber Reproduktionsmedizin noch nie abgeneigt, Paar
wusste, dass sie das machen würden, wenn „alle
Stricke reißen“ (IT 3, S. 1, Z. 13-16f.)
- Reproduktionsmedizin ist eine gute Methode, wenn auch nicht
das Normale (S. 1, Z. 19ff.)
- Akzeptanz der Fortpflanzungsmedizin nötig, bevor biologische
Grenzen wirksam werden, Wunsch des Paares: Realisierung Kinderwunsch
nicht mehr aufschieben (S. 1, Z. 22ff.)
- Motiv Inanspruchnahme Reproduktionsmedizin: Wunsch nach genetisch
eigenem Kind (S. 8, Z. 45f.), Erleben einer Schwangerschaft (S.
8, Z. 46ff.)
- Kritik: Eingriff von fremden Personen (ÄrztInnen, BiologInnen)
in Intim- und Privatsphäre der Familiengründung und
großer Eingriff in den weiblichen Körper (S. 10, Z.
55f, S. 11, Z. 1ff.)
- Erwartung: Paar weiß, dass Erfolgschancen bei 10-15%
liegen, hat dennoch Hoffnungen (S. 3, Z. 26f.42f., 44f.), „Seelchen
suchen sich Eltern aus“ (Interviewpartnerin, S. 11,
Z. 20f.)“, „eine künstliche Befruchtung
geht nur, wenn es sein soll“ (IT 3, S. 11, Z. 21ff.)
|
Realisation
(Schritte der Behandlung, Behandlungsverlauf) |
- Zunächst Alternativmedizin (Akkupunktur, Homöopathie),
um Kinderwunsch zu realisieren (S. 1, Z. 11f., S. 2, Z. 15ff.)
- 2006: Erster Besuch Kinderwunschklinik, Paar schiebt Behandlung
wieder auf, Befragte lässt sich wieder alternativmedizinisch
behandeln (S. 2, Z. 11ff., 14f., 16f.)
- Recherche im Internet, Kinderwunschforen und Literatur, da
Befragte Veranlagung hat, alles nachzulesen, Informationen über
Erfolgsquoten, Behandlungsmöglichkeiten, außerdem
ist Vater der Befragten Arzt, der sich mit Behandlung auskennt
(S. 3, Z. 31ff., 34ff., 38ff.)
- Voraussetzung Beginn der Behandlung: Ende Studium, Beginn mit
Weiterbildung (S. 2, Z. 19-25)
- 2008: Zweiter Besuch Kinderwunschpraxis (S. 2, Z. 19f.)
- Auf ärztliche Empfehlung: humangenetische Untersuchung,
da medizinische Ursache uneindeutig, viele Frauen mit unerfülltem
Kinderwunsch in der Familie der Interviewpartnerin, Ergebnis
der Beratung: keine Befunde (S. 5, Z. 43, 47-56, S. 6, Z. 1ff.)
|
Bilanzen |
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: Erste Kinderwunschklinik:
Arzt unsympathisch, Paar fühlt sich überrumpelt, schiebt
Behandlung wieder auf (S. 2, Z. 11ff., 14f., 16f.), zweite Praxis: Ärztin
ist auf der einen Seite „eine sehr Nette.“ (S.
4, Z. 12), „hat mich immer ernst genommen“, wenn
Befragte Vorschläge macht bezüglich Diagnostik, Behandlung
usw. (S. 4, Z. 22ff., 27-31), auf der anderen Seite auch vergesslich,
fragt bei jedem Besuch das Gleiche à unpersönlich,
anstrengend (S. 4, Z. 15ff., 18f., 21)
- Behandlungsverlauf: Behandlung großer körperlicher
Eingriff (S. 11, Z. 45f., 50-55), wenig Nebenwirkungen (S. 12,
Z. 8ff.), Risiko der Überstimulation bei evt. zukünftigen
IVF bereitet Sorgen, schreckt aber nicht ab (S. 12, Z. 11ff.,
16ff.), erster Fehlversuch: Befragte hat das erwartet, weniger
dramatisch, Zwischenblutungen als Zeichen, dass keine Schwangerschaft
eingetreten ist (S. 3, Z. 47ff., 50, 52ff., 55f.), zweiter Versuch:
Befragte geht lockerer in Behandlung rein, „man stumpft
da echt ab.“ (S. 4, Z. 2ff.)
- Grenzziehung: Drei Versuche, die von der Krankenkasse
zur Hälfte bezahlt werden, dann neue Entscheidung in Abhängigkeit
von finanzieller Situation (S. 7, Z. 51-54), Befragte fühlt,
dass sie bereits in Behandlungsmühle ist, hat Angst, nicht
aufhören zu können, weil zu große Hoffnungen,
sehr starker Kinderwunsch (S. 8, Z. 2ff., 5ff.)
- Paarbeziehung im Behandlungsverlauf: schon immer innige
Beziehung, durch Behandlung fester zusammengewachsen (S. 8, Z.
18ff., 21), Sexualität wird belastet, weil Kinderwunsch
immer im Hinterkopf ist (S. 8, Z. 22ff.), Befragte oft mit starkem
Kinderwunsch alleine gelassen, empfindet das aber als positiv,
da Partner sich so gegenseitig ergänzen (S. 8, Z. 28-36)
|
3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
|
Aspiration |
- Adoption kommt in Frage, wenn finanzielle Mittel für Behandlung
erschöpft sind oder medizinische Möglichkeiten ausgeschöpft
sind (S. 7, Z. 55, S. 8, Z. 1)
- Reproduktionsmedizinische Behandlung wird Adoption vorgezogen,
weil bei Adoption Probleme auftauchen können, schwierig,
Adoptivkind zu bekommen, finanzielle Belastung (S. 8, Z. 49-42,
54ff.), Auflagen bisher nicht erfüllt (S. 9, Z. 1ff.)
- Weitere Alternative: Lebensperspektive ohne Kinder, Interviewpartnerin
möchte Fokus auf Beruf legen, Kompensation Kinderwunsch
durch Beruf (S. 8, Z. 7ff.)
|
4. Einstellung zur pränatalen
Diagnostik |
|
Aspiration |
- Kein Grund, der Abtreibung legitimiert, Paar würde spezielle
PND nicht in Anspruch nehmen, da Befunde nicht handlungsleitend
sind (S. 4, Z. 1-5, 14-18, 20-24, 32-35)
- Wahrnehmung: Es besteht kein gesellschaftlicher Druck für
Abtreibung, egal welche Behinderung, Fehlbildung oder Krankheit
ein Kind hat, Eltern sind entscheidende Instanz (S. 4, Z. 32-35)
- Befragte würde nur Sonografien machen lassen, evt. 3-D-Screening
bzw. Feindiagnostik wegen der Bilder (S. 5., Z. 10, 12ff.)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
|
Aspiration |
- Für Befragte „gut, darüber zu reden“ (S.
4, Z. 42), keine Hemmungen, über unerfüllten Kinderwunsch
und Behandlung zu sprechen (S. 4, Z. 41)
- Gute Beziehung zur Familie (S. 12, Z. 24-27)
|
Realisation |
- „Das darf jeder wissen.“ (S. 4, Z. 41,
S. 12, Z. 35f.) à Offener Umgang gegenüber Familie
und Freunden
|
Bilanz |
- Nur positive Reaktionen von Freunden und Familie (S. 4, Z.
43)
- Familie interessiert, verfolgt Behandlung, leidet mit (S. 12,
Z. 29ff.)
- Mutter traurig, da bereits zwei Schwestern der Befragten unerfüllten
Kinderwunsch haben (S. 12, Z. 32ff.)
|
6. Aufklärung des Kindes |
|
Aspiration |
- Bei Adoption: Aufklärung wichtig, da Kind kein leibliches
Kind ist, Adoptivkinder suchen oftmals nach ihrer Identität, „Kinder
suchen nach etwas, aber wissen nicht wonach“ (IT 3,
S. 10, Z. 27ff.)
- Bei Reproduktionsmedizin: diese zur Gesellschaft heute dazugehörig
bzw. bekannt (S. 10, Z. 48ff.)
|
Realisation |
- Bei Adoption: Aufklärung von Anfang an (S: 10, Z. 24f.)
- Bei Kinderwunschbehandlung: Aufklärung in höherem
Alter, um Kind nicht zu überfordern (S. 10, Z. 32-36, 44ff.),
keine Notwendigkeit der frühen Aufklärung, eher Handhabung
wie bei natürlich gezeugten Kindern, die auch nicht im Kleinkindalter über
Art ihrer Zeugung aufgeklärt werden (S. 10, Z. 39ff., S.
11, Z. 10-14)
|
7. PID |
|
Einstellung |
- PID kein Thema für Paar (S. 5, Z. 41), weil keine Indikation,
kein Befund bei humangenetischer Untersuchung (S. 6, Z. 2ff.),
- Bevorzugung Unwissenheit bezüglich genetischer Konstellation
des Embryos, Entwicklung des Kindes auch mit PID unklar (S. 7,
Z. 26ff.)
- Befragte lehnt PID für sich selbst ab, da Beginn des Lebens
mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, mit embryonalen
Zellen sollte niemand experimentieren (S. 7, Z. 41f., 44f.)
- „Ich bin eigentlich eher immer für das Natürliche“ (IT
3, S. 6, Z. 32f.)
- „Jeder kommt so zur Welt, wie er zur Welt kommen
soll“ (IT 3, S. 6, Z. 40f.)
- Aber medizinische Methode existiert, PID möglich, daher
Akzeptanz oder Gewöhnung nötig, dass diese auch eingesetzt
wird (S. 6, Z. 42ff.)
- PID „kann schon sinnvoll sein“ (S. 7,
Z. 3), „Aber das Problem ist ja immer, wenn man es
dann erlaubt, es ist so schwammig, das wirklich festzulegen und
dann wird’ s halt doch für andere Dinge genutzt.“ (IT
3, S. 7, Z. 5-8)
|
Wer sollte PID in Anspruch nehmen?
Wofür und wofür nicht? |
- Inanspruchnahme legitim, wenn genetische Erkrankung beim Paar
vorliegt (S. 6, Z. 34ff.)
- Nach vielen Fehlversuchen nach IVF, um weitere Fehlversuche
zu vermeiden, Beobachtung der Entwicklung, nur genetisch besten
Embryonen werden transferiert (S. 6, Z. 49-54)
- Inanspruchnahme nicht legitim: Selektion von Embryonen, die
Erkrankung haben, die erst im Erwachsenenalter auftritt (S. 7,
Z. 19-28)
|
8. Weitere Themen |
|
Mehrlingsschwangerschaften |
- Paar ist sich über Risiko bewusst (S. 4, Z. 27f.), zwar
risikoreich, aber es würde sich über Mehrlinge freuen
(S. 4, Z. 28ff.)
|
Eizellenspende, DI |
- Ablehnung jeglicher Methoden, bei der das Kind nur von einem
Elternteil genetisch abstammt, da Paar durch das Kind aneinander
gebunden wird, bei z. B. DI nicht mehr gegeben (S. 9, Z. 16-23)
|
Leihmutterschaft |
- „Das sind für mich Dinge, da hört es für
mich auf.“ (IT 3, S. 9, Z. 42f.)
- Ablehnung, weil Schwangerschaftserleben wegfällt (S. 9,
Z. 43ff., 56, S. 10, Z. 1f.)
- Leihmutter wird benutzt, auch wenn sie damit Geld verdienen
(S. 10, Z. 7ff.), Entstehung einer Bindung zwischen Leihmutter
und Kind à hohe psychische Belastung (S. 10, Z. 10f.)
|
Unterschiede in Eltern-Kind Beziehung
zwischen natürlich und durch Reproduktionsmedizin gezeugten
Kindern |
- Kein Unterschied in der Beziehung (S. 11, Z. 27.)
- Probleme entstehen, wenn kein Kinderwunsch besteht, bei ungewollter
Schwangerschaft (S. 11, Z. 29-32)
- Eltern-Kind-Beziehung nicht von Art der Zeugung abhängig,
da während Schwangerschaft noch viel passieren kann (S.
11, Z. 33-38)
|
Themen
Stichwörter aus dem
Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
|
Aspiration |
- Familiengründung wird geplant, seitdem Interviewpartner
Studium beendet hat (S. 1, Z. 7f.), Kinderwunsch bei Interviewpartnerin
zunächst stärker ausgeprägt, beim Mann entwickelt
sich Kinderwunsch erst später (S. 1, Z. 13-18, S. 2, Z.
26-41, S. 3, Z. 3ff.)
- Kinderwunsch kommt bei Interviewpartnerin auf, als Personen
aus dem sozialen Umfeld Kinder bekommen (S. 1, Z: 35-39, S. 3,
Z. 1ff.), regionale Herkunft entscheidender Einfluss bei Interviewpartnerin:
in der Gegend, in der sie aufwuchs, bekommen Frauen mit 23, 24
Jahren Kinder (S. 1, Z. 44-49, S. 2, Z. 47-54), à Interviewpartnerin
möchte weiterhin Interessen mit Umfeld teilen (S. 1, Z.
49f., 52-56, S. 2, Z. 2ff., S. 2, Z. 51ff.)
|
Realisation
(Handlungsschritte) |
- Ein Jahr lang versucht, auf natürlichem Weg schwanger
zu werden (S. 1, Z: 21f.), Messung Basaltemperatur, um fruchtbaren
Zeitpunkt zu ermitteln (S. 2, Z. 8ff.)
- Interviewpartnerin möchte Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit
untersuchen lassen, ihr Mann zunächst dagegen, da er Kinderlosigkeit
zunächst als normal empfindet, zudem Geschlechtsverkehr
nach Plan entspricht nicht Vorstellungen einer normalen Familiengründung,
wenig romantisch, setzt Mann unter Druck (S. 1, Z. 24-30, S.
2, Z. 14-17, 19-25), ein Jahr später ist auch er mit medizinischer
Ursachenforschung einverstanden (S. 3, Z. 19f.)
|
Bilanz |
- Interviewpartnerin setzt sich unter Druck, Paar nimmt an, dass
Kinderlosigkeit auf privaten Stress zurückzuführen
ist (S. 1, Z: 31ff., S. 2, Z. 38-44, S. 21, Z. 14-23)
- Gynäkologische Untersuchung (S. 3, Z. 20f.23-28) – Befund:
Ovarzysten (S. 3, Z. 32f., 34-38), aus ärztlicher Sicht
aber nicht Ursache des unerfüllten Kinderwunsches (S. 3,
Z. 40ff.)
- Arzt empfiehlt weitere Diagnostik beim Mann (S. 3, Z.
44ff.), wird in Kinderwunschpraxis untersucht (S. 3, Z. 49-55),
Spermiogramm weicht von der Norm ab (S. 4, Z. 1ff., S. 4, Z.
14-18), aus ärztlicher Sicht aber natürliche Schwangerschaft
nicht unmöglich (S. 4, Z. 6f.) à keine eindeutige
medizinische Ursache des unerfüllten Kinderwunsches (S.
4, Z: 10ff.)
- Reaktionen auf Diagnose: Enttäuschung, Schock,
Trauer, weil es ausgerechnet sie betrifft (S. 4, Z. 22f., 31f.,
S. 5, Z. 6f.)
- Kinderwunsch ist nicht mehr individuell planbar, entspricht
nicht Vorstellungen normaler Familiengründung, vorher nie
in Betracht gezogen, dass medizinische Hilfe für Familiengründung
in Anspruch genommen werden muss (S. 4, Z. 34ff., S. 5., Z. 8f.,
11-19, 35-44), „einfachste Sache der Welt muss man
doch so hinkriegen“ (IT 4, S. 5, Z. 21f.), Sorgen
um zeitlichen Aufwand, Kosten (S. 4, Z. 36f.), Paar steht vor
Entscheidung bezüglich Hochzeit (S. 4, Z. 39-42)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
|
Aspiration (Entscheidungsbegründung
und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Empfehlung des Arztes: IVF, Hochzeit, um Kosten zu reduzieren
(S. 5, Z. 53-56, S. 6, Z. 2ff., 6), diese private Entscheidung
möchte Paar aber selbst treffen (S. 7, Z. 55f.)
- Interviewpartner zunächst gegen Kinderwunschbehandlung,
da Ursache unklar (S. 4, Z. 45-56, S. 5, Z. 2ff., S. 5, Z. 24ff.)
- Interviewpartnerin möchte Behandlung (S. 4, Z. 42ff.),
hohe Erwartungen und Hoffnungen bezüglich Erfolg (S. 11,
Z. 37-40)
|
Realisation |
- Besuch einer privaten Kinderwunschpraxis (S. 5, Z. 52.)
- Besuch zweite Kinderwunschklinik, Entscheidung für große
Klinik, die mehr Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten,
mehr Erfahrung und SpezialistInnen als in kleiner Praxis (S.
6, Z. 50-53, S. 7, Z. 1ff., S. 8, Z. 1-9, 13-19), ärztliche
Untersuchung, welche Methode überhaupt in Frage kommt, um
dem Paar Kosten zu ersparen (S. 7, Z. 39-46)
- Überweisung des Interviewpartners zum Urologen (S. 6,
Z. 42ff., S. 7, Z. 9f., S. 8, Z. 27ff.), weitere Diagnostik bei
Interviewpartnerin, Überprüfung Eierstockdurchlässigkeit
(S. 7, Z. 18-21, 37ff., 48f.)
- Dreimonatige Antibiotikatherapie beim Interviewpartner, um
Spermienqualität zu verbessern (S. 7, Z. 23f., 30f., 33f.) à Mann
war nur „Versuchskaninchen“, „try and error“ (IT
4, S. 7, Z. 27f.), Behandlung bleibt ohne Erfolg (S. 7, Z. 34ff.,
S. 10, Z. 43ff.)
- 2004: endgültige Entscheidung für Behandlung, Durchspülen
der Eierstöcke (S. 16, Z. 20.23, dann drei IUS, bleiben
erfolglos (S. 12, Z. 14-18, S. 16, Z. 25f.)
- 2005 Clomifenbehandlung, Eisprung auslösende Hormonspritzen
(S. 11, Z. 46-49)
- Arzt empfiehlt IVF (S. 11, Z. 15ff.), IVF vor der Hochzeit
(S. 13, Z. 8ff.), Eizellenentnahme im Oktober 2005, Transfer
von zwei Eizellen (S. 13, Z. 23ff.), danach KT (S. 14, Z. 34)
|
Bilanzen |
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: Gefühl
der Fremdbestimmung durch Arzt (erste Kinderwunschpraxis), der
zur Hochzeit rät à widerspricht Vorstellungen
des Paares, wollen nur aus Liebe heiraten, nicht aus Kostengründen
(S. 6, Z. 7-21, S. 13, Z. 22-30) und damit Kinder gleiche Nachnamen
wie Paar tragen (S. 13, Z. 14f.), außerdem erhält
Paar keine Zuzahlungen, da der Interviewpartner privat und seine
Frau gesetzlich versichert sind und keine eindeutige Diagnose
gestellt wurde, private Kasse zahlt nur, wenn Mann Verursacher
ist (S. 13, Z. 31-56, S. 14, Z. 1-7)
- Arzt geht nicht auf Ursachen ein, stellt Reproduktionsmedizin
als einzige Option dar, Profitabsichten des Arztes im Vordergrund,
weil private Praxis (S. 6, Z. 26f., 29-34)
- à Paar wechselt zu großem Kinderwunschzentrum
(S. 6, Z. 23f., 54ff.), dort umfassende Aufklärung und Beratung,
(S. 10, Z. 40f., S. 11, Z. 25ff.), ÄrztInnen nett und
freundlich (S. 11, Z. 27f.), „wie haben uns überhaupt
in keinster Weise (...) so gefühlt, als würde man uns
das Geld aus der Tasche ziehen wollen“ (IT 4, S. 11,
Z. 28ff.), ÄrztInnen drängen nicht zur Hochzeit (S.
11, Z. 32ff.), Gefühl in guten Händen zu sein (S. 10,
Z. 49f.), durchweg gute Erfahrungen (S. 34, Z. 6), professionelles
Verhalten der ÄrtzInnen (S. 10, Z. 50ff.), Vertrauen
in ärztliche Meinungen (S. 11, Z. 5-10, 12-18)
- Behandlungsverlauf: IUS erfolglos, Enttäuschung,
da hohe Erwartungen an Erfolg der Behandlung (S. 11, Z, 39-42),
hohe psychische Belastung durch Hormonbehandlung (S. 11, Z. 4ff.,
54f., S. 22, Z. 20ff.)
- Nach erstem ET Eileiterschwangerschaft, operativer Abbruch
nötig (S. 13, Z. 24ff., 27), zunächst Freude über
Schwangerschaft, Hoffnungen wegen positivem Test (S. 16, Z. 32f.,
S. 17, Z. 1-6), nach Befund Eileiterschwangerschaft: „tiefer
Schlag“ (S. 16, Z. 31), Angst vor OP (S. 17, Z. 17f.),
- Interviewpartnerin muss vor OP zunächst auf Wöchnerinnenstation
liegen, weil kein anderes Bett frei ist (S. 17, Z. 37-51, S.
18, Z. 20ff.), wird von „Lernärztin“ behandelt,
die sich bei Blutabnahme inkompetent verhält (S. 18, Z.
9-13), à Interviewpartnerin fühlt sich unpassend
auf Wöchnerinnenstation (S. 18, Z. 38-46, S. 19, Z. 2, 4f.)
- Drei Monate Pause bis zum nächsten Versuch (S. 14, Z.
29f.), dann KT von zwei Eizellen (S. 14, Z. 33ff.), dann OP und
Bauchspiegelung (S. 14, Z. 39-49), Paar legt Behandlungspause
ein, heiratet in der Zeit (S. 14, Z. 532ff., S. 15, Z. 1-7),
nach der Hochzeit weiterer KT à Schwangerschaft tritt
ein (S. 15, Z. 9)
- Grenzen Behandlungszyklen: nach Eizellenentnahme entscheidet
sich Paar gegen weitere Behandlung, weil es eine „harte
Prozedur war“, psychische Nebenwirkungen der Hormontherapie
(S. 12, Z. 26-32), dennoch Unsicherheit über diese Entscheidung,
die nur getroffen kann, wenn Schwangerschaft immer noch nicht
eingetreten wäre (S. 12, Z. 35-38, 50f., S. 13, Z. 1ff.),
Transfer der restlichen vier kryokonservierten Eizellen noch
geplant, aber ohne Hormontherapie (S. 13, Z. 12-16)
- Einfluss der Behandlung auf Beziehung: Beziehungskrise
nach ärztlicher Empfehlung zur Behandlung, 2004 gehen beide
neue Beziehungen ein, Trennung für drei Monate (S. 15, Z.
15-19, S. 16, Z. 6f.), Gründe: ungewollte Kinderlosigkeit
in Kombination mit asymmetrischen Kinderwünschen, gegenseitiges
Unverständnis (S. 15, Z. 22-55)
- Paar „rauft sich wieder zusammen“ (IT
4, S. 16, Z. 8f.), Interviewpartner unterstützt seine Frau
bei Behandlung, Spritzen der Hormone (S. 22, Z. 21f.)
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3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
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Aspiration
(Entscheidungsbegründung für bzw. gegen Adoption) |
- Für Interviewpartnerin ist Adoption eine Alternative,
wenn Behandlung nicht mehr durchgeführt werden kann (wegen
ihrem Alter) oder kein Kind adoptiert werden kann, durch frühen
Adoptionsantrag möchte sie Chance nutzen, kleines Kind zu
adoptieren zu können (S. 8, Z. 41-51), Adoption als Ergänzung
zu leiblichen Kindern (S. 8, Z. 37-40),
- Unsicherheit darüber, wie man Adoptivkind erzieht, Gefahr
der Überbehütung (S. 8, Z. 47-52),
- Abschreckend ist schwieriges Adoptionsverfahren, ständige
Kontrolle des Entwicklungsverlaufes des Adoptivkindes (S. 8,
Z. 52-56, S. 10, Z. 1-7), negative Erfahrungen mit Adoptionsverfahren
im familiären Umfeld, Rechtfertigung nötig, warum man
Adoptivkind möchte, ist zusätzlich zu unerfülltem
Kinderwunsch belastend (S. 10, Z. 10-20)
- Interviewpartner zwiespältig: Ungewissheit über familiären
Hintergrund, Charaktereigenschaften des Kindes (S. 8, Z. 1-9),
Gefahr, dass man Adoptivkind bei Konflikten vorwirft, weil es
nicht leibliches Kind ist (S. 8, Z. 9-13), Konflikt mit leiblichem
Kind wird als normale Entwicklung betrachtet, Sicherheit, dass
Charaktereigenschaften des Kindes von Eltern vererbt sind (S.
8, Z. 16-35)
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4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
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Aspiration (Begründung Inanspruchnahme
PND, Einstellung bzgl. Abtreibung) |
- Gute ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft,
kurze Abstände zwischen den ein PND (S. 21, Z. 31ff., 40f.)
- Entscheidung, während Schwangerschaft in Kinderwunschpraxis
zu bleiben (S. 24, Z. 26ff.)
- Motive PND: Ausschluss Trisomie 21 (S. 24, Z. 10)
- Schwangerschaft komplikationsfrei, normal, daher keine besonderen
PND nötig (S. 24, Z. 24ff., 32ff., S. 25, Z. 11ff.)
- Weitere PND werden wegen Zwillingsschwangerschaft abgelehnt,
selektiver Fetozid kommt nicht in Frage (S. 24, Z. 40-44)
- Behindertes Kind in Familie der Befragten, positive Erfahrungen,
daher steht für Paar fest, dass sie auch ein solches Kind
bekommen (S. 24, Z. 35ff.)
- Abtreibung würde Paar bei ärztlichem Rat vornehmen
lassen, bei schwerwiegenden Behinderungen, z. B. schweren
Nierenschäden (S. 24, Z. 50ff., S. 25, Z. 3f.), Entscheidung
bezüglich Abtreibung aber rein hypothetisch (S. 25, Z. 5f.)
- Paar skeptisch gegenüber Ergebnissen der PND, da es im
Freundeskreis zwei Mal erlebte, dass Diagnose bei werdenden Müttern
gestellt wurde, die Kinder aber gesund geboren wurden (S. 25,
Z. 1f.)
|
Realisation |
- Internetrecherche: Informationen über Schwangerschaftsverlauf,
Hormonkurven (S. 21, Z. 55f., S. 22, Z. 1-6)
- Erste Ultraschalluntersuchung in der zweiten Schwangerschaftswoche
(S. 21, Z, 33f.), dann wöchentliche Ultraschalluntersuchungen
bis zur 13. Schwangerschaftswoche (S. 21, Z. 42f., 45, 49f.),
Nackenfaltenmessung (S. 24, Z. 11ff.), keine Fruchtwasseruntersuchung
wegen Fehlgeburtsrisiko (S. 24, Z. 18f.), Organscreening (S.
25, Z. 13f.)
|
Bilanzen
(Schwangerschaftsverlauf, Geburt) |
- Ergebnis PND: Paar freut sich darauf, Zwillinge zu bekommen,
ist aber auch ängstlich, ob sie den Belastungen gewachsen
sind (S. 22, Z. 43ff., 46f.)
- Komplikationsfreie, normale Schwangerschaft, 1x Blutungen (S.
25, Z. 24-28, 31-35)
- Bedingungen Schwangerschaft: stressige Zeit wegen Hausbau (S.
22, 51ff., S. 23, Z. 1f.), Interviewpartner: berufliche Veränderungen,
Arbeitsplatzwechsel, vierwöchiger Auslandsaufenthalt (S.
23, Z. 11ff., 16f., 20-25), wird von seiner Frau dabei unterstützt,
obwohl sie schwanger ist (S. 23, Z. 25-38)
- Juni 2007 sind Zwillinge (w) geboren, 10 Wochen zu früh,
Interviewpartnerin muss Lungenreifungsmittel einnehmen, niedriges
Geburtsgewicht (S. 23, Z. 40f., S. 25, Z. 41ff., 52ff., S. 26,
Z. 9-15), Hausbau nach Geburt noch nicht beendet, Mann nur am
Wochenende zu Hause, dann Umzug und Kinder sind aus Krankenhaus
entlassen worden (S. 23, Z. 43, 45, 50-54, S. 26, Z. 22-31)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
|
Aspiration und Realisationen |
- Interviewpartner hat Hemmungen zuzugeben, weil er keine Kinder
zeugen kann (S. 19, Z. 46f., 49ff.)
- Engeres familiäres Umfeld (Cousine der Befragten,
Bruder des Interviewpartners) eingeweiht (S. 19, Z. 39, 43f.,
53ff., S. 20, Z. 1-5)
- Engste FreundInnen eingeweiht, weil „man sich
da am besten verstanden gefühlt hat“ (IT 4,
S. 20, Z. 7f.)
- Eltern zuletzt eingeweiht (S. 20, Z. 13f.) Grund: „Man
kann mit denen nicht über so tief greifende Themen reden“ (IT
4, S. 20, Z. 24f.), Einweihung, als sie das Paar nach Familiengründungsplänen
fragen (S. 20, Z. 27-39)
- Arbeitgeber des Interviewpartners nicht eingeweiht, gleitende
Arbeitszeiten à Koordination Arzttermine - Arbeitszeit
nicht nötig (S. 21, Z. 7-13)
|
Bilanz |
- Reaktionen der Eltern: Standardsprüche, „Die
kommen einem dann immer mit so blöden Erklärungen
wie ,Mach nicht so viel Stress’ oder ,Fahr mal auf Kur’ (...)“(IT,
S. 20, Z. 13ff.), Unverständnis, Unkenntnis über
medizinische Abläufe (S. 20, Z. 19-23)
- Reaktionen der FreundInnen: optimistisch, machen Paar
Hoffnungen, gleiche Generation wie Paar begünstigt gegenseitiges
Verständnis (S. 20, Z. 42-52)
|
6. Aufklärung des Kindes |
|
Aspiration, Realisation |
- Aufklärung geplant (S. 29, Z. 51-54, S. 30, Z. 1ff.)
- Positiv für Kinder zu erfahren, dass sie Wunschkinder
sind (S. 30, Z. 5-10, 14)
- Kinder sollen Hintergründe der Familiengründungsart
erfahren (S. 30, Z. 21ff.), interessant im Hinblick auf deren
Familiengründung, wenn sie ebenfalls ungewollt kinderlos
sind (S. 30, Z. 23ff.)
- Inanspruchnahme Reproduktionsmedizin ist nicht mehr selten
(S. 30, Z. 29), einige Bekannte und FreundInnen waren oder sind
ebenfalls in Behandlung (S. 30, Z. 40f.),
|
Bilanz |
- Gefahr, dass Art der Zeugung zu häufig thematisiert wird
(S. 30, Z. 17ff., 25ff.)
- Qualität der Eltern-Kind-Beziehung nicht von der Zeugungsart
abhängig (S. 32, Z. 52ff., S. 33, Z. 1ff.)
|
7. PID |
|
Einstellung, Bewertung |
- PID z. T. sinnvoll (S. 27, Z. 1f.)
- Nachteil, dass Diagnostik unsicher ist (S. 27, Z. 3f.)
- Entscheidung, ob PID durchgeführt wird, soll bei Eltern
liegen (S. 28, Z. 12f.), Entscheidung bezüglich Selektion
muss bei den Eltern liegen, diese tragen die Verantwortung für
Kinder, müssen einschätzen, was sie sich zumuten (S.
28, Z. 38-49)
|
Gründe für Befürwortung:
Wer sollte PID in Anspruch nehmen dürfen und wofür? |
- Vorteil der PID, dass Behinderungen schon in sehr frühen
Stadium festgestellt werden können (S. 26, Z. 48ff., S.
27, Z. 1f.)
- Befürwortung, wenn Wahrscheinlichkeit besteht, dass Embryo
nicht lebensfähig ist (S. 26, Z. 52-55)
- Selektion von Embryonen, bei denen Wahrscheinlichkeit besteht,
dass sie entweder im Mutterleib, kurz nach der Geburt oder zwei
Jahre nach der Geburt sterben und nur mit großem medizinischem
Aufwand am Leben gehalten werden (S. 28, Z. 28-35)
- Paar ist sich uneinig bezüglich Krankheiten, die erst
im Erwachsenenalter auftreten (z. B. Brustkrebs)
- à Interviewpartnerin befürwortet Selektion von
Embryonen, die ein solches Gen in sich tragen (S. 27, Z. 6-29),
Eltern sollen entscheiden dürfen, welcher Embryo nach Diagnostik
transferiert wird (S. 28, Z. 52-56, S. 29, Z, 1f.)
- à Interviewpartner kritisch, da trotzdem ein erfülltes
Leben geführt werden kann (S. 27, Z. 6-29), bestimmte Krankheiten
wie Brustkrebs sind in Zukunft evt. heilbar (S. 29, Z. 7f., 10),
abgelehnt werden Selektionen, wenn heilbare Krankheit diagnostiziert
wird (S. 28, Z. 49ff.), abgelehnt werden Geschlechtsselektionen
(S. 29, Z. 3ff.)
|
Bilanzen |
- Entscheidung soll jedes Elternpaar für sich treffen PID
kommt für Befragte allerdings nicht in Frage, schützenswertes
Leben beginnt mit Verschmelzung Ei- und Samenzelle (S. 29, Z.
19ff.)
- Interviewpartnerin hat genetische Untersuchung des Embryos,
der sich im Eileiter befand, abgelehnt, Grund: „Weiß ich
nicht. Ich wollte einfach nicht, dass an meinen Sachen was rumgeschnippelt
wird (...)“ (IT 4, S. 27, Z. 54ff.)
- Verwerfen der eigenen kryokonservierten Embryonen kommt nicht
in Betracht, weil sie als Kinder angesehen werden, denen nur
der Start fehlt, emotionale Bindung dazu vorhanden (S. 28, Z.
3-9, S. 29, Z. 21-25), zudem sind Zwillinge auch aus KT entstanden,
Zellen und Kinder sind gleichwertig (S. 29, Z. 38f.)
|
8. Weitere Themen |
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Embryonentransfer |
- Paar ist mit der gesetzlichen Regelung in BRD einverstanden,
Zwillinge sind Grenze, um Alltag bewältigen zu können
(S. 31, Z. 1-7, 21-29), bei Drillingen Hilfe von Außen
nötig (S. 31, Z. 18f.), finanzielle Belastung bei Mehrlingen
hoch (S. 31, Z. 27ff.)
|
Weitere Behandlungsmethoden |
- Embryonenherstellung aus normalen Körperzellen wird für
zeugungsunfähige Paare befürwortet, damit sie sich
Kinderwunsch erfüllen können, Interviewpartnerin unsicher,
ob diese Methode praktiziert wird (S. 31, Z. 35-52)
|
Leihmutterschaft |
- Für Paar schwer zu bewerten, da sie sich nicht in der
Situation befinden, Möglichkeit sollte aber bestehen (S.
32, Z. 2ff., 51)
- Paar uneinig bezüglich Bewertung:
- à Für Interviewpartnerin ist Selbstbestimmung entscheidend,
Leihmütter entscheiden sich bewusst dafür (S. 32, Z.
12-15)
- à Interviewpartner sieht Schwierigkeit für Frau,
weil sie schwanger ist mit einem Kind, das sie abgeben muss,
zudem finanzielle Notlage zwingt Frau zur Leihmutterschaft (S.
32, Z. 7f., 10f., 16f.)
- Nachteil der Leihmutterschaft: keine Kontrolle über Schwangerschaftsbedingungen
(S. 32, Z. 18ff.)
|
Reproduktionsmedizinische Behandlung
für gleichgeschlechtliche Paare |
- Bekannte (lesbisches Paar) der Interviewpartnerin haben Kinderwunsch,
daher befürwortet Interviewpartnerin Kinderwunschbehandlung
auch für lesbische Paare (S. 32, Z. 26-39)
- Bei schwulen Paaren besteht das Problem, dass diese eine Leihmutter
benötigen, Kritik s.o. (S. 32, Z. 26-39)
|
Reproduktionsmedizin und Elternschaft |
- Da für Eltern-Kind-Beziehung die Art der Zeugung keine
Rolle spielt, ist das Paar generell offen gegenüber verschiedensten
reproduktionsmedizinischen Möglichkeiten (S. 33, Z. 1-14)
- Gleichgeschlechtlichen Paaren sind auch keine „schlechten
Eltern“ (IT 4, S. 33, Z. 5ff.), Akzeptanz Familienformen,
die vom Normaltypus abweichen
|
Sonstiges |
- Durch Zufall hat Paar von Schließung des Kinderwunschzentrums
aus ökonomischen Gründen erfahren, enttäuscht,
dass es nicht informiert wurde, befürchtet, dass private
Unterlagen verschwinden – Paar hat mittlerweile Kopie
(S. 33, Z. 19-56, S. 32, Z. 1-4), es unterstützt Patienteninitiative,
die Schließung verhindern möchte, diese allerdings
erfolglos (S. 34, Z. 9-19)
- Behandlung verliert an Präsenz, Strapazen sind vergessen
(S. 29, Z. 41-49)
|
Themen
Stichwörter aus dem
Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
|
Aspiration |
- Interviewpartnerin entwickelt Kinderwunsch erst in jetziger
Paarbeziehung, vorherige Einstellung: „Ich bin auf
der Welt, um selber glücklich zu sein oder irgendwas zu
leisten.“ (IT 5, S. 4, Z. 31-39)
- Kinderwunsch gehört inzwischen zur Lebensplanung des Paares
dazu (S. 1, Z. 35ff.), „Das Leben ist dazu da, um ein
Kind zu bekommen“ (IT 5, S. 4, Z. 38f.)
- Wunsch nach leiblichem Kind (S. 2, Z. 53ff., S. 3, Z. 10f.,
S. 4, Z. 16), „Ich würde ganz gerne ein Stück
von mir weitergeben und ganz gerne von meinem Mann irgendwas
weitergeben“ (IT 5, S. 4, Z. 3ff.)
- Wunsch nach Schwangerschaftserleben (S. 4, Z. 17-20)
- Kind als Herausforderung und neue Aufgabe oder Sinn im Leben,
beide haben Studium abgeschlossen, in verschiedenen Städten
gelebt, verschiedene Beziehung gehabt und Karriere gemacht (S.
3, Z. 48-55, S. 4, Z. 11ff., 15, S. 4, Z. 26ff, 31-32)
- Interviewpartnerin ist in liebevoller Familie aufgewachsen,
hat zwei große Brüder und „fand es immer
super schön. Also einfach Kind zu sein, behütet zu
werden und alles zu bekommen und irgendwie zu merken, dass Mama
und Papa mich lieb haben.“ (IT 5, S. 4, Z. 8ff.)
|
Realisation
(Handlungsschritte) |
- Versuch Realisierung des Kinderwunsches auf natürlichem
Weg, bleibt ca. ein Jahr erfolglos (S. 1, Z. 13-25)
|
Bilanzen
(Folgen, Reaktion auf Diagnose) |
- Diagnostik bei Interviewpartnerin: Befund: zwei Eileiterschwangerschaften,
die Eileiter beschädigt haben, dadurch keine natürliche
Schwangerschaft möglich (S. 1, Z. 7ff., 13-16, Z. 22-25)
- Diagnostik beim Mann, Spermiogramm ohne Befund (S. 1, Z. 19f.)
- Reaktion auf Diagnose: belastend ist Prognose der ÄrztInnen,
dass es auf natürlichem Weg nicht funktioniert (S. 6, Z.
1-20)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
|
Aspiration
(Entscheidungsbegründung und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Empfehlung Kinderwunschpraxis durch Gynäkologen (S. 1,
Z. 17f.), Arzt empfiehlt IVF-Behandlung (S. 1, Z. 25-28)
- Froh und dankbar, dass Möglichkeiten der medizinischen
Fortpflanzung bestehen (S. 3, Z. 1f., S. 6, Z. 31f., S. 14, Z.
16)
- Positive Bewertung der medizinischen Entwicklung und Fortschritts
im Bereich Reproduktionsmedizin (S. 2, Z. 56, S. 14, Z. 16-21),
- Negativ werden Grenzen betrachtet, bezüglich Weiterkultivierung
Embryonen, PID (S. 14, Z. 23-30)
- Mann kann durch Tätigkeit als Arzt Erfolgschancen einschätzen,
für Interviewpartnerin ist Einstellung ihres Mannes erleichternd,
hat dadurch keine Vorbehalte gegen Behandlung (S. 6, Z. 23-32)
|
Realisation
(Handlungsschritte) |
- Hochzeit: März 2001 statt, um Zuzahlungen der Krankenkasse
zu bekommen (S. 1, Z. 40-44, 53ff.)
- Paar informiert sich im Kinderwunschzentrum, das vom Gynäkologen
empfohlen wurde, über Behandlungsmöglichkeiten (S.
6, Z. 21ff.)
- Recherche im Internet über Behandlung, in verschiedenen
Foren über Überstimulationssyndrom informiert (S. 2,
Z. 9-14)
- Sommer 2001: Beginn mit der Behandlung (S. 2, Z. 1f.), 17 der
19 Eizellen werden punktiert, fünf werden verworfen, da
nicht transferierbar, zwei werden transferiert und neun kryokonserviert
(S. 2, Z. 31-37)
- 2002: Schwangerschaft nach ET
- 2005 KT à Eileiterschwangerschaft, keine kryokonservierten
Eizellen mehr vorhanden, Paar möchte in Zukunft noch mal
IVF vornehmen (S. 2, Z. 39-48)
|
3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
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Aspiration, Realisationen |
- Zum ersten Kind gab es keine Alternativen, da Wunsch nach leiblichem
Kind (S. 2, Z. 53ff., S. 3, Z. 10f., S. 4, Z. 3ff.)
- Alternative Adoption käme erst in Frage, wenn die vom
Paar festgelegte Grenze bezüglich Behandlungszyklen erreicht
ist (S. 3, Z. 11ff.), Paar hat sich schon über Adoption
informiert (S. 3, Z. 17f.)
- Keine Scheu, Kind zu adoptieren (S. 3, Z. 55f.), Kind wäre
nicht fremd, an Emotionen würde es nicht fehlen (S. 4, Z.
1f.) à aber Adoptivkind als große Aufgabe für
Eltern (S. 5, Z. 37-44)
|
Bewertung und Herausforderungen Adoption |
- Interviewpartnerin zu dem Zeitpunkt 40 Jahre, insofern stehen
Chancen für Adoption schlecht (S. 3, Z. 18-22)
- Interviewpartnerin sieht Widerspruch: Kinderwunschbehandlung
ist bei 45-jähriger Frau erlaubt, Adoption nicht, Zweifel,
ob man in jüngeren Jahren bessere Mutter ist, zudem sind
Gesetze aus den 1970er Jahren, also nicht mehr zeitgemäß,
da heute Tendenz zur späten Mutterschaft (S. 3, Z. 24-30,
38ff.)
- Adoptiertes Kind als schwere Aufgabe für Eltern (S. 5,
Z. 23f.), Eltern-Kind-Beziehung wird schwierig, sobald Probleme
auftauchen
- Als Adoptiveltern hat man mehr Verpflichtungen gegenüber
Kind als leibliche Eltern (S. 4, Z. 49-56), Verantwortung größer,
da Adoptivkinder bereits schwieriges Schicksal hinter sich haben,
z. B. Heimaufenthalt (S. 5, Z. 7-14), Trennung der Adoptiveltern
wird Adoptivkind evt. nicht verkraften (S. 5, Z. 17-22, 30-33)
|
4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
|
Aspiration, Realisationen |
- Ultraschall, Ersttrimesterscreening, Feindiagnostik (S. 10,
Z. 45)
- Fruchtwasseruntersuchung wird abgelehnt, da Fehlgeburtsrisiko,
Eingehen des Risikos als Widerspruch zur mühevollen Behandlung
(S. 10, Z. 54ff., S. 11, Z. 1f.), außerdem hat Befund keinen
Einfluss auf Entscheidungen, keine Behinderung hätte zur
Abtreibung motiviert (S. 11, Z. 4ff.)
|
Bilanzen
(Schwangerschaftsverlauf, Geburt) |
- Befragte spürt schon am zweiten Tag nach ET, dass sie
schwanger ist, hat starke Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen)
(S. 11, Z, 54ff., S. 12, Z. 1ff.)
- Schwangerschaft ist „zehn Monate Mist, also es war
wirklich harte Arbeit“ (S. 4, Z. 21), psychisch
aber keine Probleme (S. 4, Z. 23)
- Bis zum vierten Schwangerschaftsmonat ist Befragte unsicher,
ob Schwangerschaft „hält“, daher wird soziales
Umfeld erst nach viertem Monat informiert (S. 12, Z. 8-15)
- Enttäuschung bei positivem Schwangerschaftstest, dass
es keine Mehrlinge sind (S. 9, Z. 46f.), dann hätte sich
Frage nach weiteren Behandlungen bzw. zweitem Kind erledigt (S.
9, Z. 50-56)
- Geburt unangenehm: Kind musste mit Saugglocke geholt werden
(S. 10, Z. 18ff.), trotzdem „war es der schönste
Tag in unserem Leben“ (IT 5, S. 10, Z. 21f.)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
|
Aspiration, Realisationen |
- Berufliches Umfeld: Offenheit gegenüber Chefin
der Interviewpartnerin, da viele Ausfälle durch Behandlung
(S. 7, Z. 8f.), Tabuisierung gegenüber Kollegen (S. 7, Z.
7ff.)
- Familiäres, soziales Umfeld: Kein Problem, offen
mit dem Thema umzugehen, keine negative gesellschaftliche Rückkoppelung
(S. 14, Z. 32-35)
- Offenlegung gegenüber Eltern (S. 7, Z. 3) und Freundin
der Interviewpartnerin von Anfang an (S. 7, Z. 30f.)
|
Bilanzen |
- Eltern der Interviewpartnerin haben sich schwer getan
mit Art der Zeugung (S. 6, Z. 53f.), haben es nicht richtig verstanden
(S. 7, Z. 15, 26), liegt an Generation, Mutter ist 70 Jahre,
Vater 78 Jahre (S. 7, Z. 27f.)
- Unverständnis zeigt sich an Äußerungen der
Mutter der Befragten: „Ist ja auch kein richtiges Kind“, „ist
ja nicht so richtig bei dir im Bauch gewesen“ (IT
5, S. 7, Z. 21f., 22f.)
- Unterstützung von Freundin der Interviewpartnerin, „die
fand das total gut“ (IT 5, S. 7, Z. 31-35)
- Viele Nachfragen aus dem sozialen Umfeld, warum Paar nur einen
Sohn hat, da Kind „super gut gelungen (...), sehr sozial,
sieht süß aus, ist einfach so, wie man sich ein Kind
wünscht.“ IT 5, (S. 7, Z. 37-41) à Interviewpartnerin
hat keine Hemmungen, zu sagen, dass Kinderwunsch nur mit viel
Mühe realisiert werden konnte, reagiert offen auf Nachfragen
aus dem Umfeld (S. 7, Z. 42ff.)
|
6. Aufklärung des Kindes |
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Aspiration, Realisation |
- Kein Problem mit Behandlung, positive Bewertung der Behandlung
(S. 6, Z. 39f., 40ff., 51f.)
- Für Kind Fotos der befruchteten Eizelle aufgehoben (S.
6, Z. 34-47)
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7. PID |
|
Einstellung |
- PID wird positiv bewertet, Länder wie USA oder Holland,
in denen PID erlaubt ist, werden als fortschrittlich bezeichnet
(S. 11, Z. 15f., 43ff.)
- Widerspruch: Kinderwunschbehandlung erlaubt, PID nicht, in
Deutschland „setzen wir euch alles ein, was einigermaßen
gut aussieht“ (IT 5, S. 11, Z, 34f., 46ff.)
- „Aus Frauensicht ist das eigentlich sträflich,
so was zu verbieten“ (IT 5, S. 13, Z. 5f.)
- Widerspruch: Abtreibung eines Kindes ist erlaubt, Verwerfen
von genetisch defekten Embryonen nicht (S. 13, Z. 25-31), Unverständnis
bezüglich gesetzlicher Regelungen, Interviewpartnerin vermutet,
dass Gesetze von Männern gemacht werden, diese können
sich nicht in Situation schwangerer Frauen hineinversetzen (S.
13, Z. 33-37)
|
Gründe für Befürwortung |
- Behandlung ist für Frauen physisch und psychisch anstrengend à daher
sinnvoll, vor dem ET abzuklären, ob Embryo Gendefekt hat,
ob befruchtete Eizelle beschädigt ist, um Fehlgeburt bzw.
Tod des Kindes im dritten oder vierten Monat zu vermeiden (S.
11, Z. 18-23, 24f., 36-48)
- Für Frauen unzumutbar, dass nicht untersucht wird, ob
Embryo lebensfähig ist (S. 12, Z, 17-27), PID wird gegenüber
PND bevorzugt, weil bei PND bereits entwickeltes Kind untersucht
wird, PID untersucht lediglich Zellen (S. 13, Z. 12-23)
- Beginn des schützenswerten Lebens beginnt beim Transfer,
wenn Embryo im Mutterleib ist (S. 13, Z. 39ff.)
- PID für die Untersuchung genetischer Defekte, schwerwiegende
Krankheiten sinnvoll, Kind soll nicht geboren werden, um zu leiden
(S. 15, Z. 48, S. 16, Z. 6-17)
- Untersuchung äußerlicher Merkmale wird als überflüssig
betrachtet (S. 15, Z. 38ff., 54ff.)
- Entscheidung muss in jedem Fall bei Eltern liegen (auch etwa
dann, wenn sie Embryo wegen Wahrscheinlichkeit zur Fettleibigkeit
ausselektieren möchten) (S. 15, Z. 45ff., 53ff.), Entscheidung
für oder gegen ein Kind individuelle Entscheidung der Eltern,
es gibt keinen gesellschaftlichen Druck (S. 16, Z. 18-21), Entscheidung
gegen schwerkrankes Kind nachvollziehbar, da alle Eltern mit
ihren Kinder leiden, Gewissheit, dass Kind in fünf oder
zehn Jahren stirbt, für Eltern wahrscheinlich unerträglich
(S. 16, Z. 20-26)
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8. Weitere Themen |
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Gesetze Gesundheitsministerium |
- Interviewpartnerin findet Gesetze diskriminierend, da Sterilität
nicht als Krankheit betrachtet wird, aus ihrer Sicht gibt es
jedoch keine schlimmere Krankheit, da Fortpflanzung der Menschheit
nicht mehr gewährleistet ist (S. 12, Z. 30-38, S. 15, Z.
10-16, S. 15, Z. 24), Sterilität wird bestraft, um Geld
zu sparen (S. 12, Z. 46-49, S. 15, Z. 10-15), Unverständnis
gegenüber Gesetze, da von ungewollter Kinderlosigkeit nicht
so viele Paare betroffen sind, daher wäre finanzielle Unterstützung
möglich (S. 15, Z. 16)
- Ungerecht gegenüber anderen PatientInnengruppen, die vom
Staat mehr unterstützt werden als ungewollt kinderlose Paare
(S. 12, Z. 49-53, S. 15, Z. 25-31)
- Private Krankenkasse übernimmt Kosten des zweiten Versuches
der Interviewpartnerin nicht, da „die Erstbeschwerden,
nämlich ein Kind zu haben, sind ja gelindert“,
laut Krankenkasse kein Recht auf weiteres Kind (IT 5S. 14, Z.
46-54) à Abfertigung durch Krankenkasse „wie
der letzte Sozialpenner“ (S. 15, Z. 1-8)
|
Eizellenspende, |
- Sollte erlaubt sein (S. 13, Z. 47f.)
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Leihmutterschaft |
- Sollte erlaubt sein, wenn soziale Mutter über 40 Jahre
alt ist und Gefahr besteht, dass sie das Kind verliert, Risiko
für Frau selbst, Kind auszutragen (S. 13, Z. 49-56, S. 14,
Z. 1f., 4f.)
|
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
|
Aspiration |
- Paar wollte schon immer Kinder (S. 1, Z. 6f.)
- Voraussetzung: Realisierung Kinderwunsch nach Beendigung des
Studiums (S. 1, Z. 7ff.)
- Hochzeit unabhängig vom Kinderwunsch, „Natürlich
war es klar, dass wenn irgendwann mal, wenn die Verhältnisse
stimmen, dass Kinder dazu kommen sollen.“ (IT 6,
Z. 8, 57-50)
|
Realisation
(Handlungsschritte Realisierung Kinderwunsch) |
- Realisierung des Kinderwunsches für 2007 geplant (S. 1,
Z. 7ff., 10)
- Interviewpartnerin setzt Pille ab (S. 1, Z. 12)
- Paar probiert 14 Monate, auf natürlichem Wege Kinder zu
bekommen (S. 1, Z. 13)
|
Bilanz |
- Internetrecherche über weibliche und männliche Sterilitätsstörungen,
(S. 1, Z. 13, 27ff.), gynäkologische Untersuchung untersuchen
ergibt kein Befund (S. 1, Z. 14f.)
- Diagnostik: Andrologische Untersuchung, Befund: komplett
zeugungsunfähig wegen Hodenhochstand-OP im Alter von 7 Jahren
(S. 1, Z. 19ff., 24ff.)
- Reaktionen auf Diagnose: wird von Interviewpartnerin
als Schock erlebt, aber auch erwartet wegen Krankheitsgeschichte
des Mannes (S. 1, Z. 30ff., 35f.)
- „Für meinen Mann war das komplett der Schock.
Also er konnte das gar nicht glauben, (-) er war überhaupt
nicht ansprechbar, wir konnten tagelang überhaupt nicht
reden irgendwie.“ (IT 6, S. 1, Z. 35-40), laut Interviewpartnerin
liegt das daran, dass Familiengründung nicht mehr nach
Vorstellungen des Mannes planbar ist (S. 2, Z. 12), und an
anfänglicher Ungewissheit, ob es einen Weg gibt, Kinderwunsch
zu realisieren (S. 2, Z. 2ff.)
- à Interviewpartnerin sucht im Internet nach Beiträgen,
Blogs von zeugungsunfähigen Männern, dadurch erkennt
Mann, dass auch andere betroffen sind, kann dann damit besser
umgehen (S. 1, Z. 42-53)
- Schließlich ist Paar erleichtert, Grund für unerfüllten
Kinderwunsch zu kennen und zu wissen, dass es Methode gibt, sich
diesen zu erfüllen (S. 2, Z. 39ff., S. 3, Z. 1f., S. 3,
Z. 27-38)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
|
Aspiration
(Entscheidungsbegründung und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Paar ist optimistisch, möchte nicht abwarten, auch ÄrztInnen
signalisieren, dass es Hoffnung haben kann (S. 2, Z. 39ff., S.
3, Z. 1f., S. 3, Z. 27-38)
- Aber auch Bedenken: „Es ist uns wirklich bewusst,
dass wir durch diese medizinische Einmischung eine Reihe von
Faktoren haben, die wir überhaupt nicht einschätzen
können.“ (IT 6, S. 11, Z. 33ff.)
- „Und er (Mann der Befragten) hat dann schon mehr Ängste
dann gehabt, dass durch diesen Einfluss der künstlichen
Befruchtung, wir mit Materialien rumfummeln, wo kein Ausgang
oder keine Garantie für ein gesundes Baby ist.“ (IT
6, S. 11, Z. 47-51)
|
Realisation |
- Nach Diagnose à Besuch Kinderwunschzentrum, um sich über
Behandlungsmöglichkeiten beraten zu lassen (S. 2, Z. 21)
- Paar erfährt, dass TESE vor ICSI nötig ist (S. 2,
Z, 23ff., S. 3, Z. 32ff.)
- Arzt empfiehlt weitere Diagnostik bei Interviewpartnerin à Gebärmutter-
und Bauchspiegelung, dabei sollen Myome entfernt werden, funktioniert
nicht, daher OP (Bauchschnitt) à sechs Monate Behandlungspause
(S. 2, Z. 28-34, 36f., 43-48)
- Parallel dazu TESE beim Interviewpartner (S. 2, Z. 34ff.)
- September 2008 Beginn mit Kinderwunschbehandlung (S. 2, Z.
53f.)
- Interviewpartnerin gibt Beruf auf, da dieser mit Behandlung
nicht vereinbar ist, wegen Koordinationsaufwand, Konzentration
auf Behandlung möglich, Gehalt des Mannes zudem ausreichend,
(S. 4, Z. 33-43)
- Humangenetische Untersuchung auf Initiative des Paares, weil
Fälle von Schizophrenie in Familie des Mannes, Ergebnis
Beratung: psychische Krankheit nicht vererbbar, kein weiterer
Befund, für Paar positiv, über Ängste bezüglich
Behandlung zu reden (S. 10, Z. 33-38, S. 11, Z. 11-38)
- Abbruch der ersten Behandlung wegen körperlicher Beschwerden
der Interviewpartnerin (s. Behandlungsverlauf) (S. 3, Z. 40f.)
- Nächster Versuch im nächsten Zyklus mit weniger Hormonen
auf Rat des Arztes (S. 3, Z. 42f.)
- ET (S. 4, Z. 45ff.), vorher hat sich Interviewpartnerin belesen,
wie Embryo vor dem Transfer idealerweise aussehen muss (S. 4,
Z. 50f.), Vergleich mit Embryo, der transferiert werden soll à „Ich
bin kein Biologe, aber ich habe die Bilder von der Qualität
der Embryonen gesehen. Unser Embryo sah nicht gut aus.“ (Interviewpartnerin
6, S. 4, Z. 52ff.), Paar wird nicht informiert, Paar enttäuscht,
dass er nicht ehrlich ist (S. 5, Z. 1-4)
- Paar vereinbart daraufhin Gespräch mit Arzt und Biologen,
um Kritikpunkte anzubringen (S. 5, Z. 42-49)
- Praxiswechsel zu Arzt in andere Stadt, der mehr Erfahrung mit
TESE hat, Erfolgschancen realistisch einschätzen kann (S.
7, Z. 42-55), zum Zeitpunkt des Interviews waren das Zukunftspläne
|
Bilanz |
- Behandlungsverlauf: Zeit während Hodenbiopsie und
Bauchspiegelung wird als harte Zeit empfunden, „aber
es hat uns trotzdem sehr gut getan, weil wir wussten, dass wir
uns auf dem Weg befinden, dass wir was tun und nicht einfach
abwarten wie Opfer, ob was passiert oder nicht.“ (IT
6, S. 2, Z. 37-41)
- Weg zur anderen Kinderwunschpraxis sehr weit, 140 km hin und
zurück (S. 4, Z. 16ff.), hoher logistischer Aufwand, viel
Planung nötig, Interviewpartnerin: „Termine werden
so gelegt, wie es dem Doktor passt“ (IT 6 S. 4, Z.
19ff., 26f.)
- Pause nach OP der Interviewpartnerin: dadurch kann Paar Abstand
von der Behandlung gewinnen, Kraft tanken (S. 2, Z, 49ff.)
- 1. ICSI Versuch, Interviewpartnerin hat starke physische und
psychische Nebenwirkungen von Hormonen (Gonal-F-Hormon), massive
Ausschüttung Östrogene (S. 3, Z. 6-14)à Interviewpartnerin
fühlt sich „wie ferngesteuert“ (S.
4, Z. 4, 10f.)
- Arzt empfiehlt zum Abbruch der Behandlung à Schock für
das Paar, da finanzielle Belastung bis dahin umsonst, und weil
auch mit medizinischer Hilfe Familiengründung nicht planbar
ist (S. 3, Z. 15ff., 19-23), „Wir können nur durchhalten
und hoffen, dass es so funktioniert, wie die Ärzte sich
das vorstellen.“ (IT 6, S. 3, Z. 22f.)
- 2. ICSI Versuch: fünf Eizellen, davon drei reif, eine
ließ sich befruchten à Schock für Paar (weil
wenige Eizellen) belastend ist Abwarten, Hoffen, Bangen auf Urteil
des Biologen (S. 3, Z, 50-56, S. 4, Z. 1ff.) à keine Schwangerschaft
(S. 5, Z. 36-40), für Paar erleichternd, da Embryo nicht
so gut aussah, daher Angst, dass Embryo krank war, insofern keine
Entscheidung über Abbruch nötig (S. 11, Z. 41-47)
- 2. Versuch: Einnahme Uterogest, starke Nebenwirkungen bei Befragten
(Depression, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Migräne, „schlimmste
Zeit nach dem Transfer“, Hoffnungslosigkeit (S. 5,
Z. 6-15, 34f.)
- Behandlungsgrenze: drei Versuche, wegen starken Nebenwirkungen
und negativen Erfahrungen (S. 7, Z. 36-39, S. 8, Z. 1f., S. 8,
Z. 35-43)
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: bei erstem
Versuch, gute Beratung, anfangs großes Vertrauen zum Arzt,
Paar hat sich wohlgefühlt (S. 3, Z. 2ff., S. 10, Z. 48ff.,
55f., S. 11, Z. 7)
- Paar ist enttäuscht vom Biologen, mangelnde Kompetenz
aus Sicht es Paares, Vertrauensbruch (S. 5, 19-22, 30f., S. 11,
Z. 50, 53), „Er hat gesagt, er wusste nicht, wo er
suchen muss, das heißt, er hat auf gut Glück irgendwelche
Spermien genommen“ (IT 6, S. 5, Z. 23ff., 27f.)
- Gespräch mit Biologen: „Bei diesem Gespräch
hat er gesagt: ,Ihr müsst euch das so vorstellen, ich
arbeite in eurem Fall mit Spermienmüll’ Und dieser
Satz hat so richtig gesessen.“ (IT 6, S. 5, Z. 50f.,
53), aus Sicht des Paares unsensible Wortwahl, Biologe gibt
sich keine Mühe im Gespräch, er weist außerdem
daraufhin, dass er nur vier TESE im Jahr durchführt, also
wenig Erfahrung hat, Paar ist geschockt, da diese Aussage gegenteilig
zu der des behandelnden Reproduktionsmediziners (S. 5, Z. 1-17,
S. 11, Z. 51ff.)
- Paarbeziehung im Behandlungsverlauf: durch psychische
Nebenwirkungen der Hormone wird Beziehung emotional stark belastet
(S. 8, Z. 4ff., 10-17)
- Mann „wusste nicht, wie er damit umgehen soll, weil
er wusste, dass er der Verursacher ist“ (IT 6, S.
8, Z. 18ff.), „er wusste nicht mehr, wie er mich
trösten soll“ (IT 6, S. 8, Z. 21f.)
- Konflikt zwischen dem Paar à Lösung: Einigung,
dass nur noch ein Versuch unternommen wird (S. 8, Z. 22-43)
|
3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
|
Aspiration
(für DI und Auslandsadoption) |
- Alternative zur ICSI-Behandlung ist für den Mann der Befragten
DI, da Schwangerschaftserleben wichtig, Gewissheit über
Schwangerschaftsbedingungen, außerdem stammt Kind bei DI
von wenigstens einem Elternteil genetisch ab (S. 6, Z. 27-33,
S. 7, Z. 15f.) à Interviewpartnerin lehnt das ab, da sie
kein Kind von Unbekannten möchte, Unwissenheit über
dessen Spendermotive, Bedenken, dass keine Beziehung zwischen
Mann und Kind entsteht (S. 7, Z. 21-32)
- Für Interviewpartnerin ist Auslandsadoption (aus Russland)
Alternative, da sie selbst aus Russland kommt (S. 6, Z. 39f.,
45f.), dadurch Organisation ohne Agentur möglich (S. 7,
Z. 13ff.) à Mann lehnt das ab, da Schwangerschaftsbedingungen
unklar, diese haben aus seiner Sicht Einfluss auf Persönlichkeit
des Kindes wie auch die Zeit im Kinderheim, zudem Bekannte, die
Kind aus Russland adoptiert haben und Probleme haben (S. 6, Z.
47-56), Mann hat Angst vor Überforderung (S. 7, Z. 1f.),
Bezahlung einer Adoptionsagentur ist für Mann gleichbedeutend
mit Kinderhandel, den er nicht unterstützen möchte
(S. 7, Z. 4-9),
- Gesetzeslage in Russland hat sich aber verändert, Antrag
kann direkt beim Amt gestellt werden, keine Bezahlung einer Agentur
nötig (S. 7, Z. 9-12), Mann lehnt Auslandsadoption trotzdem
ab (S. 7, Z. 15)
- Adoption in Deutschland kommt nicht in Frage, da Mann 40 Jahre
alt ist, Altersgrenze überschritten (S. 6, Z. 40-44)
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4. PND |
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Aspiration
(Begründung Inanspruchnahme PND, Einstellung bzgl. Abtreibung) |
- Paar fühlt sich nicht in der Lage, geistig oder körperlich
behindertes Kind großzuziehen (S. 12, Z. 7-11, 15ff.)
- Abtreibung kommt nicht in Frage bei behandelbaren Krankheiten
wie Herzfehler, wenn Ärzte kein Problem der Behandelbarkeit
sehen (S. 12, Z. 11-15)
- „Also ich muss sagen, ich bewundere und habe großen
Respekt vor den Menschen, die behinderte Kinder zur Welt bringen,
obwohl sie durch diese modernen pränatalen Diagnostiken
eigentlich wissen, dass das Kind ohne Hilfe lebensunfähig
ist.“ (IT 6, S. 12, Z. 1-5)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
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Aspiration |
- Behandlung ist „nichts, wofür man sich schämen
muss.“ (IT 6, S. 9, Z. 8f., 37f.)
- „Ich finde es wichtig, dass man (...) auch für
diesen Weg steht.“ (IT 6, S. 9, Z. 35f.)
|
Realisation |
- Offener Umgang mit Thema (S. 9, Z. 6, 9ff.),
- Paar ist auch offen bei direkten Nachfragen, warum es keine
Kinder hat (S. 9, Z. 12-16)
- Teilnahme an Demonstration von „Aktion Kinderwunsch“ am
30.09.2008 vor dem Reichstag (S. 9, Z. 29-32), dort wurden Paare
für TV-Interview gesucht, Interviewpartnerin hat damit kein
Problem, allerdings ist Interview nicht zustande gekommen (S.
9, Z. 33-35)
|
Bilanz |
- Unterschiedliche Reaktionen: z. T. Unverständnis
(S. 9, Z. 2f.), z. T. verständnisvoll (S. 10, Z. 25f.)
- Offener Umgang störend für Freundin der Befragten,
die ebenfalls in reproduktionsmedizinischer Behandlung ist, diese
sieht Art der Familiengründung als Privatsphäre an
(S. 9, Z. 18-27)
- Familiäres Umfeld: Mutter und Schwester der Befragten
reagieren mit Unverständnis, haben Angst um Befragte wegen
Hormonbehandlung (haben in Russland in den Medien erfahren, dass
Hormonbehandlung krebserregend ist), Vorurteile gegen Behandlung,
bombardieren Befragte mit Briefen, fordern sie auch, Behandlung
zu beenden (S. 9, Z. 41-54, S. 10, Z. 11-14) à Reaktion
setzt Befragte unter Druck, offener Umgang gegenüber Familie
wird als Belastung empfunden, Entscheidung für Behandlung
soll nicht von Familie getroffen werden (S. 10, Z. 1-6), Befragte
bittet Familie um Akzeptanz ihrer Entscheidung (S. 10, Z. 17-23)
|
6. Aufklärung des Kindes |
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Aspiration |
- Bei DI ist es wichtig für Kind zu wissen, dass sozialer
nicht der genetische Vater ist, wichtig für seine Identitätsfindung
(S. 14, Z. 50-56)
- Generell nicht vorstellbar, dem Kind Art der Zeugung zu verheimlichen
(S. 14, Z. 55f.)
- „Ich fühle und mein Mann fühlt sich nicht,
dass diese ICSI oder künstliche Befruchtung eine Sache
ist, für die man sich schämen muss.“ (IT
6, S. 15, Z. 1ff.)
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7. PID |
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Einstellung |
- Kritisch gegenüber PID, Interviewpartnerin hat gelesen,
dass diese Schwangerschaftsrate nicht erhöht (S. 12, Z.
22-26)
- PID führt nicht zur Linderung des Leidens, kein großer
Erfolg (S. 12, Z. 52ff.)
- Interviewpartnerin lehnt PID ab, da Embryo schon Leben ist
(S. 12, Z. 29f.)
- Bevorzugung Untersuchung Sperma des Mannes auf DNA-Fragmentierungen,
Methode ist erfolgsversprechender; Untersuchung von Material,
das noch kein Leben darstellt, Methode verschafft Klarheit, ob
sich Behandlung mit dem Sperma lohnt, ob gesundes Kind entstehen
kann (S. 12, Z. 28-40)
- Generell sollte PID aber jedem Paar frei stehen (S. 13, Z.
10ff., 23f.)
|
Wer sollte PID in Anspruch nehmen?
Wofür und wofür nicht? |
- Sinnvoll für Paare, die bereits mehrere Fehlversuche hinter
sich haben (S. 13, Z. 5ff.)
- Paare, bei denen Erbkrankheiten vorkommen (S. 13, Z. 16f.)
- Frauen, die bereits über 40 Jahre sind, da Wahrscheinlichkeit
für behindertes Kind dann steigt (S. 13, Z. 17ff.)
- Bei Paaren, bei denen mehrere Faktoren zusammenkommen (S. 13,
Z. 20ff.)
- „Also nicht, denke ich mal, für so einen Blödsinn
wie Geschlechtsfeststellung“ (IT 6, S. 13 Z, 14f.)
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8. Weitere Themen |
|
Weiterkultivierung Embryonen |
- Änderung der Gesetzeslage in Deutschland wird als nötig
angesehen, damit nur die entwicklungsfähigsten Embryonen
transferiert werden, dabei geht es nicht darum, kranke Menschen
auszusortieren, sondern Schwangerschaftsraten zu erhöhen,
Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden (S. 13, Z. 30-41)
|
Zuzahlungen Krankenkasse, Familienpolitik |
- Private Krankenkasse des Mannes muss alle Versuche übernehmen,
da er der Verursacher ist, weigert sich aber, jetzt gerichtliches
Verfahren, bisher hat Paar alle Kosten selber getragen (S. 13,
Z. 46-55)
- Wahrnehmung Widerspruch: Politisch werden „normale“ Familien
unterstützt, wenig Unterstützung für ungewollt
kinderlose Paare, hohe finanzielle Belastung und auch emotionale,
physische Belastung, ungewollt kinderlose Paare werden durch
Gesetze diskriminiert (S. 14, Z. 1-8)
|
Einstellung zu gesetzlichen Regelungen:
Transfer von maximal drei Embryonen |
- Interviewpartnerin befürwortet Regelung, maximal drei
Embryonen zu transferieren (S. 14, Z. 13f., 21ff.)
- Mehr als Drillinge nicht normal, Achtlinge kommen beim Menschen
nicht vor bei natürlichen Schwangerschaften (S. 14, Z. 19ff.)
- ÄrztInnen tragen Verantwortung, wenn sich Paar für
den Transfer von mehr als drei Embryonen entscheidet, MedizinerInnen
müssen aber Risiken erklären, Pflicht der ÄrztInnen,
Folgen der Behandlung zu überblicken (S. 14, Z. 34-40)
- Begrenzung nach oben nötig, Paare sollten nur zusammen
mit ÄrztInnen entscheiden dürfen, wie viele Embryonen
transferiert werden (S. 14, Z. 25-29)
|
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
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Aspiration |
- Kinderwunsch besteht beim Paar von Anfang der Beziehung an
(S. 1, Z. 6f., S. 3, Z. 16ff.), Kind als Lebensbereicherung,
muss nicht zwangsläufig ein leibliches Kind sein (S. 5,
Z. 20-25)
- Hochzeit unabhängig vom Kinderwunsch (S. 3, Z. 23-30)
- Realisierung Kinderwunsch geplant, wenn berufliche Situation
und private Bedingungen (Hausbau) gesichert sind (S. 1, Z. 11f.,
18f.)
|
Realisation
(Handlungsschritte) |
- Nach der Hochzeit Absetzen der Pille, dann wieder angefangen,
da Hausbau noch nicht beendet, durch berufliche Umstände
wird Kinderwunsch verschoben (S. 1, Z. 8f., 12-18)
|
Bilanz
(Folgen, Reaktionen auf Diagnose) |
- Diagnostik: gynäkologische Untersuchung: Unregelmäßigkeiten
des Zyklus durch Nebenwirkungen Aknetabletten (S. 1, Z, 20-26)
- Frauenärztin der Interviewpartnerin schickt Mann zum Urologen,
Aussage der Frauenärztin „So prickelnd ist das
irgendwie alles nicht.“ (S. 27-34), Aussage Urologe „Ist
alles super.“ (IT 7, S. 1, Z. 35f.) à keine
eindeutige medizinische Ursache für den unerfüllten
Kinderwunsch
- „Und dann hatten wir beide eigentlich auch so ein
bisschen die Faxen dicke und mein Mann hat eigentlich gesagt:
,Also dieses ganze Hin und Her, einer sagt Hüh, einer
sagt Hott. Keine Ahnung, was ist denn nun?’ (IT
7, S. 1, Z. 37-41, S. 22, Z. 50ff.) à Paar bekommt von
Verwandten Tipp, in ein reproduktionsmedizinisches Zentrum
zu gehen, dort gleichwertige Betreuung von Frau und Mann (S.
1, Z. 43-54, S. 22, Z. 43-47)
- Erneutes Spermiogramm, Ergebnis: zu wenige und zu unbewegliche,
langsame Spermien (S. 1, Z. 56, S. 2, Z. 1f.)
- Reaktion auf Diagnose bzw. unerfüllten Kinderwunsch:
widersprüchliche Aussagen der ÄrztInnen, dadurch
ist Diagnose kein Schockerlebnis (S. 3, Z. 35ff., 43ff.), Erleichterung,
weil Wissen um Ursache unerfüllter Kinderwunsch und reproduktionsmedizinische
Möglichkeiten (S. 4, Z. 54ff., S. 5, Z. 11f.), keine Zweifel
an Paarbeziehung (S. 5, Z. 7ff.)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
|
Aspiration (Entscheidungsbegründung
und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Vertrauen auf ärztliche Meinung (S. 2, 16-21, S. 3, Z.
37ff., 41ff., 54ff.), Paar möchte Realisierung des Kinderwunsches
nicht länger aufschieben (S. 3, Z. 45-51, S. 4, Z. 48ff.)
- Für Paar ist Behandlung kein Problem (S. 4, Z. 38ff.)
- „Es war auch was Besonderes. Insofern war das auch
nicht so, dass man gesagt hat ‚Ok, ich schäme mich
jetzt dafür, das ist mir unangenehm.’ (IT 7,
S. 5, Z. 4-7)
|
Realisation |
- Paar informiert sich über Thema Reproduktionsmedizin,
durch Gespräche mit anderen betroffenen Paaren aus dem sozialen
Umfeld und im Internet (S. 3, Z. 10ff., 16f., 19ff., 24ff.) über
Risiken, Vor- und Nachteile der Behandlung, Wahrscheinlichkeit
für Mehrlingsgeburten (S. 6, Z. 7-12)
- Trotz uneindeutiger Diagnose à einige Zyklen Geschlechtsverkehr
nach Plan, dann drei IUS mit Hormonstimulation (S. 2, Z. 6ff.,
10ff.), aber keine Schwangerschaft (S. 2, Z. 15)
- April 2007: 1. ICSI, zwei Embryonen werden transferiert, keine
Schwangerschaft (S. 2, Z. 21ff.)
- Mai 2007: KT, keine Schwangerschaft (S. 2, Z. 26-29)
- Juli 2007: 2. ICSI mit Blastozystentransfer (S. 2, Z. 31-39,
41-45), Interviewpartnerin schwanger (S. 3, Z. 12f.),
- Parallel dazu Akkupunkturbehandlung direkt nach dem Transfer, „Ich
weiß jetzt nicht, ob ich wirklich dran geglaubt hab,
aber ich habe gedacht, schaden kann es nicht.“ (IT
7, S. 2, Z. 47ff)
|
Bilanz |
- Behandlungsverlauf: durch Bildungshintergrund (Studium)
kann Paar Erfolgsquote realistisch einschätzen (S. 2, Z.
52f., S. 6, Z. 29-52, 51f.), machen sich keine großen Hoffnungen,
- Adoption immer als Alternative im Hinterkopf, daher geht Paar
wenig „verkrampft“ in Behandlung (S. 5, Z. 28f.,
38f.), kann mit Fehlversuchen gut umgehen, enttäuscht, hat
aber „kein Wunschdenken“ (S. 6, 54ff.,
S. 7, Z. 1f.),
- Praxis hat flexible Öffnungszeiten, dadurch Behandlungen
mit Arbeitszeiten koordinierbar, dennoch zeitweise hektisch,
organisatorischer Aufwand nötig, ohne dass „jemand
was mitkriegt“ (S. 7, Z. 26ff., 30ff., 39f., 47-54,
S. 21, Z. 44-47)
- Behandlungsgrenze: Paar hat sich von Anfang an Grenze
gesetzt (Inanspruchnahme nur der drei von Krankenkasse mitfinanzierten
Versuche), Gründe: „Wir wollten a) dadurch nicht
verarmen und b) unser Leben nicht nur darauf beschränken.“ (IT
7, S. 3, Z. 10ff.)
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: Aufklärung über
die Risiken der Behandlung hat Paar im Bekanntenkreis erfahren
(z. B. Überstimulation) (S. 5, Z. 49-52), „Das
haben eigentlich die Ärzte nie so wirklich so erwähnt.“ (IT
7, S. 5, Z. 52f., S. 5, Z. 54ff., S. 6, Z. 1f.), ärztliche
Aufklärung weniger ausführlich, weil Arzt gemerkt hat,
dass Paar sich bereits gut informiert hat (S. 6, Z. 15-22, 26f.)
Perspektive Paar: Behandlung ist Alltagsgeschäft für ÄrztInnen
(S. 6, Z. 5f.)
- Negative Aspekte der Behandlung: Einschränkung
Entscheidungsfreiheit, da sich Paar festlegen muss, etwa bezüglich
Anzahl der transferierten oder kryokonservierten Embryonen (S.
20, Z. 25-39), Vordefinition von ÄrztInnen, keine Möglichkeit
im Einzelfall zu entscheiden (S. 20, Z. 46ff., S. 21, Z. 17ff.),
Gründe laut Paar: CDU Bild vom schützenswerten Leben,
Partner sind Naturwissenschaftler, daher liberale Einstellung
(S. 20, Z. 51-56, S. 21, Z. 1-4)
- Paarbeziehung im Behandlungsverlauf: positiv: Behandlung
als gemeinsames Projekt (S. 21, Z. 43, 48-52, S. 22, Z. 1-7),
Teilen der Freude, Aufarbeiten der Enttäuschung, gemeinsames
Gesprächsthema, viel Zeit miteinander (S. 22, Z. 13-21),
negativ: Einschränkung der Sexualität, keine Spontanität
möglich (S. 22, Z. 27-33)
|
3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
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Aspiration |
- Zunächst medizinischen Möglichkeiten nutzen, um leibliches
Kind zu bekommen, Versuche, die von Krankenkasse bezahlt werden,
wahrnehmen à Adoption als weitere Option (S. 3, Z.
2ff., S. 5. Z. 15ff.), Kind muss nicht leiblich sein (S. 5, Z.
20-25)
- Rahmenbedingungen für Adoption vorhanden (Paar ist jung – Anfang
30, finanzielle Absicherung vorhanden – geregeltes Einkommen,
eigenes Haus) (S. 5, Z. 30ff., 34-39)
|
4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
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Aspiration, Realisationen |
- Neugier (S. 13, Z. 13), Sicherheitsbedürfnis (S. 16, Z.
6), Planungssicherheit (S. 16, Z. 6)
- Angstschwangerschaft (S. 13, Z. 14), beginnt mit positivem
Schwangerschaftstest (S. 13, Z. 27f.), Gründe: Bedenken,
dass sich Reproduktionsmedizin negativ auf kindliche Entwicklung
auswirkt (S. 13, Z. 16ff., 19ff.), Druck für Interviewpartnerin:
Behandlung muss erfolgreich sein, da sonst weder Job noch Kind
(S. 13, Z. 21ff.), Gegenpol Interviewpartner à keine Bedenken
(S. 14, Z. 54ff., S. 15, Z. 1-9)
- Inanspruchnahme PND auf Vorschlag der Ärztin (S. 13, Z.
30f.), Nackenfaltenmessung, Blutuntersuchung, Ultraschall, Organultraschall,
Feindiagnostik bzw. 3-D-Ultraschall auf Selbstkostenbasis (S.
13, Z. 5-11)
- Perspektive Interviewpartnerin hinsichtlich Abtreibung:
geplant bei geistiger Behinderung (S. 14, Z. 10f.), keine Abtreibung
bei behandelbaren Krankheiten (S. 14, Z. 18ff.), Gründe:
Interviewpartnerin möchte „es nicht mit ansehen“ (S.
14, Z. 28f.), keine Geduld, ein krankes Kind großzuziehen,
(S. 14, Z. 30ff.), Lebenspläne und -entwürfe mit behindertem
Kind nicht realisierbar (S. 14, Z. 35-40)
- Interviewpartner: Angstschwangerschaft macht es für ihn
schwer, Fragen bezüglich Abtreibung zu klären, will
seine Frau nicht weiter belasten (S. 14, Z. 49-55)
|
Bilanzen (Schwangerschaftsverlauf) |
- Folge Angstschwangerschaft: Paar hat kryokonservierte Eizellen
gekündigt, Entscheidung gegen weiteres Kind (S. 24, Z. 46ff.,
52ff.), außerdem „das Glück nicht nochmal
herausfordern“ (IT 7, S. 24, Z. 48f.), Herausforderung
bezüglich Erziehung auch bei Einzelkind ausreichend (S.
25, Z. 2ff.)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
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Aspiration, Realisationen |
- Soziales, familiäres Umfeld: Offener Umgang gegenüber
nahem sozialem Umfeld, weil kein Problem mit Behandlung, Einweihung
Familie, engerer Freundeskreis (S. 8, Z. 30-33)
- Tabuisierung gegenüber entferntem, familiären und
sozialen Umfeld, weil „das da nicht relevant ist“ (IT
7, S. 8, Z. 34ff.), Familiengründung ist intimes Thema (S.
11, Z. 48-52), Angst vor negativen Reaktionen (S. 12, Z. 18ff.)
- Berufliches Umfeld: Interviewpartner informiert berufliches
Umfeld nicht, weil keine Nachfragen (S. 8, Z. 42f.), Interviewpartnerin
verschweigt Behandlung, täuscht andere Termine vor, weil
sie keinen Kündigungsschutz hat (S. 8, Z. 1-6, 42f., 46f.,
, S. 9, Z. 9-15), Offenbarung der Familienplanung bringt Risiko
einer Kündigung mit sich, karrierebestrebtes Umfeld macht
Offenheit mit dem Thema schwer, Konsequenzen wären nicht
abschätzbar, selbst wenn nach außen hin Verständnis
suggeriert werde (S. 8, Z. 47-56, S. 9, Z. 1f.,17-37)
|
Bilanzen
(Reaktionen des Umfeldes) |
- KollegInnen der Interviewpartnerin haben „es
dann halt mitgekriegt und man hat es denen gegenüber irgendwie
schon mal erzählt.“ (IT 7, S. 9, Z. 4f.)
- Familie des Interviewpartners reagiert z. T. verhalten,
Bedenken, dass Paar sich zu voreilig behandeln lässt, Ignorieren
der medizinischen Fakten (S. 9, Z. 44-55) „Ich glaube,
dass war dann dieser Wandel, dass die Zeugung eines Kindes oder
die ganze Schwangerschaft und Geburt irgendwie von ja einem so übergeordneten,
plötzlich zu so einer wissenschaftlich, medizinisch, nüchternen
Sache runtergespielt wird. Ich glaube, das war für einige
gar nicht so einfach.“ (IT 7, S. 10, Z. 1-6), Reaktion,
weil Mann Verursacher ist (S. 10, Z. 22f.), Reproduktionsmedizin
ist nicht mit katholischem Weltbild der Eltern vereinbar (S.
10, Z. 27-35)
- Reaktion Familie der Interviewpartnerin: Bedenken bezüglich
gesundheitlicher Konsequenzen der Behandlung (S. 10, Z. 46-55,
S. 11, Z. 1-5), Sorge um finanzielle Belastung (S. 11, Z. 6ff.) à dennoch
lässt Paar sich nicht von Entscheidung abbringen (S. 11,
Z. 9f.), Familie erleichtert, als Behandlung beendet ist (S.
11, Z, 15ff.)
- FreundInnen reagieren offen, Paar erfährt, dass
auch andere aus dem sozialen Umfeld ungewollt kinderlos sind
(S. 11, Z. 20ff., 24-32, S. 12, Z. 1-5), dadurch deutlich, dass
Behandlung nicht selten und ungewöhnlich (S. 11, Z. 33ff.),
FreundInnen sind gut informiert über Thematik, auch jene,
die auf natürlichem Wege Kinder bekommen haben (S. 11, Z.
37-44)
|
6. Aufklärung des Kindes |
|
Aspiration |
- Aufklärung geplant, Kind ist absolutes Wunschkind ist,
Behandlung nichts, wofür Paar sich schämt (S. 12, Z.
22-25, 27ff., 31ff.), Kind soll nicht von Dritten über Art
der Zeugung erfahren (S. 12, Z. 9-16)
- Aufklärung bei durch Reproduktionsmedizin gezeugtem Kind
stellt im Gegensatz zu Adoptivkind keine Problematik dar, Art
der Zeugung hat wenig Relevanz (S. 12, Z. 36-44, 50-53)
- Aufklärung wird erleichtert, weil Eltern genetische Eltern
sind (S. 12, Z. 45ff.)
|
7. PID |
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Einstellung |
- Paar befürwortet PID, hätten diese auch in Anspruch
genommen, wenn sie in BRD erlaubt wäre (S. 15, Z. 54ff.)
- Entscheidung sollte bei Eltern liegen, Definitionen GesetzgeberInnen
bezüglich Beginn des schützenswerten Lebens irrelevant
für Paar (S. 17, Z. 24-39)
- Vorteil PID: Zellen, die untersucht werden, sind anonym, keine
Menschen, keine Mutter-Kind-Bindung, Zellhaufen ist abstrakt
(S. 16, Z. 50-54, S. 17, Z. 1-5), Abtreibung ist hingegen großer
ethischer Konflikt, Belastung für Mutter, hat bereits Bindung
zum Kind (S. 16, Z. 30-39, S. 17, Z. 10-13)
- Medizinischen Möglichkeiten sollten genutzt werden (S.
17, Z. 54f.), finanzielles Geschäft zwischen ReproduktionsmedizinerInnen
und Paaren, diejenigen, die es sich leisten können, sollen
es auch in Anspruch nehmen dürfen (S. 17, Z. 46-51)
- Kritik: durch PID noch weitere Entfernung vom natürlichen
Zeugungsakt als Kinderwunschbehandlung ohne PID (S. 17, Z. 42)
|
Gründe für Befürwortung
/ Welche Merkmale sollen nicht untersucht werden? |
- Erhöhung Chancen einer Schwangerschaft, Vermeidung Fehlgeburten
(S. 16, Z. 1ff.)
- Diagnostik von Erbkrankheiten, wenn noch kein Kind entwickelt
ist (S. 16, Z. 13)
- Befriedigung Sicherheitsbedürfnis (S. 16, Z. 6) und Planungssicherheit
im Leben (S. 16, Z. 6)
- Deutschland sollte sich wissenschaftlichen Fortschritt nicht
verschließen (S. 18, Z. 2f., 5f.)
- Keine Geschlechtsselektion, da Geschlecht egal (S. 16, Z.
13-22), keine Selektion aufgrund äußerlicher Merkmale,
Beschränkung auf Medizinisches (S. 24, Z. 8-13)
- PID nicht für Paare, die auf natürlichem Wege Kinder
bekommen können (S. 18, Z. 6ff.)
|
Bilanzen |
- Rahmenbedingungen müssen gesetzlich festgelegt werden,
Verweis auf deutsche Geschichte, Vermeidung, dass PID genutzt
wird, um nach äußerlichen Merkmalen zu selektieren
(S. 24, Z. 14-23)
- Gefahr, dass gesetzlichen Grenzen missachtet werden, Kontrollen
nötig (S. 24, Z. 29-35)
|
8. Weitere Themen |
|
Elternschaft, Entscheidungen im Behandlungsverlauf |
- Respekt vor Eltern, die sich für ein behindertes Kind
entscheiden (S. 15, Z. 23ff., 39-44)
- Aber für Paar fraglich, ob sich diese Eltern über
Konsequenzen bewusst sind und wissen, was sie sich zumuten (S.
15, Z, 30-39)
- Fraglich, ob glückliches Leben mit Krankheit oder Behinderung
möglich ist, Kindeswohl muss im Vordergrund stehen, Möglichkeit
der freien Entfaltung muss für Kind gegeben sein (S. 18,
Z. 20-40, 42-56)
- Entscheidung bzgl. Behandlungen sollten nicht immer bei Eltern
liegen, da sie z. T. Verantwortung nicht wahrnehmen, Beispiel:
Achtlingsmutter USA, dort Intervall von Freiheit überschritten
(S. 23, Z. 45-55)
|
Gesetzliche Regelung bezüglich
Begrenzung Embryonentransfer |
- Sinnvoll wegen Risiko Mehrlingsschwangerschaften (S. 19, Z.
8ff., 42ff.), Transfer von mehr als drei Embryonen ist verantwortungslos
(S. 19, Z. 28ff.), weil Mehrlingsschwangerschaften sind Gefahr
für Mutter und Kinder, gesundheitlich und bezüglich
Bewältigung des Alltags (S. 19, Z. 11-20, 32ff.), mehr als
Zwillinge à kommen beim Menschen kaum vor bei natürlichen
Zeugungen (S. 19, Z. 34ff.)
|
Weiterkultivierung Embryonen |
- Gesetzliche Regelungen in Deutschland sind zu restriktiv (S.
19, Z. 46ff., 48-56, S. 20, Z. 4-15), Weiterkultivierung sinnvoll,
um zu überprüfen, welche Embryonen überlebensfähig
sind (S. 20, Z. 31-39), Erfolg der Behandlung könnte dadurch
steigen (S. 21, Z. 9ff.)
- finanzielle Investition umsonst, wenn nicht überlebensfähige
Embryonen transferiert werden (S. 20, Z. 41ff.)
|
Leihmutterschaft |
- Legtim bei medizinischer Indikation und in begründeten
Einzelfällen (S. 23, Z. 22-41)
|
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
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Aspiration |
- Paar hat von Beginn der Beziehung Kinderwunsch (S. 1, Z. 40)
- Wunsch nach genetisch eigenem Kind (S. 3, Z. 17ff.)
- Wunsch nach Schwangerschaftserleben (S. 7, Z. 19-22)
|
Realisation |
- Etwa ein Jahr Versuch der Realisierung des Kinderwunsches (S.
1, Z. 7f.)
|
Bilanz
(Folgen, Reaktionen auf Diagnose) |
- Diagnostik bei Interviewpartnerin, Bauchspiegelung,
Befund: verschlossene Eileiter wegen einer Infektion (S. 1, Z.
9ff., S. 2, Z. 39ff.)
- Diagnostik beim Mann à Spermiogrammbefund pathologisch
(S. 1, Z. 20f., S. 4, Z. 25-46)
- Reaktionen auf Diagnose: Paar heiratet, damit Behandlung
von Krankenkasse mitfinanziert wird (S. 1, Z. 42f.)
- Diagnose für Paar niederschmetternd, da es sich mit
dem Thema Reproduktionsmedizin nie beschäftigt hat, Diagnose
nimmt Chance/Garantie auf ein leibliches Kind (S. 2, Z. 50ff.,
S. 3, Z. 4ff.)
- Zeit zur Verarbeitung nötig, Informationssuche über
Reproduktionsmedizin im Internet, Gespräche mit Betroffenen
(S. 2, Z. 11-16)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
|
Aspiration
(Entscheidungsbegründung und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Besuch Informationsabend einer Kinderwunschpraxis (S. 4, Z.
25f.) à Kinderwunschbehandlung kommt für Paar
nicht in Betracht, da technischer Zeugungsvorgang abschreckend
wirkt, etwas Normales wird völlig fremd, zuerst hat Paar
Hoffnung, dass es Behandlung nicht braucht, mit weiterer Diagnostik
beim Mann wird Notwendigkeit deutlich, keine Alternative, leibliches
Kind zu bekommen (S. 1, Z. 10 ff., 31ff., S. 2, Z. 20-28, S.
4, Z. 50-55, S. 10, Z. 53-56)
- Schwangerschaftserleben für Paar bedeutend, daher Entscheidung
für Behandlung (S. 7, Z. 19-26)
- Frage nach ethischer Vertretbarkeit der Behandlung oder Zweifel
kommt nicht auf (S. 1, Z. 34f., S. 4, Z. 55f.)
- „Also es war schon unsere eigene (BETONT) Initiative,
dass wir dann gesagt haben: ,Jetzt machen wir das mal.’ (IT
8, S. 2, Z. 33f., S. 4, Z. 1f.)
- Paar möchte keine Zeit mehr verlieren, Interviewpartnerin
zu dem Zeitpunkt 31 Jahre (S. 2, Z. 42-45)
|
Realisation |
- Suche nach Informationen im Internet über Behandlungsablauf
(S. 2, Z. 30f.)
- Über Arbeitskollegin von Kinderwunschpraxis in der Nähe
des Wohnorts des Paares gehört (S. 2, Z. 28ff.), Paar stellt
sich in Kinderwunschpraxis vor (S. 1, Z. 13f.)
- 2. ICSI Versuche à Fehlgeburt (S. 3, Z. 7ff.)
|
Bilanzen |
- Behandlungsverlauf: Interviewpartner ist optimistisch,
Interviewpartnerin eher realistisch, sie setzt sich mit Thema
intensiver auseinander (S. 5, Z. 10-21), Aufklärung durch
eigene Recherche, um sich Entscheidungsfreiheit zu bewahren,
nicht in medizinische Maschinerie reinzugeraten (S. 11, Z. 18-27)
- Paar nimmt sich viel Zeit zwischen den Versuchen, um sich psychisch
und physisch zu erholen und zu entspannen (S. 2, Z. 55f., S.
3, Z. 1f., S. 10, Z. 1-11),
- Behandlungsgrenze: Inanspruchnahme der von Krankenkasse
mitfinanzierten Versuche, 3. Versuch klinische Schwangerschaft:
Erhöhung der Grenze auf fünf, weil Gewissheit, dass
Behandlung funktionieren kann, dabei Berücksichtigung der
finanziellen Ressourcen (S. 3, Z. 26f., 33-46, S. 10, Z. 36-43)
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: Aufklärung „normales
Ruck-Zuck-Verfahren“, Risiken, Erfolgsquote usw.
wird nebenbei erzählt (S. 3, Z. 50f., S. 4, Z. 9-22),
für Befragte nicht problematisch, da sie selbst im Krankenhaus
arbeitet, medizinisches Hintergrundwissen hat, dadurch vertraut
mit medizinischen Abläufen (S. 3, Z. 51-56), „Es
wurden uns auch Hoffnungen gemacht, aber letztendlich ist es
nur durch eigene Recherche, habe ich es nur herausgefunden,
wie es wirklich läuft.“ (IT 8, S. 4, Z. 1-7),
durch Beruf ist Interviewpartnerin den ÄrztInnen nicht „gottergeben“,
Entscheidungen möchte Paar treffen, sollen nicht von ÄrztInnen
getroffen werden (S. 11, Z. 30-39)
- Aufgaben der ÄrztInnen: den Paaren Grenzen setzen,
etwa hinsichtlich Anzahl der Behandlungszyklen, da diese psychisch
und physisch anstrengend „Und ähm das wäre
vielleicht so eine Sache, wo die Ärzte ruhig mal so ein
bisschen auf die Bremse treten könnten.“ (IT
8, S. 10, Z. 19ff.) „Und wenn man als Patient sagt,
ja das mache ich und das mache ich, dann wird alles gemacht irgendwie.
Das ist, glaube ich, schon so ein bisschen ein Manko. Das ist
auch das, was ich auch erlebt habe, dass halt auch die Ärzte
vielleicht mal sagen sollten ,Langsam’. Irgendwie.“ (IT
8, S. 10, Z. 28-32)
- Paarbeziehung im Behandlungsverlauf: anfangs belastet
Geschlechtsverkehr nach Plan intime Beziehung, nach Diagnose
entspannt sich Sexualleben, da Gewissheit bezüglich Ursache
ungewollter Kinderlosigkeit (S. 5, Z. 30-43), Fehlversuche verarbeitet
jeder für sich (S. 5, Z. 44-50), im Endeffekt starkes Zusammengehörigkeitsgefühl
entwickelt (S. 5, Z. 26f., 51ff.)
|
3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
|
Aspiration |
- Für das Paar gibt es zunächst keine Alternativen
zur Behandlung, erst mit vielen Fehlversuchen wird Adoption zum
Thema, genetische Abstammung des Kindes verliert an Bedeutung
(S. 1, Z. 24ff., S. 3, Z. 13ff., 23ff.)
- Adoption, wenn die von der Krankenkasse bezahlten Versuche
nicht gefruchtet hätten (S. 3, Z. 25f.)
- Wunsch nach Schwangerschaftserleben lässt nach, zunächst
verspürt Interviewpartnerin Neid auf schwangere Frauen,
im weiteren Verlauf Neid auf Familien mit kleinen Kindern (S.
6, Z. 22-29), daher wird deutlich, dass Adoption auch eine Option
darstellt, „Es ging halt wirklich darum, dass ein Kind
bei uns einzieht, egal ob es jetzt in meinem Bauch groß geworden
ist oder nicht.“ (IT 8, Z. 31-36)
|
4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
|
Aspiration, Realisationen |
- Befragte zum Zeitpunkt des Interviews schwanger
- PND zur Orientierung (S. 8, Z. 1), Befragte zum Schwangerschaftszeitpunkt
36 Jahre alt war, galt als Risikoschwangere, daher werden PND
von Krankenkasse bezahlt (S. 8, Z. 20-26), Ergebnisse aber nicht
handlungsleitend für Paar (S. 8, Z. 28ff.), Nackenfaltenmessung
(S. 7, Z. 55f.), keine Fruchtwasseruntersuchung wegen Fehlgeburtsrisiko
(S. 8, Z. 2f.)
- Auch bei auffälligem Befund plant Paar keine Abtreibung,
da es fünfeinhalb Jahre auf das Kind gewartet hat, hat Erfahrungen
mit behinderten Kindern im beruflichen und privaten Umfeld (S.
8, Z. 6-14), „(...) Und wenn es (das Kind) jetzt behindert
sein sollte, dann ist es unsere Aufgabe, dieses Kind großzuziehen.“ (IT
8, S. 8, Z. 15ff.)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
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Aspiration, Realisationen |
- Aufklärung FreundInnen (an erster Stelle) ab Behandlungsbeginn
und Familie (an zweiter Stelle) (S. 6, Z. 1ff., 8-12), Offenheit,
weil reproduktionsmedizinische Behandlung kein Makel ist (S.
6, 5f.)
- Austausch mit anderen Personen wichtig, um sich selbst zu entlasten
(S. 6, Z. 15f.), aber keine Erwartung an Familie, etwa dass sie
medizinischen Hintergrund oder Abläufe der Behandlung verstehen
oder Paar psychisch unterstützen (S. 6, Z. 13ff.)
- Tabuisierung gegenüber beruflichem Umfeld (S. 6, Z. 7f.)
|
Bilanz |
- Reaktionen soziales Umfeld: verständnisvoll (S.
6, Z. 18), schwierig für Interviewpartnerin ist Konfrontation
mit anderen Schwangeren aus dem sozialen Umfeld, die reagieren
aber rücksichtsvoll (S. 6, Z. 18-37)
- Familien haben Mitleid wegen unerfülltem Kinderwunsch
des Paares, Akzeptanz, wenig Nachfragen seitens Eltern des Paares,
außer Mutter der Interviewpartnerin, Generationenunterschied
macht Thematisierung schwer, in Generation der Eltern des Paares
ist Reproduktionsmedizin kein Thema gewesen (S. 6, Z. 43-56,
S. 7, Z. 1-4)
|
6. Aufklärung des Kindes |
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Aspiration, Realisation |
- Offenheit gegenüber Kind nötig, weil gesamtes soziales
Umfeld eingeweiht ist, Kind soll von Art der Familiengründung
nicht von Dritten erfahren, Paar möchte Kind nicht über
Details der Behandlung aufklären, Besonderheit des Weges
soll betont werden (S. 13, Z. 31ff., 36-41, 41-44)
- Zwischen Kind und Eltern soll keine Lüge stehen (S. 13,
Z. 45-49)
- Art der Zeugung wird als elementare Sache gesehen, daher auch
Aufklärung nötig (S. 13, Z. 51-54)
|
Bilanz |
- Kein Unterschied zwischen der Eltern-Kind-Beziehung zwischen
natürlich und durch Reproduktionsmedizin gezeugten Kindern,
da Vorhandensein eines Kinderwunsches entscheidend, evt. sind
Paare, die in Kinderwunschbehandlung waren sogar dankbarer, weil
sie lange auf Kind warten müssen (S. 13, Z. 15-29)
|
7. PID |
|
Einstellung |
- In einigen Fällen PID sinnvoll, sollte in BRD erlaubt
sein (S. 8, Z. 47f., S. 11, Z. 50f.), um genetische Defekte vor
dem ET festzustellen (S. 8, Z. 50-54), besonders für erblich
belastete Paare sinnvoll (S. 9, Z. 1-5)
- Zellen sind noch kein Kind, daher ethisch vertretbar (S. 9,
Z. 12-17)
|
Gründe für Befürwortung
/ Welche Merkmale sollen nicht untersucht werden? |
- Interviewpartnerin gegen Geschlechtsselektion, Feststellung äußerlicher
Merkmale à es soll kein „Designerbaby“ entstehen
(S. 9, Z. 25-33), Selektion aufgrund äußerlicher Merkmale
ist unnatürlich (S. 9, Z. 35f.), zu großer Eingriff
in menschliches Leben, äußerliche Merkmale irrelevant
(S. 9, Z. 43ff.)
- „Also wenn man schon einfach diese Möglichkeit
hat, ähm Unterstützung durch die Medizin zu bekommen,
dass man überhaupt ein Kind bekommt, finde ich das schon
eine sehr große Sache. Und wenn man dann so vermessen
ist, zu sagen ;Ok dann möchte ich aber auch ein Mädchen,
das blonde Haare hat und was weiß ich.“ Das ist
einfach zu viel des Guten.’ (IT 8, Z. 37-43)
- Bei Diagnostik muss Gesundheit des Kindes im Vordergrund stehen
(S. 9, Z. 30-33)
|
8. Weitere Themen |
|
Elternschaft, Umgang mit Behinderung |
- Interviewpartnerin verurteilt Paare nicht, die Kinder wegen
Behinderungen abtreiben, persönliche Entscheidung der Eltern
(S. 8, Z. 33-41)
|
Einstellung gegenüber gesetzlichen
Regelungen |
- Sinnvoll ist Begrenzung ET auf maximal drei (S. 10, Z. 45ff.)
- Weniger sinnvoll: Verbot Weiterkultivierung von mehr als drei
Embryonen, dadurch sinken Chancen auf Schwangerschaft, durch
Weiterkultivierung könnte der entwicklungsfähigste
Embryo transferiert werden (S. 10, Z. 49-56, S. 11, Z. 1-14,
45-49)
|
Einstellung gegenüber anderen
Verfahren |
- Leihmutterschaft wird abgelehnt (S. 11, Z. 53-56, S. 12, Z.
2f.), für Interviewpartnerin irritierend, dass Frauen für
Geld Kinder austragen, weil emotionale Bindung zwischen Mutter
und Kind entsteht (S. 12, Z. 10-21), wirkt befremdlich (S. 12,
Z. 38)
- Argumente für Leihmutterschaft: aus medizinischen Gründen,
(S. 12, Z. 23-26, 29-32)
- Befürwortung, dass alleinstehende Frauen oder gleichgeschlechtliche
Paare Reproduktionsmedizin in Anspruch nehmen können (S.
12, Z. 55f., S. 13, Z. 1ff.)
- Problematik bei Fortpflanzungstechnologien: Maß halten,
Blick auf USA (S. 12, Z. 46-53), Kontrollen durchführen
(S. 13, Z. 3-9), fraglich, wer über Inanspruchnahme der
Verfahren und Diagnostiken entscheiden soll: Eltern, GesetzgeberInnen, ÄrztInnen?
(S. 13, Z. 8ff.)
|
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
|
Aspiration |
- Kinderwunsch besteht vor der Ehe, Paar kennt sich seit der
Schulzeit (S. 2, Z. 9f.), seit 10 Jahren verheiratet (S. 1, Z.
8), Kinder als Lebensperspektive, Lebenssinn (S. 2, Z. 11f.,
16-22)
|
Realisation |
- Realisierung Kinderwunsch, wenn Ausbildung „es erlaubt
hat“ (S. 1, Z. 9ff.)
|
Bilanz |
- Schwangerschaft bleibt aus, Interviewpartnerin ist relativ
jung ist, daher macht sich Paar zunächst keine Gedanken
(S. 1, Z. 13ff.)
- Diagnostik: beim ersten Frauenarzt wegen schmerzhafter
Menstruation, Verdacht auf Endometriose (S. 1, Z. 17ff.), mögliche
Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit, Diagnostik beim zweiten
Frauenarzt, Hormoncheck: kein Befund (S. 1, Z. 23f.) Annahme
der ÄrztInnen: ungewollte Kinderlosigkeit aufgrund beruflicher
Stresssituation (S. 1, Z. 27f.), Diagnostik bei dritter Frauenärztin:
Hormoncheck: ohne Befund (S. 1, Z. 30f.), Spermiogramm beim Mann à „war
nicht so super“, Bauchspiegelung bei Interviewpartnerin,
Befund: leichte Endometriose erklärt aber ungewollte Kinderlosigkeit
nicht (S. 1, Z. 33-39)
- Frauenärztin empfiehlt Besuch in Kinderwunschpraxis „Ich
bin da jetzt überfragt, ich habe das jetzt alles kontrolliert.
Sie haben an den entsprechenden Tagen Geschlechtsverkehr gehabt
und sind nicht schwanger geworden. Jetzt lassen wir mal einen
Fachmann ran.“ (Frauenärztin zitiert von Interviewpartnerin
S. 1, Z. 43-47)
- Noch mal Diagnostik beim Mann im Kinderwunschzentrum, Spermiogrammbefund
noch schlechter als Urologen feststellte, zu wenig Spermien (S.
1, Z. 54f.)
- Reaktion auf Diagnose: Interviewpartnerin fühlt
sich als Frau nicht vollwertig, Schuldgefühle gegenüber
ihrem Mann (S. 2, Z. 48-51), nach Diagnose aber auch Erleichterung,
da Gewissheit, warum Schwangerschaft nicht eintritt, Wissen,
dass Unfruchtbarkeit medizinisch behandelbar ist (S. 2, Z. 51ff.,
55f.), für Mann Diagnose frustrierend, er ist Verursacher,
die Hauptlast der Behandlung muss seine Frau tragen (S. 3, Z.
1-5)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
|
Aspiration (Entscheidungsbegründung
und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Veränderung der Sichtweise: Bevor Kinderwunsch unerfüllt
ist, hat Interviewpartnerin wenig Verständnis für Paare,
die sich reproduktionsmedizinisch behandeln lassen, zudem Angst
vor medizinischen Eingriffen (z. B. Vollnarkose) (S. 3,
Z. 16-22),
- Nach Diagnose ändert sich Perspektive „Also
wenn man schon ewig einen Kinderwunsch hat, ist man eigentlich
zu jeder Schandtat bereit.“ (IT 9, S. 3, Z. 23ff.)
- „ (...) für einen selber ist es am Anfang irgendwie
schon komisch (...). Also nach unserem ersten Besuch in der
Kinderwunschklinik haben wir auch gesagt ,Ja, jetzt kaufen
wir uns ein Kind.’ Das ist alles so, es ist schon
so, man zahlt, man geht da so hin und die sagen ;Ja, dann und
dann ist es soweit.’ (IT 9, Z. 36-40)
|
Realisation |
- Drei IUS auf ärztliche Empfehlung (S. 1, Z. 49f., S. 3,
Z. 28ff.), dann Clomifen zur Eizellreifung, Eisprung auslösende
Spritzen (S. 3, Z. 36-44)
- Zwischen IUS à durch Internetrecherche stößt
Interviewpartnerin auf Kinderwunschforum, dort Empfehlung für
Kinderwunschklinik, Informationen über Medikamente, Ursachenabklärung
(S. 4, Z. 7-14), Interviewpartnerin bewertet es positiv, dass
man durch Internet an viele Informationen herankommt, die man
von ÄrztInnen nicht unbedingt erhält (S. 12, Z. 28ff.)
- Zwei IVF, beide erfolglos (S. 1, Z. 52, 56)
- Praxiswechsel (S. 2, Z. 1), dort lässt Paar Gerinnungsstörungen,
Partnerunverträglichkeiten untersuchen (im Forum erfahren),
das, was ÄrztInnen in erster Klinik nicht untersuchen wollte
(S. 4, Z. 14ff.)
- zu wenig Spermien à ICSI nötig, erster Versuch:
Schwangerschaft tritt ein (S. 2, Z. 4f.)
|
Bilanz (Behandlungsverlauf und Auswirkung
der Behandlung auf Paarbeziehung) |
- Behandlungsverlauf: „Man rutscht da so rein.“ (IT
9, S. 3, Z. 14), IUS kein großer Schritt bzw. Eingriff
(S. 3, Z. 35f.), Eisprung auslösende Spritze für Interviewpartnerin
unangenehm (S. 3, Z. 36-54), Behandlungen macht Interviewpartnerin
schnell hintereinander im Urlaub, um sich bei Arbeitgeberin nicht
krankmelden zu müssen, weil Familiengründung Privatsache
ist (S. 7, Z. 1f., 4ff.)
- Behandlungsgrenze: Interviewpartnerin ist privat versichert,
daher zahlt Krankenkasse vier Versuche (S. 6, Z. 36-41), Paar
setzt Grenze bei sechs Versuchen (S. 6, Z. 51ff.), aber im Grunde
keine wirkliche Grenze „Und dann ist natürlich
die Sache, wird irgendwas gefunden in der Zeit, was noch mal
einen neuen Ansatz rechtfertigt.“ (IT 9, Z. 6, Z.
41ff., 45-48), Paar einigt sich, dass Interviewpartnerin entscheidet,
wann Behandlung enden soll (S. 6, Z. 50ff.), abhängig auch
von finanziellen Ressourcen (S. 7, Z. 1)
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: mangelnde Ursachenabklärung
in der ersten Kinderwunschpraxis, „Ich glaube fast,
der war schlechter informiert als wir.“ (IT 9, S.
4, Z. 18f.), Arzt kann beim Aufklärungsgespräch nicht
viel Neues erzählen, weil Paar sich vorher informiert hat
(S. 5, Z. 29ff.)
- Vor IVF Aufklärung durch Gynäkologen, der unabhängig
von Kinderwunschpraxis ist, „Päckchen Papier,
was vor der OP unterschrieben werden muss“ (S. 6,
Z. 24-30)
- Erste Praxis (IUS): Interviewpartnerin fühlt sich weniger
gut aufgehoben, Behandlung läuft wie Fließbandverfahren, ÄrztInnen überprüfen
vor dem ET nicht, ob der optimale Zeitpunkt (Eisprung) besteht,
ziehen ihr Ding mit möglichst wenig Zeitaufwand durch (S.
5, Z. 33f., 46-56, S. 6, Z. 1ff.), laut Paar geht es ÄrztInnen
nur um Profit (S. 6, Z. 6f.)
- Zweite Praxis (ICSI): Interviewpartnerin fühlt sich intensiv
betreut (S. 5, Z. 38-42), negativ, wird von verschiedene ÄrztInnen
behandelt (S. 6, Z. 9-14)
- Paarbeziehung im Behandlungsverlauf: Intensivierung
durch gemeinsames Bewältigen der Erfahrungen (S. 11, Z.
34f., 53f.), Zwillinge sind das verbindendes Element zwischen
dem Paar (S. 11, Z. 43.), Mann hat Interviewpartnerin während
der ganzen Behandlung unterstützt, ist mit zu allen Terminen
gegangen (S. 11, Z. 53-56, S. 12, Z. 1f.), Intensivierung der
Beziehung wirkt sich positiv auf Familienalltag mit Zwillingen
aus, dieser kann besser bewältigt werden (S. 12, Z. 4-8)
|
3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
|
Adoption |
- Chancen bei Adoption schlechter als bei Reproduktionsmedizin,
daher Bevorzugung Behandlung (S. 4, Z. 36ff.), bei Adoption kommt
ein Kind auf zehn potenzielle Adoptiveltern (S. 4, Z. 34f.),
Altersgrenze für Adoption ist schnell überschritten,
wenn man zunächst Behandlung macht (S. 4, Z. 26-34)
- Inzwischen vorstellbar, weiteres Kind zu adoptieren (S. 4,
Z. 23f.), da biologische Abstammung nicht bedeutend (S. 11f.)
- Nicht vorstellbar für Paar ist Auslandsadoption, da Kind
kulturell entwurzelt wird, ist immer anders, besonders wenn es
sich optisch unterscheidet (S. 4, Z. 48-53)
|
DI |
- weniger invasiver Eingriff als ICSI oder IVF (S. 4, Z. 42f.),
Mann ist eher skeptisch (S. 4, Z. 42ff.), da er nicht der genetischer
Vater wäre (S. 5, Z. 3ff.)
|
Eizellenspende |
- Für Interviewpartnerin vor allem nach ihrer Schwangerschaft
vorstellbar, da Schwangerschaftserleben wichtiger als genetische
Abstammung ist (S. 5, Z. 5-12)
- Zudem ähnlich wie Adoption, mit dem Vorteil der Kontrolle über
Schwangerschaftsbedingungen (S. 5, Z. 18-22)
|
4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
|
Aspiration, Realisationen |
- Problematische Zwillingsschwangerschaft macht ärztliche
Kontrolle wöchentlich nötig (S. 8, Z. 45ff.), Inanspruchnahme
Nackenfaltenmessung, Ultraschall, Frühscreening, 3-D-Ultraschall,
Ablehnung Fruchtwasseruntersuchung (S. 8, Z. 37ff.) wegen Fehlgeburtsrisiko
(S. 9, Z. 25ff.), Bluttest wird abgelehnt, da bei Zwillingen
keine Aussage getroffen werden kann (S. 9, Z. 4-7)
- PND, um zu wissen, ob bei Geburt SpezialistInnen dabei sein
müssen (S. 9, Z. 36f.), bewusste Unwissenheit wird bevorzugt,
Umgehen von Entscheidungskonflikten bzgl. Abtreibung (S. 9, Z.
49f., 53ff.)
- Abtreibung oder selektiver Fetozid generell unvorstellbar (S.
9, Z. 27-32, 56)
- Abtreibung nur vorstellbar, wenn Kinder nicht überlebensfähig
gewesen wären (S. 9, Z. 42f., 45ff., 48)
|
Bilanz |
- Von 8.-18. Woche Blutungen, Infektionen (S. 8, Z. 41ff.), Hämatom
in der Gebärmutter (S. 8, Z. 55)
- Zwillinge kommen elfeinhalb Wochen zu früh (S. 8, Z. 45),
liegen elf Wochen auf Frühchenstation (S. 11, Z. 1), geringes
Geburtsgewicht (S. 11, Z. 16)
- Beschwerden während Schwangerschaft werden nicht als Last
empfunden, sondern gehört dazu, „es war auf eine
Art und Weise schön“ (IT 9, S. 12, Z. 11-15),
Privileg, diese Kinder zu haben, sind nicht selbstverständlich
(S. 11, Z. 36f., 42f.)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
|
Aspiration, Realisation |
- Berufliches Umfeld: Koordination Beruf-Behandlung macht
Einweihung eines Kollegen nötig (S. 7, Z. 10ff.), persönlicher
Konflikt zwischen Interviewpartnerin und ihrer Chefin bedingt
Tabuisierung Chefin gegenüber, unter anderen Umständen
hätte Interviewpartnerin Chefin eingeweiht (S. 7, Z. 16-19)
- Anfangs Tabuisierung gegenüber familiärem und
sozialem Umfeld, da Vermeidung von Nachfragen und Druckaufbau
(S. 7, Z. 26-29, S. 8, Z. 4f.), zudem keine Betroffenen im
sozialen Umfeld (S. 7, Z. 30f.), Paar muss unerfüllten
Kinderwunsch und Inanspruchnahme der Behandlung zunächst
für sich verarbeiten (S. 7, Z. 35f., 41f.)
- FreundInnen werden vor Familie des Mannes eingeweiht (S. 8,
Z. 11f.), auslösendes Moment: Interviewpartnerin hätte
sich Ausrede einfallen müssen, um bei privatem Termin nicht
zu erscheinen, anschließend wurden Familienmitglieder nach
und nach eingeweiht (S. 7, Z. 23, 26f. 44-50), Paar nennt bei
Offenlegung aber keine Details oder genauen Termine (S. 8, Z.
1-5)
|
Bilanz |
- Reaktionen der Familie der Interviewpartnerin: positiv,
wünschen dem Paar, dass sie Kinder bekommen können
(S. 8, Z. 7ff.), Hilfe und Unterstützung, z. B. bei
Suche nach Kinderwunschklinik, (S. 7, Z. 50ff.), Schwester der
Befragten rät zur Adoption, weiß aber nicht, dass
dabei schlechtere Chancen bestehen (S. 8, Z. 27-33)
- Reaktion Mutter des Mannes: möchte nicht wahrhaben,
dass ihr Sohn Verursacher ist, da in der Familie kein anderer
Mann zeugungsfähig ist (S. 8, Z. 18-24)
- Familien unterstützen Paar im Alltag mit Zwillingen (S.
12, Z. 19ff.)
- Reaktion der FreundInnen: positiv, motivierend, Freundin
der Interviewpartnerin ist Ärztin, unterstützt beim
Spritzen der Hormone (S. 8, Z. 12ff.)
- durch Behandlung viele Betroffene kennengelernt, FreundInnen
dazugewonnen (S. 12, Z. 17ff.)
|
6. Aufklärung des Kindes |
|
Aspiration, Realisationen |
- Kinder sollen aufgeklärt werden, sollen erfahren, wie
sehr sie gewollt wurden (S. 12, Z. 51ff.), Aufklärung bevor
sie es von anderen aus dem sozialen Umfeld erfahren (S. 12, Z.
35-39)
|
7. PID |
|
Einstellung |
- Kritik: Embryo kann durch PID beschädigt werden (S. 10,
Z. 5-8)
- Selektion von Embryonen wird aus eigenem ethischen Verständnis
abgelehnt, da für Interviewpartnerin schützenswertes
Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt (S.
10, Z. 31ff., 46ff.)
- PID für Paare mit Erbkrankheiten (S. 10, Z. 15ff.), die
Kind daran hindern könnten, ein selbstbestimmtes Leben zu
führen (S. 10, Z. 23-27)
|
Gründe für Befürwortung
/ Welche Merkmale sollen nicht untersucht werden? |
- Bevorzugung PID gegenüber PND, Untersuchung Embryo vor
dem Transfer, dadurch keine Entscheidung bezüglich Abtreibung,
wenn Kind schon im Mutterleib ist (S. 10, Z. 9ff., 13f.)
- Abgelehnt wird Geschlechtsselektion, zu großer Eingriff
in die menschliche Natur (S. 10, Z. 20ff.)
|
8. Weitere Themen |
|
Einstellung zu gesetzlichen Regelungen |
- Transfer von drei Embryonen ausreichend, mehr als drei ist
unverantwortlich gegenüber Mutter und Kind (S. 10, Z. 52-56)
wegen gesundheitlicher Risiken für Kinder (S. 11, Z. 3f.,
9-13), für Eltern schwer zu ertragen, wenn Kinder lange
medizinisch versorgt werden müssen (S. 11, Z. 11ff., 21ff.)
|
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
|
Aspiration |
- Kinderwunsch besteht bei Interviewpartnerin schon immer (S.
1, Z. 6) „Na gut, wie es bei vielen Frauen ist. Ich
habe mit Puppen gespielt und ich wusste, ich werde irgendwann
mal Mama sein. Das war immer da, das war nie eine Frage.“ (IT
10, S. 1, Z. 7-10)
- Wunsch, Kind durch ein Leben begleiten, biologische Abstammung
nicht wichtig (S. 4, Z. 35-38)
- Interviewpartnerin ist mit 20 Jahren ungeplant schwanger geworden,
hat sich für Abtreibung entschieden, weil falscher Zeitpunkt
für Familie, zu jung, nicht der richtige Partner, Ausbildung
noch nicht beendet (S. 1, Z. 12-18), „Aber da war dann
wirklich ganz klar, ok ich will unbedingt mal ein Kind bekommen.“ (IT
10, S. 1, Z. 19f.)
- Kinderwunsch wird stärker als sie 26 Jahre ist, Wunsch
nach Realisierung mit dem richtigen Partner (S. 1, Z. 22-25)
- Lernt mit 30 Jahren einen Partner kennen, der ebenfalls einen
Kinderwunsch hat, gemeinsamer Kinderwunsch als Voraussetzung
einer Partnerschaftsbeziehung (S. 1, Z. 27-34)
|
Realisation |
- Ungefähr ein Jahr nach Beziehungsbeginn, Verhütung
eingestellt (S. 1, Z. 36ff.)
|
Bilanz
(Folgen) |
- Schwangerschaft bleibt aus, zunächst ist Interviewpartnerin
wenig besorgt, nach einem weiteren Jahr, Beginn Ursachenforschung
unerfüllter Kinderwunsch (S. 1, Z. 40-46) à Beziehungskrise,
da der Kinderwunsch bei Interviewpartnerin stärker als bei
ihrem Partner (S. 1, Z. 48ff.), er weigert sich, sich untersuchen
zu lassen, trotz ursprünglich gemeinsamen Kinderwunsch (S.
2, Z. 30-34)
- Diagnostik bei Interviewpartnerin, obwohl sie bereits
schwanger war, Besuch bei Frauenärztin, Hormontests, Bauchspiegelung,
kein Befund (S. 1, Z. 52, 53-56, S. 2, Z. 2ff., 26f.)
- Diagnostik beim Partner: „Kampf“, Partner
zum Spermiogramm zu bewegen, Entscheidung für urologische
Untersuchung erst zweieinhalb Jahre nachdem Interviewpartnerin
sich gynäkologisch untersuchen ließ (S. 2, Z. 9-12),
Grund: Angst vor Diagnose, Ignorieren der Problematik, Befund:
eingeschränkte Zeugungsfähigkeit (S. 2, Z. 15ff., 18ff.)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung (nicht realisierte Option) |
|
Aspiration
(Entscheidungsbegründung für bzw. gegen Behandlung und
Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Basierend auf Spermiogrammbefund empfiehlt Arzt ICSI, sieht
gute Erfolgschancen, weil Interviewpartnerin bereits schwanger
war (S. 2, Z. 49-55, S. 3, Z. 1f.)
- Interviewpartnerin möchte die bestehenden medizinischen
Möglichkeiten nutzen (S. 2, Z. 11ff., 21ff., S. 5, Z. 39ff.)
- Interviewpartnerin möchte Realisierung Kinderwunsch wegen
ihres Alters (zu dem Zeitpunkt 34 Jahre) nicht aufschieben, weiß,
dass die Erfolgschancen der Behandlung ab Mitte 30 sinken (S.
4, Z. 19-28)
- Besuch erste Kinderwunschpraxis, Interviewpartnerin unzufrieden,
Wechsel Kinderwunschpraxis (S. 2, Z. 37-43) à dort wieder
Spermiogramm, das zeigt, dass natürliche Schwangerschaft
unwahrscheinlich ist (S. 2, Z. 43ff.)
- Partner gegen Reproduktionsmedizin, nach 14 Tagen Bedenkzeit
entscheidet er sich doch für die Behandlung (S: 3, Z. 4f.,
13-18)
- Eine Woche danach entscheidet er sich wieder gegen Behandlung,
Gründe: Angst, ein behindertes Kind zu bekommen, Angst vor
Mehrlingen (S. 3, Z. 39ff., 43f.), Interviewpartnerin versucht, Ängste
zu entkräften, Vorschläge: genetische Untersuchung
vor ICSI, Singletransfer (S. 3, Z. 45-51) à Entscheidung
des Partners unumstößlich (S. 3, Z. 53f., S. 4, Z.
3-6), kommt mit Situation und Trauer der Interviewpartnerin nicht
zurecht (S. 4, Z. 44-54)
- DI oder Adoption kommen für Partner nicht in Frage, weil
er nur ein leibliches Kind möchte (S. 4, Z. 13f., 16ff.,
34-39)
|
Bilanz (Behandlungsablauf, Auswirkung
auf Paarbeziehung) |
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: Beim Beratungsgespräch
in Kinderwunschklinik erkennt Arzt, dass Paar nicht gemeinsam
hinter der Entscheidung für die Behandlung steht, berät
das Paar, versucht dem Partner Ängste zu nehmen (S. 5, Z.
49-56)
- Paarbeziehung: Partner kommt mit Situation nicht zurecht,
dass er Verursacher ist, Interviewpartnerin belastet, dass Partner
sich gegen Behandlung entscheidet, fühlt sich mit Kinderwunsch
alleine (S. 5, Z. 4f., 17ff.), Konsequenz: Trennung, „Ich
konnte nicht mit einem Menschen zusammen sein, der meinen Kinderwunsch
nicht mitträgt.“ (IT 10, S. 5, Z. 24f.), keine
gemeinsame Zukunft mehr möglich, tiefe Enttäuschung,
wobei Liebe zueinander noch vorhanden (S. 5, Z. 28-31, S. 6,
Z. 2), Gründe und Konsequenzen der Trennung: unerfüllter
Kinderwunsch in Kombination mit Trennung à „Tiefpunkt
meines Lebens“ (IT 10, S. 6, Z. 5-9),
- Interviewpartnerin sieht keinen Sinn mehr im Leben, sieht zunächst
keine Optionen, Kinderwunsch doch zu realisieren (S. 6, Z. 10-16),
halbes Jahr nach Trennung macht sie sich Gedanken über Alternativen
(S. 6, Z. 22-24)
|
3. Private Samenspende (realisierte
Option) |
|
Aspiration |
- Wunsch nach neuem Partner, mit dem Kinderwunsch realisiert
werden kann, wird nicht erfüllt (S. 6, Z. 26-30)
- Ein Jahr nach der Trennung: Entscheidung, alleine ein Kind
zu bekommen (S. 6, Z. 33ff.), Grund: „Also das war
ja schon so mein Background, dass ich da gesagt habe ,Nein ich
will jetzt aktiv werden.’ Also ich möchte nicht
mit 40, 42, 45 irgendwann da sitzen und sagen ,Hättest du
mal damals.’ Weil dann hätte ich mich nicht trennen
brauchen, dann hätte ich ja auch mit meinem Partner zusammenbleiben
können.“ (IT 10 S. 6, Z. 41-45)
- Wunsch nach „greifbaren“ Vater (S. 7,
Z. 33ff.), daher Bevorzugung Samenspende gegenüber IVF im
Ausland
|
Realisation (Entscheidungs- und Handlungsschritte
zur privaten Samenspende) |
- Recherche im Internet, Plan: IVF mit Samenspende in Dänemark,
da Interviewpartnerin unsicher, ob es bei ihr nicht doch einen
medizinischen Grund für den unerfüllten Kinderwunsch
gibt (S. 6, Z. 48-54), Austausch mit anderen Singlefrauen stärkt
Plan, ins Ausland zu gehen (S. 7, Z. 18ff.)
- In Deutschland kaum Behandlungsmöglichkeiten für
alleinstehende Frauen, weil Arzt Schwangerschaftsverursacher
ist, kann auf Unterhalt verklagt werden, bislang zwei Ärzte
in Deutschland, die Behandlung bei Singlefrauen trotzdem machen,
diese kannte Befragte zu dem Zeitpunkt noch nicht (S. 7, Z. 3-16)
- Planänderung, weil: „(...) und irgendwann war
es dann schon so, dass ich dachte ,Du musst es eigentlich vorher
nochmal irgendwie natürlich versuchen.’ Weil es
ja schon so war, dass uns von der Kinderwunschklinik eigentlich
gesagt wurde ,Ja, Mensch ihr Partner, der ist der Hauptverursacher.
Bei ihnen sehe ich jetzt nicht so das Problem.’ Dass
ich dachte, du musst wenigstens ausschließen, dass das
so nicht klappt.“ (IT 10, S. 7, Z. 21-28)
- 2. Plan: anonyme Samenspende mit Yes-Spender, damit Kind seine
Wurzeln kennenlernen kann (S. 7, Z. 37-41)
- Zufallsbegegnung mit homosexuellem Mann, der ebenfalls einen
Kinderwunsch hat und zur Spende bereit ist (S. 7, Z. 43ff., 47,
54ff.)
- Nach einigen Monaten Bedenkzeit, Interviewpartnerin sieht zunächst
Risiken, weil durch Samenspende Bindung an einen Menschen, den
sie kaum kennt (S. 8, Z. 2-6)
- Schließlich Entscheidung (Ende 2006) für Samenspende
von „(...) ich dachte ,Nein, du musst das Risiko eingehen.
Du versuchst es mit dem. Und dass dein Kind wenigstens so einen
Wochenendpapa dann vor Ort hat.’ (IT 10, S. 8, Z.
14ff.)
- Im Januar 2007: erste private Samenspende, „(...)
wie man sich das vorstellt, Becher, Spritze und dann ähm
hab ich mir das Sperma dann selbst inseminiert.“ (IT
10, S. 8, Z. 22ff.),
- Sechs Versuche, bis Schwangerschaft eintritt (S. 8, Z. 26ff.)
|
Bilanz |
- Familienbeziehungen: Genetischer Vater ist rechtlich
anerkannter Vater (notarielle Urkunde beim Jugendamt), zahlt
Unterhalt, hat Kontakt zu Kind, lebt in einer homosexuellen Partnerschaft,
Sorgerecht liegt bei Interviewpartnerin, Kind lebt bei ihr (S.
8, Z. 34-37, 40-45, S. 10, Z. 45, 47f.)
|
4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
|
Aspiration |
- Ultraschall, Ersttrimesterscreening, Bluttest, Nackenfaltenmessung
(S. 12, Z. 16f., 22ff.)
- Motiv für PND: Wahrscheinlichkeit für Trisomie feststellen
(S. 12, Z. 25f.)
- Wunsch nach eindeutigem Ergebnis, Sicherheit, dass Kind gesund
ist (S. 12, Z. 44-47)
- Entscheidung gegen Fruchtwasseruntersuchung, weil lange auf
Schwangerschaft gewartet, Fehlgeburtsrisiko (S. 12, Z. 31-37)
- Entscheidung gegen Abtreibung: Downsyndrom oder leichte
körperliche Behinderungen, weil Kind damit gut leben und
Eltern gut umgehen können (S. 13, Z. 4-7)
- Entscheidung für Abtreibung: Schwerstbehinderungen, wenn
Kind sich nicht mehr alleine versorgen könnte, Frage, die
Interviewpartnerin sich stellt: „Würde ich so
leben wollen?“ (IT10, S. 13, Z. 12), wenn ein Leben
mit einer Behinderung für sie unvorstellbar ist, dann Entscheidung
zum Abbruch (S. 13, Z. 14-19)
|
Bilanz |
- Interviewpartnerin würde Untersuchungen heute nicht mehr
machen lassen, da verunsichert durch Ergebnisse, Blutwert ist
auffällig, Ärztin schlägt Fruchtwasseruntersuchung
vor (S. 12, Z. 20f., 27-32), laut anderem Pränataldignostiker
ist Vorschlag der Ärztin unnötig, da Werte nicht einzeln
betrachtet werden können (S. 12, Z. 50ff.)
- Kind kommt gesund zur Welt (S. 12, Z. 53f.)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
|
Aspiration, Realisation |
- Trauer und Belastung über unerfüllten Kinderwunsch
steigen, dann Austausch mit familiärem und sozialem Umfeld
nötig (S. 8, Z. 50-55, S. 9, 1-5, S. 10, Z. 5f.), Einweihung
der besten Freundin, gegenüber restlichem Freundeskreis
eher zurückhaltend (S. 10, Z. 20-24)
- Offenheit gegenüber Personen mit unerfülltem Kinderwunsch,
Kontakt dazu bedeutend, da sie dort mehr Verständnis als
im Freundes- und Familienkreis erfährt (S. 9, Z. 54f., S.
10, Z. 1, S. 14, Z. 15f., 17ff.)
|
Bilanzen |
- Reaktionen auf unerfüllten Kinderwunsch: Unverständnis
von FreundInnen, die selbst nicht betroffen sind, können
Krise nicht akzeptieren „Wenn es halt nicht klappt,
dann soll es nicht sein“ (S. 8, Z. 5ff., 11f., 30-36,
S. 14, Z. 22), Vorwurf der FreundInnen: Leid der Interviewpartnerin
sei unangemessen, da kein Recht auf ein Kind bestehe (S. 9, Z.
44ff.), können Trauer über unerfüllten Kinderwunsch
nicht nachvollziehen (S. 9, Z. 48ff.), für Interviewpartnerin
sind Reaktionen zusätzlich zum unerfüllten Kinderwunsch
verletzend (S. 9, Z. 20f., 23-27)
- Motiviert durch diese negativen Erfahrungen im sozialen Umfeld
hat Interviewpartnerin Verein gegründet, damit sich Personen
mit unerfülltem Kinderwunsch austauschen können (S.
14, Z. 25ff. 29-34)
- Reaktionen der Bekannten, die auch unerfüllten
Kinderwunsch haben: Verständnis durch gemeinsame Situation
gegeben, ermutigen die Befragte bezüglich Entscheidung,
Unterstützung (S. 10, Z. 2, 4f., S. 14, Z. 20f., 24ff.)
- Reaktion der Mutter: Verständnis, weil sie Trauer
der Interviewpartnerin über unerfüllten Kinderwunsch
nachvollziehen kann, bietet Unterstützung auch für
die Zeit nach der Spende an (S. 10, Z. 6-12) à Mutter
tritt an die Stelle eines Partners bezüglich Unterstützung
(S. 10, Z. 14-18)
|
6. Aufklärung des Kindes |
|
Aspiration, Realisation |
- Tabuisierung birgt Schwierigkeit, dass Kind Art der Familiengründung
herausfindet à Vertrauensbruch, Lüge zwischen Mutter
und Kind (S. 10, Z. 28, 32ff., 40-44)
- Orientierung an Studien über Spermaspenderkinder, in denen
frühe Aufklärung nahe gelegt wird (S. 10, Z. 35ff.)
- Kind soll mit Art der Familiengründung aufwachsen, damit
sie für es normal ist (S. 10, Z. 38ff.)
- Kind hat Kontakt zum genetischen Vater, der in homosexuellen
Beziehung lebt „Von daher wird er (Sohn) irgendwann
groß genug sein und dass in irgendeiner Weise dann nachvollziehen
können.“ (IT 10, S. 10, Z. 49f.), Lüge wäre
unnötig (S. 10, Z. 51f.)
|
7. PID |
|
Einstellung |
- Befürwortung PID für erblich belastete Paare (S.
13, Z. 44f.), für Paare, die bereits ein Kind verloren haben,
um Ursachen herauszufinden (z. B. genetische Disposition) (S.
13, Z. 47ff.)
- Medizinische Indikation muss vorliegen, um PID machen lassen
zu dürfen (S. 13, Z. 53ff., S. 14, Z. 6f.), „Also
nicht einfach, weil ich wünsche mir ein gesundes Kind.“ (IT
10, S. 13, Z. 53ff.)
|
Gründe für Befürwortung
/ Welche Merkmale sollen nicht untersucht werden? |
- Für erblich belastete Paare unzumutbar, Kind zu verlieren,
obwohl es mit PID nicht sein müsste (S. 13, Z. 49f.)
- Geschlechtsselektion und Feststellung äußerlicher
Merkmale sollten nicht erlaubt sein (S. 14, Z. 4f.)
- Wunsch nach gesundem Kind oder Geschlechtsselektion geht in
Richtung „Designerbaby“ (S. 14, Z. 1f.)
|
8. Weitere Themen |
|
Bewertung der Situation für
bestimmte Gruppen |
- Nur eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten für
alleinstehende Frauen oder gleichgeschlechtliche Paare (S. 11,
Z. 4), keine finanzielle Unterstützung durch die Krankenkassen
(S. 11, Z. 4f.), für Interviewpartnerin unverständlich
wegen Geburtenrückgang (S. 11, Z. 7f.)
- Befragte findet Familienpolitik ungerecht, diese will kinderfreundliche
Politik schaffen, unterstützt aber Personengruppen nicht,
die nicht dem traditionellen Familienbild entsprechen, aber einen
starken Kinderwunsch haben (S. 11, Z. 7-21, 28f.)
- Wenig sinnvoll für das Land, da dadurch weitere Steuerzahler
entstehen würden, „Im Moment geht man davon aus,
dass es ungefähr 10.000 Kinder sind jährlich, die verloren
gehen. Und da ist halt einfach traurig.“ (IT 10, S.
11, Z. 34ff.)
- Mangelnde Unterstützung nicht gerechtfertigt, da kein
Unterschied in der Eltern-Kind-Beziehung zwischen traditionellen
und nicht-traditionellen Familienformen, entscheidend für
Qualität ist ein starker Kinderwunsch und bewusste Entscheidung
für ein Kind (S. 11, Z. 41-54)
- Voraussetzung Elternschaft: Kinderwunsch, Liebe zum Kind, nicht
relevant ist Familienform (S. 11, Z. 1-11)
|
Elternschaft |
- Interviewpartnerin möchte Fall nicht bewerten, wenn sich
Eltern für ein schwerstbehindertes Kind entscheiden (S.
13, Z. 22f.)
- Entscheidung bezüglich Abtreibung ist individuelle Entscheidung
der werdenden Eltern, diese müssen wissen, was sie sich
zumuten, was sie sich aufbürden, wie sie Situation als Paar
gemeinsam meistern können (S. 13, Z. 22-27, Z. 36f.)
|
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
|
Aspiration |
- 2002 Hochzeit als Voraussetzung für die Realisierung des
Kinderwunsches (S. 1, Z. 5f.), Voraussetzung, weil „altdeutsch“ Einstellung
(S. 1, Z. 35), Kinder gehören zur Ehe (S. 1, Z. 36f.)
- Kinderwunsch nimmt sehr hohen Stellenwert ein: „Wie
waren schon auf der ganzen Welt. Ich habe keine Lust mehr,
diese Welt zu sehen. Wir waren auf den Malediven, wir waren
in Afrika, wir waren in Amerika. Wir waren schon überall.
Ich würde alles (BETONT) dafür hergeben. Unser doofes
Haus, das wir schon fast abbezahlt haben. Völlig unwichtig,
also ich würde alles dafür geben und mein Mann genau
so.“ (IT 11, S. 5, Z. 7-10, 12-15, weitere S. 5,
Z. 47f.)
|
Realisation |
- Seit der Hochzeit: Versuch, Kinderwunsch zu realisieren (S.
1, Z. 7)
|
Bilanz
(Folgen) |
- Kein eindeutiger Befund für unerfüllten Kinderwunsch,
für Interviewpartnerin Unwissenheit sehr belastend (S. 1,
Z. 13ff., S. 3, Z. 50f., 27f., 38f.), „Ich würde
am liebsten hören, es liegt an mir, ok dann weiß ich
das. Dann brauche ich meinen Mann damit nicht zu belasten, dann
bin ich schuld und dann ist in Ordnung. Aber so, dass wir nicht
wissen (BETONT), woran es liegt.“ (IT 11, S. 3, Z.
51-55)
- Widersprüchliche Angaben der Ärzte bezüglich
Verursacher Kinderlosigkeit (S. 4, Z. 27f., 34ff.) à daher
kann Interviewpartnerin den unerfüllten Kinderwunsch nicht
akzeptieren
- Wechsel der Frauenärztin (Alternativmedizin, Naturheilkunde)
(S. 4, Z. 20-25), gynäkologische Untersuchung ist ohne Befund
(S. 4, Z. 25f.), weitere Diagnostik soll laut der Ärzte
nicht gemacht werden, Gründe dafür sind Interviewpartnerin
unklar (S. 4, Z. 14f.)
|
2.Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
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Aspiration |
- Paar vertraut auf Arzt, der Behandlung zur Realisierung des
Kinderwunsches vorschlägt (S. 3, Z. 48f.)
- Erfüllung des Wunsches nach einem leiblichen Kind (S.
5, Z. 47f.)
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Realisation |
- Zuerst Hormonbehandlung (S. 1, Z. 9f.), ein Jahr danach Besuch
Kinderwunschklinik (S. 1, Z. 13f.)
- Bauchspiegelung (S. 1, Z. 21), Interviewpartnerin wird spontan
schwanger, verliert das Kind aber in der 8. Woche (S. 1, Z. 20-23),
Ausschabung nötig (S. 4, Z. 8)
- In Kinderwunschklinik nochmal Hormonbehandlung, dann drei IUS,
eine IVF à keine Schwangerschaft (S. 1, Z. 26ff.)
- Internetrecherche über Behandlungsverlauf (S. 4, Z. 20f.)
- 2x Wechsel Kinderwunschklinik wegen negativer Erfahrungen (vgl. ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen)
- Interviewpartnerin plant für den nächsten Versuch,
psychologische Therapie in Anspruch zu nehmen, wegen hoher psychischer
Belastungen (s.u.) (S. 7, Z. 9f.)
|
Bilanz (Behandlungsverlauf und Auswirkung
der Behandlung auf Paarbeziehung) |
- Behandlungsverlauf: Interviewpartnerin macht hauptsächlich
negative Erfahrungen (S. 5, Z. 56), Überstimulationssyndrom,
Wasser in Lunge und Herz (S. 3, Z. 18f., 27-31), psychische Beschwerden
(Panikattacken, Angstzustände) (S. 6, Z. 24-35), Interviewpartnerin
bezeichnet Hormone als „Drogen“ (S. 6, Z.
35),
- Positiv empfindet Interviewpartnerin, dass sie in Gleitzeit
arbeitet, somit Koordination mit Arbeitszeit unproblematisch
(S. 6, Z. 3-6)
- Behandlungsgrenze: zur Zeit noch ungewiss, ob Paar eine
weitere Behandlung machen möchte (S. 2, Z. 52ff.), Paar
weiß es noch nicht in welcher Klinik, da bisher viele negative
Erfahrungen mit ÄrztInnen (S. 2, Z. 52-55), Interviewpartnerin
zurzeit zu gestresst für weitere Behandlung (S. 3, Z. 4ff.),
tendiert aber zu einem weiteren Versuch (S. 3, S. 8f.), Mann
ist dagegen, weil die Behandlung seine Frau physisch und psychisch
sehr belastet, möchte ihr das nicht mehr zumuten (S. 3,
Z. 15f., 40ff., S. 6, Z. 38-52)
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: Negative Erfahrungen
mit Arzt, er vergleicht Paar mit Tieren, wenig Wertschätzung „Also
in (Name Ort) bei Dr. (Name Arzt), der hat mich mit Tieren verglichen
und so, dass man// = Es ist klar, wenn man so viel Geld für
so eine Behandlung ausgibt, dass man sich dann auch schont und
versucht, wie man denkt, dass es am besten klappt, so zu leben.
Und er sagt, wir sollten uns nicht schonen und in der Natur die
Affen würden auch weiter durch die Palmen jagen und die
Löwen würden auch weiter ihr Fressen// Hallo, ich bin
kein Tier. Damit möchte ich nicht verglichen werden.“ (IT
11, S. 2, Z. 38-46)
- Der zweite Arzt verbreitet Optimismus, was die Interviewpartnerin
stört, weil Behandlung nicht fruchtet à zunehmender
Vertrauensverlust in ÄrztInnen (S. 2, Z. 47-50, S. 6, Z.
50ff.),
- Interviewpartnerin fühlt sich unverstanden, sie interpretiert
das als Unverständnis von Ärzten gegenüber Frauen „Das
sind irgendwie alles so Männer. Die wissen gar nicht, wie
es den Frauen geht, habe ich im Gefühl.“ (IIT
11, S. 6, Z. 53ff.)
- Befragte fühlt sich unzureichend betreut, „(...)wie
es mir geht, da hat keiner drauf geachtet von den Ärzten.“ (IT
11, S. 7, Z. 3f.)
- Anonyme, unpersönliche ärztliche Betreuung „Man
ist da eine Nummer. (...)“(IT 11, S.
7, Z. 18-22)
- Bei Überstimulation – Reproduktionsmediziner nehmen
Symptome nicht ernst (S. 3, Z. 18-25), „Dann habe
ich habe gesagt ,Ich bekomme keine Luft mehr.’ Die haben
gesagt ,Stellen sie sich nicht so an, das ist normal.’ (IT
11, S. 3, Z. 20-23), Interviewpartnerin sucht Hausarzt auf,
kommt ins Krankenhaus, dort keine Erfahrung mit Überstimulationssyndrom,
in einem weiteren Krankenhaus wird die Interviewpartnerin schließlich
behandelt (S. 3, Z. 33-40)
- Vertrauensverlust zu ÄrztInnen: Interviewpartnerin hat
Angst, dass durch die Ausschabungen, „die (Ärzte)
vielleicht auch noch was kaputt gemacht haben“ (IT
11, S. 4, Z. 3f.), ÄrztInnen werden nach den Erfahrungen
für unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich gemacht
(vgl. S. 4, Z. 1-11)
- Paarbeziehung im Behandlungsverlauf: Beide Partner
müssen Kompromisse eingehen, gemeinsam Situation bewältigen,
Behandlung hat Paar enger zusammengeschweißt, Mann unterstützt
Interviewpartnerin(S. 2, Z. 26ff., 31f., S. 6, Z. 38ff.), Interviewpartnerin
geht davon aus, „dass wenn man da durch ist, dass
die Ehe dann ein ganzes Leben lang hält. Und da ist wirklich
so.“ (IT 11, S. 2, Z. 16ff.)
|
3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
|
Aspiration |
- Adoption ist keine Alternative für Mann, wegen negativer
Erfahrung mit Adoption in Familie der Interviewpartnerin, neben
ihren zwei leiblichen Geschwistern, hat sie einen Adoptivbruder „(...)
und die (Eltern) haben da so viel Energie reingesteckt in dieses
Kind und es ist nichts geworden. Er ist drogenabhängig und
er hat die gleiche Erziehung bekommen wie wir, aber er ist anders
geworden als wir. Und das hat mein Mann gesehen und das möchte
er nicht.“ (IT 11, S. 1, Z. 48-53)
- Interviewpartnerin zunächst gegen Adoption, da schlechte
Chancen in Deutschland (S. 5, Z. 15-18), mittlerweile kommt Adoption
in Betracht „Also ich bin soweit, dass ich//
es mir egal ist, weil ich mir so doll ein eigenes Kind wünsche,
aber mein Mann nicht.“ (IT 11, S. 2, Z. 1ff.), biologische
Abstammung nicht wichtig (S. 2, Z. 4ff.)
|
4. Sichtweise auf Abtreibung |
|
Aspiration gegen Abtreibung |
- Keine Rechtfertigung für Abtreibung, da Kinderwunsch sehr
stark, Unverständnis gegenüber Paaren, die Kinder aufgrund
leichterer, körperlicher Behinderungen (z. B. Fehlen eines
Armes) abtreiben (S. 8, Z. 35-40, 45)
- Interviewpartnerin hat Erfahrungen mit behinderten Menschen
in Familie „Auch sie muss leben.“ (IT 11,
S. 8, Z. 40f.)
- Kritik: Entwicklungsverlauf kann durch PND nicht vorhergesagt
werden (S. 8, Z.42)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
|
Aspiration, Realisationen |
- Familiäres und soziales Umfeld: Interviewpartnerin
teilt sich Familie und FreundInnen mit, um Situation zu verarbeiten,
Austausch mit Anderen (etwa Kinderwunschstammtisch) als Hilfe à gegenseitiges
Verständnis gegeben (S. 4, Z. 41-44, S. 5, Z. 20ff., 32f.,
S. 8, Z. 12-16)
- Mann versucht, Probleme alleine zu bewältigen, Interviewpartnerin
interpretiert sein Verhalten als geschlechtsspezifisch, eingeschränkte
Zeugungsfähigkeit sei ihm unangenehm (S. 4, Z. 48f, S. 5,
Z. 25-30, Z. 35f.), er meidet Kontakt zu FreundInnen der Interviewpartnerin,
die über unerfüllten Kinderwunsch und Behandlung
informiert sind (S. 5, Z. 36-42)
- Aufklärung bei Familie des Mannes nötig, als Interviewpartnerin
an Überstimulationssyndrom leidet (S. 4, Z. 49-56)
- Berufliches Umfeld: Chefin wird eingeweiht, diese
auch ungewollt kinderlos (S. 6, Z. 15ff.), inzwischen hat Interviewpartnerin
Chef, weiß nicht, ob und wie sie ihn informieren soll
(S. 6, Z. 19f.)
|
Bilanz |
- Reaktionen soziales und familiäres Umfeld: Interviewpartnerin
macht durchweg positive Erfahrungen (S. 4, Z. 47), zeigt Verständnis
(S. 5, Z. 20ff.)
- Familie des Mannes „hält davon gar nichts“ (S.
4, Z. 45), Unverständnis, Reaktionen wie ,Fahrt in Urlaub,
entspannt euch’ (IT 11, S. 5, Z. 1, 5)
|
6. PID |
|
Einstellung |
- Unverständnis gegenüber rechtlicher Situation in
Deutschland, (S. 7, Z. 37f), Paare werden aus Sicht der Befragten
gezwungen, ins Ausland zu gehen, um PID zu nutzen (S. 7, Z. 39f.)
- GesetzgeberInnen können sich nicht in Lage der Paare hineinversetzen,
da sie selbst nicht betroffen sind (S. 7, Z. 53ff.)
|
Gründe für Befürwortung |
- Ausschluss Erbkrankheiten (S. 7, Z. 46f.)
- Erhöhung der Chance auf Schwangerschaft, Vermeidung von
Fehlgeburten (S. 7, Z. 50ff.)
|
7. Weitere Themen |
|
Verbesserung der ÄrztInnen-PatientInnen-Kommunikation |
- ÄrztInnen sollten mehr auf PatientInnen eingehen, einfühlsamer
sein (S. 8, Z. 4f.)
- Es sollte mehr Reproduktionsmedizinerinnen geben, da diese
die Patientinnen besser verstehen als Reproduktionsmediziner
(S. 8, Z. 6ff.)
|
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
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Aspiration |
- Paarbeziehung besteht seit 1998 (S. 1, Z. 7)
- Kinderwunsch vom Interviewpartner ausgehend (S. 3, Z. 43),
für ihn schon immer klar, dass er Kinder möchte, wenn
stabile Paarbeziehung besteht (S. 3, Z. 46-49), gemeinsamer Kinderwunsch
als Voraussetzung für eine Beziehung (S. 4, Z. 19ff.), Gründe
für Kinderwunsch: „Weil ich habe selber einen
Bruder und ich finde halt Kinder nett.“ (IT 12, S.
4, Z. 27ff.)
- Kinderwunsch hat sich bei Interviewpartnerin erst mit der Beziehung
zur ihrem jetzigen Mann entwickelt, mit ihm ist Familiengründung
vorstellbar (S. 4, Z. 4-11),
- Leibliches Kind wird bevorzugt, wenngleich genetische Abstammung
nicht das Hauptmotiv ist, aber „Ich habe mich schon
drauf gefreut, eine Mischung von uns beiden zu haben“ (IT
12, S. 8, Z. 4f.), in leiblichem Kind erkennen sich Eltern wieder, „(...)aber
letztendlich war für mich wichtiger, dass wir überhaupt
ein Kind haben. Weil ich uns als ja gute Eltern empfinde, ja
oder mir gedacht habe, wir sind gute Eltern (-) oder könnten
gute Eltern sein besser gesagt.“ (IT 12, S. 8, Z.
9-13)
|
Realisation
(Handlungsschritte) |
- Verhütung eingestellt (S. 2, Z. 10-14), ein Jahr lang
keine Schwangerschaft (S. 1, Z. 19f.)
- Recherche im Internet über Ursachen des unerfüllten
Kinderwunsches und medizinischer Diagnostik (S. 1, Z. 27-30)
- Diagnostik: zuerst beim Urologen, da urologische Untersuchung
einfacher und weniger invasiv als gynäkologische Diagnostik
(S. 1, Z. 21ff., 24f., 29f., 31f., 35f., 37f.)
- Interviewpartnerin wechselt vom Frauenarzt zur Kinderwunschklinik,
da unzufrieden (siehe ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen)
- 1999: Besuch Kinderwunschklinik zur weiteren Ursachenabklärung
(S. 1, Z. 49ff., S. 2, Z. 6), Paar hat sich angelesen, dass
Behandlung zeitaufwendig ist, daher Kinderwunschklinik in der
Nähe des Arbeitsplatzes gewählt (S. 2, Z. 1-5)
- Zyklusmonitoring, Übungsmonitoring (Geschlechtsverkehr
nach Plan), weiters Spermiogramm (S. 2, Z. 7ff., 10f.)
|
Bilanz |
- Ergebnis Diagnostik: Spermiogramm ohne Befund, Hormontest
ohne Befund, Gebärmuttersekret verdickt (S. 2, Z. 19f.,
24-29)
- Eindeutige Diagnose erst nach vier IUS, Bauchspiegelung zeigt
eindeutige Ursache des unerfüllten Kinderwunsches: Vernarbung
der Eileiter (S. 2, Z. 45-55)
- Reaktion auf Diagnose: Erleichterung, Gewissheit zu
haben, warum Kinderwunsch sich nicht erfüllt, Sexualleben,
das vorher durch Kinderwunsch belastet und durch Geschlechtsverkehr
nach Plan eingeschränkt war, entspannt sich wieder (S. 4,
Z. 34-56, S. 5, Z. 20f., 24-39)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
|
Aspiration (Entscheidungsbegründung
und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Ärztliche Empfehlung zur Empfehlung und Recherche im Internet
motivieren für Behandlung
- Initiative zur Behandlung geht von Interviewpartnerin aus,
Entscheidung für Reproduktionsmedizin als Lösung eines
Problems „Es gab eine Diagnose und es gab auch eine
Möglichkeit, es zu beheben. Und ob das jetzt IVF oder sonst
irgendwas gewesen wäre oder//. Das wäre mir total wurscht
gewesen.“ (IT 12, S. 5, Z. 11-14, weitere S. 5, Z.
24-30)
- Reproduktionsmedizin ist „der Weg zum Ziel.“ (Interviewpartnerin
12, S. 9, Z. 37f.)
|
Realisation (Behandlungsstufen) |
- Informationsrecherche im Internet über Behandlungsmöglichkeiten,
Medikamentierungen (S. 5, Z. 44-52), Interviewpartnerin informiert
sich intensiver, weil sie auch die Hauptlast der Behandlung tragen
muss (S. 5, Z. 50-56, S. 6, Z. 1ff.)
- Zunächst IUS aufgrund Ergebnisse Diagnostik (S. 2, Z.
20ff., 31-38), Paar trägt Kosten, da sie nicht verheiratet
sind (S. 2, Z. 36ff.)
- Nach vier erfolglosen IUS rät Arzt zum Abbruch der Behandlung
und zur weiteren Diagnostik (S: 2, Z, 40-44), danach Gewissheit,
dass nur IVF in Frage kommt (S. 3, Z. 1ff.)
- Hochzeit, um Zuzahlungen von Krankenkasse zu erhalten, für
Paar sind gesetzliche Regelungen unverständlich „(...)
ich habe damals an die Renate Schmidt einen bitterbösen
Brief geschrieben, die war ja damals Familienministerin, wo ich
auch geschrieben hatte, ich hätte mir nicht träumen
lassen, dass mein Hochzeitstermin mal ursächlich in Zusammenhang
steht mit meinen Eileitern.“ (IT 12, S. 3, Z. 21-27)
- Erste IVF endet trotz verwachsener Eileiter in Eileiterschwangerschaft
(S. 28, Z. 8f., 14f., 28-43)
- Auf Wunsch der Interviewpartnerà neun Wochen nach Eileiterschwangerschaft
erster KT, Schwangerschaft tritt ein mit erstem Kind (S. 29,
4f., S. 30, Z. 23-44)
- Für Zwillinge: vier KT (S. 31, Z. 4-14)
|
Bilanz |
- Behandlungsgrenze: darüber ist sich Paar uneinig
(S. 6, Z. 28ff.), Interviewpartnerin hat sich keine Grenze gesetzt,
Erwartung an Behandlung: „(...) dass wir die so lange
machen, bis irgendwas bei uns ist, das Mama und Papa zu uns sagt.“ (IT
12, S. 6, Z. 7ff.), aber auch abhängig von finanzieller
Lage, Alter oder bis sich Paar doch für Adoption oder Pflegschaft
entscheidet (S. 6, Z. 13-18)
- Interviewpartner hingegen möchte Behandlung abbrechen,
wenn Beziehung negativ beeinflusst wird (S. 6, Z. 19-24), Grund
für Uneinigkeit: Interviewpartnerin ist Verursacherin,
möchte Behandlung daher „bis zum bitteren Ende“ durchziehen
(S. 6, Z. 31ff., 35, 40f.), mit Behandlung verstärkt sich
Kinderwunsch bei Interviewpartnerin, weil Beziehung gut funktioniert
und sie mit ihrem Mann eine Familie gründen möchte
(S. 6, Z. 42-50, S. 7, Z. 1-1-10)
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: Mit Frauenarzt
nicht zufrieden, älterer Arzt (S. 8, Z. 21-28), „Und
dann war es eigentlich so, dass ich mit meinem Frauenarzt sehr
unzufrieden war, weil der irgendwie mir immer irgendwie was
von Entspannung erzählt hat und ich gesagt habe ,Ich bin
jetzt gerade an dem Punkt angekommen, wo ich nicht mehr entspannt
bin. Ich war jetzt ein Jahr lang entspannt und jetzt hätte
ich gerne ein bisschen mehr Aktionismus’ (IT 12,
S. 1, Z. 39-45)
- Mit Reproduktionsmediziner in Kinderwunschpraxis gute Erfahrungen,
gutes Verhältnis (S. 9, Z. 13), gegenseitige Sympathie,
umfassende Aufklärung über Risiken wie Mehrlingsschwangerschaften,
Vor- und Nachteile der Behandlung, moderner, junger Arzt mit
viel Erfahrung, der sich ständig weiterbildet (S. 8, Z.
32-48), hat einen „weit gefächerten Horizont“ durch
viel Auslandserfahrung (IT 12, S. 8, Z. 50f.), Paar kann eigenes
Wissen einbringen, somit Diskussionen mit Arzt über Vorgehensweise,
Medikamentierungen usw. möglich (S. 8, Z. 55f, S. 9, Z.
1-15)
- Behandlungsverlauf: Paar geht nicht „naiv und
blauäugig“ in Behandlung rein, informiert sich detailliert
(S. 9, Z. 1ff.), hat keine falschen Erwartungen, kann Risiken
realistisch einschätzen (S. 27, Z. 44ff, 54ff.)
- Interviewpartnerin leidet unter starken physischen Nebenwirkungen
durch Hormonbehandlung, körperliches Unwohlsein beeinflusst
Psyche (S. 10, Z. 1-12),
- Paar hat noch zwei kryokonservierte Eizellen, die
es nicht verwerfen möchte, entweder KT, da für Paar
vorstellbar, noch Kind(er) zu bekommen, oder an Paare spenden,
Gründe, die gegen Verwerfen sprechen: Kinder sind alle
durch KT entstanden, Eizellen und Kinder sind gleichwertig,
Ursprung ist der Gleiche (S. 10, Z. 37-55, S. 11, Z. 4-13,
35-42) „Ich würde es definitiv nicht können
und nicht wollen, das wäre für mich genauso, wenn
ich einige von meinen Kindern nehmen würde und auf die
Mülltonne stellen.“ (IT 12, S. 11, Z. 22-25),
zudem ungerechte Selektion, auch die anderen Eizellen sollten
Chance bekommen (S. 11, Z. 27-34)
- Keine beruflichen Einschränkungen, da Praxis
in der Nähe des Arbeitsplatzes der Interviewpartnerin
(S. 15, Z. 25ff.), Interviewpartner sorgt sich während
der Arbeit um den Gesundheitszustand seiner Frau, wenn er beruflich
unterwegs ist (S. 16, Z. 8-23)
- Eileiterschwangerschaft wird zu spät erkannt,
lebensbedrohliche Situation für Interviewpartnerin, hat
innere Blutungen, Not-OP nötig (S. 28, Z. 38-56, S. 29,
Z. 25-55, S. 30, Z. 1-5), für Interviewpartnerin einerseits
frustrierender Misserfolg, Verlust des Kindes, andererseits
ist Schwangerschaft auch Erfolg, zeigt, dass Behandlung fruchten
kann (S. 29, Z. 15f., 18-23, S. 30, Z. 7ff.)
- Entgegen des ärztlichen Rats macht Interviewpartner
neun Wochen nach Eileiterschwangerschaft KT, „(...)
weil ich für mich das Gefühl hatte, ich stehe jetzt
mental so am Abgrund und das einzige, was mich aus diesem Abgrund
rausreißt, das ist, wenn ich nochmal schwanger werde.“ (IT
12, S. 30, Z. 32-35)
- Paarbeziehung im Behandlungsverlauf: Behandlung Belastung
für Beziehung, Last liegt hauptsächlich bei Frau,
Mann ist eher hilflos, Mitleid mit seiner Frau, weil er sieht,
dass es ihr körperlich schlecht geht (S. 9, Z. 24-31,
39-52), Paar verfolgt gemeinsames Ziel (S. 9, Z. 38f.), Behandlung
schweißt zusammen, Interviewpartner unterstützt
seine Frau beim Spritzen der Hormone (S. 9, Z. 54ff.)
|
3. Adoption (nicht realisierte
Option) |
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Aspiration |
- Tendenziell ist Interviewpartnerin eher gegen Adoption, da
negative Erfahrungen mit Adoption im familiären Umfeld (Tante
hatte Pflegschaft, Kind ist ihr entzogen worden, „Katastrophe“,
weil bereits Bindung zwischen Pflegekind und -eltern hergestellt
war) (S. 7, Z. 15-24), zudem anstrengendes Adoptionsverfahren
(man muss seine Lebensumstände gegenüber Jugendamt
offen legen, wenige Kinder zum Adoptieren vorhanden, Auslandsadoption
sind zu teuer) (S. 7, Z. 24-30)
- Bevorzugung Kinderwunschbehandlung, da diese als einfacher
Weg gegenüber Adoption wahrgenommen wird (S. 7, Z. 40ff.)
- Genetische Abstammung aber nicht bedeutend, vorstellbar für
Paar wäre auch Eizellen- oder Samenspende, weil Schwangerschaft
erlebt werden kann (S. 7, Z. 47-55, S. 8, Z. 1ff.)
|
4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
|
Aspiration, Realisationen |
- Ultraschalluntersuchung (S. 16, Z. 28ff., 30)
- Motive Inanspruchnahme PND, um evtl. im Mutterleib behandelbare
Krankheiten oder Krankheiten, welche die Geburt beeinflussen,
festzustellen (z. B. Herzfehler à Notwendigkeit
Kaiserschnitt) (S. 16, Z. 42-55)
- Ärztlicher Rat zur Fruchtwasseruntersuchung wegen Alter
der Befragten (zu dem Zeitpunkt 37 Jahre) lehnt Paar ab wegen
Fehlgeburtsrisiko (S. 16, Z. 38-41, S. 19, Z. 51-56, S. 20, Z.
1-12) Ablehnung weiterer PND (außer Ultraschall), da diese
mehr als Belastung empfunden werden, Ergebnis PND nicht handlungsleitend
(S. 17, Z. 5ff.)
- Paar möchte Kind so nehmen, wie es ist, kein Befund würde
Abtreibung motivieren, Begründung: Paar hat lange auf Kinder
gewartet (S. 16, Z. 43f., S. 17, Z. 3f., 10f., 12-17)
|
Bilanz (Schwangerschaftsverlauf) |
- Erste Schwangerschaft und Geburt komplikationsfrei (vgl. S.
30, Z. 51f.)
- Bei Zwillingsschwangerschaft, Zwischenblutungen (S. 16, Z.
21)
- Bei Zwillinge wird in der 37. Woche die Geburt eingeleitet
(S. 26, Z. 56), Gründe: gesundheitliche Komplikationen bei
Interviewpartnerin (u. a. Wasser in der Lunge), Weiterführen
der Schwangerschaft wäre lebensbedrohlich für die Mutter
gewesen (S. 27, Z. 3-13)
- Zwillinge kommen gesund, mit normalem Geburtsgewicht und normaler
Größe auf die Welt (S. 27, Z. 16f.)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
|
Aspiration, Realisationen |
- Familiäres und soziales Umfeld: Offener Umgang
mit Art der Familiengründung gegenüber Familie und
FreundInnen (S. 11, Z. 46), zuerst werden Eltern des Paares eingeweiht
(S. 11, Z. 49f.), bei FreundInnen nur die nahestehenden informiert,
Bedingung des Paares: FreundInnen sollen nicht ständig nach
Behandlungsverlauf fragen, Paar möchte vermeiden, dass Druckkulisse
aufgebaut wird (S. 14, Z. 37-54, S. 15, Z. 1-9), Erwartung an
Umfeld: Pläne des Paares nicht boykottieren (S. 13, Z. 23ff.)
- Bekannte werden erst eingeweiht, nachdem Kind geboren ist (S.
12, Z. 36f., 28ff., S. 13, Z. 33ff., S. 14, Z. 4-9, 27-35)
- ArbeitskollegInnen: Tabuisierung gegenüber einigen
FreundInnen der Interviewpartnerin, da viele ihrer FreundInnen
auch ArbeitskollegInnen sind, arbeitsnahes Umfeld soll nicht
von Familiengründungsplänen erfahren (S. 12, Z. 45-56)
- Interviewpartner ist gegenüber beruflichem Umfeld offen,
da er generell einen offenen Umgang mit dem Thema befürwortet,
Einweihung auch aufgrund zeitlicher Koordination im Beruf nötig
(S. 13, Z. 42-56, S. 15, Z. 38ff.)
|
Bilanz |
- Reaktion Eltern des Interviewpartners: weder Zustimmung
noch Ablehnung, haben auch schon zwei Enkelkinder, daher wenig
Aufmerksamkeit für Paar (S. 11, Z. 53ff., S. 13, Z. 4-12),
teilweise mit Thematik überfordert (S. 12, Z. 16f., 19-23)
- Reaktion Eltern der Interviewpartnerin: zeigen Interesse
und Mitleid, wollen über Behandlungsverlauf informiert bleiben,
weil hauptsächlich Interviewpartnerin Behandlung trägt,
bieten finanzielle Unterstützung an, damit der Kostendruck
für das Paar reduziert wird (S. 12, Z. 3-36)
- Kontakt zu anderen Betroffenen: Interviewpartnerin lernt über
Kinderwunschforum zwei Frauen kennen, die ebenfalls in Behandlung
sind, Freundschaft bis heute anhaltend (S. 12, Z. 39-43)
- Reaktionen berufliches Umfeld des Interviewpartners:
durch Offenheit erfährt Interviewpartner, dass drei seiner
Kolleginnen ebenfalls in Kinderwunschbehandlung sind (S. 13,
Z. 34-40)
- Reaktionen von FreundInnen: z. T. verständnisvoll,
z. T. auch unsensibel durch ständiges Nachfragen, Druck
wird aufgebaut (obwohl Paar darum gebeten hat, dass FreundInnen
dies nicht tun sollen), (S. 14, Z. 11-26)
|
6. Aufklärung des Kindes |
|
Aspiration |
- Aufklärung geplant, wenn Kinder etwa 8 Jahre alt sind,
weil Thematik dann aufkommt und Kinder Zusammenhänge verstehen
können (S. 22, Z. 42ff., 55, S. 24, Z. 1f., 22f.), Wortwahl
des Paares dabei entscheidend, Begriff „künstlich“ vermeiden,
suggeriere Unnatürlichkeit, lediglich Ort sei künstlich,
Befruchtung an sich nicht (S. 24, Z. 7ff.)
- Für Kinder ist es positiv, von Art der Zeugung zu erfahren „Aber
ich glaube, für die Kinder ist es ja toll. Ich meine,
die können zumindest von sich behaupten, dass sie (-)
nicht irgendwie keine Ahnung besoffen am Straßeneck gezeugt
wurden.“ (IT 12, S. 23, Z. 48-51, S. 23, Z. 52ff.)
|
Bilanz |
- Zu frühe Aufklärung birgt Gefahr der Verunsicherung
(S. 24, Z. 5ff.)
- Art der Zeugung für Kinder wahrscheinlich eher unerheblich
(S. 24, Z. 18ff.)
- Liebe und starker Kinderwunsch stehen im Vordergrund und weniger
die Frage nach Art der Zeugung (S. 24, Z. 28-31)
|
7. PID |
|
Einstellung |
- Sichtweise: PID ähnlich wie Fruchtwasseruntersuchung,
nur zu früherem Zeitpunkt, Diagnostik vor ET, während
bei PND Kind im Mutterleib ist (S. 17, Z. 40-45, S. 18, Z. 47-54)
- Unverständnis gegenüber Logik der gesetzlichen Regelungen:
PND in vivo vs. PID in vitro, Abtreibung erlaubt, Verwerfen von
Zellen nicht, Verwerfen der Zellen und Abtreibung aus Sicht des
Paares gleichwertig (S. 17, Z. 47-51, S. 18, Z. 1-14 S. 20, Z.
33ff., 37-50)
- PID besonders für Paare, die genetische Dispositionen
oder Erbkrankheiten haben (S. 18, Z. 11-18), theoretisch sollte
jedem Paar, das auf natürlichem Wege Kinder zeugen kann,
Möglichkeit zu PID haben, wenn Erbkrankheiten vorliegen
(S. 18, Z. 18ff., 23f., S. 19, Z. 5ff., 40f., S. 21, Z. 30ff.),
das aber Luxusleistung, zudem schwer vorstellbar, dass diese
Paare nur allein wegen PID auf Reproduktionsmedizin zurückgreifen
(S. 19, Z. 19-35)
- Entscheidung, ob PID gemacht wird und wann Zellen verworfen
werden sollen, muss beim Paar liegen, darf kein Zwang sein, Paar
muss individuell entscheiden, mit welcher Krankheit oder Behinderung
es leben kann (S. 18, Z. 38-45)
- Kritik an PID: Vergleichsstudien zeigen, dass Embryonen,
die durch PID untersucht wurden, sich schlechter einnisten und
somit möglicherweise Schwangerschaftschancen reduzieren
(S. 22, Z. 50-55)
|
Gründe für Befürwortung |
- Vermeidung Medizintourismus (S. 18, Z. 25ff.), Vermeidung ethischer
Konflikt bezüglich Abtreibung im Schwangerschaftsverlauf
(S. 19, Z. 1-4, S. 20, Z. 28f.)
- Abtreibung für alle Beteiligten emotional belastend, Bindung
zum Kind im Mutterleib schon hergestellt (S. 20, Z. 20-27)
- Geschlechtsselektion sinnvoll, wenn bestimmte Krankheiten bei
einem bestimmten Geschlecht häufig auftreten (S. 21, Z.
13f., 18ff.)
- PID nur bei medizinischer Indikation, nicht um Haar- oder Augenfarbe
festzustellen (S. 21, Z. 22-28), Äußerlichkeiten nicht
relevant (S. 21, Z. 47)
|
Bilanz |
- Gesetzliche Regelungen und klar definierter Rahmen nötig,
welche Merkmale durch PID untersucht werden dürfen und welche
nicht (S. 21, Z. 1f., S. 22, 22f.), Einschalten einer Ethikkommission
wäre sinnvoll (S. 21, Z. 8f.)
- PID darf nicht dazu führen, dass Eltern irrationale, ethisch
nicht vertretbare Entscheidungen treffen bzw. dass sie Diagnostik
zur Feststellung der Augenfarbe o. ä. nutzen (S. 21, Z.
50-54, S. 22, Z. 34-41)
- PID wird aus Sicht des Paares sowieso nur eingeführt,
wenn Schwangerschaftsraten tatsächlich erhöht werden,
weil die Praxen ansonsten keine Vorteile hätten (S. 23,
8-22)
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8. Weitere Themen |
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Bewertung Elternschaft bezüglich
Gesundheit Kind |
- Eltern müssen entscheiden, weil sie Kind großziehen
und wissen welche Behinderung ihres Kindes sie sich selbst und
dem Kind zumuten, Kernfamilien, nicht GesetzgeberInnen entscheiden über
Art der PND, Abtreibung oder Verwerfung Verantwortung liegt bei
den Eltern (S. 22, Z. 5-17, 20-25, 29)
|
Bewertung gesetzlicher Lage |
- Deutschland wird als rückschrittlich betrachtet, weil
Paare verheiratet sein müssen, um finanziell unterstützt
zu werden, und heterosexuell, um Kinderwunschbehandlung in Anspruch
nehmen zu dürfen (S. 24, Z. 42-53, S. 25, Z. 1-6)
- Kostensituation wird negativ beurteilt, Verständnis seitens
Politik für ungewollt kinderlose Paare fehlt, Reproduktionsmedizin
sieht Paar als familienpolitische Maßnahme, ungewollt kinderlose
Paare haben einen stärkeren Kinderwunsch als andere Paare
und sollten daher auch finanziell mehr unterstützt werden
(S. 25, Z. 7-56)
- ET: Interviewpartnerin befürwortet Singletransfer (S.
25, Z. 5f., 51), trotz der eigenen positiven Erfahrungen mit
Zwillingen sollte Mehrlingsrisiko minimiert werden (S. 25, Z.
5f., 18f., S. 27, Z. 17f.), da hohes Gesundheitsrisiko für
Mutter und Kind, finanzielle Belastung (S. 26, Z. 21-25, 45-49,
S. 27, Z. 18-28, 30-37)
|
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
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Aspiration |
- Paar ist seit 2000 zusammen, 2001 hat es geheiratet, Kinderwunsch
bei beiden von Anfang an (S. 1, Z. 8ff.), Kind zur Partnerschaft
dazugehörig (S. 1, Z. 39-42)
- Voraussetzung Realisierung Kinderwunsch: Beenden des Studiums
(S. 1, Z. 38f., 47-50)
|
Realisation Kinderwunsch |
- Paar hat während der ganzen Beziehung nie verhütet
(S. 1, Z. 11f., 30, 43ff.)
- Keine Schwangerschaft à zunächst nicht auffällig,
wegen privater Umstände (Interviewpartnerin arbeitet im
Schichtdienst, Mann ist bei Marine, monatelang auf See) (S. 1,
Z. 14-17)
|
Bilanz
(Reaktion auf Diagnose) |
- Diagnostik: im Rahmen Krebsvorsorge (2002) wird bei
Interviewpartnerin Zyste festgestellt, Operation, dabei Diagnose:
leichte Endometriose, Arzt rät, Kinderwunsch nach OP zu
realisieren, da Eileiter durch OP durchgängig sind (S. 1,
Z. 19-25), Schwangerschaft bleibt dennoch aus (S. 1, Z. 52f.)
- Urologische Untersuchung schwierig beim Mann, da er noch bei
der Marine arbeitet, vom Stabsarzt untersucht werden müsste,
Befund kommt dann in die Gesundheitsakte und ist für jeden
Mediziner der Bundeswehr einzusehen „und das sind bisweilen
ziemliche Plappermäuler“ (IT 13, S. 2, Z: 2-10)
- Mann lässt sich schließlich doch untersuchen (S.
2, 16ff.), Befund: kaum Spermien (S. 4, Z. 36ff.), Ursache: Hodenhochstand-OP
und beidseitiger Leistenbruch im Kindesalter (S. 1, Z. 53-56,
S. 2, Z. 1), Urologe schlägt trotz Befund zunächst
Geschlechtsverkehr nach Plan vor (S. 2, Z. 22)
- Reaktion auf Diagnose: „schallende Ohrfeige“ (S.
2, Z. 19), besonders für Mann schwer, weil er unfruchtbar
ist, Gründe für die Reaktion: Mann ist katholisch,
Unfruchtbarkeit wird als Strafe Gottes interpretiert, Mann hat
starkes Bedürfnis nach Normalität (S. 4, Z. 15-24),
Schuldkomplexe (S. 4, Z. 26f., S. 5, Z. 1ff.), Interviewpartnerin
zwar schockiert, hat Befund bereits erwartet aufgrund Krankengeschichte
ihres Mannes (S. 5, Z. 2-6)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
|
Aspiration (Entscheidungsbegründung
und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Veränderung der Sichtweise auf Reproduktionsmedizin: Interviewpartnerin
hat Freundin, die in Behandlung war, die sechs Fehlgeburten hatte,
schreckt Interviewpartnerin zunächst ab, Unverständnis,
warum diese das auf sich nimmt (S. 9, Z. 55f., S. 10, Z. 1ff.,
19-22), aber aufgrund Wunsch nach genetisch eigenem Kind Entscheidung
für Reproduktionsmedizin (S. 9, Z. 1-14, S. 14)
- Reproduktionsmedizin als Weg, den man erst als Betroffene nachvollziehen
kann (S. 2, Z. 36ff., S. 10, Z. 4f., 7ff.
- Mann zunächst gegen Behandlung, halbes Jahr Bedenkzeit,
um Diagnose zu verarbeiten, dann vereinbart Paar Termin mit Reproduktionsmediziner
(S. 2, Z. 34-33-43), Mann steht seitdem hinter der Behandlung
(S. 2, Z. 45ff.), gemeinsame Entscheidung des Paares für
Behandlung (S. 4, Z. 49-54)
- Religiöser Glaube vs. Reproduktionsmedizin: Versuch,
Dissonanz auszugleichen (S. 15, Z. 1ff.), Mann ist katholisch
und gläubig: „Ähm mein Mann hat eigentlich
für sich einen guten Weg gefunden, er hat eben gesagt ,Ok,
also der Herrgott hätte den Menschen nicht das Hirn gegeben,
um solche Methoden zu entwickeln.’ Und es ist
einfach eine medizinische Maßnahme, genauso wie man versucht,
einen Krebs zu behandeln oder sonst wie. Und da ist nicht irgendein
Herrgott spielen oder sonst was mit dabei.“ (IT 13,
S. 14, Z. 43-51)
- Interviewpartnerin ist protestantisch, wissenschaftlich orientiert,
Reproduktionsmedizin als medizinische Maßnahme (S. 14,
Z. 42f., 47ff.)
- Paar ist sich bewusst, dass großer Anteil bei Realisierung
des Kinderwunsches (ab ET) trotz Fortpflanzungsmedizin bei der
Natur liegt (S. 14, Z. 50ff.)
|
Realisation (Handlungsschritte und
Bedingungen) |
- 1. ICSI-Behandlung ohne Erfolg (S. 2, Z. 50)
- 2. Versuch: Schwangerschaft, Abort in der 10. Schwangerschaftswoche
(S. 2, Z. 51f., 54ff.), Embryo wird untersucht, Ursache Chromosomenfehlbildung
(Trisomie 21) (S. 3, Z. 2-12, S. 20, Z. 50f.)
- Paar zieht um, Mann scheidet aus Marine aus, wird privat versichert,
daher ist Paar Selbstzahler (S. 3, Z. 16-23) à Praxiswechsel
nötig wegen Umzug, vorherige Praxis ist jetzt 1000 km entfernt
(S. 3, Z. 25-28), Paar hat zwar Kinderwunschpraxis in der Nähe
ihres Wohnorts, von dort werden häufig überstimulierte
Frauen auf die gynäkologische Station überwiesen, wo
die Interviewpartnerin zu der Zeit arbeitet, daher Entscheidung
weiter entfernte Praxis (300 km einfache Fahrt), zudem Empfehlung
von Chefarzt der Interviewpartnerin (S. 5, Z. 13-21)
- Drei weitere ICSI-Versuche bleiben erfolglos (S. 3, Z. 13,
15f., 24f.)
- KT (3. Versuch): Schwangerschaft im Frühjahr 2008 (S.
3, Z. 50ff.)
|
Bilanz |
- Behandlungsverlauf: Paar besucht vor der Behandlung
Humangenetiker, da Interviewpartnerin angeborenen Herzfehler
hat, ihre Schwester Nierenfehlbildung, Cousine des Mannes Chromosomenfehlbildung
(S. 20, Z. 33-41), humangenetische Untersuchung findet
Paar essenziell und vernünftig (S. 20, Z. 17, 43-47) „Eine
saubere Diagnostik gehört an den Anfang einer jeden reproduktionsmedizinischen
Behandlung.“ weil die Erfolgschancen sowieso eher
gering sind (IT 13, S. 20, Z. 19-23), Leid von vielen Fehlversuchen
und damit einhergehende finanzielle Belastung können minimiert
werden (S. 20, Z. 25-33, S. 20, Z. 54ff., S. 21, Z. 1ff., 5-15)
- Psychische Seite: Obwohl Interviewpartnerin angehende
Frauenärztin ist, treten nach Abort Schuldgefühle auf,
weil sie zwei Tage vor dem Befund Alkohol konsumiert hat, was
sie als Ursache des Aborts interpretiert, hinzu kommt Leistungsdruck,
unter den sich Interviewpartnerin selbst stellt (S. 5, Z. 51-54),
Befund (Chromosomenstörung beim Kind) ist dann eine Erleichterung
für Interviewpartnerin (S. 5, Z. 24-28, 39-54, S. 20, Z.
49ff.), „Und ich dem Herrgott unendlich dankbar war,
dass er es so entschieden hat und ich nicht irgendwie eine komische
Entscheidung bei der Fruchtwasseruntersuchung hätte treffen
müssen.“, Wissen, dass es nicht am Alkohol lag
oder daran, dass Embryo sich nicht einnistet, sondern „fieser
Zufall“ (IT13, S. 5, Z. 34-37, S. 6, Z. 1-12, S. 20,
Z. 50f.)
- Interviewpartnerin gibt Beruf als Ärztin auf (S. 6, Z.
54f.) Grund: kann andere Frauen nicht bei Geburt unterstützen,
bei Abtreibung nicht mehr objektiv beraten (S. 7, Z. 1-4, S.
8, Z. 23-32), „Aber ähm insgesamt äh sind
manche Frauen derart leichtsinnig mit sich selber umgegangen, ähm,
dass ich teilweise Wutgefühle ähm verspürte, die
ich mir als Ärztin einfach nicht zustehen durfte.“ (IT
13, S. 8, Z. 17-20), Interviewpartnerin widmet sich vollberuflich
Lektoratswesen (hat sie bereits während Studium gemacht)
(S. 7, Z. 6f.)
- Interviewpartnerin und Therapeutin (behandelt Patienten mit
chronischen Krankheiten, Kinderwunschpaare, S. 7. Z. 21-30) lernen
sich zufällig in Internetforum kennen, zunächst beruflichen
Kontakt (Interviewpartnerin macht Lektorat für Therapeutin)
(S. 6, Z. 38-56, S. 7, Z. 8f., 11f.), Therapeutin bietet Interviewpartnerin
psychologische Hilfe an, sie kann sich zunächst nicht vorstellen,
dies anzunehmen, willigt dann doch ein (S. 7, Z. 13ff.)
- Paar macht schließlich psychologische Therapie zusammen,
um Fehlversuche zu verarbeiten, sich zu entlasten, stark für
die nächsten Versuche zu sein (S. 3, Z. 33-42), Mann arbeitet
in Therapie seine Schuldkomplexe bezüglich seiner eingeschränkten
Unfruchtbarkeit auf (S. 4, Z. 27-31), Interviewpartnerin versucht,
ihre Schuldkomplexe, Selbstzweifel und den selbst gesetzten Leistungsdruck
zu minimieren (S. 5, Z. 27-36)
- Folgende Fehlversuche kann Paar besser verarbeiten durch Therapie
(S. 3, Z. 48ff., S. 6, Z. 24f.) mithilfe Therapie kann Paar bewusst
in die letzten drei Versuche reingehen (S. 3, Z. 43., S. 4, Z.
45f.), psychische Entlastung zeigt sich beim Mann sogar körperlich „Wir
haben das spannenderweise ganz eklatant im Spermiogramm gemerkt.
[...] aber wir waren kurz davor, dass er eben auch eine Hodenpunktion
gebraucht hätte, um überhaupt an Spermien zu kommen
und plötzlich hatte er mehrere 100.000 Spermien wieder im
Ejakulat.“ (IT 13, S. 4, Z. 33f., 38-41), positive
Einstellung zur Behandlung mindert aus Sichtweise der Befragten
die körperlichen Beschwerden (S. 10, Z. 31-43)
- Behandlungsgrenzen: Anfangs ist Limit die von der
Marine bezahlten Versuche, danach möchte Paar nach Alternativen
suchen (S. 15, Z. 10f., 26f.), Neudefinition der Grenze, weil
Interviewpartnerin nach dem 2.Versuch schwanger wird, dadurch
Wissen, dass Behandlung fruchtet, nach Fehlgeburt fängt
Paar von vorne an (S. 15, Z. 27-55, S. 16, Z. 1ff., S. 17,
Z. 3-11), Setzen von Meilensteinen à Prüfen der
Bedingungen und Umstände (finanzielle Ressourcen, Belastung
für Paarbeziehung, Alter der Interviewpartnerin - Anfang
30 zu dem Zeitpunkt) (S. 16, Z. 15-23, 32-43, 27ff., S. 17,
Z. 24ff.), Paar möchte vermeiden, unendlich viele Versuche
zu machen, Grenze schwer zu akzeptieren, aber für es ist
auch Leben ohne Kind vorstellbar (S. 16, Z. 27-30, 44f., 47-50),
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: Paar mit
beiden Praxen sehr zufrieden, fühlt sich gut aufgehoben
(S. 3, Z. 27f., 32), gute Aufklärung über Behandlungsablauf
(S. 10, Z. 52ff.), aber „Also ähm wir mussten
erst mal eine Behandlung durchmachen, damit wir wirklich wussten,
was auf uns zukommt.“ (IT 13, S. 10, Z. 48ff.), ÄrztInnenstatus
der Befragten wird vom Arzt nicht ausgenutzt, er versucht nicht
medizinisches Fachgespräch zu führen, sondern hat
Mann genauso wie andere PatientInnen aufgeklärt (S. 11,
Z. 4-14)
- Paarbeziehung im Behandlungsverlauf: durch gemeinsames
Bewältigen der Situation hat sich Paar besser kennengelernt
(Charaktereigenschaften), können sich besser einschätzen,
Kennenlernen der negativen Eigenschaften während der Behandlung
stärkt und schützt die Beziehung (S. 17, Z. 36, 49f.,
51-56, S. 18, Z. 1-16, 32ff.), Beziehung ist freundschaftlicher
geworden (S. 18, Z. 35)
|
3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
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Aspiration
(für Adoption gegen andere reproduktionsmedizinische Verfahren) |
- Adoption oder Pflegschaft kommen in Frage, da positive Erfahrungen
in der Familie der Interviewpartnerin, ihr Patenkind ist adoptiert
(S. 8, Z. 49f.), Adoption als Weg, wenn alle medizinischen Möglichkeiten
ausgeschöpft sind (S. 9, Z. 33-36, Z. 50f.)
- DI kommt für Paar nicht in Frage, Mann würde durch
das Kind immer an seine Unfruchtbarkeit erinnert werden (S. 8,
Z. 39-46)
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4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
|
Aspiration
(Entscheidung für PND, Einstellung zu Abtreibung) |
- PND, um Gewissheit zu haben, welche Bedingungen für Geburt
nötig sind (S. 19, Z. 51-56)
- Rahmenbedingungen der Schwangerschaft: Interviewpartnerin hat
angeborenen Herzfehler, ihre Schwester eine angeborene Nierenfehlbildung
(S. 19, Z. 10-17), dennoch möchte Interviewpartnerin „nichts überdiagnostizieren“ (S.
19, Z. 9f.)
- Paar ist sich nicht einig und diskutiert nicht über den
Fall, wenn Kind Behinderung haben sollte, würde dies bei
Befund diskutieren (S. 19, Z. 2-7):
- Einstellung Interviewpartnerin: durch ärztliche
Tätigkeit mit medizinischen Abbrüchen, aber auch mit
Behinderungen vertraut (S. 18, Z. 49ff.),
- Motive gegen Abtreibung Trisomie 21, vorausgesetzt Kind
hat keine multiplen Organfehlbildungen,
- Motive für Abtreibung alle anderen Trisomien: Kind
soll nicht mit medizinischen Möglichkeiten „durchs
Leben geschleift werden“ (S. 24, Z. 17-23)
- Einstellung der Interviewpartnerin: „Und ähm
was auch immer kommt, ähm ist herzlich willkommen. Wir
werden damit klar kommen. Aber ähm es war für mich
schon klar, ich möchte gut vorbereitet sein auf ein Leben
mit einem eventuell kranken Kind.“ (IT 13, S. 19,
Z. 45-49),
- Kind nicht um jeden Preis, Entscheidung gegen Kind, wenn keine
Lebensqualität (= Freiheit, für sich selbst entscheiden
zu können), bei behindertem Kind entscheiden zunächst
die Eltern, sind diese tot, gesellschaftliche Institutionen (S.
23, Z. 48-55, S. 24, Z. 1-16)
- Einstellung Mann: hat negative Erfahrungen mit Behinderungen
im familiären Umfeld, seine Cousine hat schwere Chromosomenfehlbildung,
dies hat Ehe seiner Tante zerrüttet (S. 18, Z. 53f., S.
19, Z. 1f.)
|
Realisation |
- Nackenfaltentransparenzmessung (S. 19, Z. 20) und Blutuntersuchung
(S. 19, Z. 22)
- Aufgrund Ergebnisse der Untersuchung (ohne Befund) und normaler
Entwicklung des Kindes, Entscheidung gegen Fruchtwasseruntersuchung
und Vorscreenings (S. 19, Z. 24-32, S. 20, Z. 5ff.)
- Entscheidung für Organultraschall in der 20. Schwangerschaftswoche
aufgrund der Erkrankung der Interviewpartnerin und ihrer Schwester
(S. 19, Z. 32ff., 36ff.)
|
Bilanz (Schwangerschaftsverlauf) |
- Komplikationsfreie Schwangerschaft (S. 3, Z. 56), Interviewpartnerin
hat Schwangerschaft genossen(S. 9, 28-31)
- Entbindung mit Notkaiserschnitt (S. 34, Z. 1ff.)
- PND zwar ohne Befund, Kinderarzt hat Herzfehler beim Kind festgestellt,
als Kind bereits geboren ist, „aber so schlimm kann
er nicht sein. Die Kleine wächst und gedeiht ähnlich
wie ich damals.“ (IT 13, S. 19, Z. 39-43)
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
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Aspiration, Realisationen |
- Familiäres und soziales Umfeld: Offenheit der Interviewpartnerin
mit dem Thema nach der Fehlgeburt (S. 11, Z. 31-39), engste Verwandtschaft
(Eltern, Geschwister) der Befragten wird eingeweiht (S. 11, Z.
19f., 29f.), nahestehende FreundInnen (S. 11, Z. 31, 15-18)
- Strategie des Paares: reines Informieren des Umfeldes, Reaktionen
des Umfeldes unwichtig (S. 11, Z. 47f., 55f.), keine Erwartungen,
etwa bezüglich Unterstützung aus dem Umfeld (S. 12,
Z. 2-5)
- Berufliches Umfeld der Interviewpartnerin wird aufgeklärt,
weil sich durch die Behandlung zeitliche Verzögerungen ergeben
können hinsichtlich Auftragserfüllung für die
KundInnen, auch ehemalige KollegInnen (S. 11, Z. 41-45)
- Mann verarbeitet Art der Familiengründung, Behandlungsstress
eher für sich (S. 13, Z. 1, 30f.)
|
Bilanz |
- Reaktion der ÄrztInnen-KollegInnen der Interviewpartnerin:
zurückhaltend, äußern Ängste gegenüber
Risiken, für Interviewpartnerin sind Reaktionen angesichts
wissenschaftlicher Erkenntnisse dazu unverständlich (S.
12, Z. 7-21)
- Reaktionen der FreundInnen: meistens Akzeptanz (S. 11,
Z. 50f.), Verständnis (S. 12, Z. 40-47), einige FreundInnen
brechen Kontakt ab, da diese selbst ungewollt kinderlos sind
(S. 12, Z. 23f., 32-35),
- Reaktion der Eltern der Befragten: eher pragmatisch,
Vater kann schwer über Themen wie Fortpflanzung sprechen
(Generationsunterschied), zeigt dennoch Interesse (S. 13, Z.
38f., 41-47, 49-52), kaum Unterstützung von Mutter (S. 13,
Z. 52-56), eher hilflos, hat Mitleid (S. 13, Z. 2-5)
- Reaktion Eltern des Mannes: Vater verstorben vor 25
Jahren, Mutter leidet unter Schuldgefühlen wegen verspäteter
Hoden-OP, fühlt sich verantwortlich für dessen Unfruchtbarkeit
(S. 13, Z. 13-17), unterstützt Paar während Schwangerschaft
und im Alltag (S. 13, Z. 22-26)
- Teilnahme am Kinderwunschstammtisch besonders für Mann
erleichternd, da er sich mit anderen Betroffenen austauscht (S.
13, Z. 29, 32ff.), „Und er ist am Anfang ja, also ich
musste ihn praktisch hinter mir herzerren zum ersten Treffen.
Aber seit dem geht er begeistert mit und ist auch richtig glücklich,
dass er sich nicht darüber unterhalten muss (BETONT), aber
kann (BETONT).“ (IT 13, S. 13, Z. 23-27).
|
6. Aufklärung des Kindes |
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Aspiration, Realisationen |
- Aufklärung des Kindes geplant, richtiger Zeitpunkt entscheidend,
Kind muss Thematik verstehen können (S. 24, Z. 44ff.), Aufklärung,
weil soziales Umfeld eingeweiht ist, Vermeiden, dass Kind von
Dritten über Familiengründungsart erfährt (S.
24, Z. 32, 35-39)
- Bei jedem Kind taucht Frage nach Entstehung auf, ‚Bin
ich in deinem Bauch gewachsen?’ Und ich habe das Glück
im Gegensatz zu einer Adoptivmutter sagen zu können ;Ja,
du bist in meinem Bauch gewachsen.’ (IT 13, S. 24,
Z. 48-51), „Ich werde ihr sagen ,Du bist anders und
du bist besonders, du bist besonders für mich. Und äh
deine Entstehung war eine harte Angelegenheit, aber wir sind
umso glücklicher, als du da warst.’ (IT 13,
S. 24, Z. 41-44)
- Reproduktionsmedizin wird zunehmend in Gesellschaft akzeptierter,
insofern wird Kind keine Sonderstellung einnehmen (S. 25, Z.
1ff.)
- Kind hat Kontakt zu Kindern, die ebenfalls durch Reproduktionsmedizin
entstanden sind (S. 25, Z. 4-14)
|
7. PID |
|
Einstellung |
- Befürwortet wird eine gezielte Anwendung der PID (S. 21,
Z. 24f.), = Untersuchung Genkonstellationen, die zur Fehlgeburt
führen oder wodurch Kind nicht lebensfähig ist (S.
21, Z. 27-32, 37ff.), medizinische Indikation nötig (S.
21, Z. 37ff.)
- Diskussion um Feststellung Intelligenz oder äußerlicher
Merkmale unsinnig, da diese laut Interviewpartnerin sowieso nicht
möglich ist (S. 22, Z. 13-17, 26-30)
|
Gründe für Befürwortung
/ Merkmale, die nicht unersucht werden sollten |
- Feststellung Geschlecht, äußerlicher Merkmale nicht
vertretbar, da nicht relevant (S. 21, Z. 32-35, S. 22, Z. 9f.,
S. 23, Z. 5f.)
- Geschlechtsselektion legitim, wenn Genfehler bestimmtes Geschlecht
betrifft (S. 23, Z. 9ff.)
- Leid, dass Eltern bei Fehlgeburt ertragen müssen, kann
durch PID verhindert, minimiert werden (S. 23, Z. 12f.)
|
Bilanz |
- Selektion, Verwerfen, auch Abtreibung ist Entscheidung der
Eltern, „und nicht irgendwelcher Institutionen, die
sich ethisch aufspielen“ (IT 13, S. 22, Z. 6f.), Eltern
tragen Verantwortung (S. 21, Z. 40-45), Einflussfaktor: individuelle
Erfahrungen mit Erkrankten im sozialen Umfeld beeinflussen Entscheidungen
bezüglich Zumutbarkeit (S. 21, Z. 52-54)
- Kritik an PID: Verlauf von Krankheiten nicht vorhersagbar,
Selektion schwierige Entscheidung (S. 21, Z. 49f.), wegen doppelten
Genomsatzes ist unklar, welches Gen sich durchsetzt (S. 22, Z.
50-54)
- Aufklärung der Paare nötig bezüglich Möglichkeiten
PID, Krankheitsverläufe, damit sie Situation einschätzen
können und Entscheidungen treffen können (S. 21, Z.
50f., S. 22, Z. 4-7), Aufklärung auch, damit Eltern nicht
Illusion haben, ein „Designerkind“ produzieren zu
können (S. 22, Z. 30-33)
- In Medien und Öffentlichkeit wird versäumt, über
Grenzen der PID aufzuklären, falsche Erwartungen werden
geweckt (S. 22, Z. 16ff., 22-25, 37-41)
- Ausweitung der PatientInnengruppe wird befürwortet, PID
für Paare, die auf natürlichem Wege Kinder zeugen können,
aber mehrere Fehlgeburten hatten, auch für sie soll Möglichkeit
bestehen, gesundes Kind bekommen können (S. 23, Z. 17-39)
|
Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
|
Aspiration |
- Interviewpartnerin 1 hat schon immer Kinderwunsch (S. 9, Z.
17f.), Kinder als Lebensperspektive (S. 9, Z. 25), Wunsch nach
Schwangerschaftserleben (S. 9, Z. 24f.)
- Kinderwunsch hat sich bei Interviewpartnerin 2 (war vorher
in heterosexueller Beziehung) erst in gleichgeschlechtlicher
Beziehung entwickelt, keinen Wunsch nach Schwangerschaftserleben
(S. 1, Z. 1ff., S. 9, Z. 11-14)
|
Realisation
(Handlungsschritte) |
- Als Paar Beziehung eingeht, verwirft Interviewpartnerin 1 zunächst
Kinderwunsch, da keine Vorstellung über Realisierungsmöglichkeiten
(S. 9, Z. 19ff.)
- Thema Kinderwunsch, Familiengründung kommt mit Beziehung
auf, Internetrecherche über Möglichkeiten für
gleichgeschlechtliche Paare, Entscheidung für private Samenspende
(S. 1, Z. 19-22, 28, S. 9, Z. 22f.)
- Paar findet Samenbank im Internet, die heute nicht mehr existiert
(S. 1, Z. 22-32), überwiegend homosexuelle Samenspender
(S. 1, Z. 54ff.)
- Interviewpartnerin 1 beobachtet Zyklus, um fruchtbaren Tage
zu ermitteln, damit Chancen für Schwangerschaft bei Insemination
möglichst hoch sind (S. 5, Z. 24-32)
|
2. Private Samenspende |
|
Aspiration
(Entscheidungsbegründung zur privaten Samenspende, Bedingungen,
die für Paar wichtig sind) |
- Kriterien für Spender: Bereitschaft zur Wahrnehmung
der genetischen und sozialen Vaterschaft, Kind soll Spender kennenlernen
können (S. 1, Z. 42f., 45ff.), Spender soll Unterhalt zahlen
(S. 2, Z. 14-21), weitere Kriterien: „Das war uns natürlich
auch wichtig, dass der nicht ganz hässlich, nicht ganz dumm
und gesund ist.“ (IT 14, S. 4, Z. 52ff.), Wunsch nach „aktivem
Vater“ bzw. Yes-Spender hat Interviewpartnerin 1 aufgrund
eigener Sozialisationserfahrungen (aufgewachsen mit Vater), es
geht nicht um männlichen Erzieher, männliche Bezugspersonen
sind im sozialen Umfeld des Paares ausreichend vorhanden (S.
3, Z. 29-33)
- Spender soll keine Asymmetrien zwischen ihm und Kind schaffen: „Von
dem kann ich dann alles haben und dann geht das Kind immer
hin ,Du bist doch und du kannst doch.’ Und so.
Das wollten wir nicht. Weil wir sind dann die bösen Erzieherinnen
((lacht)) und der kann dann alles, macht dann alles.“ (IT
14, S.2, Z. 42-46)
|
Realisation (Handlungsschritte, Entscheidung
gegen bzw. für Spender) |
- Paar gibt Anzeige auf, 2 Spender nehmen Kontakt auf (S. 1,
Z. 34f., 38f., 56), kommen nicht in Frage, da deren Fokus jeweils
auf Fortpflanzungsgedanken/Erbe liegt, sind nicht bereit, Unterhalt
zu zahlen, Reduktion der Vaterrolle auf Materielles wie Urlaubsreisen
mit dem Kind, Geschenke usw. (S. 2, Z. 5ff., 9, 10f., 22-38)
- Suche nach Anzeigen von Spendern im Internet (S. 3, Z. 38ff.,
41f.), Webseite existiert inzwischen nicht mehr, weil private
Samenspende in Deutschland verboten ist (S. 3, Z. 42-56)
- Paar nimmt Kontakt zu Spender auf (S. 6, Z. 22ff.), zunächst
Email, dann telefonischer Kontakt (5-6x), Klärung grundlegender
Fragen nach Krankheiten, Bildungsgrad, Aussehen, Spender hat
Blutspenderausweis, der Gesundheitszustand zeigt, dennoch bleibt
Restrisiko, Interviewpartnerin 1 hat Angst, dass sie sich mit
einer Krankheit ansteckt (S. 4, Z. 2-15, S. 5, Z. 1-22), Entscheidung
für den Spender, da sich Sympathie zwischen ihm und Paar
entwickelt (S. 6, Z. 18f.), persönliches Treffen, Suche
nach Hotelzimmer, Situation sehr fremd für Paar (S. 4, Z.
20-41), Interviewpartnerin 1 inseminiert Sperma, schwanger nach
dem ersten Versuch (S. 5, Z. 33ff., 39f., S. 6, Z. 7f.)
- Entscheidung für 2. Kind, Distanz zwischen Kindern soll
nicht zu groß sein, damit sie nicht wie Einzelkinder aufwachsen
(S. 7, Z. 3-10)
- Recherche im Internet, Paar sucht nach Anzeigen, nimmt Kontakt
zu Spender auf, der selbst Zwillinge hat, weist alle Informationen
vor (Spermiogrammbefund, Gesundheitszeugnisse usw.), Sympathie
zwischen Spender und Paar (S. 7, Z. 22-47, S. 8, Z. 1-10), „No-Spender“ (S.
8, Z. 11), da aber Spender des ersten Kindes von der Bildfläche
verschwunden, ist anonyme Spende vorstellbar (S. 8, Z. 13-16),
Kinder sollen gleichgestellt sein (S. 8, Z. 18-21)
- Paar und Spender treffen sich zwei Mal persönlich (S.
8, Z. 25), er bricht Kontakt plötzlich und ohne Angabe von
Gründen ab, bevor es zur Spende kommt (S. 7, Z. 48-55, S.
8, Z. 21f., 26-33)
- Paar entscheidet sich schließlich für eine private
Samenspende von einem homosexuellen Arbeitskollegen und Freund
der Interviewpartnerin 2 (S. 7, Z. 51ff., S. 8, Z. 37-50), hat
keinen Kinderwunsch, „Er hat uns dieses Kind einfach
auch wirklich nur geschenkt, einfach für uns als Freund“ (IT
14, S. 11, Z. 50ff.)
- Nach erster Insemination tritt Schwangerschaft tritt (S. 11,
Z. 9ff.)
|
Bilanz (Rolle des genetischen Vaters,
Familienkonstellationen) |
- Spender des 1. Kindes: ca. zwei Jahre Kontakt zum Paar,
inzwischen keinen Kontakt mehr, unklar warum (S. 6, Z. 38-48)
- Spender des 2. Kindes: Wunsch des Spenders: keine Vaterrolle,
taucht in Geburtskunde nicht auf (S. 11, Z. 53ff.), zeigt aber
Interesse und besucht Paar, liegt laut Paar an Freundschaftsverhältnis
zum ihm (S. 12, Z. 1-30)
- Interviewpartnerin 2 übernimmt Rolle der Ernährerin
(S. 16, Z. 49f.)
- Paar hat eingetragene Lebensgemeinschaft, damit sie den gleichen
Nachnamen tragen und damit Stiefkindadoption möglich ist
(S. 18, Z. 1-10)
- Interviewpartnerin 2 möchte Kinder adoptieren, um mehr
Rechte zu bekommen (bisher nur „kleines Sorgerecht“),
wichtig, damit Kinder bei Interviewpartnerin 2 aufwachsen, falls
Interviewpartnerin 1 etwas zustößt, dazu muss Interviewpartnerin
2 deutsche Staatsangehörigkeit annehmen, nach österreichischem
Recht ist eine Stiefkindadoption nicht möglich (S. 17, Z.
1-38, S. 18, Z. 8-31)
|
3. Alternativen – nicht
realisierte Option |
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Aspiration |
- Reproduktionsmedizinische Behandlung mit Spendersamen in England,
Dänemark, Holland, Kauf von Samen aus USA: Option lehnt
Paar ab, da finanzielle Belastung zu hoch, zu großer zeitlicher
Aufwand (S. 5, Z. 44-54, S. 6, Z. 1-4)
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4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
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Aspiration (Entscheidungsbegründung
für Hausgeburt, PND) |
- Schwangerschaft verläuft komplikationsfrei (S. 12, Z.
35ff., S. 13, Z. 45-49)
- Interviewpartnerin 1 entscheidet sich für Hausgeburt,
Gründe: negative Erfahrungen im Kreißsaal während
Berufsausbildung (S. 12, Z. 39-43), außerdem „Da
wird irgendwie falsch Angst gemacht. Also die können sich
auf uns verlassen, wir sind tausende Jahre gereift durch eben
Evolution, und allem und wir sind auch dazu geschaffen, auch
Kinder zu haben und zu kriegen und da brauchen wir nicht irgendwie
tausend Leute rund um.“ (IT 14, S. 13, Z. 35-40)
- PND werden als nicht notwendig angesehen, da Interviewpartnerin
beim ersten Kind 25 Jahre, beim zweiten Kind 30 Jahre alt ist,
kein großes Risiko für Behinderung (S. 14, Z. 10ff.)
- Inanspruchnahme PND: nur in den Mutterschaftsrichtlinien empfohlenen,
von Krankenkasse bezahlten Ultraschalle (S. 14, Z. 1-4)
- Beim ersten Kind ein Ultraschall zusätzlich wegen einmaliger
Blutungen in der zehnten Woche (S. 13, Z. 3ff., 7ff.)
|
Realisation |
- Suche nach Hebamme, die Vorhaben unterstützt (S. 12, Z.
44-47)
- Erste Hebamme fragt ständig nach genetischem Vater, Paar
entscheidet sich für andere Hebamme, die bereits Erfahrungen
mit gleichgeschlechtlichen Paaren hat, diese hat beide Kinder
zur Welt gebracht (S. 12, Z. 53-56, S. 13, Z. 1-33
|
5. Beziehungen zum familiären
und sozialen Umfeld |
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Aspiration, Realisation |
- Soziales und familiäres Umfeld: zunächst Tabuisierung
gegenüber sozialem Umfeld bezüglich Kinderwunsch, Thema
kommt nicht auf, weil Paar lesbisch ist (S. 9, Z. 41-46), Interviewpartnerin
1 spricht mit ihrer Mutter über Kinderwunsch, Realisierungspläne
werden jedoch nicht offengelegt, erst als Interviewpartnerin
1 schwanger ist mit erstem Kind (S. 9, Z. 33-40)
- Grund für Tabuisierung: Zu dem Zeitpunkt hatten lesbische
Paare meist Kinder aus heterosexuellen Beziehungen, Kinder aus
homosexuellen Beziehungen eher neue Entwicklung (S. 9, Z. 55f.,
S. 10, Z. 2ff.), Vermeiden von „Panikmache“ (Heraufbeschwören
von negativen Konsequenzen durch Samenspende) und um Einmischung
in Pläne (S. 10, Z. 20-27)
- Teilnahme an einem Stammtisch von lesbischen Paaren mit Kinderwunsch
zum gegenseitigen Austausch (S. 10, Z. 8ff.)
|
Bilanz |
- Reaktionen in Familien: überwiegend gelassen,
Freude bei Mutter der Interviewpartnerin 1, da sie Wunsch nach
Enkelkind hatte, den sie aber aufgrund der sexuellen Orientierung
ihrer Tochter aufgeben hatte (S. 9, Z. 47-50, S. 10, Z. 35-41),
78-jähriger Großvater der Interviewpartnerin 1 bricht
Kontakt zu ihr ab „Der hat mich verstoßen in
der Schwangerschaft“ (IT 14, S. 10, Z. 43f.), nach
Geburt normalisiert sich Verhältnis, Grund: erster Enkel
des Großvaters (S. 10, Z. 41-53)
|
6. Aufklärung des Kindes |
|
Aspiration |
- Samenspenderkinder müssen aufgeklärt werden, weil
Frage nach der genetischen Herkunft auftaucht, auch bei natürlich
gezeugten Kindern (S. 3, Z. 4-26)
- Kind hat Aufklärungs-CD, Fragen tauchen auf, nachdem Interviewpartnerin
A mit zweitem Kind schwanger ist, wie Schwangerschaft mit zwei
Frauen entstehen kann (S: 11, Z. 18-34)
- Interviewpartnerin 1 klärt Kind so auf, indem sie Spende
als „Geschenk eines Mannes“ (IT 14, S. 11,
Z. 17f., 35ff.) bezeichnet
- Detailliertere Aufklärung soll folgen, wenn beim Kind
gefestigt ist, dass Spender im Spiel ist, für Paar noch
unklar, welche Rolle der Spender für das Kind spielen wird
(S. 11, Z. 40-47)
|
Bilanz |
- Reaktion des Kindes nach Aufklärung: verständlich
für Kind, unproblematisch, für ihn klar, dass auch
seine Schwester das Geschenk eines Mannes ist (S. 11, Z. 38ff.)
|
7. Bewertung
der Möglichkeiten für gleichgeschlechtliche Paare |
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Subjektive Sichtweise |
- In den meisten Bundesländern: keine Möglichkeiten
für gleichgeschlechtliche Paare, um sich Kinderwunsch zu
erfüllen (S. 14, Z. 22-32, Z. 48-56, S. 15, Z. 6-13), Grund:
konservative Parteien halten am traditionellen Familienbild fest
(S. 15, Z. 53f., S. 16, Z. 35-45) mögliche Variante: in
USA ist Samenspende Dienstleistung, keine Unterschiede, ob hetero-
oder homosexuelles Paar Samen bestellt (S. 15, Z. 30-49)
- In Öffentlichkeit werde präsenter, dass gleichgeschlechtliche
Paare Familien gründen möchten, liege daran, dass auch
Homosexuelle inzwischen in Politik vertreten sind (S. 16, Z.
15ff.)
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Themen
Stichwörter aus dem Leitfaden |
Thematische Begriffe und
Originaltextstellen aus dem Interview |
1. Familiengründung
und Kinderwunsch |
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Aspiration |
- Gemeinsamer Kinderwunsch beim Paar, Kind als Lebensziel (S.
2, Z. 10-18)
- Hochzeit als Voraussetzung für Realisierung Kinderwunsch
(S. 3, Z. 50f.)
|
Realisation |
- Paar versucht ein Jahr, Kind zu zeugen (S. 1, Z. 9f., S. 2,
Z. 35ff.)
|
Bilanz
(Folgen) |
- Diagnostik beim Interviewpartner (S. 3, Z. 1f.), kaum
Spermien vorhanden (S. 1, Z. 13f.) wegen Hodenhochstand-OP als
zehnjähriger Junge (S. 1, 49f., S. 2, Z. 40-44) , bei Frau
kein Befund
- Reaktionen auf Diagnose Interviewpartner wenig überrascht,
hat damit gerechnet, weil kein Befund bei seiner Frau vorliegt
und wegen seiner Krankheitsgeschichte (S. 1, Z. 44-50), Paar
stellt Kinderwunsch kurzfristig in Frage, ist nicht sicher, ob
es für reproduktionsmedizinische Behandlung bereit ist (S.
2, Z. 21-26)
- Interviewpartnerin versucht einerseits, rational mit Diagnose
umzugehen (S. 3, Z. 11-15, 26), andererseits „ist für
mich praktisch eine Welt zusammengebrochen“ (IT 15,
S. 3, Z. 18f.), Schockerlebnis, weil eigene Familie zu haben,
hat hohe Bedeutung, weil schwieriges Verhältnis zu Eltern
(S. 3, Z. 26, 29-46), Diagnose widerspricht Familiengründungsplänen,
abrupter Knick an der Stelle der Familiengründungsplanung
(S. 3, Z. 48f., 54ff., S. 4, Z. 1f.)
|
2. Reproduktionsmedizinische
Behandlung |
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Aspiration (Entscheidungsbegründung
und Bewertung der Reproduktionsmedizin) |
- Empfehlung Gynäkologe zur ICSI, Rat Reproduktionsmediziner
zur DI (S. 1, Z. 23ff., S. 4, Z. 12-21)
- Behandlung: „von alleine losgerollt“ (IT
15, S. 4, Z. 29), Gynäkologe ergreift Initiative und kontaktiert
Kinderwunschklinik, in der er Reproduktionsmediziner kennt (S.
4, Z. 14ff., 18ff., 30f.)
- „Wobei das schon in dem Sinne gedanklich eigentlich
ein weiter Weg war. Also jetzt vorher ähm, bevor das Thema
aufgekommen ist, war meine Einstellung eigentlich eher so,
wenn es klappt, klappts, wenn nicht, dann nicht.“ (IT
15, S. 2, Z. 27-31)
- Entscheidung des Interviewpartners für DI, da dies normaler
Schwangerschaft nahe kommt (S. 6, Z. 29f., 55f., S. 7, Z. 4),
keine Bedenken bezüglich Beziehung zum Kind, hat Erfahrungen
mit fremden Kindern, während Studium auf Kind einer Studentin
aufgepasst, ist jetzt sein Patenkind, Liebe genauso wie zum Eigenen
(S. 9, Z. 7-20)
- Interviewpartnerin lehnt DI zunächst ab, für sie
nicht vorstellbar, Kind von fremder Person auszutragen, Ungewissheit über
Charaktereigenschaften des Spenders (S. 7, Z. 11-25, S. 8, Z.
47-54)
- Interviewpartnerin entscheidet sich nach ausführlicher
Recherche über das Thema doch für DI, Kontakt zu Spendersamenfamilie
(S. 8, Z. 18-29), Aufsuchen einer Gruppe von anderen Betroffenen
(S. 8, Z. 30-34), durch Austausch mit anderen merkt Interviewpartnerin,
dass Abwehrhaltung und ihre Gefühle zur DI normal sind (S.
8, Z. 33-56), Gewissheit, dass DI-Familien „ganz normale
Familien und ganz normale Kinder sind“ (IT 15, S.
8, Z. 56, S. 9, Z. 1-5)
|
Realisation |
- Besuch Kinderwunschklinik zwei Monate nach Diagnose, Gynäkologe
der Interviewpartnerin empfiehlt Kinderwunschpraxis (S. 2, Z.
1-5, S. 4, Z. 12-21)
- 2003: vor ärztlichem Aufklärungsgespräch Internetrecherche über
Behandlungsmöglichkeiten (S. 42, Z. 4-12), drei ICSI-Behandlungen
in drei Monaten, wegen drohender Gesundheitsreform, Versuche
erfolglos (S. 1, Z. 20f., 42-49)
- Arzt weist nach ICSI-Fehlversuchen neben Möglichkeit der
Adoption auf DI hin (S. 1, Z. 20-25. S. 6, Z. 21ff.), Paar braucht
halbes Jahr Bedenkzeit, Informationsrecherche im Internet (www.spendersamen.de),
Informationsmaterial von Petra Thorn, schließlich Entscheidung
für DI (S. 1, Z. 28-34, S. 8, Z. 5-17)
- Berufliche Schwierigkeiten à Interviewpartnerin gibt
Beruf auf, um sich auf Behandlung konzentrieren zu können
(S. 7, Z. 32-55, S. 8, Z. 1f.)
- 2. DI-Versuch: Schwangerschaft tritt ein (S. 1, Z. 38f.)
|
Bilanz |
- Behandlungsverlauf bei ICSI: psychische Beschwerden
durch Hormonbehandlung, körperlich wenig Nebenwirkungen
(S. 6, Z. 1-13), Einnahme von Maximaldosen (S. 4, Z. 38-54),
trotzdem nur vier Eizellen (S. 5, Z. 1-22), belastend ist Zeit
nach dem ET, Warten auf Ergebnis und Verarbeitung der Fehlversuche
(S. 5, Z. 27-40), für Interviewpartner ist psychisch belastend,
dass er Verursacher der Behandlung ist, aber die Last bei seiner
Frau liegt (S. 9, Z. 21-27)
- Humangenetische Beratung: Wenig nützlich für
Paar, „Pflichtveranstaltung“, weil viele
Fragen nicht beantwortbar sind, Krankheitsgeschichte aus Familie
väterlicherseits der Befragten unbekannt, keine Behinderungen
in der Familie (S. 24, Z. 32-56), Sichtweise des Paares: Untersuchung
wird bei normalen Schwangerschaften auch nicht gemacht (S. 25,
Z. 3-11, 38-43) à für Paar unverständlich, dass
sie Sonderrolle einnehmen, nicht genauso behandelt werden wie
Paare, die auf natürlichem Weg schwanger werden
- Behandlungsverlauf DI: Samen aus Dänemark auf Empfehlung
der Kinderwunschklinik (S. 14, Z. 40f.), bekommt Behandlungspaket
angeboten, dabei zunächst unklar, was Paket beinhaltet (S.
14, Z. 41-55, S. 15, Z. 1-6), „Ergebnis des Ganzen
war, dass sie hinterher eine Arbeitsgruppe äh gegründet
haben, um herauszufinden, warum sie eigentlich so viel nehmen,
wie sie nehmen. Das kam einfach aus dem ähm dem Bundesverband
für DI und dem Katzorke, der hat wohl irgendwann mal gesagt
,Sechs Stück kosten soundsoviel.’ Und das haben die
einfach so übernommen. [...] Und dann haben sie hinterher
festgestellt, dass das überhaupt nicht kostendeckend ist.“ (IT
15, S. 15, Z. 8-14, 16f.), Behandlung im Gegensatz zur ICSI weniger
körperlich und psychisch belastend, da keine Hormonbehandlung
nötig (S. 17, Z. 1-11)
- Vorteil der dänischen Samenbank: Profile der Spender
zugänglich, siebenseitige Pamphlete, Freitext, Infos über
genetische Seite bis zu den Großeltern, Äußerlichkeiten
wie Größe, Haar- und Augenfarbe, Ernährungsgewohnheiten,
Gesundheitszustand, Bildungshintergrund Interessen, Lieblingsfarbe
und -tier usw., Freizeitaktivitäten (S. 15, Z. 22-41, 45ff.,
S. 18, Z. 18-36)
- Paar möchte mehr Informationen über Spender, als
sie in Deutschland bekommen würden, entscheidend ist, dass
nicht ÄrztInnen, sondern Paar Spender auswählt, durch
Informationen wird Sicherheit bezüglich Entscheidung für
einen Spender gewonnen (S. 15, Z. 5-10, S. 18, Z. 43-47, S. 19,
Z. 40-46), Profil steht Kind später zur Verfügung,
dadurch verliert Spender Anonymität (S. 18, Z. 35f., 49-53),
Spender hat am Ende des Profils mit seinen Initialen unterschrieben,
Paar weiß, wann er Medizinstudium beendet hat, dadurch
realistische Chance, Spender zu finden, wenn Kind das möchte,
obwohl er No-Spender ist (S. 19, Z. 2-18)
- Weiterer Vorteil, dass Samen auf Funktionalität untersucht
werden, nachdem sie kryokonserviert sind, Spender werden erst
nach einem halben Jahr nach der Spende bezahlt (S. 20, Z. 11-18)
- Auswahlkriterien des Paares
- 1. Äußerlichkeiten: Haarfarbe
weniger entscheidend, da die der genetischen Mutter dominiert
(S. 21, Z. 5-14), Augenfarbe, Größe, da sozialer
Vater sehr groß ist (S. 20, Z. 47-56), kaukasische Herkunft
(S. 21, Z. 16f.)
- 2. Sympathiefaktor (S. 15, Z. 42-49, S.
18, Z. 40f.) Spender wird als nicht überheblich, bodenständig,
humorvoll, integer wahrgenommen, Art der Antworten entscheidend,
weniger die Inhalte (S. 21, Z. 23-54, S. 22, Z. 1ff.)
- 3. Rahmenbedingungen Ernährungsgewohnheiten,
Gesundheit, Sichtweisen auf politische Einstellungen (dabei
nicht Inhalte, sondern Art der Antworten ausschlaggebend) (S.
21, Z. 47-54)
- 4. Motive des Spenders Auswahl eines Medizinstudenten,
der neben finanziellen Gründen aus fachbezogenen Interessen
spendet (S. 19, Z. 45-55, S. 20, Z. 1-8),
- 5. Weitere Kriterien: Auswahl eines Studenten
nicht wegen Intelligenz, sondern weil sozialer Vater auch studiert
hat, somit ähnlicher Qualifikationshintergrund (S. 20,
Z. 40-45),
- Spendersamen des Spenders darf nicht mehr verkauft werden,
da er schon 20 Kinder in Dänemark gezeugt hat, dadurch
hat Paar Gewissheit, dass Spermienqualität in Ordnung
ist (S. 20, Z. 19-39)
- Keine Relevanz: ob Spender Yes- oder No-Spender ist, da Paar
nicht weiß, ob selbst Yes-Spender auffindbar wäre,
wenn Kind 18 Jahre alt ist (S. 15, Z. 51-56), zudem sind auch
in normalen Familien nicht immer beide Elternteile verfügbar
z. B. bei Tod eines Elternteils oder Scheidung (S. 16,
Z. 2ff.)
- ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehungen: gute Betreuung,
junger Arzt (bei ICSI und DI gleicher Arzt), nimmt sich viel
Zeit, Nachteil: lange Wartezeiten, weil, als Paar Behandlung
machte, „Hochsaison“ in Kinderwunschpraxen
wegen drohender Gesundheitsreform (S. 22, Z. 18, 37-54), Arzt
beantwortet alle Fragen, bei Unwissenheit verweist er auf KollegInnen
(S. 23, Z. 2-17)
- Behandlung und Paarbeziehung: Während ICSI versucht
Interviewpartner, seine Frau nicht mit seinen Sorgen zu belasten,
da sie Last der Behandlung tragen muss (S. 9, Z. 29-43), Beziehung
ist stabilisiert durch gemeinsames Bewältigen der Behandlung
(S. 9, Z. 47-55, S. 41, Z. 53-56)
- Entscheidung gegen Geschwisterkind: Paar reserviert
sich zunächst weitere „straws“ des Spenders
aus Dänemark, um Samen für ein evtl. Geschwisterkind
zu haben, das vom gleichen Spender wie erstes Kind soll (S.
16, Z. 40f., 43-47) Gründe gegen Geschwisterkind: Alter
der Interviewpartnerin (41 Jahre), Angst vor Überforderung, „Nein,
also ich bin so froh, dass (Name Sohn) jetzt so aus dem Gröbsten
raus ist. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, jetzt
wieder von vorne anzufangen.“ (IT 15, S. 17, Z.
14-17), psychische, nervliche Belastung wäre mit weiterem
Kind zu hoch (S. 17, Z. 19-23), Erziehung liegt größtenteils
bei Interviewpartnerin, weil Mann beruflich viel unterwegs,
dadurch Familienalltag schwer planbar (S. 17, Z. 23-43, S.
18, Z. 1-9), Paar sieht zudem kein Problem mit Einzelkind,
da Kind in Nachbarschaft viele FreundInnen findet, die Defizite
eines Geschwister kompensieren können (S. 17, Z. 52-55)
- Rechtliche Hintergründe der Samenspende: notarieller
Vertrag zwischen sozialem Vater und Arzt, möchte sich
absichern, damit sichergestellt ist, dass sozialer Vater Unterhalt
zahlt (S. 26, Z. 13f., 7ff.), Vertrag sieht Interviewpartner
als „juristische Spielereien“ (S. 26,
Z. 24) und „inhaltlich einfach lächerlich“ an
(S. 26, Z. 29f.), für Interviewpartner Frage nach Unterhaltszahlung
unsinnig, da Kind absolutes Wunschkind ist (S. 27, Z. 32-37)
|
3. Adoption |
|
Aspiration, Realisation |
- Paar informiert sich parallel zur ICSI-Behandlung zum Adoptionsverfahren,
lässt sich Formulare zukommen und kontaktiert Adoptiveltern,
Antrag wird aber nicht eingereicht (S. 6, Z. 17ff., 30-40)
- Paar möchte beide Optionen (Reproduktionsmedizin und Adoption)
parallel anstoßen, damit Chance auf Kind gegeben ist (S.
6, Z. 42-52)
|
4. Schwangerschaftsverlauf,
PND |
|
Aspiration, Realisationen |
- Paar hat sich vor den PND gefragt, wie sie mit pathologischem
Befund umgehen (S. 33, Z. 28f.), aus Sicht des Paares ist Einsatz
einer PND sinnlos, wenn man Kind bei jedem Befund austragen wird
(S. 33, Z. 25-38)
- PND: Standarduntersuchungen in Mutterschaftsrichtlinien (S.
23, Z. 22f., 53f.), einen zusätzlichen Ultraschall, wird
vom Arzt aber nur empfohlen, weil Technik zu dem Zeitpunkt neu
ist, keine Indikation dafür (S. 23, Z. 41-52), Nackenfaltentransparenzmessung
(S. 24, Z. 5, 14f.), Ablehnung Fruchtwasseruntersuchung, da Fehlgeburtsrisiko
und keine medizinische Indikation vorhanden (S. 24, Z. 9ff.,
12f., 18-21), Ablehnung 3-D-Ultraschall aus Kostengründen
(S. 23, Z. 23, 25f., 55f., S. 24, Z. 1ff.)
- Abtreibung: Frage zu hypothetisch (S. 33, Z, 39-42),
Tendenz, Schwangerschaft mit schwer geistig behindertem Kind
abzubrechen (S. 33, Z. 53ff., S. 34, Z. 9ff.)
|
Bilanz |
- komplikationsfreie Schwangerschaft, Interviewpartnerin genießt
Schwangerschaft (S. 24, Z. 23ff.)
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5. Beziehungen zum familiären,
sozialen Umfeld |
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Aspiration, Realisationen |
- Familiäres und soziales Umfeld: Aufklärung
des gesamten sozialen Umfeldes (Familie, FreundInnen, KindergärterInnenn, ÄrztInnen,
BabysitterInnen usw.) nötig, da Kind des Paares von Anfang
an aufgeklärt ist (S. 11, Z. 16ff., 36-43, S. 37, Z. 50-55,
S. 38, Z. 38-42, 45-51), Kind geht mit dem Thema unbedarft um,
was im sozialen Umfeld zu Irritationen führen kann (S. 11,
Z. 20-30), Reaktionen des sozialen Umfeldes sind dem Paar unwichtig,
es möchte vermeiden, dass sein Kind missverstanden wird,
wenn es etwas über die DI erzählt, zudem sieht es die
Art der Familiengründung als persönliche Entscheidung
an, die niemand beeinflussen kann (S. 11, Z. 40-43, 47ff., S.
12, Z. 48-51, S. 13, Z. 10-14, S. 14, Z. 28-32)
- Offenlegung zuerst nahestehende FreundInnen, mit steigender
Belastung durch die Behandlung werden mehr Personen eingeweiht
(S. 12, Z. 6-10),
- Familie des Interviewpartners wird eingeweiht, als Frau schwanger
ist, Interviewpartner interessiert Meinung seiner Eltern nicht,
deren Einstellung sind konträr zu seinen, ihre Sichtweise
wäre eine Belastung und keine Hilfe oder Unterstützung
(S. 12, Z. 12f., S. 13, Z. 36-52), Mutter des Interviewpartners
hat Thematik Reproduktionsmedizin aber im Vorfeld schon angesprochen,
da sie unerfüllten Kinderwunsch des Paares bemerkte (S.
14, Z. 4-16) à dadurch Gewissheit, dass Mutter mit der
Entscheidung für die Behandlung umgehen kann (S. 14, Z.
19ff.)
- Stiefvater der Befragten erst zwei Jahre nach Geburt des Kindes
eingeweiht, da er bereits 80 Jahre alt ist, konservative Einstellungen
hat, Mutter der Interviewpartnerin befürchtet negative Reaktion
(S. 12, Z. 31f., 39-43), insgesamt schwierige Familienverhältnisse
(S. 13, Z. 1-10)
- Berufliches Umfeld: bei Interviewpartnerin ist Offenlegung
bezüglich Familienplanung schwierig, weil sie noch in der
Probezeit war, Thema Familienplanung zu persönlich (S. 10,
Z. 5-8), sie klärt Chef vor dem letzten ICSI-Versuch auf
(S. 7, Z. 42ff.)
- Strategie des offenen Umgangs als Prozess, inzwischen offensives
Umgehen mit Art der Familiengründung (S. 10, Z. 48f., 53ff.)
|
Bilanz |
- Berufliches Umfeld: Durch Offenheit zeigt sich, dass
z. B. Chef der Interviewpartnerin ungewollt kinderlos ist (S.
10, Z. 34-44), Nachbarin in der neuen Wohnumgebung hat ebenfalls
Kinder mithilfe Kinderwunschbehandlung (S. 10, Z. 54ff., S. 11,
Z. 1-13)
- Reaktionen der FreundInnen: überwiegend positiv
(S. 11, Z. 44f., 52), Reaktionen auf unerfüllten Kinderwunsch:
FreundInnen spenden Trost, motivieren, für Paar aber wenig
hilfreich, weil sich Nicht-Betroffene nicht in seine Lage hineinversetzen
können (S. 35, Z. 28f., 34-37), FreundInnen haben teilweise
kommuniziert, dass Situation des Paares für sie nicht
vorstellbar ist (S. 35, Z. 30-33)
- Reaktionen der Familie: zurückhaltend wegen Alters-
bzw. Generationsunterschied (S. 12, Z. 2f.), Vater des Interviewpartners
akzeptiert DI nicht, akzeptiert Kind nicht als Enkelkind (S.
12, Z. 15-24, S. 13, Z. 27f., S. 14, Z. 27), Mutter des Interviewpartners
hat hingegen keine Probleme (S. 12, Z. 26ff.), Mutter der Befragten
keine Schwierigkeiten, auch Stiefvater reagiert positiv, er
findet Entscheidung des Paares mutig, hat sehr gutes Verhältnis
zum Enkelsohn (S. 13, Z. 17-25)
- Gruppe Spendersamenfamilien (S. 8, Z. 15, S. 35, Z.
39): Teilnehmende sind alle in der gleichen Situation, ähnliche
Gefühle usw., hilfreich für gegenseitiges Verständnis
(S. 35, Z. 40f., 51-56), Paar berät inzwischen Paare,
die DI in Anspruch nehmen möchten (S. 36, Z. 2f.)
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6. Aufklärung des Kindes |
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Aspiration, Realisationen |
- Buch von Ken Daniels über assoziative Verbindungen von
Begriffen im Gehirn à Entscheidung für sehr frühe
Aufklärung (S. 37, Z. 22-25, 27ff.), Aufklärungsbücher
als Hilfe, u.a. von Petra Thorn (S. 11, Z. 31, S. 37, Z. 36-41),
Beginn der Aufklärung, als Kind ein halbes Jahr alt ist
(S. 37, Z. 19f.), wichtig, dass Eltern dabei positive Einstellung
transportieren (S. 37, Z. 31ff.),
- Inhalte der Aufklärung: Kind bekommt vermittelt,
dass sozialer Vater gesundheitliche Probleme hat (S. 38, Z. 10-21),
Spende als Hilfe von einem anderen Mann (S. 39, Z. 37), Paar
personalisiert Spender nicht, begrifflich wird vom Spender gesprochen,
vermieden werden Begriffe wie sozialer Vater, genetischer Vater
(S. 39, Z. 30-36), regelmäßige Gespräche zwischen
Eltern und Kind zu dem Thema (S. 37, Z. 34f., 47ff.), besonders,
wenn Kind neue Kontakte knüpft, z. B. mit neuer Babysitterin
(S. 37, Z. 49f., 53ff.)
- Laut Paar führt Tabuisierung der Familiengründung
zu massiven Störungen im familiären Sozialgefüge
der Familie (S. 29, Z. 24-29, 39f.) und Identitäts- oder
Persönlichkeitskrise des Kindes (S. 42, Z. 17-21), Verheimlichung
wäre Lebenslüge (S. 38, Z. 33f., 36f.)
- Familiengründung soll Bestandteil des Lebens des Kindes
sein, Aufklärung sollte kein einschneidendes Erlebnis sein
(S. 38, Z. 27ff., 31ff.)
- Spenderprofil soll Frage nach genetischen Wurzeln auffangen
(S. 52, Z. 23ff.)
- Kontakt zu anderen Samenspenderkindern, damit sich Kind austauschen
kann (S. 42, Z. 26-33)
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Bilanz |
- Behandelnde ÄrztInnen raten häufig von offenem Umgang
gegenüber dem Kind und sozialen Umfeld ab, überlassen
meist den Eltern die Entscheidung (S. 29, Z. 31-38) à Paar
versucht ÄrztInnen dazu zu bringen, den Eltern Aufklärung
zu empfehlen (S. 29, Z. 24-29)
- Kind ist stolz auf seine Zeugung (S. 37, Z. 56, S. 38, Z. 1),
beschäftigt sich auch aus eigener Initiative mit den Aufklärungsbüchern
(S. 38, Z. 23-26), kennt nur sozialen Vater, keine Beziehung
zum Spender (S. 39, Z. 29f., 38ff., S. 0, Z. 15ff.)
- Wenn Kind jugendlich ist bzw. in Pubertät, können
aus Sicht des Paares Schwierigkeiten, Konflikte auftreten (S.
40, Z. 4f., 19-24), „(...) dann kann es immer mal sein,
im Streit, im Ärger oder, dass (Name Kind) was sagt so ,Du
bist ja gar nicht mein Vater.’ Oder so, wobei ich das auch
nicht wirklich glaube, weil wie gesagt, es gibt ja gar keinen
anderen Vater.“ (IT 15, S. 40, Z. 7-10)
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7. PID |
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Einstellung |
- Befürwortung PID in Deutschland (S. 28, Z. 4f.), Gesetzgebung
wird als zu restriktiv wahrgenommen (S. 30, Z. 43)
- Überprüfung der Entwicklungsfähigkeit der Eizelle
(S. 28, Z. 15ff.), Feststellung von Krankheiten, Behinderungen
vor dem ET (S. 18, Z. 55f., S. 29, Z. 1ff., S. 30, Z. 23f., 30ff.)
- PID ethisch vertretbar, da Zellen nicht mit Kindern gleichzusetzen
(S. 18, Z. 27-30)
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Gründe für Befürwortung
/ Merkmale, die nicht untersucht werden sollten |
- Vermeidung Fehlgeburten, Fehlversuche, Ersparen von Leid für
Paare (S. 18, Z. 17f., S. 30, Z. 1-5), Reduzierung finanzieller
Belastung durch unnötige, kostspielige Versuche (S. 30,
Z. 8-11)
- Vermeidung von Abtreibung im späteren Schwangerschaftsverlauf
(S. 28, Z. 49-56)
- Feststellung nicht krankheitsrelevanter Merkmale à Assoziation
zum „Designerbaby“, äußerliche
Merkmale nicht relevant (S. 30, Z. 20ff.)
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Bilanz |
- Gesetzliche Reglementierung sinnvoll (S. 29, Z. 9f.), Frage
nach Reichweite der Forschung oder „goldene Mitte“ (S.
30, Z. 46, 50)
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8. Weitere Themen |
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Sichtweise auf Elternschaft |
- Individuelle Entscheidung der Eltern bezüglich Abtreibung,
sie tragen Verantwortung für behindertes Kind, Wahrnehmung
des Schweregrads einer Behinderung oder Krankheit ist bei jedem
Paar anders (S. 31, Z. 17ff., 21, 44f, 48-56, S. 32, Z. 10, 51-56),
Urteil über andere unzulässig (S. 32, Z. 11, S. 33,
Z. 3)
- Art der Familiengründung darf Kindeswohl nicht verletzen
(S. 43, Z. 15-22)
- Qualität der Elternschaft unabhängig von Familienform,
auch Alleinstehende oder gleichgeschlechtliche Paare sollen Kinderwunsch
mit Reproduktionsmedizin realisieren dürfen (S. 32, Z. 18-25,
27ff.)
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Einfluss der Behandlung auf subjektive
Sichtweise |
- Veränderung Einstellung bezüglich Familienthemen
im Laufe der Behandlung: Grundeinstellung vor Nutzung DI: „wenn
es klappt, klappt es, wenn nicht, dann nicht“ (IT
15, S. 34, Z. 47-51), durch Behandlung steigt beim Paar Toleranz
gegenüber Entscheidungen von Anderen (S. 32, Z. 13-16, S.
34, 12-16, 26)
- „Ethik verschiebt sich“ (IT 15, S. 34,
Z. 20f.), beim Urteil über andere Paare jetzt zurückhaltend
(S. 34, Z. 43-46, S. 35, 1ff.), Paar zeigt mehr Verständnis
als vor Inanspruchnahme Reproduktionsmedizin (S. 34, Z. 26-40),
Urteil nur möglich, wenn man Betroffener ist (S. 35, Z.
5f., 12ff.), Offenheit und mehr Toleranz gegenüber Entscheidungen
von anderen Personen übertragen sich auch auf Lebensbereiche,
die nicht Familie betreffen (S. 35, Z. 7-11)
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Reproduktionsmedizin in den Medien,
Gesellschaft |
- Gesellschaftliche Meinung über DI-Familien aus Sicht
des Paares: Art der Familiengründung wegen egoistischer
Motive der Paare, Kindeswohl werde nicht beachtet (S. 42, Z.
44-52)
- Thema Samenspende bisher in voyeuristischer Boulevard-Presse
(S. 36, Z. 11-14, S. 42, Z. 40ff.), TV-Sendungen zu dem Thema
zieht das Thema in die „Ecke des Anrüchigen“ (IT
15, S. 36, Z. 44-53) à Thema müsste in Öffentlichkeit
präsenter sein, Aufklärung der Gesellschaft nötig,
damit Spendersamenkinder nicht als Exoten dastehen (S. 42, Z.
36-39), Akzeptanz differenzierter Familienformen nötig (S.
39, Z. 39-44, S. 43, Z. 1-11,,
- Medienanfragen von Boulevardfernsehen lehnt Paar ab (S. 36,
Z. 14-20), da zu reißerisch (S. 36, Z. 28), möchte
nicht ins Fernsehen (S. 36, Z. 30ff.), weil berufliches Umfeld
nicht komplett aufgeklärt ist (S. 36, Z. 33ff.), zudem Verantwortung
hinsichtlich Persönlichkeitsschutz des Kindes (S. 36, Z.
37f., 40, S. 37, Z. 1ff.), Paar macht nur Interviews für
Zeitschriften, ohne Fotostrecken (S. 37, Z. 13f.)
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Einfluss segmentierte Elternschaft
auf Eltern-Kind-Beziehung, Familienalltag |
- Problematische Beziehung zwischen Kind und sozialem Vater,
wenn das Kind nicht aufgeklärt wird (S. 39, Z. 1)
- Segmentierte Elternschaft wird für das Kind zum Problem,
wenn Art der Familiengründung für Paar ein Problem
ist (S. 39, Z. 26ff.), z. B. wenn Behandlung von sozialem Vater
nicht unterstützt wird (S. 39, Z. 47-50, 54ff., S. 40, Z.
1ff.)
- Genetische Unterschiede machen sich durch bestimmte Eigenschaften
und Fähigkeiten bemerkbar, die das Kind nicht von der genetischen
Mutter geerbt haben kann (S. 39, Z. 5-9)
- Bedeutender als genetische Seite ist aber äußerer
Einfluss, Sozialisation, Prägung des Kindes durch Familienleben
(S. 39ff.), Tatsache, dass Kind Wunschkind ist (S. 40, Z. 27f.,
38f.)
- Hat Kind großes Interesse am Spender, ist das möglicherweise
Zeichen für Instabilität in der Familie (S. 39, Z.
19ff.), Paar macht Erfahrung, das Spendersamenfamilien meist
stabil sind (S. 9, Z. 49-54)
- Segmentierte Elternschaft spielt für Interviewpartnerin
im Alltag keine Rolle, außer bei z. B. Arztbesuchen, Liebe
zum Kind wird nie in Frage gestellt, denkt nie daran, dass das
Kind von einem anderen Mann ist (S. 40, Z. 48-56, S. 41, Z.1f.),
für Interviewpartner ist DI im Alltag präsenter, z.
B. wenn andere Personen Ähnlichkeiten zwischen ihm und dem
Kind feststellen, selbst Personen, die über Art der Familiengründung
informiert sind, aus Sicht des Interviewpartners bleiben diese
in typischen Verhaltensmustern stecken (S. 41, Z. 1-6, 17-20),
nach der Geburt waren Reaktionen für ihn belastend, heute
ist segmentierte Elternschaft Bestandteil des Familienlebens,
Paar betreut heute Websites, berät andere Paare (S. 41,
Z. 38-50)
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