Reproduktionsmedizin und Kinderwunsch

Reproduktionsmedizin -
4. Methodisches Vorgehen und qualitative Forschung



Ratgeber Eltern


Reproduktionsmedizin:

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Impressum

4.1

4.2

4.3

4.4

4.5

4.6

QUALITATIVE FORSCHUNG

FORSCHUNGSDESIGN: SAMPLING, BASISDESIGN, FELDZUGANG

ERHEBUNGSVERFAHREN - PROBLEMZENTRIERTES INTERVIEW

KONSTRUKTION DES INTERVIEWLEITFADENS

DATENERHEBUNG

AUSWERTUNGSSTRATEGIE DES PZI

 

4.1 Qualitative Forschung

Unter dem Begriff der qualitativen Forschung werden verschiedene Ansätze der Forschung zusammengefasst, die sich in ihren theoretischen Annahmen, in ihrem Gegenstandsverständnis und methodischen Fokus unterscheiden. Theoretischer Hintergrund der Methode dieser Arbeit ist die Position des symbolischen Interaktionismus, die von Herbert Blumer (1938) geprägt wurde. Blumer fasst die Grundannahmen des symbolischen Interaktionismus in drei Prämissen zusammen: Erstens handeln Menschen auf der Grundlage von Bedeutungen, die Dinge für sie besitzen. Zweitens entstehen diese Bedeutungen aus der sozialen Interaktion zwischen Menschen. Diese Bedeutungen werden drittens in einem interpretativen Prozess, der sich durch die Auseinandersetzung der Personen mit den ihr begegnenden Dingen vollzieht, gehandhabt oder auch verändert. Eine weitere zentrale Annahme des symbolischen Interaktionismus ist das sogenannte Thomas-Theorem: Wenn eine Person eine Situation als real definiert, wird diese in ihren Konsequenzen real. Das impliziert, dass der Forschende die Welt aus der Perspektive der Individuen betrachten muss, die er befragt.

Qualitative Forschung wird als Interaktionsprozess zwischen Forschendem und zu Befragenden aufgefasst. Es gibt keine absolute Objektivität, da die Daten von reagierenden, sich verändernden Subjekten in Kommunikationsprozessen gewonnen werden. Diese Daten sind somit immer individuelle Deutungen. Empirischer Ansatzpunkt dieser Tradition ist der subjektive Sinn, den Individuen mit ihren Handlungen und ihrer Umgebung verbinden sowie die unterschiedlichen Arten, wie sie Ereignisse und Erfahrungen mit Bedeutungen versehen.

In dieser Arbeit stehen die Sichtweisen und die subjektiven Sinndeutungen der Personen, die Kinderwunschbehandlungen "erleben", im Mittelpunkt, weshalb ein qualitativer Forschungsansatz gewählt wurde. Die für interpretative Forschung bedeutenden Prinzipien der Offenheit und Flexibilität hinsichtlich der Interviewfragen werden berücksichtigt. Trotz der Offenheit muss der Forschungsprozess methodisch kontrolliert ablaufen, was gewährleistet wurde, indem die Schritte des Erhebungsverfahrens und der Auswertung dokumentiert und nach begründeten Regeln abliefen. Durch die Dokumentation des Erhebungsinstrumentes und der -methoden sowie der Transkriptionsregeln konnte die intersubjektive Nachvollziehbarkeit des Forschungsprozesses gewährleistet werden. Bei qualitativen Methoden sind kleine Fallzahlen ausreichend. Das impliziert, dass kein Anspruch auf Repräsentativität oder Generalisierbarkeit erhoben werden kann, was auch für diese Arbeit zutrifft.

Reproduktionsmedizin und künstliche Befruchtung bei Kinderwunsch im Kinderwunschzentrum

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