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Hallo marajoda,
meine Geschichte habe ich hier auf viele Beiträge verstreut. Du kannst sie über die Suchfunktion mit meinem Nick finden.
Der Zweikampf zwischen der Ruhe und dem wilden Tier ist mir sehr vertraut.
Hellinger und Co sind Bert Hellinger (Heilsame Beziehungen-Wie Liebe gelingt und Anerkennen was ist), Norbert Mayer (Beziehungsgestaltung), Hans Jellouschek (Wenn Mutters Sohn Vaters Tochter heiratet), Arno Gruen (Die Schwierigkeit, sich selbst zu sein), Norbert Mayer (Das verlorene Zuhause). Geht um Systemische Psychologie oder so ähnlich. Grundsatz scheint zu sein, dass in jedem Menschen sehr viel aus seiner Vergangenheit und der seiner Ahnen mitschwingt und diese Menschen unbewussten Zwängen folgen müssen. Einiges ist für mich nicht nachvollziehbar aber ich fand eben sehr viele Ansätze, die ein Nachdenken lohnen.
Meine Partnerin sagt mir auch ich wäre für sie als Lebens- und Familienpartner die Idealbesetzung, Ihre Leidenschaft kann sie jedoch mit mir bis auf ganz wenige Ausnahmen in den letzten Wochen nicht ausleben. Läge dies an meinen "Liebhabequalitäten" (saublödes Wort) wäre das für mich in Ordnung und ich könnte das in Grenzen nachvollziehen. Sie sagt mir aber auch "Du bist für mich der beste Liebhaber der Welt" und wenn wir uns mal sehr nahe gekommen sind, es wäre für sie wunderschön gewesen. Und dieser Widerspruch machte mich verrückt. Ich kann eben nicht nachvollziehen warum sie ihre Leidenschaft nur mit anderen Männern ausleben kann. Wir haben mit o.g. Ausnahmen seit sechs Jahren nicht miteinander geknutscht oder innig gekuschelt. Sie ist mit ihrer Leidenschaft in dieser Zeit nie zu mir gekommen. Immer war ich der aktive und 19 von 20 Annäherungsversuche meinerseits endeten in Ablehnung. Ich habe heute das Gefühl, dass von ihr Kleinigkeiten aufgebauscht wurden, um ihre Ablehnung zu legalisieren. Das zermürbt beide Seiten. Leider war ich über viele Jahre nicht ICH und habe mich in meine Arbeit zurückgezogen und habe letztendlich meine Bedürfnisse oberflächlich zurückgestellt. Ich dachte ich hätte angenommen, dass sie halt so ist. Tat ich natürlich nicht wirklich und das war mit Sicherheit einer der Gründe für meine immer wieder hochkommende Aggression gegenüber unserer Beziehung.
Und dann sitzt du plötzlich zu Hause und musst erkennen, dass sie eben ganz anders ist. Sie ist plötzlich bereit für ihre Leidenschaft alles aufs Spiel zu setzen. Sie sagte mir "Ich fahre jetzt zu ihm und ich nehme mir alle Zeit der Welt die ich brauche! - Bist Du morgen früh noch da?". Dann saß ich bis 04:00 hier mit den drei Kindern, sie im achten Monat schwanger, und sah den Film in mir ablaufen was ein paar Meter weiter gerade passiert. Ich habe dann nur noch gekotzt. Sie war drei Wochen vorher schon eine Nacht bei ihm, Ich bin nachts aufgewacht und spürte wie ihre Hülle durchbrochen wird. Ich sprach sie noch in der gleichen Nacht darauf an. Nach ersten Verleugnen erzählte ich ihr von den Bildern die ich sah, sie nickte dann. Wir haben dann drei Wochen lang sehr intensiv, ruhig und sehr innig miteinander geredet. Sie wusste um meine Liebe für sie, sie wusste von meinem jahrelangen Verzicht, sie wusste von meinen Qualen – gefahren ist sie dann trotzdem und drei Wochen später noch mal.
Und hier weiche ich von Liliki ab. Sich verlieben ist in Ordnung, seine Leidenschaft nicht ein Leben lang auf einen Partner konzentrieren zu können vielleicht auch aber die Freiheit endet eben dort wo der Seelenfrieden des Partner endet. Ich habe heute keine Probleme mehr mit ihrer ersten Nacht aber um so mehr mit der zweiten und dritten. Sie hat meinen Seelenfrieden für ihre Verliebtheit und ihre Leidenschaft geopfert. Sie sagt mir heute, sie hätte keine Wahl gehabt und was ich denn wolle, sie sei doch zu mir zurückgekommen. Erstens habe ich zwar keine Wahl was meine Gefühle betrifft, aber ich habe Kontrolle über meine Beine ob sie meine Gefühle wo hin tragen. Zweitens kam sie nur mit ihrem Kopf zurück. Herz und Bauch sind nicht bei mir. Ihre Leidenschaft, mit obigen Ausnahmen, auch nicht.
Und hier sehe ich Treffer beim Systemischen. Ihre Mutter konnte sich ihrem Vater aus vorgeschobenen katholischen Gründen nicht hingeben. Ihr Vater ist geblieben, hat seine Bedürfnisse den Kindern geopfert. Eine ihrer Schwestern trennt Lebens- und Liebepartner ebenso wie sie, eine bezeichnet sich als beziehungsgestört arbeitet aber seit Jahren daran und eine, das ehemalige schwarze Schaf der Familie, weicht deutlich ab.
Ihre Mutter war (hat sich heute geändert) sehr außendefiniert, bestimmte ihren Wert und in Teilen den ihrer Kinder über dass, was Außenstehende über sie denken könnten. Meine Partnerin sagte mir, sie hätte Respekt und Anerkennung bei dem Typen gesucht und dann hätte sie sich halt in ihn verliebt. Sie sagte mir auch sie wäre nie mit dem zufrieden was sie hat. Dies wäre auch die Ursache einer früheren seelisch/körperlichen Krankheit gewesen.
Ich selbst empfinde mich nach 30 Jahren Selbstzweifel und Nichtanerkennung meiner selbst seit vielen Jahren sehr innendefiniert. Die Bestätigung von Außen brauche ich nur noch eingeschränkt. Ich kann mich auch mit meinen Macken gut leiden.
Die Systemiker, wenn ich sie richtig verstehe, sagen die Kinder könnten Schuld für die durch ihr Dasein verursachte Opfer ihres Vaters übernehmen und hätten deshalb den Zwang ihre Beziehungen zu zerstören, nur um nicht glücklicher als der Vater zu werden.
Ein weiterer Treffer ist, dass der Typ ihre Jugendliebe war und sie ihn in einer für ihn sehr schwierigen Phase sehr schnell wegen eines anderen Mannes aufgegeben hat. Wieder eine Schuld?
Wir hatten vor sieben Jahren die gleiche Situation schon einmal. Diesmal bin ich aufgewacht und deshalb gibt es für mich keinen Alltag mehr in dem ich mich, meine Gefühle oder meine Leidenschaft verleugne.
Ich habe nur noch keine Lösung mit der ich meine und die Bedürfnisse der Kinder unter einen Hut bringe! Wahrscheinlich schwingt auch immer noch ein Rest Hoffnung mit, denn ich liebe meine Partnerin immer noch, ich spüre meine Schmetterlinge, bin in sie verliebt.
Liebe Grüße
Michl
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Widme dich der Liebe und dem Kochen mit wagemutiger Sorglosigkeit
(Dalai Lama, Die 19 Gebote, Gebot 19)
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von michl: 18.12.2004 11:13.
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