seitensprung und die psychischen folgen |
sunnyside

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seitensprung und die psychischen folgen von sunnyside (29.06.2003 14:11) |
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hallo an alle die es traf:
ich möchte hiermit mal versuchen, ein bischen zu bündeln, denn die threads geraten ja im eifer des gefechts immer wieder durcheinander.
also: jeder, der betrogen wurde, hat sicherlich mit veränderungen zu kämpfen, mit verletzungen und trauer, mit unsicherheit, vertrauensmangel, der angst, das es wieder passiert.
bei ist das selbstwertgefühl in den keller gegangen und bis jetzt noch am boden. alles was ich mir hart erarbeitet hatte, an körperlichem selbstbewußtsein nach meiner krankheit ist zerstört. ich fühle mich unattraktiv und unerotisch - auch wenn mir immer wieder von aussen gesagt wird: mensch, du siehst gut aus. ich glaube es nicht, auch meinem mann nicht und lechze andererseits danach, das es mir immer wieder gesagt wird.
beim sex, denke ich, das haben sie vielleicht auch gemacht und meine lust sinkt drastisch.
meine magersuchtsanfälle sind zwar nicht mehr ganz so schlimm wie früher, aber wenn ich über 50 kilo komme denke ich einerseits, mesch, sieht besser aus, gleichzeitig aber ist irgendwo im hirn: nicht mehr essen! das sind autoagressionen. ich neige leider dazu.
anfangs habe ich meinen mann kontrolliert, aber nicht lange, es ging mir dann selber auf den kekes, aber ich bin ohne ende auf der hut, analysiere, registriere jede kleine regung.
ich verfalle in traurigkeit, wenn ich allein bin, kommt es vor, das ich lange weine, das heißt, die tränen laufen einfach und ich denke, warum kämpfe ich, hat es sinn?
da ich leider von ihr so viele details gesagt bekommen habe, mache ich mir bilder, das hirn fährt karussel und es kommt hin und wieder vor, das ich ekelgefühle bekomme, wenn ich denke, was sie gemacht haben.
so gibt es unendlich viel, was mir immer wieder durch den kopf geht, immer im zusammenhang, mit dem, was vor dem Seitensprung war. da habe ich meinen mann immer wieder zu gesprächen bewegen wollen - er hat schon damals nicht geredet.
ich fühle mich schuldig, weil ich, obwohl ich es ahnte/wußte, nichts gemacht habe, dachte ich ja, ok, es wird schnell vorbei sein.
und ich bekomme die schuld indirekt, wegen meiner krankheit.
so schließt sich der teufelskreis,
was hat sich bei euch geändert?
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29.06.2003 14:11 |
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sunnyside

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RE: seitensprung und die psychischen folgen von sunnyside (29.06.2003 14:14) |
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noch was:
hin und wieder träume ich mir rache zurecht: was ich ihr antun könnte, um sie zu verletzen. ich weiß, das ist dumm und albern, aber manchesmal hilft es beim einschlafen....
ich weiß auch, das zwei dazugehören, aber unser fall liegt ein bischen ausserhalb des normalen.
und ich möchte meinen mann ab und zu verletzen und tue es auch verbal. da sitzt dann ein kleiner teufel auf der schulter und sagt: sag ihm jatzt, was er ist....
es ist mist, aber es ist dann aus der ohnmacht heraus nicht zu stoppen.
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29.06.2003 14:14 |
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Carmen

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RE: seitensprung und die psychischen folgen von Carmen (29.06.2003 15:24) |
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Bücher zu diesem Thema
Hallo Sunnyside,
ich bin während meiner Ehe zum Glück nie betrogen worden (zumindest weiß ich nix davon
), aber ich könnte glaube ich nie, nie wieder Vertrauen zu meinem Mann haben. Ich bin da sehr empfindlich, weil ich ein absolut treuer Mensch bin (zumindest war ich es während meiner Ehe und auch in den Beziehungen davor) und es meinem Partner wohl nie verzeihen könnte, wenn er sowas macht...
Ich glaube ich wäre 1. auch wie Du total auf Rache aus, ich kann wenn ich mich verletzt fühle ganz schön rabiat und fies werden und 2. wäre ich dann dauernd auf der Hut und würde bei jeder Kleinigkeit sofort sonstwas hineininterpretieren.
So wie ich mich einschätze, hätte diese Beziehung wohl kaum eine Chance, es sei denn mein Partner könnte dann mit meinem dauernden Mißtrauen ihm gegenüber leben...
Ich war wie gesagt noch nie in der Situation, vielleich würde ich auch ganz anders reagieren, aber ich kann es mir nicht vorstellen...
Jedenfalls kann ich Deine Gefühle und Gedanken vollkommen nachvollziehen und daß so ein Seitensprung körperliche, aber auf jeden Fall auch seelische Probleme mit sich bringen kann, dürfte wohl jedem hier klar sein.
Ich wünsche Dir aber trotzdem, daß Du nie wieder enttäuscht wirst und irgendwann Dein Vertrauen ganz wiedergewinnst.
Bye
Carmen
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29.06.2003 15:24 |
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sunnyside

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RE: seitensprung und die psychischen folgen von sunnyside (29.06.2003 16:24) |
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hallo carmen,
ich wünsche dir, das es dir wirklich nie passiert.
zur rache. ich träume ab und zu rache, weil ich mich so ohnmächtig fühle weil es nicht rückgängig zu machen ist. ich hätte möglichkeiten gehabt mich zu rächen, ja sie sogar ins gefängnis bringen können. ich habe es nicht getan. das fand ich dann doch unter meiner würde. aber sie bloßstellen möchte ich dann und wann...aber :ich habe auch meinen stolz und will mir an einer wie ihr nicht die hände.....
immer wieder wird gesagt, das vertrauen kommt wieder. leider habe ich das pech, das die zicke auch noch pathologisch ist. sie ist wirklich krank und unberechenbar. unabhängig davon, das mein mann sie scheinbar mittlerweile hasst (ihm ist im nachhinein aufgegangen, was da ablief) und sich ziemlich schämt - sie wird immer wieder alles versuchen, um unfrieden zu säen.
so ist mein vertrauen nicht sehr groß. vor allem: wer einmal lügt....
und geh doch sagt sich so leicht, aber da gibt es noch einiges, was einen hält und ein faktor ist : liebe.
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29.06.2003 16:24 |
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Angel

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Re: seitensprung und die psychischen folgen von Angel (29.06.2003 16:27) |
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Hi Sunnyside
Auch bei mir hat es Folgen hinterlassen. Es ist jetzt über ein halbes Jahr vorbei und ich bin nicht mehr mit ihm zusammen. Ich denke, wenn ich mit ihm noch zusammen wäre, ginge es mir nicht viel anders als Dir. Es ist ein bisschen einfacher, schätze ich, sich wieder zurecht zu finden, wenn man sich getrennt hat, weil man dann nicht mehr mit dem anderen konfrontiert ist.
Ich habe heute noch Rachegedanken. Ich stelle mir vor, wie ich eines Tages - wenn ich mal erfahren sollte, dass sie in einer Beziehung steckt - alles tun würde, um ihren Mann zu verführen, sodass sie an mir erleben müsste, wie das ist. Aber ich komme jedes Mal sehr schnell wieder runter, wenn ich daran denke. Was bringt es mir letztendlich? Es kann nicht meine Aufgabe sein, ihr eine Lektion zu erteilen. Ausserdem ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass das Leben sie ihr sowieso erteilt.
Ich hatte vor vielen Jahren auch Probleme mit meinem Gewicht. Magersucht, Sportsucht, ich weiss nicht genau, was das damals war. Es war nicht unbedingt sehr extrem, rein äusserlich gesehen, aber ich war schon dünn. Und eben, in den ersten zwei Wochen, nachdem es passiert ist, habe ich nichts mehr essen können und habe unglaublich viel abgenommen. Das hat sich zwar jetzt wieder etwas eingependelt, aber ich spüre ganz genau, dass ich gefährdet bin. Ich glaube, ich möchte dünn sein, um zerbrechlich zu wirken. Ich mag es, wenn ein Mann viel grösser und breiter ist als ich, und wenn er mich auf den Armen mühelos tragen kann. Es ist dumm, ich weiss, aber ich fürchte, wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin dass es einfach der Wunsch nach Geborgenheit ist. Wenn man dünn ist, fühlt es sich anders an, umarmt zu werden. Ich halte mich einfach an einer Zahl an der Waage fest, von der ich weiss, dass sie für meine Grösse ideal ist. Ich halte mich strikt daran, weil ich Angst habe, ich könnte die Kontrolle (nach unten) verlieren. Ich weiss einfach, dass ich unter 55 kg anfange, krank auszusehen. Jetzt habe ich eine so genannt "super Figur". Es ist, als ob ich das jetzt brauche, weil ich mein Selbstvertrauen verloren habe. Ich weiss, dass das bilig ist, glaubt mir bitte alle. Ich weiss aber auch ganz genau, dass das wieder vorbei geht, wenn ich mich sicherer fühle.
Und ich weiss nicht, wie lange das noch dauert. Ich stelle fest, dass ich noch zynischer geworden bin, als ich eh schon war. Ein bisschen Zynismus finde ich ganz witzig und gesund. Jetzt aber, sehe ich mir manchmal Paare an und denke mir "wenn ihr wüsstet, was noch alles auf Euch zukommt". Das ist beschissener Zynismus. Ich hab Mühe, einfach anzunehmen, was mir jemand sagt. Ich habe viel von meinem Selbstvertrauen verloren. Ich meine das wörtlich: das Vertrauen in mich selsbt. Früher hatte ich vielleicht sogar etwas zu viel davon. Aber das war gut. Ich hab immer das Gefühl gehabt, ich könnte alles, mir gelinge alles, ich sei endlos stark. Das bin ich ja auch, ich lebe ja noch. Etwas vom schlimmsten für mich war, zu merken, dass ich nicht alles unter Kontrolle habe (deshalb jetzt vielleicht diese Kontrolle übers Gewicht). Dass ich ausgeliefert bin. Dass jemand, der mir nahe genug ist, mich völlig zerfetzen kann, wenn er es nur will - und ich nichts dagegen tun kann. Höchstens hinterher weggehen. Aber dann ist es schon geschehen. Und nun mal ist das Leben so. Es ist einfach so. Das sind Dinge, die einem passieren. Und es gibt noch Schlimmeres. Doch wie - wie könnte ich sowas nochmals verkraften? Und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass mir das wieder einmal passiert. Ich brauch mich ja nur umzusehen.
Andererseits spüre ich schon, wies langsam bergauf geht. Ich habe so gelitten (wie die anderen hier auch - und viel mehr, als man es in einem Posting ausdrücken kann, zumindest ich). Und in letzter Zeit spüre ich meine Kräfte wieder. Ich bin ja noch da. Und ich habe in diesem halben Jahr niemanden gebraucht. Oder doch - aber es schliesslich auch ohne Liebe, ganz allein geschafft. Mir macht nur mein Zynismus etwas Sorgen. Das ist nicht gerade die beste Basis, um wieder mal eine schöne Liebesgeschichte zu haben.
angel
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29.06.2003 16:27 |
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Angel

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Re: seitensprung und die psychischen folgen von Angel (29.06.2003 16:34) |
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Und noch was. Das lange Weinen... ja, ich weiss. Und am nächsten Morgen mit Augen wie Fussbälle in die Redaktionssitzung. Super. Das Gute am langen Weinen ist, dass einem die Tränen in den Mund laufen, und die irgendwas drin haben, was beruhigt. Wirklich. Ich schlafe auf jeden Fall oft ganz ruhig ein, wenn ich eine Weile geweint habe. Weinen ist irgendwie auch Zen.
angel
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29.06.2003 16:34 |
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sunnyside

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Re: seitensprung und die psychischen folgen von sunnyside (29.06.2003 17:37) |
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high angel,
du sprichst mir in vielem aus dem herzen:
dem zerbrechlich sein (wollen) und damit auch zeigen: ich bin verletzlich, der wunsch, getröstet zu werden (und ihn nicht bekommen). aber es sind auch autoagressionen, das dürfen wir nicht vergessen. ich weiß von mir, das ich mich auch bestrafen will, für was, weiß ich nicht genau. das ich so bin wie ich bin? das ich einem (seinem) bild nicht entspreche? bin kein tiefenpsychologe, mache mir aber schon viele gedanken darum.mein unterstes gewicht lag bei 47, und ja, es sieht sch... aus. kommt dann zum angeknacksten selbstbewußtsein noch dazu. und ich rauche wie ein schlot. es ärgert mich, aber ich kann es nicht lassen.
ja, die verletzung ist gefühl, das zu verbalisieren ist nicht 100% möglich, aber man kann es dem anderen nachempfinden, wenn man die situation hat.
aber weißt du, das mit der rache: damit behalten wir diese blöden frauen in uns, lassen zu, das sie raum in uns beanspruchen, der ihnen nicht zusteht. das sie unser leben weiterhin bestimmen. ich hab überlegt, ein foto von ihr in eine kiste und beerdigen... oder doch vodoo?!?!?
ja, ich hoffe auch auf eine gerechte strafe.... dann habe ich wenigstens nichts damit zu tun.
ich wünsche mir auch, geborgen zu sein und merke, das ich das nicht bin. ich fühle mich dann auch hilflos und ja, das weinen , auch wenn es stunden ist, ist tröstlich - wie ist das ? autotrost? und du hast recht, die tränen tun und schmecken gut. irgendwie schwemmt man doch was heraus. wenn ich richtig sauer bin, fahre ich nachts über die schnellwege und schreie auch mal laut scheisse und fluche. so bekommt es keiner ab und ich kann mich wieder erden. oder ich gehe eben am kiessee tanzen, am liebsten, wenn der mond schön rund ist. so gibt es krücken, mit denen man sich behelfen kann.
zynismus? was ist das? um gotteswillen - nein, das hab ich nicht.... natürlich, auch hier hast du recht, wenn ich richtig sauer bin kann ich so ätzend werden mit meinem zynismus, dann möchte ich nicht in meiner nähe sein. darum lieber die flucht...das richtet in der regel weniger schaden an.
ich merke auch, obwohl ich blieb, das sich was ändert, eigentlich bin ich es: man macht die türen zu auf denen: grenzenloses vertrauen, ich glaube dir, du bist der größte für mich und ähnliches steht. wenn man bleibt, öffnet man dafür andere türen, auf denen sowas wie: ich bin was wert, neue wege, und dergleichen steht.
wir können uns gegenseitig nur kraft wünschen und das wir irgendwann wieder vorbehaltlos lieben können.
und den menschen, die betrügen, wünsche ich die kraft, das nächstemal die folgen vorher zu bedenken und rückrat, entweder beim partner zu bleiben oder zu gehen. denn hier stand doch irgendwo: es gibt kein nebenher...
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29.06.2003 17:37 |
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Angel

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Re: seitensprung und die psychischen folgen von Angel (29.06.2003 18:55) |
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Hallo Sunnyside
Ich rauche auch wie ein Schlot. Ich möchte jetzt aufhören. Aber ich habe Angst, dass ich es nicht schaffe, und mich dann wieder schwach und dumm fühle. Ich möchte so gern aufhören, weil ich mir jeden Tag sage, dass ich das doch hier nicht alles irgendwie überstanden habe, nur um vielleicht bald festzustellen, dass ich meine Gesundheit ruiniert habe. Dann sterb ich - und SIE und ER sind noch da. Das kanns einfach nicht sein.
Ich hab die Frau schon angerufen. Das heisst - ihr auf den Beantworter gesprochen. Hab ihr zu sagen versucht, dass sie eigentlich nur dumm ist. Hab sie ausgelacht und sie gefragt, ob sie denke, dass sie die einzige sei - und bitteschön, er sei jetzt frei. Ich wünsche ihr viel Spass mit ihrem neuen Psychopathen. Aber ich habs nach ein paar Mal sein lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie versteht, was ich sagen will. Sie ist keine 25. Aber ich schäm mich auch nicht dafür. Was solls. Es ist menschlich und falls sie mich lächerlich fand, soll sie lieber aufpassen, dass sie nicht bald selbst in derselben Lage steckt.
Im Auto herumschreien habe ich auch oft gemacht. Irgendwo hier auf den Berg gefahren und so laut und so lange geschrien, bis mein Hals total aufgekratzt war. Oder in der Tiefgarage mit dem Fuss ein paar Mal gegen die Wand getreten. Oder nachts an ihre und an seine Haustüre gespuckt. Was bringts? Nichts natürlich. Aber die Aggression musste sich irgendwo entladen. Weiss nicht, auf welche Art sie sich sonst entladen hätte, wenn nicht durch Schreien, Treten und Spucken.
Ich habe ihr auch schon einen Brief geschrieben, den ich aber nie abgeschickt habe. An ihn jedoch schon. Ganz viele. Ich habe übrigens noch andere Folgen zu ertragen. Morddrohungen und Telefonterror - weil ich ihm keine Chance mehr gebe. Ich war heute bei der Polizei, um mich beraten zu lassen. Super, was? Ich weiss, was ich zu tun habe, falls ich es nicht mehr aushalte.
Für mich ists wahrscheinlich einfacher als für Dich. Denn ich könnte mich auch einfach ablenken und fertig. Wie auch immer, wir müssen uns wahrscheinlich immer wieder klar machen, dass wir die Wahl haben. Ich bin gegangen, Du bist geblieben. Jede hat seine Gründe. Aber wir haben so gewählt. Wir sind nicht in etwas reingezwungen worden. Du könntest auch gehen. Du bleibst aber, weil Du das willst. Und ich bin weg und kann mein Leben weiterleben. Wir sind also nicht ausgeliefert. Ich sollte öfter malen oder mir noch ein zwei andere kreative Ideen ausdenken, wie ich meinen Zynismus rauslassen kann.
Manchmal ärgere ich mich über mich selbst: viele schöne Bilder, viele Bücher sind aus Kummer entstanden. Wieso muss ich dann rauchen?
Überlege mir gerade, ob ich jetzt nicht aufstehe und mich an ein weiteres Bild mache.
Liebe Grüsse
angel
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29.06.2003 18:55 |
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Tanja unregistriert
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Re: seitensprung und die psychischen folgen von Tanja (29.06.2003 20:32) |
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Naja, bei mir ist es schon ein paar Jährchen her (3, sogar ziemlich genau), aber ich kann mich erinnern, dass ich zu Anfang auch Rachegelüste gegen diese Frau hatte.
Die Eheberatung hat mich eigentlich "geheilt".
Die Therapeutin sagte mir damals ja unmissverständlich, dass ich nicht so ein "Drama" um den Seitensprung meines Mannes machen sollte, denn letztendlich wären wir ja beide da, weil wir beide einen Neuanfang wollten.
Und dann hat sie mir auch immer wieder gesagt, dass nicht nur diese böse andere Frau meinen armen, wehrlosen Mann verführt hat, sondern dass er es ZUGELASSEN hat.
Nicht sie ist eigentlich die böse, sondern mein Mann. Er wusste, was er verlieren konnte, indem er sich anderweitig orientierte.
Sie hatte keine Beziehung zu dem Zeitpunkt.
Wie dem auch sei, es hat mir geholfen.
Die deutlichen Worte der Therapeutin haben mir geholfen, die Ehrlichkeit meines Mannes und seine Offenheit, wenn es um die intimen Momente mit der anderen ging.
Ich habe das alles wissen wollen.
Es war auch gut so, dass wir darüber gesprochen haben.
Trotz allem, ich behaupte mal, dass ich ihm verziehen habe, werde ich es niemals vergessen.
Es ist wie ein letzter bitterer Beigeschmack, wenn man zu viel Wein getrunken hat. Aber ich werfe ihm das nicht vor, es spielt eigentlich in unserem täglichen Leben keine Rolle mehr.
Er hat sich für mich und seine Familie entschieden, und er weiß, dass ich es nicht noch einmal akzeptieren würde.
Es wäre hart und es wäre schrecklich, aber ich habe das schon einmal durchgestanden, und ich habe ihm auch gesgat, dass er seine Koffer packen könnte, wenn er mich noch einmal hintergehen würde.
Vielleicht denke ich, dass ich ihn damit in der Hand habe.
Vielleicht habe ich mich mit diesem Satz abgesichert, keine Ahnung.
Ich vertraue ihm, wenn er alleine weggeht.
Ich habe keine schlaflosen Nächte, bis er nach Hause kommt, aber ich möchte doch sehr genau wissen, mit wem er weggeht und im Nachhinein, wie es war.
Ich habe ihn allerdings nie mehr wieder kontrolliert oder seine Aussagen auf seine Wahrheit geprüft, also zum Beispiel einen Freund gefragt, wie es war, als sie zusammen weg waren.
Ich denke, vieles mit dem Verzeihen hat wirklich damit zu tun, wie man zu sich selber steht.
Ich finde, ich habe ein Stückchen mehr Selbstbewusstsein als vorher.
Ich weiß, dass ich es alleine auch schaffen würde, zwar nicht so leicht, aber es würde gehen.
Und ich weiß, dass er mich liebt, so wie ich bin.
Uns hat diese ganze Affaire einen anderen Weg gezeigt, wie wir miteinander und mit unseren unterschiedlichen Bedürfnissen leben können.
Und sie hat uns irgendwie näher aneinander gebracht.
Ich fühle mich nicht minderwertig, weil er eine andere Frau hatte.
Denn letztendlich hat er ja mit ihr wegen mir Schluß gemacht.
Aber naja, vielleicht ein halbes Jahr nachdem ich seine Affaire aufgedeckt habe, hätte ich ganz anders gesprochen, schätze ich mal...
Euch beiden alles alles Liebe!!!
Tanja.
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29.06.2003 20:32 |
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AnnKathrin unregistriert
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Re: seitensprung und die psychischen folgen von AnnKathrin (29.06.2003 20:39) |
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Liebe Angel,
da sitze ich jetzt hier und lese, was du geschrieben hast und habe dabei einen Kloß im Hals. Ich bin nicht so gut im Trösten, und das ist vielleicht auch nicht das, was du brauchst. Ich sag dir einfach nur, dass ich intensiv mitlese, und dass du zumindest stolz darauf sein kannst, deine Gefühle so wahrhaftig und nachvollziehbar in Worte zu packen. Ich hoffe, dass dir das Schreiben hilft, Ordnung in dein Gefühlsleben zu bringen. Ich lese deine Beiträge mit großer Bewunderung.
Liebe Grüße
AnnKathrin
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29.06.2003 20:39 |
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