brauche Rat -  Depressionen meiner Frau nach meinem Seitensprung

Gerhard S.

fast-Alles-Versteher
Hallo Johannes999,

für mich gibt es keine Rechtfertigung für Seitensprung. Rechtlich betrachtet, durfte deine Frau mehr oder weniger ungestraft seitenspringen. Das heisst nicht, daß es für dich o.k.ist.
Eine Frau, die mit einem Seitensprung erreichen will, daß du "wachgerüttelt wirst", daß du dich veränderst - quält dich nur unsäglich und hat dich nicht verdient.

Ich glaube nicht, daß eine Frau fremdgeht, um bei dir etwas zu erreichen. Sie tat es aus Gelegenheit - und aus Unvermögen, ihre Wünsche in deine Richtung zu kanalisieren.

Es gibt noch eine raffiniertere Variante:
Sie provoziert Streit (oft über Monate), damit ihr gar nicht anders könnt, als euch zu trennen. Ihr trennt euch dann - und du glaubst nur, daß sie Ruhe braucht und sich über ihre Gefühle zu dir klar werden möchte.
"Getrennt lebend" heisst für sie aber: Jetzt fühlt sie sich nicht mehr dir gegenüber verpflichtet und hat auch keine Skrupel mehr: Es ist für sie jetzt kein Seitensprung mehr. Sie tut und lässt mit ihrem Körper, was sie will. Schnell die Pille eingeworfen - und los geht's ins Vergnügen...

^^Zu diesem Beispiel muss ich aber dazuschreiben, daß es sich bei diesen Frauen oft um welche mit einer Persönlickeitsstörung handelt. IDC-10 Diagnosen, etc...

Nach einer Weile will sie dich sogar wieder zurück!!! Ach du armes Männchen, hast du nicht ebenfalls ein neues Abenteuer gefunden? Bist wohl verklemmt - was?


Ich kann es dir nicht verdenken, wenn du von den seelischen Verletzungen und Erniedrigungen eines tages genug hättest...

mfg
 

emma0668

Aktives Mitglied
Die raffinierte Variante gibts aber auch bei den Herren der Schöpfung... vor kurzem erst live bei Freundin mit erlebt... was solche Menschen ihrem Partner damit antun, scheint ihnen relativ egal zu sein und irgendwann kommen sie wieder angekrochen, machen auf reumütig, ach wie schlecht gings einem doch mit der andren *blablabla* und wird zurückgenommen.... ob das auf dauer gut geht kann ich mir nicht vorstellen aber das wird die Zukunft bringen.
Ich finde es gibt "Fremdgehen" und "Fremdgehen"

obrige Fälle sind für mich Zeichen wie: Halt bis hierhin und nicht weiter und ich kann und will nicht mehr

andre Fälle (nein soll nun keine Entschuldigung dafür sein) wenn ES "mal" passiert, und man dies aber dem Partner NICHT unter die Nase reibt aus Liebe und Respekt und auch mit dem Wissen das man den Partner ansonsten unendlich verletzen und auch verlieren könnte und dies nicht möchte.... man muss dann zwar mit einer Lüge weiterleben aber der andere weis es nicht....
hoffe ihr versteht wie ich es meine und zwar richtig....
 

Gerhard S.

fast-Alles-Versteher
Hallo Emma,

das war klar, daß sich eine SIE meldet, weil ich obiges nur von Frauen schrieb. War nicht direkt eine Absicht von mir - jedoch wollte ich in erster Linie Johannes999 antworten, weil der ein Mann ist; und indirekt auch dem sambesi, ebenfalls männlich.

Das und was meine Geschlechtsgenossen ihrer Partnerin antun - tut mir leid und konnte ich natürlich nicht verhindern. In meinem Freundeskreis gibt es folglich solche Männer nicht. Würde ich von einem o.g. Vorhaben eines Freundes erfahren, dann würde ich alles daran setzen, dessen unglückliche Beziehung auf friedliche Weise wieder glücklich hinzukriegen. Notfalls verliert dieser Kollege auch meine Freundschaft.
Obwohl: Die Aussicht, meine Männer-Freundschaft zu verlieren - angesichts einer Sahneschnitte auf 2 Beinen - dürfte eine stumpfe Waffe sein. Es gibt immer welche, denen ist alles egal, egal ob sie z.B. hässlich ist, ob Charakterschwein, bettelarm, gebunden, sonstwie verkorkst - manche M's können sich nicht zurückhalten, wenn's irgendwo umsonst was zum Einlochen gibt.

Ich möchte dir, Emma, in keinster weise den Appetit verderben; dir nur mein Prinzip der Männerfreundschaft erklären, und ob es dich vielleicht tröstet, daß es unter uns Männern auch welche gibt, die die Frauen lieben und Achtung für sie haben. Und zu solchen Taten nicht fähig sind, bzw. solche Taten bei Kollegen nicht dulden.

mfg

Deswegen hab ich (vermutlich) auch so wenig Freunde, nur 2.

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andre Fälle (nein soll nun keine Entschuldigung dafür sein) wenn ES "mal" passiert, und man dies aber dem Partner NICHT unter die Nase reibt aus Liebe und Respekt und auch mit dem Wissen das man den Partner ansonsten unendlich verletzen und auch verlieren könnte und dies nicht möchte.... man muss dann zwar mit einer Lüge weiterleben aber der andere weis es nicht....

-> Ich könnte mit einer Lüge nicht (Paarbeziehung) leben - und würde es auch nicht wollen müssen. Ausserdem würde mein Bauch da nicht länger mitmachen.

Emma, meinst du, Frauen können eventuell leichter mit einer Lüge leben und lieben?
 

Johannes999

Neues Mitglied
@gerhard s.

An welche art von Perönlichkeitsstörung nach icd-10 denkst du da? täte mich sehr interessieren....

Gruß Johannes
 

Gerhard S.

fast-Alles-Versteher
@Johannes:

zum einen weiss man noch viel zu wenig über deine Frau, um eine einigermassen verlässliche Vermutung über sie anzustellen.
Zum anderen sind es die betrogenen Männer, die jeden nur erdenklichen Strohhalm ergreifen wollen. Die Versuchung ist groß, daß wir die Frau, wenn sie sich nicht wunschgemäss oder nicht vereinbarungsgemäss verhält, diese sehr schnell in die Kategorie "Störung" einordnen wollen. Denn eine "Störung" beinhaltet die Vorstellung/Hoffnung, daß sich ein "Zustand" auch wieder ändern kann.

Fange ich nur mal an bei F60.3, F60.30, F60.31 (ist, wie gesagt nur völlig ins blaue geraten - bitte verlasse dich nicht auf mich!)

1. Starkes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
4. Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen (z. B. Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren). Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
7. Chronische Gefühle von Leere.
8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren, (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.


Ich kann dir nur wünschen, daß du da keine Anhaltspunkte findest.

Eine Frage: Warst/bist du ihr treu?

mfg
 

emma0668

Aktives Mitglied
Hallo Gerhard S.

auch ich wurde schon belogen, und habe es selbst herausgefunden ich habs einfach GEWUSST ohne das er damals was gesagt hat, ich habe ihn damals darauf angesprochen und er stritt alles ab, einige Monate danach machter er telefonisch Schluss und ich war im 8. Monat schwanger mit meinem sohn.... (nein war keine Absicht die Schwangerschaft, aber das ist eine andere Geschichte)
Nein es ist nicht schön belogen zu werden, aber manche können das richtig gut, und man merkt es nichtmal (wobei diese Spezies Mensch, egal ob M oder W in meinen Augen mit vorsicht zu geniesen ist)
Nein ich könnte auch nicht mit einer Lüge leben, aber ich habe noch nie in einer Beziehung gelebt und kam in der Zeit auf die Idee oder den Gedanken meinen Partner zu betrügen. WENN eine Beziehung unglücklich ist, sollte man entweder einen gemeinsamen Weg finden (dazu sind Gespräche nötig!!!) oder sich trennen.
Ich will Fremdgehen in keinsterweise schönreden um Himmels willen -.- es ist und bleibt ein grosser Vertrauensbruch und tut dem Betrogenen sehr weh .... ABER es liegt bei manchen Menschen so im "Blut" das sie leider nicht anders können und nichtmal im entferntesten auf die Idee kommen darüber nachzudenken WAS sie ihrem Partner damit antun und was sie damit alles kaputt machen... und da schenken sich Männlein und Weiblein nunmal nichts...
Tut mir ja leid, das es in unserem Freundeskreis ein Mann war... ich kenne solche Geschichten natürlich auch von Frauen...
 

Gerhard S.

fast-Alles-Versteher
ich habs einfach GEWUSST ohne das er damals was gesagt hat

Achso, die Geschichte. Konnte nicht 9 Monate "ohne" auskommen. Aber wenn du schon schreibst, daß du es einfach gewusst hast, dann bedeutet das ja auch, daß du das nur spüren/wissen konntest, wenn du doch Kontakt mit ihm hattest. Meinegüte, da hatte der Kollege ne süsse Maus zuhause, die sich sogar streicheln liess - aber das ist/war ihm nicht genug??? *kopfschüttel*

Da erinner ich mich an unsere SS zurück. Erstens waren wir total genervt von einem halben Jahr Üben. Sodaß wir beide schon aufgegeben hatten; wir sahen ein, wir sollten wohl nie mehr Eltern werden. Das Bett war endlich dazu da, wofür es gebaut wurde: Zum Ausschlafen.
Und dann, 4 Wochen später mit dem Gefühl, wohl nie mehr ss zu werden - da kippte sie in ihrer Arbeit eines Tages um und musste per Taxi nachause.
Ich hatte mich dann nach der Geburt ganz zurückgehalten und wartete darauf, ob und wann sie die Initiative ergreift. Und siehe da, sie ergriff so ca. 1x im Monat die "Initative". Und da gabs dann auch ordentlich was zu ergreifen, das sag ich dir - für mich genauso wie für sie.

Für mich war das alles so schön und dachte nie an was ausserhäusiges. Für mich war die SS kein Schreckgespenst.

Eher jetzt, wo sich meine Frau so brutal von mir trennte (ohne Erklärung, ohne Aussprache), um "frei" zu sein - da gebe ich zu, ist die Versuchung schon sehr groß. Zumindest denken tue ich es manchmal.

Aber ich musste in letzter Zeit erkennen, daß wohl bei ihr eine Störung vorliegen könnte, die ich nicht näher beschreiben möchte. Aufgrund dieser eigenen Erkenntnisse durch Nachdenken halte ich es für möglich, daß sie ihre Ansichten (über mich) auch wieder ändern könnte - und irgendwann doch wieder Nähe und Aussprache möchte.
Und für diesen Fall, wenn sie mich doch wieder liebt, möchte ich uns erneut eine Chance geben - denn wir haben ein Kind. Und so bleibe ich ohne Sex (mit einer Frau, *g).

Und mal abgesehen davon: Ich bin leider ein sehr mieserabler Schneckensammler. Ausserdem ekelt es mich ein bischen vor diesen Typen - so ähnlich, wie du es vorhin beschrieben hast.

Wir werden vielleicht wieder zusammenfinden - jedoch ist dann bei uns Therapie notwendig. Denn ich litt über Jahre unter ihrem Verhalten (ihre Stimmung kann innerhalb von Sekunden total kippen) - gestand uns beiden das aber nie ein. Und so kann es ja auch nicht gehen, daß einer still leidet.

lg
 

Johannes999

Neues Mitglied
Hallo Leute,

also zu unserem Hintergrund gibt es eigentlich nicht so viel Spektakuläres zu berichten. Wir kennen uns seit sechs Jahren, sind seit knapp drei Jahren verheiratet. Meine Frau hatte vor mir nur eine einzige sexuelle Beziehung gehabt, und das auch in einer recht langen Partnerschaft (fünf Jahre). Sie ist jetzt 28, ich bin 32 Jahre alt....
Was eine mögliche Störung angeht so kann ich nicht behaupten, meine Frau in diesen Katalogen wiederzufinden. Und wenn ich es recht bedenke und mir vorstelle, wie die ganze Angelegenheit mit ihrem Seitensprung gelaufen ist denke ich eher, dass da sehr vieles in ihr vielleicht noch nicht so "ausgegoren" war/ist, und sie möglicherweise einfach das Gefühl hatte etwas versäumt zu haben, zumal wir gerade aktiv in die Familienplanung eingestiegen sind und wir beide beruflich auch viel Stress hatten. Ich für meinen Teil habe mich vor unserer Beziehung ziemlich heftig ausgelebt in meinen zwanzigern und es war scheinbar deswegen nie ein Thema oder Problem für mich, ihr treu zu bleiben. Ich habe in diesem Thread auch schon öfter gelesen, dass man sagt, eine Beziehung, die in sich intakt ist, da käme so etwas wie ein Seitensprung wie "naturgemäß" nicht vor. Ich halte das für ziemlich übertrieben, da ich zufällig zu wissen glaube, dass sexuelle Prägung mit moralischen und gesellschaftlichen Konventionen verknüpft sind, von denen doch keiner ernsthaft behaupten will, dass diese an sich nur gut sind (wie kommt es dann zu Krieg, zur Ausbeutung der Dritten Welt, zu Lug und Betrug in der Politik etc.?). Wenn man sich einmal matriarchalische Gesellschaften ansieht (von denen es heutzutage zugegebenermaßen recht wenige gibt), dann wird man feststellen, dass das Thema Eifersucht beim Fremdgehen, wie wir es verstehen, eine sehr viel geringere Ausprägung -wenn überhaupt- besitzt. Das Beispiel der Inuit, die ihre Frauen männlichen Gästen anbieten, dürfte wohlbekannt sein. Ähnliches gibt es auch in anderen Gesellschaften (Palau, Maori etc.). Entscheidend scheint hierbei zu sein, dass das Thema für alle Beteiligten transparent ist, jeder es weiß, und nichts wirklich hinter dem Rücken des anderen geschieht.
Dass ich meiner Frau immer treu gewesen bin, das alleine sagt doch noch nichts. Ich behaupte, so ziemlich jeder Mann hat in seinem Leben schon XXX-Filmchen konsumiert oder vielleicht Hefte. Natürlich könnte man jetzt behaupten, dass es ja da nur um reine Triebbefriedigung geht und dass das ja ganz abstrakt und unpersönlich ist. Doch wo fängt der Treuebruch denn an? Bin ich ein Saubermann, weil ich während meiner Partnerschaft nicht mit einer anderen im Bett war? Oder bleibe ich ein bewundernswert reines Wesen, obwohl ich auch als Verheirateter durchaus noch Augen im Kopf habe und ganz angenehm berührt werde, wenn ich einem wunderschönen Mädchen begegne und feststelle, dass ich sie ganz schön attraktiv finde und mich bei dem Gedanken erwische: "Ooooch, eigentlich schade!"? Will jemand wirklich ernsthaft behaupten, dass ihm/ihr so etwas niemals passieren könnte? Bin ich automatisch blind, wenn ich liebe?
Also, es ist mir schon klar, dass ich als gehörnter Ehemann momentan natürlich schon sehr intensiv nach "Strohhälmen" greife, will sagen: nach Erklärungen suche, wie Gerhard das sagt. Aber trotz meines Schocks und meines emotionalen Traumas, das durch dieses Ereignis ausgelöst wurde, gehe ich glaube ich nicht zu weit, wenn ich sage, dass doch bitte kein Mensch für sich beanspruchen sollte, ein Heiliger zu sein. Blos weil Du noch nie etwas wirklich Unrechtes getan hast, bist Du noch lange nicht automatisch ein guter Mensch. In uns allen schlummert immer beides, die Hölle und der Himmel, und jeden Augenblick entscheiden wir uns für die eine oder andere Seite, bleiben aber im Grunde grau. Diese Entscheidungen sind auch nie endgültig. Das mag von einer Seite her tröstlich sein, bietet dies doch auch immer einen Weg aus dem schlimmsten Übel. Es ist von der anderen Seite betrachtet aber auch eine Mahnung an unser Gewissen, immer an uns zu arbeiten. Und ja, manchmal ist diese Arbeit für die Katz', und man scheitert.
Ich möchte den Seitensprung meiner Frau bestimmt nicht in Schutz nehmen oder verteidigen. Dazu fühle ich viel zu realistisch den hierdurch ausgelösten Schmerz und es war nicht recht von ihr, mir das anzutun. Doch frage ich mich, woher der eigentliche Schmerz rührt? Und da stelle ich fest, dass es weniger die Tatsache ist, dass sie Sex mit einem anderen und nicht mit mir hatte. Es gibt noch andere Möglichkeiten für meine Frau, Sex ohne mich zu haben. Ich kenne keinen normalen Menschen, der wirklich etwas dagegen hätte, wenn sich der Partner zum Beispiel selbst befriedigt. Ich habe jedenfalls nichts dagegen. Wegen so etwas in seinem Stolz verletzt zu sein, weil der Partner sich Lust verschafft, ohne dass Du dabei bist, ist das nicht ein wenig albern? Kann es nicht im Gegenteil sogar anregend sein, weil beide darüber gesprochen haben und beide darum wissen? Woher will ich wissen, dass sie nur an mich dabei denkt? Das alles ist auch Lustgewinn meiner Frau ohne mich und in dieser Hinsicht eigentlich nicht wirklich etwas anderes als ihr Seitensprung.
Ich komme beim Nachdenken über den Seitensprung meiner Frau eher zu der Erkenntnis, dass mich eigentlich am meisten die Tatsache schmerzt, dass sie etwas suchen zu müssen glaubte, von dem sie dachte, ich könne ihr dies nicht geben, oder ich würde es nicht verstehen. Dass sie glaubte, ich könne nicht in jeder Hinsicht für sie da sein, ihr fehlte etwas, das sie sich nur heimlich beschaffen darf. Und dies ist der eigentliche Treuebruch. Dass das in ihrem Fall wie in so vielen Fällen mit Sex in Verbindung steht ist welchen Umständen, welchen unausgelebten Phantasien und sozialen Erwartungshaltungen auch immer zu schulden. Scheint aber gar nicht so selten zu sein, wenn man sich einmal die Statistiken hierüber so ansieht, was mich an sich schon stutzig macht, weil ich mir dann denke, dass unser von Kindesbeinen an erlernte Selbstbild schon in sich faul ist und dem, was wir Menschen zu sein scheinen, jedenfalls nicht grundsätzlich gerecht wird.
Ich habe in meinem ersten Beitrag geschrieben, dass ich glaube, dass kein Mensch einem anderen gehört. Mir gehört die Sexualität meiner Frau nicht. Sie würde sonst zu einer für mich frei verfügbaren Ware werden. Die kann man allenthalben auch auf dem Strich kaufen. Nein, die Sexualität ist wie ihr ganzes Wesen etwas, das ausschließlich ihr gehört, und sie darf es verschenken. Ich freue mich über ihre Geschenke. Schade und "aua!", dass sie es heimlich auch einem anderen geschenkt hat. Vielleicht hätte sie vorher mit mir über ihre Phantasien reden sollen. Möglich, dass sie es dann trotzdem immer noch getan hätte, geglaubt hätte, es tun zu müssen. Sie wäre aber ehrlich gewesen, und hätte mich nicht belogen. Und hätte mir die Chance gegeben, selbst dies mit ihr zu teilen.

Menschen sind manchmal schwach. Aber das ist an sich noch keine Schande. Wenn man sich darüber selbst etwas vormacht, ja dann eröffnet sich der Weg zur Lüge. Die beginnt bei einem selbst. Springt auf deinen nächsten über. Und mag im Betrug enden.
 

usagimoon

sadness
Ich frage mich, wieso der Betrogene nach Gründen des Seitensprungs sucht. Ganz gleich welchen Grund es geben könnte (für mich zählt hier nichts als prägender Grund), ein Seitensprung ist und bleibt unverzeihbar.Ich finde es daher als Unding, dass ein Seitensprung nicht zu den Fällen der unzumutbaren Härten zählt, welche eine sofortige Scheidung erlauben.

Wenn ich daran denke, dass mein Partner mir sowas antun würde, dann verkrampft sich mir der Magen. Ganz ehrlich? Ich könnte nie wieder körperliche Nähe mit ihm haben, geschweige denn Zukunftspläne und schöne Aussichten. Das wäre alles dahin!

Und ich finde nicht, dass es in der Natur des Menschen liegt. Der verstand ist und sollte immer stärker sein, als der Körper. Sonst brauch ich nicht heiraten. Ich finde sogar, dass ein mensch eine psychische Störung hat, wenn er behauptet sein Verstand käme nicht gegen seine Lust an! Sorry.Wir sind keine Tiere und nicht umsonst haben wir die Fähigkeit der komplexen Kommunikation, Sprache genannt.Wenn der Seitenspringer seinen Mund nicht aufbekommt, ist er selber schuld, wenn er nicht bekommt, was er sich wünscht. Bekommt er auch nach erfolgten Gesprächen nicht seine Bedürfnisse gestillt, sollte eine Trennung stattfinden und kein Seitensprung. das ist einfach total unfair und das schlimmste für den Betrogenen.

Die Frage, ob man blind ist, wenn man liebt: Jein. Denn 1. man darf sich ja hin und wieder andere Menschen anschauen (bleibt auch nicht aus, wenn man das Haus verlässt), aber man sollte wissen, wo die Grenzen sind und an den Partner denken und nicht an die eigenen Bedürfnisse. Die stellt man nämlich hinter die Beziehung, sprich, man darf nicht ausleben, was man will und

Wer heiratet, schließt ein Bund vor dem Gesetz, dem Statt. Das ist bindend. keiner hat das Recht "Vertragsbruch" zu begehen, ohne den anderen zumindest vorher über die vertraglichen Änderungen aufzuklären.

Wenn man mich fragt, sollte dem, der fremd geht, sogar eine Strafe ereilen (Geldbusse oder was weiß ich!)

Fremdgehen ist das Allerletzte, egal ob es Frau oder Mann tun (dieses Thema ist so aufwühlend)!

Der Betrogene sollte den Fehler nicht bei sich suchen, sondern nur bei dem der betrügt, denn er ist der der Schuld ist und wohl möglich eine Beziehung und im schlimmsten Fall eine ganze Familie kaputt gemacht hat!

Ich wünsche Dir trotzdem sehr viel Kraft für Dein Ziel
 

kathrin St.

Mitglied
Hallo!!!

Ich bin in einer sehr glücklich Beziehung und gebe mir aber auch große Mühe, mich weiterhin liebenswert und interessant für meinen Partner zu machen.
Ebenso ist mein Mann sehr bemüht, meine Liebe zu ihm nicht sterben zu lassen!

Fremd geht nur, wer nicht gehört wird, wenn er redet, nicht gesehen wird, obwohl er da ist. Wenn niemand Rücksicht auf den Anderen nimmt.
Und betrogen werden diejenigen, die die nicht hören oder wahrnehmen. Sich gehen lassen und den Anderen langweilen.

Wir Frauen neigen ja dazu, immer etwas besprechen zu wollen, was besprochen werden muß! Und wenn nicht, finden wir ganz sicher etwas, was ganz wichtig jetzt gerade zu bereden ist!
Denn Vorschlag Geldstrafen für`s Betrügen zu kassieren, ist oberlustig. Dann könnte der Staat sämtliche Finanzlöcher stopfen!!
Obwohl ich dann lieber dafür wäre, Unterhaltspflichtige Menschen in den Knast zu stecken, sollten sie nicht für ihr Kind aufkommen. Das ist sinnvoll!!!
Ach, könnte noch stundenlang zu diesem Thema weiter schreiben!!

Macht`s gut :bye:
 

Gerhard S.

fast-Alles-Versteher
Fremd geht nur, wer nicht gehört wird, wenn er redet, nicht gesehen wird, obwohl er da ist. Wenn niemand Rücksicht auf den Anderen nimmt. Und betrogen werden diejenigen, die die nicht hören oder wahrnehmen. Sich gehen lassen und den Anderen langweilen.
-> Daß das wohl so passiert, glaube ich wohl.
Nur - ich finde es schwach. Denn das würde bedeuten: Wenn ein Partner z.B. sich so sehr beruflich einspannt, daß derjenige dann zuhause kaum mehr zu gebrauchen ist - schon muss derjenige, der sich abrackert, damit rechnen, betrogen zu werden?

Ich fasse es mal so zusammen: Wenn der Rausch auf Wolke 7 allmählich vergeht, der Alltag mit Arbeit überhand nimmt, Kind(er) kommen dazu - dann müssen beide verzichten gelernt haben.
Wenn einer von beiden nicht verzichten kann, ensteht Unzufriedenheit - und Unzufriedenheit als Nährboden für obiges Zitat?

Ich für meinen Teil bleibe dann bei
Ich frage mich, wieso der Betrogene nach Gründen des Seitensprungs sucht. Ganz gleich welchen Grund es geben könnte (für mich zählt hier nichts als prägender Grund), ein Seitensprung ist und bleibt unverzeihbar. Ich finde es daher als Unding, dass ein Seitensprung nicht zu den Fällen der unzumutbaren Härten zählt, welche eine sofortige Scheidung erlauben.
Ich habe hier einen Ordner mit Schriftverkehr zwischen Anwälten, Gericht, Mandanten - eben ein Scheidungsverfahren:

Eine Ehefrau entdeckt ein Verhältnis ihres Ehemannes. Aber da ist es schon zu spät, 2 Wochen später ist der Ehemann bei seinem Seitensprung eingezogen. In dem Moment begannen die ersten Anwalts-Schreiben. Die Ehefrau bittet danach in der 4. Woche ihren Mann um Verzeihung und um Rückkehr zu ihr. Was der dann auch tut. Aber das Glück währt nicht lange. Wieder 2 Monate später zieht der Ehemann erneut weg von seiner Ehefrau und zieht bei seiner Freundin ein. Jetzt entdeckt die Ehefrau, daß sie von ihrem Ehemann schwanger ist.
Die Ehefrau lässt von ihrem Anwalt beantragen, daß eine Fortführung der Ehe ihr wegen unbilliger Härte nicht mehr zuzumuten ist, da der eine gefestigte Beziehung zu haben scheint. Das Trennungsjahr soll nicht abgewartet werden.

Auswendig weiss ich es momentan nicht: Aber so nach ca. 8 Monaten waren die beiden geschieden. Er musste Unterhalt für Kind und Exfrau zahlen. Soviel Einkommen hatte der Ex-Ehemann garnicht. Die Ex-Ehefrau kam in finanzielle Nöte, weil der Unterhalt geradeso für die Kinder reichte.
Ein paar Monate später stolperte der Ex-Ehemann nachts auf dem Nachhauseweg betrunken vom Bürgersteig - und wird tödlich überfahren.
Die hinterbliebenen Kinder erhalten jetzt Halbweisenrente und die Ex-Ehefrau Erziehungsrente. Das war, an heutigen Verhältnissen gemessen, unfähr wie ein Leben mit Harz4 - oder nur geringfügig besser.

mfg
 

kathrin St.

Mitglied
Was ich meine ist, das man sich ja irgendwann mal ineinander verliebt hat. Und die Vorrausetzung dafür waren bestimmte Wesenszüge, Gemeinsamkeiten,usw. Und natürlich die Optik. Und natürlich verändert sich vieles im Laufe des Zusammenlebens.

Auch ich könnte meinem Partner für manche Angewohnheiten,berufliche Veränderungen oder Hobbies, die ich vor Jahren noch supi fand, hin und wieder in den Popo treten.Auch ich bin z.Zt. zu Hause und halte meinem Partner den Rücken frei, damit er sich voll und ganz auf seine Firma konzentrieren kann. Ich gebe ihm Luft, seine Freunde zu treffen und sich durch Sport " Kopffrei" zu machen.

Wenn ich ihm das alles ständig vorhalte und nur unzufrieden bin, würde er nicht mehr gern nach Hause kommen. Genauso ist er immer bemüht, das es mir und den Kindern gut geht,wir in den Urlaub fahren und auch ich meine Freizeit gestalten kann.

Das ganze kann doch nur funktionieren, wenn sich beide hin und wieder mal zurücknehmen und jeder anerkennt, was der andere leistet.Egal ob beruflich oder privat.
Ich wurde in einer früheren Beziehung selber betrogen und weiß wie weh das tut.Aber mir war klar, das ich genauso schuld daran hatte.
Schönen Tag noch :bye:
 
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