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Wenn Kinder ständig zappelig und hyperaktiv sind, haben Eltern meist alle Hände voll zu tun. Viele Kinder (und Eltern) leiden darunter. Andere Situation: Studien zufolge leidet jedes 10. Kind unter ADS / ADHS (ADS-Syndrom) aber man erfährt nur wenig darüber. Tauschen Sie sich mit anderen im ADS-Forum über Ihre Erfahrungen aus und holen Sie sich Hilfe. Stichworte: Hyperaktivität bei Kindern, Therapie, Medikamente, Schule.

Dieses Thema im Forum "Hyperaktivität + ADS - ADHS bei Kindern" wurde erstellt von Tanja 1, 24 August 2010.

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  1. Tanja 1

    Tanja 1 Aktives Mitglied

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    @freddilysie: Tja wo kommt die Kraft her? Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Immer dann wenn ich denke ich kann nicht mehr dann bekommt man wieder irgendwo her einen Schub und macht dann doch weiter. Ich weiß es nicht vielleicht ist das bei Eltern einfach so. Ich weiß nur noch nicht ob ich das was nun kommt ertragen kann. Aber es ist nun mal der einzige Weg ohne ihn gleich ganz aus der Familie zu nehmen.
    Wie das ganze nun ablaufen wird kann ich noch nicht genau sagen. Morgen ist die Anhörung beim Gericht. Wie lange er dann da bleiben muss weiß ich nicht und wie das mit Besuchen ist auch nicht. Denke die ersten Wochen auf keinen Fall. Aber ich schreib wenn ichs weiß.
    Wir werden auf jeden Fall wohl für die Zeit danach eine Familientherapie bezahlt bekommen, sofern sie denn genehmigt wird aber ich denke schon.

    @ Illona: Danke ! Das hoffe ich auch!

    LG Tanja
     
  2. Felicitas

    Felicitas ständig auf Achse

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    Toi Toi Toi
    ganz viel Kraft und das haben wohl alle übersehen,



    :banane: Glückwunsch zum Minimenschen :banane:


    Feli
     
  3. cordu

    cordu Namhaftes Mitglied

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    Hallo Tanja,

    schade das es nicht so gut gelaufen ist wie ihr euch erhofft habt.

    Jetzt werdet ihr wohl jetzt einen sehr schweren Weg gehen. Ich wünsch euch Kraft das ihrs schafft.

    Und ich habs wirklich übersehe.
    Natürlich auch von mir: Alles gut zum Nachwuchs.

    LG :bye:Cordu
     
  4. freddilysie

    freddilysie Urlaubsreif

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    Ja bitte Tanja berichte wie es weiter geht. Ich stehe Euch so nah ohne Euch zu kennen. Warscheinlich weil wir zwar unterschiedliche Erkrankungen haben bei den Kids aber einen ähnlichen Weg laufen. Denke an Euch.

    Und auch ich gratuliere dir zu dem kleinen Manuel, vielleicht bringt der Kleine Wurm ja ein wenig Sonne in Euer Leben.
     
  5. Tanja 1

    Tanja 1 Aktives Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben!

    Danke für die lieben Worte, die kann ich im Moment echt brauchen!
    Der Antrag ist ja nun durch und ich denke am Montag gehts los. Und auch wenn es mir einerseits weh tut bin ich doch froh wenn es dann so ist. Ich kann ihn im Moment nur sehr schlecht ertragen zumal ich seit er es nun weiß keine ruhige Minute mehr habe. Muss schon froh sein wenn ich allein aufs Klo gehen kann. Er ist immer da wo ich bin und das geht mir auf den Geist.
    Und wenn er mit Marius spielt ist es immer nur laut . Kein normales Spielen möglich nur rumtoben usw. Zumal Marius dann auch noch sehr böse zu ihm ist wenn es nicht so ist wie es sein soll. Denke es färbt im Moment echt auf alle ab. Ich bin so angespannt und oft auch ungerecht. Er strengt sich ja echt gerade an aber ich kann es einfach nicht würdigen. 0(
    Ich hoffe nun das ich es hinkriege ihn ohne Polizei da hin zu kriegen.

    Danke auch für die Glückwünsche!!!

    LG Tanja
     
  6. Tanja 1

    Tanja 1 Aktives Mitglied

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    Morgen gehts los! Um zehn muss er da sein. drückt mir die Daumen das es ohne Polizei klappt!

    Melde mich dann wenn es was neues gibt!

    LG
     
  7. freddilysie

    freddilysie Urlaubsreif

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    Ach Tanja ich drücke Euch so die Daumen. Ich hoffe auch das es ohne Polizei geht. Bitte berichte mal wie es gelaufen ist.

    Bleibt er über Nacht dort und wieviele Wochen werden es wohl sein?
     
  8. emmie

    emmie Guest

    Ich drück euch auch die Daumen, dass es ohne Polizei abgeht, er erspart sich und Euch dann einiges.
    Viel Glück und nicht allzuviel Aufregung.

    LG

    emmie
     
  9. Tanja 1

    Tanja 1 Aktives Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben!

    Leider ging es nicht ohne Polizei ab! 0( Hätte mir nie träumen lassen das ich in meinem Leben mal mit einem Polizeiauto fahren würde!
    Tja, nun ist er dort und will natürlich nicht bleiben. Es geht mir durchwachsen, mal gut mal schlecht.
    Man weiß es geht nicht anders und man musste es tun aber es tut weh, sehr weh! Und man hat immer Zweifel, besonders wenn man mit ihm telefoniert. Und doch weiß man es gibt keinen anderen Weg und es muss nun so sein.
    Zu den Polizisten war er sehr respektlos, aber ich kenn ihn da nicht anders. Ihm ist egal wer es ist, Lehrer, andere Erwachsene sogar die Polizei. Es ist ihm egal.
    Und er weiß genau was er zu mir sagen muss um es mir schwer zu machen hart zu bleiben und es durchzuziehen. Er kann sehr berechnend sein ohne das man es merkt.
    Momentan ist er noch auf der geschlossenen Station wird aber sobald er sich kooperativ zeigt und die Gefahr abzuhauen nicht mehr so groß ist auf die normale Station verlegt. Ob das je so sein wird? Ich weiß es nicht. ?(
    In der E-Schule haben Psychologen mal einen Test mit ihm gemacht und wohl herausgefunden das ich nur sein Werkzeug bin und ihm eigentlich egal wäre ob ich bei ihm bin oder nicht. Tja vielleicht ist das tatsächlich so. Er weiß genau wie er mich nehmen muss um mir ein schlechtes Gewissen zu machen usw.

    Im Moment haben wir Telefonate auf einmal täglich zehn Minuten beschränkt weil ich in den letzten Zwei Tagen dreimal täglich am Telefon hing und mich vollheulen lassen musste. Ich kann das nicht, das macht mich fertig. Besuchen werden wir ihn vorerst auch nicht. Er und wir müssen nun erstmal zur Ruhe kommen.
    Zumindest zu Hause hat es sich schon merklich entspannt. Der Mittlere ist sehr viel ruhiger und auch unser Tagesablauf ist nun ruhiger und geregelter.

    LG Tanja
     
  10. Ilona

    Ilona Moderator Mitarbeiter

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    Tanja oh je ich hatte mir so sehr für dich gewünscht das es friedlich abläuft.
    Nutze die Chance und komm erst mal selber zur Ruhe denn wie ich es rauslese hat sich in letzter zeit alles nur um ihn gedreht aber du hast halt noch mehr Kinder die dich auch brauchen udn eine Ruhephase auch wenn es schmerzt tut euch allen sehr sehr gut.
    :troest :troest :maldrueck :maldrueck
     
  11. Tanja 1

    Tanja 1 Aktives Mitglied

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    Hallo!

    Gestern haben wir ihn für eine Stunde besucht und es war die Hölle! Er hatte allen ernstes geglaubt ich würde ihn mit nach Hause nehmen um ihn dann am Montag in ein Erziehungsheim zu bringen. Denn das ist nun das neuste was er will. Er will bis 18 in ein Heim gehen. Allerdings denke ich das er sich gar nicht wirklich bewußt ist was das bedeutet.
    Ich habe ihm nun gesagt das er erstmal die sechs Wochen hinter sich bringen soll und wenn er es dann immernoch möchte es kein Problem wäre das er das macht. Es würde mich zwar traurig machen aber wenn er das wirklich will dann will ich ihm da nicht im Weg stehen.
    Als wir gegangen sind hat er so sehr nach mir geschrien das mir fast das Herz stehen geblieben ist. Oh Gott, das war so furchtbar. Aber ich musste ja stark bleiben. Er hat dann wie wild an die Scheiben geklopft. Schlimm :shake
    Später am Telefon war er dann aber wieder recht vernünftig.
    Er hat gestern abend noch einen Zimmergenossen bekommen. Der ist zwar sechs Jahre jünger aber dem gehts sehr schlecht und ich hoffe nun da er sehr sozial eingestellt ist das ihn das etwas ablenkt.
    Was mich sehr erschreckt hat ist das er seit er dort ist in den gleichen Klamotten rumläuft sich weder gewaschen noch Zähne geputzt hat. Allerdings nachdem ich sein Bad gesehen habe, da hätte ich mich auch nicht gewaschen. :hae?
    Ekelhaft! Da werde ich morgen erstmal nachhaken und Rabatz machen.

    LG Tanja
     
  12. emmie

    emmie Guest

    :troest :troest :maldrueck
     
  13. Tanja 1

    Tanja 1 Aktives Mitglied

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    Hallo Ihr!

    Seit Sonntag ist er sehr motiviert das alles zu schaffen. Woher der Umschwung kommt keine Ahnung. Als ich Sonntagabend mit ihm telefoniert habe dachte ich erst ich hätte das falsche Kind am Telefon. Er war super gelaunt, hat Pläne gemacht und war total vernünftig.
    Ob sie ihm da Drogen gegeben haben??? ;D
    Er bekommt weiterhin keine Medis und morgen bekommt er seine erste Unterrichtsstunde. Bin gespannt ob ers hinkriegt.
    Gestern war er etwas traurig, hatte Heimweh. Und doch hat er sich sehr zusammengerissen.
    Habe nun endlich mal das Gefühl einen fast 15jährigen zu sprechen und nicht ein kleines Kind. Er wirkt sehr viel klarer und ist sich bewusst was er alles falsch gemacht hat.
    Ich hoffe nun inständig das dies auch anhält und er es wirklich schafft sich ranzuhalten.
    Drückt uns die Daumen!!! :druecker

    LG Tanja
     
  14. cordu

    cordu Namhaftes Mitglied

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    Hallo Tanja,

    und auch für diesen Anlauf drücke ich euch die Daumen.

    So ein kleines bischen habe ich den Eindruck das dein Sohn euch wirklich gut in der Hand hat. Er versteht es wohl überaus gut euch zu manipulieren. Aber das sagtest du ja auch schon.
    Jetzt, da er merkt das es euch ernst ist weil ihr dieses Mal sogar dazu bereit wart ihn mit der Polizei abholen zu lassen und euch nicht mal von seinem "schmuddeligen" Aussehen habt erweichen lassen, kann er sich vielleicht auch auf die Therapie einlassen. Er hat endlich eine klare Ansage von euch bekommen inkl. durchgezogener Konsequenz (du gehst nicht freiwillig also wirst du mit der Polizei hingebracht).
    Das er Heimweh hat ist ja durchaus verständlich und würde mich auch beruhigen. So schlimm kanns bei euch ja nicht sein wenn er Heimweh nach euch hat. Und wenn ein Tief kommt, was bestimmt so sein wird, durchhalten, er kanns nur schaffen wenn ihr überzeugt sind das es so sein muss wies momentan läuft.

    Wegen dem Wunsch ins Heim zu gehen würde ich mir mal keinen allzugroßen Kopf machen. Und wenn es ihm wirklich ernst ist gibts ja immer noch die Möglichkeit einer betreuten WG.

    LG :bye: Cordu
     
  15. hitnak

    hitnak Namhaftes Mitglied

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    Hallo,

    Ich denke, dass er einfach zur Ruhe kommt. Mein Hauptgebiet ist (neben ganz viel Verwaltungsarbeit) ja der Jugendstrafvollzug und das, was tanja beschreibt, fällt mir dort immer wieder auf. Die ersten paar Tage sind die Hölle, bevor dann eine tiefe Ruhe einsetzt, wenn die Arbeit unseres Personals zu wirken beginnt - die Kids besinnen sich auf sich selbst. Die meisten von denen sind so aufgerieben zwischen dem Zuhause, der Technologie, den Freunden, dass sie sich selbst gar nicht mehr kennen. Meist kommt in diesem Moment erst die Erkenntnis, warum man in dieser Situation ist, und was man selbst eigentlich will. Sehr viele der Kids identifizieren sich auch im Jugendalter sehr stark über ihre Eltern, haben sich noch nicht von ihnen gelöst, und erwarten, dass Mamma und Pappa auch in furchtbaren Situationen noch die Hand über sie halten.

    Die Manipulation, die dem inne wohnt, ist natürlich: Sie ist Teil der Überlebensstrategie eines Kindes - würden Kinder uns nicht so manipulieren können, dass wir für sie sorgen, könnten sie nicht überleben. Nur irgendwann muss die Manipulation aufhören, weil Kinder eben zu Jugendlichen werden, und damit auch zu Menschen, die für sich selbst verantwortlich werden.

    Ich denke, dass dies in diesen Tagen mit Tanjas Sohn passiert: Zum ersten Mal ist er für sich selbst - sein Verhältnis zu Tanja, zu seiner Familie wird so neu definiert, und Tanja macht es gut. Sie ist für ihn da. Sie sieht ihn als Menschen, nicht als Monster, der ihr das Leben zur Hölle macht. Die beste Therapie würde nichts bringen, wenn er keine Mutter hätte, zu der er nach Hause gehen kann, und nach der er Heimweh haben kann.

    Allein schon, dass er dieses Gefühl hat, ist etwas Positives: Ich bezweifele, dass er das vorher schon mal gespürt hat. Was da in den ersten Tagen war, ist einfach nur Schock: Es wird ernst. Es war gut, dass die Polizei das gemacht hat. Denn dann muss die Familie das nicht machen. Sie darf nicht so erscheinen, als würde sie "wegschicken".

    Heimweh ist natürlich augenscheinlich etwas Negatives: Wir sind nicht da, wo wir sein wollen. Aber wenn wir unten drunter schauen, dann sehen wir, dass Heimweh immer ein Zuhause erfordert, nach dem wir uns sehnen können. Und damit kann daraus etwas Positives werden: Würde Tanjas Sohn sie nicht als Mutter sehen, und dort, wo er wohnt, nicht als Zuhause, dann hätte er kein Heimweh. Und: Mit dem Heimweh sieht er seine Familie auch als Familie, als Menschen, und nicht nur als nervige Typen, die ihm ständig sagen, was er machen soll.

    Ich denke, dass Tanja genau das Richtige zum richtigen Zeitpunkt gemacht hat. Um ehrlich zu sein, würde ich mir in meinem Job mehr solche Eltern wünschen, denn die beste Therapie bringt nichts, wenn die Eltern emotional nicht dabei sind.

    Viele Grüße,

    Ariel
     
  16. Tanja 1

    Tanja 1 Aktives Mitglied

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    Hallöchen!

    Danke erstmal an euch beide!
    Wie immer bin ich von Ariels Worten total geplättet. Du schaffst es immer einem Mut zu machen und ich glaube das du in deinen Job dein ganzes Herzblut steckst.
    Ja es stimmt er hatte uns bisher immer gut im Griff und hat das bei meinem ersten Besuch letzten Samstag ja auch wieder probiert, aber es hat ihm nichts gebracht.

    Und nun gehts ihm besser. Er hat gestern seine Schulstunde sehr gut rumgebracht, hat gezeigt das er einiges drauf hat und konnte sogar sitzen bleiben. In der Therapie hat er angefange sich seinen Ängsten zu stellen und zu öffnen.
    Nur leider war er am Abend am Telefon zimlich sauer weil er wußte das wir da waren zum Gespräch und nicht kurz zu ihm durften. Er hatte fest damit gerechnet und war dementsprechend enttäuscht als er sah das wir weg fuhren. Er meinte dann er würde nun nix mehr machen. Aber das wird er wohl müssen.

    Momentan ist es ihm dort auch noch sehr langweilig, weil er fast den ganzen Tag nur rumhängt. Er hat ausser den Gesprächen keine festen termine bisher.
    Nun hat er auch noch den Menschen als Bezugsbetreuer bekommen den er auf der Station am wenigsten leiden kann. Aber da muss er halt durch.

    Zumindest ist er ja schon mal auf dem Weg und es werden wohl immer wieder tage kommen die ihm nicht gefallen.Da muss er nun halt durch.
    Zuhause ist es wesentlich ruhiger und ich muss sagen auch wenn ich mein Kind von Herzen liebe im Moment fehlt er mir nicht. Ich genieße die zehn Minuten mit ihm am Telefon jeden Abend und ich denke viel an ihn, aber es tut mir gut ihn erstmal weg zu haben, auch wenn sich das vielleicht schlimm anhört.
    Es war einfach zu viel in den letzten Monaten.
    Ich brauche die Ruhe.

    Morgen gehe ich ihn besuchen und dann werde ich erstmal sein Bad putzen, das ist nämlich noch immer nicht passiert.
    Meine Eltern waren am Mittwoch bei ihm und sie meinten er sähe richtig entspannt aus, also tut es ihm wirklich gut dort zu sein.
    Melde mich bald wieder.

    LG Tanja
     
  17. hitnak

    hitnak Namhaftes Mitglied

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    Hallo,

    es freut mich, dass es bergauf geht - es wird Rückschläge geben, aber dann wird es bergauf gehen.

    Allerdings sind mir beim Lesen einige Sachen aufgefallen, die gar nicht gehen: Da ist zum Beispiel die Toilettensituation - ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Du nicht unter absolutem Reinlichkeitswahn leidest, und bei Dir zu Hause nicht alle paar Minuten das Bad mit der Zahnbürste putzt, sprich: Dass Deine Ansprüche an Sauberkeit denen des Durchschnittsbürgers entsprechen, und die Toilette objektiv schmutzig ist. Eine Psychiatrie ist ein Krankenhaus, und ein Krankenhaus unterliegt besonderen Ansprüchen an die Sauberkeit der Einrichtungen. Es ist die Aufgabe und die Pflicht des Personals, die Hygienevorschriften einzuhalten - nicht die der Patienten, die ja in der Regel dort sind, weil sie krank sind. Und auch nicht die der Angehörigen.

    Außerdem ist mir etwas schummrig geworden, als ich gelesen habe, dass mit Deinem Sohn momentan nicht wirklich gearbeitet wird, obwohl er jetzt in der zweiten Woche dort ist. "Zur Ruhe kommen" und "gelangweilt rumsitzen" sind zwei verschiedene Dinge. Die Zeit in der geschlossenen Abteilung sollte eher in Wochen, als in Monaten bemessen sein, weil trotz allem immer auch die Rechte des Patienten gewahrt werden müssen. Ich denke, Du solltest da mal dringend nachfragen, was genau das Ziel und der Inhalt der momentanen Vorgehensweise ist - in der Tagesklinik hätte man ja auch täglich mit ihm gearbeitet.

    Und ein Bezugsbetreuer, mit dem der Patient nicht zurecht kommt, kann kein Bezugsbetreuer sein.

    Sorry, dass ich diese Punkte anspreche, aber es würde keinen Sinn machen, zu verschweigen, wenn ich den Eindruck habe, dass etwas nicht optimal läuft - ihr wollt Besserung, und ihr wollt sie bald. Und von schmutziger Kleidung über Langeweile bis hin zu ungemochten Bezugsbetreuern sehe ich hier Dinge beschrieben, die nicht meinen persönlichen Ansprüchen an eine effektive und optimale Betreung und Therapie genügen würden.

    Es ist übrigens völlig in Ordnung, auch froh zu sein, dass ein geliebter Mensch gerade mal nicht da ist. Wenn ein Mensch psychisch oder körperlich krank ist (wobei körperliche Krankheiten auch oft psychische Belastungen nach sich ziehen), dann ist das sehr oft auch sehr belastend für alle Beteiligten und es ist ein weit verbreitetes Gefühl in solchen Situationen, zu glauben, dass man als Gesunder kein Recht auf sich selbst hat, weil der, der krank ist, nun mal alle Zuwendung braucht, oft auch erwartet.

    Es ist OK, zu sagen, dass man jetzt gerade nicht kann, und es ist auch dann OK, wenn der Patient das nicht versteht oder akzeptiert. Denn grundsätzlich muss immer man selbst im eigenen Vordergrund stehen: Man kann nicht mehr da sein, wenn man selbst psychisch kaputt ist.

    Viele Grüße,

    Ariel
     
  18. Tanja 1

    Tanja 1 Aktives Mitglied

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    Hallo Ariel!

    Du hast recht ich halte zwar schon einiges von Sauberkeit aber auch bei mir ist nicht immer alles perfekt sauber. Da habe ich gar nicht die Zeit für. Und auch Patrick ist da nicht übertrieben pingelig, was der Zustand seines Zimmers beweist. :wow
    Aber es war bzw. ist so, das Z.B. ein altes Badetuch von wer weiß wem unter dem WC lag und die Siphons der waschbecken rundrum verkrustet sind. Die Dusche geht eigentlich bis auf den leichten Schimmel in den Fugen und an der Decke. :shake
    Habe das klar gesagt das das ja wohl nicht sein kann, komme ja aus der Hotelbranche und weiß wie es zu sein hat, aber hat scheins nichts genutzt. Patrick meinte es würde halt nur drüber gewischt. Dabei gehen die Krusten weg man muss halt schrubben. Schließlich werden die ja auch dafür bezahlt.
    Immerhin ist das Tuch nun weg.
    Aber er hat sich inzwischen auch gewaschen und geduscht und Zähne geputzt. Waschen und Zähne unter fließend wasser und duschen im Gemeinschaftsbad.

    Was das therapeutische angeht war er bis zum Sonntag gar nicht in der Lage sich auf irgendwas einzulassen. Er musste sich erstmal seinen Ängsten stellen von daheim weg zu sein und ohne seine Mama.
    Nun haben síe langsam begonnen seinen Tag zu planen. So hat man es mir gestern erklärt. Er bekam nun zu den Gesprächen Unterricht dazu der langsam gesteigert wird und dann kommen nach und nach Musik, Gestaltung usw. dazu. Irgendwas mit Holz macht er seit heute auch und er nimmt an den normalen Beschäftigungsangeboten teil. Sie wollen einfach langsam machen, wobei sie sagen das schon jede weitere Nacht dort die er schafft dazu gehört.
    Er hat jetzt einen Punkteplan bekommen und wenn er sich heute gut verhält bekommt er heute abend auch sein Handy.

    Wegen des Bezugsbetreuers habe ich den Therapeuten vorhin auch gefragt. Er meinte das es deshalb so ist weil dieser nunmal der einzigste Mann auf Station ist und Patrick zur Zeit einfach einen mann bräuchte da eine Frau zum Mutterersatz werden könnte und sie wollen ja erreichen das er sich ablöst. Und weil er einfach lernen muss Autorität anzunehmen und Regeln zu befolgen, Respekt zu haben usw.
    An sich denke ich schon das sie dort wissen was sie tun, es scheint mir schon gut ihm Zeit zu lassen und nicht zu viel auf einmal zu erwarten. Oft ist es halt auch so das das was er erzählt gar nicht so ist.
    Ich denke das ab Montag einiges mehr passieren wird. Da bekommt er dann auch täglich mehrere Stunden Unterricht. Dann ist er sicher beschäftigt.

    Danke Ariel!!!

    LG Tanja
     
  19. Tanja 1

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    Hallo an alle!

    Mal einen kurzen Bericht über unsere Fortschritte!

    Patrick hat nun drei Wochen hinter sich und so langsam scheint er doch kapiert zu haben das er da bleiben muss und das es besser ist wenn er mitmacht. Denn er hat es nun in einer Woche geschafft von Level 1 bis in Level 3 aufzusteigen.
    Er darf nun mit einem Betreuer nach draussen und morgen evtl mit auf den Stadtausgang. Er hat Sport, Fitnesstraining und Gestaltung dazu bekommen und der Unterricht wurde erhöht.
    So langsam scheint er in die Gänge zu kommen und zu verstehen das je mehr er macht er umso mehr bekommt.
    Sein Handy hat er auch jeden Abend und die Besuchszeit wird nur noch dann auf eine Stunde begrenzt wenn irgendwas vorgefallen ist. Da darf er inzwischen auch aufs Klinikgelände raus.
    Ich hoffe nun das das einigermassen so bleibt. Wir telefonieren täglich und wir versuchen ihm ganz viel Mut zu machen ihn zu loben usw.
    Ich denke nicht das es nun so schön weiterläuft auch wenn ichs mir natürlich wünsche aber das wäre wohl etwas blauäugig. Es wird sicher immer wieder Rückschritte geben aber ich erwarte auch nicht das man 15 Jahre in sechs Wochen ändert.
    Er bekommt noch immer keine Medis, hat schon drei Kilo zugenommen und ist sogar ein Stück gewachsen. :banane:
    Das ist doch auch mal was!

    Bis bald
    LG Tanja
     
  20. hitnak

    hitnak Namhaftes Mitglied

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    Hallo,

    mal kurz zwischendurch gefragt: Was genau hat denn die Einrichtung als Ziel seines Aufenthaltes gesetzt? Und was ist der Zeitrahmen dafür?

    Ich schreibe Dir später mehr.

    Viele Grüße,

    Ariel
     
  21. Tanja 1

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    Hallo Ariel!

    Ziel ist der externe Schulbesuch und die Rückführung nach Hause.
    Einen bestimmten Zeitrahmen gibt es noch nicht. Jetzt kommt erstmal das Gutachten und dann wird entschieden wie lange es noch gehen wird. Habe gehört das es Kinder gibt die bis zu einem Jahr dort waren bzw. sind. Aber sie wollen irgendwann dann ins Tagesklinische übergehen. So habe ich es verstanden.

    LG Tanja
     
  22. Tanja 1

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    So, die Entscheidung ist gefallen! Das Gericht hat bis Ende Januar verlängert!
    Begeistert war er nicht.
    Im Moment ist es so durchwachsen mal klappt es ganz gut und mal gar nicht. Das größte Problem ist der Unterricht! Und den haben sie jetzt zur Pflicht gemacht dafür ob er an Weihnachten eine Nacht nach Hause darf.
    Unter anderem werden sie ihn nun in einer Klinik genau untersuchen lassen und ihm dann vermutlich Wachstumshormone geben. Er ist für sein Alter viel zu klein und auch noch nicht wirklich in der Pubertät. Das soll nun angeschuckt werden bevor es zu spät dafür ist.
    Das wiederum findet er ganz gut, denke er leidet schon sehr unter seiner Größe.
    Seine Besuchszeit ist inzwischen auf drei Stunden ausserhalb des Klinikgeländes erweitert worden und das läuft an sich immer ganz gut.

    LG Tanja
     
  23. Tanja 1

    Tanja 1 Aktives Mitglied

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    Hallo an alle noch Interressierten!

    So langam geht es ja dem Ende zu und so wie es aussieht wird er danach in eine Wohngruppe müssen. :heul2
    Eigentlich wollten wir das ja verhindern aber so wie es momentan ist ist es wohl das Beste für ihn und die einzigste Möglichkeit. Seine bisherigen Therapieerfolge sind so gering das sie kaum sichtbar sind.
    Am Montag hatten wir einen Termin mit dem Sozialdienst der Klinik, seinem dortigen Therapeuten, seinem Stationsbezugsbetreuer und unserer Betreuerin vom JA.
    Sie sind durchweg der Meinung das er zu Hause sofort wieder ins alte Muster fallen wird, was heisst nicht zur Schule geht usw. Ein Besuch einer normalen Regelschule sei ausgeschlossen, das würde er nicht packen und er braucht einen komplett durchorganisierten Tagesablauf der für uns zu Hause gar nicht zu schaffen wäre. Da hat die Klinik auf Station schon ganz viel mit ihm zu tun und kommen oft an ihre Grenzen und die sind meist zu viert. Zu Hause wäre ich ja meist alleine und ich habe ja noch zwei Kinder.
    Unter anderem denken sie das er in einer Einrichtung auch auf das Leben vorbereitet werden muss, denn sein Sozialverhalten und seine Ängste stehen ihm da sehr im Weg. Sie nannten ihn " Seelisch behindert " was auch immer das heissen mag. Und er sei in vielen Dingen noch wie ein kleines Kind und nicht wie ein Teenager!
    Sie raten eine Einrichtung in unserer Nähe an die auch gleich eine Schule im Haus hat und auch Psychologisch usw. arbeitet.
    Tja ich habe wohl sehr viele Fehler gemacht indem ich meinem Kind alles gegeben habe was ich konnte. Zu sehr geliebt, würde ich mal sagen. Er wird so wie es im Moment ist nie ein selbständiges eigenverantwortliches Leben führen können.
    Wär hätte das gedacht! So habe ich mir das nicht vorgestellt.
    Aber nun ist es so und ich bzw. wir müssen da durch. Eigentlich weiß ich ja das es wirklich das Beste ist was ich für ihn tun kann. Ich will ja nicht das er irgendwann im Knast landet oder auf der Strasse. Aber es fällt mir unheimlich schwer ihm das anzutun. Dadurch das er halt so anhänglich ist weiß ich das es ihm sehr weh tun wird. Und keine Mutter will ihr Kind verlieren!
    Aber ich weiß das er Dinge braucht die wir ihm so nicht geben können und darum wird es wohl so sein.
    Ich hoffe nun das wir ihn gut unterbringen, hätte da schon was im Auge, und das es ihm dann wirklich hilft und er uns irgendwann dafür dankbar sein wird.

    LG Tanja
     
  24. Ilona

    Ilona Moderator Mitarbeiter

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    Tanja lass dich mal :troest :troest :troest

    Jede Mutter macht Fehler, denn niemand ist ohne Fehler und ich schätze mal ganz stark, dass nicht nur die Dinge die du jetzt vielleicht als falsch ansiehst dazu geführt haben das er so wurde. Weist du kinder und Jugendliche unterliegen enorm vielen Einflüssen, das sind andere Kinder und Jugendliche, deren Eltern, Lehre, den Medien usw.
    Erst ein gesammtheitliches falsches Bild welches von mehreren der Einflüsse aufgezeigt wird, kann dazu führen dass es so läuft wie bei dir. Also mach dir bitte keine Vorwürfe das du daran Schuld hast. Es ist nicht falsch sein Kind zu lieben oder es zu verwöhnen.

    Ich wünsche dir viel Kraft, dass du es schaffst das durchzustehen und auch stark für deine anderen kinder sein kannst.
    :maldrueck
     
  25. freddilysie

    freddilysie Urlaubsreif

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    Tanja zuviel Liebe kann man einem Kind nicht geben. :maldrueck

    Er wird schon von Anfang an seine Probleme in sich getragen haben und klar hast auch Du Fehler gemacht aber es gibt nicht ein Elternteil das sich von Fehlern frei sprechen kann.

    Es ist sicher schwer sich damit abzufinden das die Entscheidung nun so aussieht aber damit zeigst Du ihm am meisten das du ihn liebst. Das wird er jetzt noch nicht verstehen aber später wenn er selbstständig leben kann und nicht auf die schiefe Bahn geraten ist, dann wird er dir dankbar sein. Da kannst Du Dir sicher sein.

    Ich kann es so sehr nachempfinden wie Du dich fühlst (du kennst ja unsere Geschichte) aber ich bin nun soweit das ich sage: Ja ich habe auch Fehler gemacht, so glaubt uns unsere Kleine immer noch nicht das wir sie lieben obwohl sie sich die Haare ausreisst und mir fehlt das Vertrauen zu ihr. Ich glaube z.B. immer noch einige Sachen nicht die sie mir in diesen Zusammenhang erzählt. ABER ich habe Verantwortung gezeigt indem ich mir Hilfe geholt habe und nicht die Augen verschlossen habe.
     

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