Was ist das beste pflanzliche Mittel mit Passionsblume, das innere Ruhe fördert und in österreichischen Apotheken verkauft wird?

Ayas

Aktives Mitglied
Ich werf das Thema mal bewusst offen in den Raum, weil ich selbst noch am Suchen bin und gern echte Erfahrungen lesen würde – keine Beipackzettel-Zusammenfassungen. Mich interessiert konkret Passionsblume als pflanzliche Unterstützung für innere Ruhe. Nicht als Schlafhammer, nicht als „alles weg“-Lösung, sondern eher dieses leise Runterfahren, wenn der Kopf nicht aufhört zu arbeiten.

In österreichischen Apotheken gibt es ja einige Präparate, teils solo, teils kombiniert, und genau da verlier ich langsam den Überblick. Namen gibt’s viele, Aussagen auch, aber was davon im Alltag wirklich hilft, ist schwer greifbar. Mich würd interessieren, womit ihr gute oder auch weniger gute Erfahrungen gemacht habt – gern über längere Zeit, gern auch im Vergleich.

Wichtig wäre mir dabei: keine Grundsatzdiskussion „pflanzlich vs. chemisch“, sondern einfach ehrliche Eindrücke. Was hat sich für euch stimmig angefühlt, was eher nicht? Und vielleicht auch, ob ihr Unterschiede zwischen einzelnen Produkten mit Passionsblume bemerkt habt, obwohl sie auf dem Papier ähnlich aussehen.

Ich bin gespannt, was zusammenkommt.
 
Menschen sind verschieden und was einem besonders gut hilft, muss man auch ausprobieren. Bei manchen reicht vielleicht eine Passionsblumen-Tasse Tee am Abend, die man mit entspannender Musik im Hintergrund hört. Andere brauchen was Heilpflanzen angeht ein etwas konzentrierteres Präparat wie Passedan. Ich finde das empfehlenswert sind, weil es eben keine Dragees oder Tabletten sind, die man schlucken muss, sondern Tropfen. Hat, finde ich, auch den zusätzlichen Vorteil, dass man die Dosis dann an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Dazu schaut man dann aber bitte schon in den Beipackzettel oder fragt den Apotheker. Die kennen sich auch bei rezeptfreien Arzneimitteln sehr gut aus.

Meine eigenen Erfahrungen mit solchen heilpflanzlichen Präparaten sind, dass die oft erstaunlich gut wirken. Aber wie du schon angedeutet hast, in der Regel nicht auf Knopfdruck, sondern eher als sanftere Unterstützung von Innen. Das kann dann durchaus ein paar Tage dauern, bis sich die Wirkung aufbaut. Dafür ist zum Beispiel bei Passionsblume auch eine längere Einnahme meines Wissens durchaus möglich.

Falls man Beschwerden hat, die einen trotz Gegensteuern länger plagen, würde ich aber immer raten das, falls es nicht besser wird, dann doch mal beim Hausarzt anzusprechen.
 
Das mit dem „Ausprobieren müssen“ unterschreib ich sofort. Genau deshalb tu ich mir mit den reinen Produktbeschreibungen so schwer – am Papier schaut vieles gleich aus, im Alltag dann plötzlich nicht mehr. Dein Hinweis auf Tropfen statt Tabletten ist spannend, gerade dieses flexible Dosieren klingt für mich nach dem, was ich suche: nicht festgenagelt, sondern ein bisschen feinjustierbar je nach Tag. Tee funktioniert bei mir ehrlich gesagt nur an richtig ruhigen Abenden, sobald innerlich Druck da ist, reicht das nicht mehr ganz.

Hast du bei den Tropfen eigentlich eher einen Unterschied im Kopf gemerkt (Gedankenkarussell langsamer) oder mehr körperlich, so Spannung rausnehmen? Und nimmst du sie eher punktuell oder wirklich über Wochen am Stück?
 
Abends Tee zu trinken geht bei mir zum Beispiel generell nicht besonders gut. Also, ich kann den Tee schon trinken, aber mit voller Blase schlafe ich dann total unruhig und natürlich auch nicht durch. Ist jetzt auch nicht das, was man will, wenn man innere Ruhe fördern möchte.

Bei mir ist es so, dass die innere Unruhe und Gereiztheit normalerweise nicht von einem Moment auf den anderen auftreten, sondern sich irgendwie aufstauen. Wenn ich merke, dass das immer mehr wird und ich immer gereizter werde, fange ich mit den Passionsblumentropfen an. Also schon über einige Tage oder wenige Wochen am Stück. Ich merke dann, dass ich aus dem Gedankenkreiseln leichter wieder aussteigen kann. Und ich vieles wieder gelassener sehe und nicht mehr so schnell aus der Haut fahre. Wenn sich das dann gefestigt hat, vergesse ich meistens mit der Zeit die Tropfen zu nehmen und schleiche es dann so wieder aus. Dass ich es nur punktuell nehme, ist vereinzelt schon zum Beispiel vor Vorstellungsgesprächen vorgekommen.
 
@schneckenhaus: Das mit dem Tee und der vollen Blase hat mich schmunzeln lassen, weil exakt das einer dieser Punkte ist, die in keiner Packungsinfo stehen, im Alltag aber sofort nerven. Und dein Bild vom „Aufstauen“ passt ziemlich gut zu dem, was ich bei mir beobachte. Es ist selten der eine Auslöser, eher dieses langsame dichter Werden, bis man sich selbst nicht mehr mag.

Spannend find ich vor allem, dass du die Tropfen nicht als Akutlösung beschreibst, sondern als eine Art Phase, die man bewusst startet und dann auch wieder verlässt. Dieses Ausschleichen, fast beiläufig, klingt für mich sehr stimmig. Genau diese Gelassenheit im Umgang damit fehlt mir oft bei Empfehlungen.

Hast du über die Zeit Unterschiede zwischen einzelnen Passionsblumen-Präparaten bemerkt oder war das für dich eher egal, solange es Tropfen waren? Und merkst du körperlich auch was, z. B. weniger Spannung, oder spielt sich das bei dir fast ausschließlich im Kopf ab?
 
Also, dass man häufiger auf Toilette muss, wenn man viel Tee trinkt, versteht sich, denke ich, von selbst. Nervt ohne Zweifel im Alltag, aber dass das so ist, sagt einem schon der Hausverstand. Aber ich finde, dass das bei innerer Unruhe nochmal ärger zuschlägt. Bei mir kann ich ganz deutlich beobachten, dass ich bei Nervosität und Anspannung noch viel öfter aufs Klo muss, als normal.

Deshalb ist meine Strategie es nach Möglichkeit gar nicht erst so weit kommen zu lassen, bis man das Gefühl hat vor innerer Unruhe fast zu zerbersten. Das gelingt mir nicht jedes Mal, aber mit zunehmender Lebenserfahrung lernt man sich ja auch selbst besser kennen und kann dann schon immer früher beginnen gegenzusteuern. Und wenn einem das mal nicht gelingt, muss man auch mit sich selbst nachsichtig sein. Wir sind keine Maschinen, wir reagieren nicht immer perfekt. Gelassenheit ist da wahrscheinlich wirklich das richtige Stichwort. Es nehmen, wie es kommt. Und dann das bestmögliche draus machen mit der Betonung auf möglich.

Wenn ich mal was habe, was für mich funktioniert, bleibe ich in der Regel dabei. Bezüglich Passionsblume habe ich vor geraumer Zeit hier in Österreich in der Apotheke Passedan Tropfen empfohlen bekommen. Ich mag die gerne, weil man bei der Dosierung auch flexibler ist, als bei Tabletten oder Dragees oder sowas. Mir hilft das gut, also bleibe ich, wenn ich Bedarf habe, auch dabei. Ob man Kopf und Körper so klar trennen kann, weiß ich nicht. Ich glaube, eher nicht. Ich merke auf jeden Fall mental was bei mir, aber auch, dass mein Rücken nicht mehr so verspannt ist, wenn ich mehr innere Ruhe habe.

Und um das Ausschleichen nochmal anzusprechen: Das ist bei mir kein Ausschleichen, wie es zum Beispiel bei manchen verschreibungspflichtigen Medikamenten notwendig ist. Passionsblume macht nicht abhängig und kann meines Wissens nach auch problemlos über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Wenn es mir wieder länger gut geht, werden die Abstände der Einnahme bei mir deshalb automatisch länger, weil ich weniger Bedarf habe und seltener daran denke die Tropfen einzunehmen. Man kann aber, wenn das eher was für einen ist, aber auch nur bei akutem Bedarf was einnehmen und direkt wieder damit aufhören. Frag einfach in der Apotheke nach, wenn du Fragen hast. Die kennen sich in der Regel auch sehr gut mit Heilpflanzen aus.
 
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