schnuppe

Mega-User Level II
  

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RE: Das neue Unterhaltsrecht |
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So, jetzt erzähle ich mal ein Märchen:
Es war einmal eine nicht mehr ganz junge Frau, so in ihren Dreißigern, die einen Mann kennenlernte, der in Scheidung lebte (nein, sie war nicht der Scheidungsgrund). Ca. 6 Wochen, nachdem sie ein Paar geworden waren, wurde der Mann, Marketing- und Vertriebsleiter in einer mittelständischen Firma, arbeitslos, weil die Firma verkauft wurde und das Management bei der Gelegenheit ausgetauscht.
Er überlegte sich, was er wohl tun könnte und da er im Sondermaschinenbau gearbeitet hatte, und meinte, das wäre das Einzige, von dem er etwas verstünde, gründete er eine Firma, die ähnliche Dinge herstellte, wie die frühere Firma.
Die Gründungsvorbereitungen zogen sich über ein Jahr hin, der Prototyp wurde bei ihm im Keller gebaut. Schließlich wurde die Gründung vollzogen und es folgten einige harte Jahre bis die Firma Fuß gefaßt hatte, in denen gar nicht klar war, ob die Firma überleben würde oder nicht und für die beiden der finanzielle Aufschhlagpunkt immer in Sichtweite war.
In dieser ganzen Zeit ging die Frau in einem ungeliebten, aber gut bezahlten Job arbeiten. Ein Sohn des Mannes lebte noch bei ihnen, für die Ex und eine Tochter war Unterhalt zu bestreiten, für das kleine Haus, in dem sie lebten, waren Zinsen zu zahlen. All dies wurde vom Arbeitslosengeld des Mannes und vor allem von ihrem Verdienst bestritten.
Endlich schien es der Firma besser zu gehen und das Paar beschloß, 2 Kinder zu bekommen. Die Frau kündigte ihren Job nach der Elternzeit. Ein Weiterarbeiten war nicht möglich, da die Stelle täglich 2 Std. Fahrtzeit bedeutete. Sie lebten auf einem Dorf, Ganztages-Kinderbetreuung galt eher als Schimpfwort und Tagesmutter war zumindest zu Anfang finanziell nicht drin. Noch dazu war in der Firma der Frau Teilzeit quasi unmöglich. Und außerdem wollte die Frau ihre Kinder selbst erziehen.
Die Firma des Mannes wurde dann sehr erfolgreich und da die Produkte ins Ausland verkauft wurden, war er soviel unterwegs, daß die Ehe nach und nach immer schlechter wurde. Die Firma wurde dann vor wenigen Jahren verkauft, finanziell gehts den beiden also gut. Bloß von der Ehe ist nicht mehr viel übrig, da der Mann lieber im Ausland unterwegs ist oder seinen Hobbys nachgeht, als sich um Frau und Familie zu kümmern.
Die Frau überlegt nun, ob sie sich von ihrem Mann trennt. Klar, sie würde einiges aus dem Zugewinn bekommen. Aber Unterhalt? Die Kinder sind bald beide schulpflichtig, ihr könnte also zugemutet werde, wieder zu arbeiten. Bloß was? Und wo? Die Frau ist inzwischen in den 40ern und Ingenieurin, wer stellt so jemanden ein? Egal als was.
Und wenn die Frau zwar KU erhält aber keinen oder sehr wenig EU, ist dann der Lebensstandard der Kinder einigermaßen zu halten? Oder darf dann der Mann weitermachen wie bisher, eine Haushälterin kann er sich leicht leisten und die Frau darf dann ihr Vermögen verbrauchen um den Kinder das zu bieten, was sie jetzt haben?
Einige Anmerkungen zum Schluß:
1. Es ist fraglich, ob der Mann in der Gründungs- und Anfangszeit der Firma soviel Einsatz hätte zeigen können, und ob die Firma so erfolgreich hätte sein können, wenn er an sein täglich Brot und Wäsche und Katzenfutter usw. etc. hätte denken müssen. Dies hat ihm die Frau all die Jahre gerne abgenommen. Zumal vereinbart war, daß der Streß mit der Firma 10 Jahre dauern sollte und dann mit dem erzielten Gewinn ein ruhigeres Leben geführt werden sollte. Diese Zusage hat der Mann aber vor einiger Zeit zurückgenommen.
2. Der EU für die Frau war per Ehevertrag sowieso schon gedeckelt. Ihr sollte der Lebensstandard erhalten werden, den sie vor der Ehe gehabt hatte (was übrigens im Fall eine Firmenkonkurses vor der Scheidung sicher nicht möglich gewesen wäre).
So, ist super lang geworden und ist sicher Jammern auf hohem Niveau aber ist es wirklich immer und unter allen Umständen fair die Frau wieder für sich allein sorgen zu lassen? Noch dazu rückwirkend, die Situation war ja für die Frau nicht vorherzusehen?
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Patentante von nicky197928
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