Aus und Vorbei ?

Liliki

Mensch
@Sanne,

Uns unterscheidet dann momentan vielleicht dieses eine: Du willst es noch und weiter mit Deinem Mann schaffen und mir scheint momentan die Motivation restlos abhanden gekommen zu sein. DAS is traurig, aber wahr ... und Liebe kann man irgendwie nicht zwingen. Ich denke, das soll jetzt so sein und nehme es an!

Ja, vor 2 Jahren hab ich mich in der Krise auch wieder in meinen Mann verliebt ... um ein Jahr später an der gleichen Stelle wieder zu landen ... da muss ich lächelnd an Michaela denken, die mal so einen "blöden griechischen Spruch" zitiert hat, wonach man kein weiser Mensch wäre, wenn man den gleichen Fehler zweimal machte. ich bin geneigt, ihr da Recht zu geben, obwohl wir längst nicht immer einer Meinung sind! EIN Versuch, in der Beziehung so mit Modifikationen weiterzuleben war völlig legitim und es wert, trotz Schmerzen gelebt zu werden ... aber das zweite Mail will ich keine Umkehr auf dem Höhepunkt des Trennungs- und Scheiterungs-Schmerzes ... das halte ich für ineffektiv!

Michl sagte ja schon weiter oben, dass uns manche Erkenntnis vielleicht nicht mehr für DIESE Beziehung helfen würde ... aber später für eine andere. WENN ich mich später im Leben IN einer Beziehung mal verlieben würde, gingen bei mir ganz sicher alle Glocken an und würde ich was auch immer tun, um wieder mehr in Kontakt/Nähe mit meinen Partner zu kommen, DAS weiss ich heute schon!

LG L.
 
S

sanne

Guest
@Cat Max

Dann siehst du es ähnlich wie ich.
Wenn du in einer Beziehung bsi, die du behalten willst, würdest du auf die Alarmglocken hören.

Jetzt - wo du keine Liebe mehr spürst - ist es natürlich anders...
Natürlich kann man das Gefühl nicht erzwingen und sein Verschwinden wird auch seine Gründe haben.
 
R

redneb

Guest
Hallo Liliki,

die Trennung innerhalb des Hauses IST (auch bei zwei komplett getrennten Haushalten) ineffektiv, jedenfalls bei uns. Anderen Paaren scheint das zu gelingen. Bei uns geht es nicht, weil wir emotional noch zu nahe beieinander sind und speziell meine Frau im Moment sehr klammert (wobei es mir ein Rätsel ist, wie sie mich erst zwei Jahre lang sehr aktiv betrügen kann und jetzt offensichtlich wiederhaben will)

Die Trennung innerhalb des Hauses ist aber auch ein Ausdruck von Sachzwängen, denen offenbar vor allen Männer unterworfen sind. Ich kann vor einer Scheidung den Verkauf des Hauses nicht erzwingen. Ich muss Zins und Tilgung weiterhin bezahlen. So sieht das rechtlich aus. Wobei es bei mir noch geht, weil ich ein ganz gutes Einkommen habe und der Großteil des Hauses schon bezahlt ist. Ich kann mir vorstellen, dass michl und die anderen Männer, die in meiner Situation stecken, unter diesen Sachzwängen noch weitaus mehr leiden. Für sie gibt es überhaupt keinen Ausweg, die können nicht einfach gehen.

Ich habe von meiner Frau den Verkauf verlangt. Sie hat mich um Bedenkzeit bis Ostern gebeten. Soll sie haben. Ich werde aber auf jeden Fall gehen. Das finanziere ich meine eigene Wohnung halt von meinem Notgroschen, zur Not bitte ich sogar meine Eltern um Hilfe (mit 44, wie peinlich).

Ganz wichtig finde ich, was Du zu "Beziehungssex" geschrieben hast. Ein Seitensprung ist sicher eine Belastung für eine Ehe, ein Trennungsgrund wäre es für mich nicht gewesen. Die Kategorie, um die es hier geht, ist eine ganz andere: Da werden Paralellbeziehungen aufgebaut. Es geht nicht um schnellen Sex nebenher, sondern um den systematischen Aufbau und das Ausleben einer zweiten Beziehung. Das ist dem Ehepartner auf gar keinen Fall zuzumuten. Wer so etwas tut, der muss dann tatsächlich auch den Mut haben, Entscheidungen zu treffen. Wer das "einfach so" laufen lässt, der handelt tatsächlich in höchstem Maße egozentrisch.

Gruß,
redneb
 

michl

Aktives Mitglied
@ Leyla, klar wäre es an ihm! Wäre! Du würdest auch akzeptieren wenn er für diese Entscheidung Monate braucht oder sich nie ganz entscheidet?

Ich hatte ein dickes Fell, hab es mir aber nach unfreiwilligem Anlass freiwillig geschoren. Bin jetzt näher am Leben und werde mich in Zukunft regelmäßig scheren.

Mich dominieren zu lassen oder einen Schuh anzuziehen der mir nicht passt, ist definitiv nicht mein Ding. Und schon gar nicht in Zeiten der Schwäche. Aber das ist natürlich meine subjektive Sicht.

Wünschen kannst Du Dir so einen, beim Suchen wird's schon schwieriger. Woran erkennst Du so einen schon beim Suchen?

LG
Michl
 
L

Leila03

Guest
Original von redneb

Die Kategorie, um die es hier geht, ist eine ganz andere: Da werden Paralellbeziehungen aufgebaut. Es geht nicht um schnellen Sex nebenher, sondern um den systematischen Aufbau und das Ausleben einer zweiten Beziehung. Das ist dem Ehepartner auf gar keinen Fall zuzumuten. Wer so etwas tut, der muss dann tatsächlich auch den Mut haben, Entscheidungen zu treffen. Wer das "einfach so" laufen lässt, der handelt tatsächlich in höchstem Maße egozentrisch.

... und das, redneb, obwohl nicht an mich gerichtet, unterschreibe ich sofort! wer außerhalb seiner funktionierenden, vielleicht geretteten ehe eine parallelbeziehung aufbaut und pflegt, handelt allen beteiligten gegenüber unfair.

michl, ich erkenne den richtigen wirklich bereits beim suchen. woran, das wäre ein eigener aufsatz wert. schon bei kleineren streitereien, die ja auch zu beginn einer beziehung auftauchen, erkenne ich die strategien des mannes, die mir seine grundeinstellung zu frauen und zu gefühlen offenbaren und die ich auch auf weitergehende auseinandersetzungen - bis hin zur trennung - übertragen kann. wie stur ist er, wie verbissen, wie selbstwertgestört, wie eifersüchtig, wie gemein.... das lässt sich in wenigen wochen erkennen. ob man dann allerdings die notbremse ziehen kann, ist eine andere frage. wie gesagt: liebe ist nicht zu kontrollieren.

LG
Leyla
 

michl

Aktives Mitglied
Halle redneb,

Sachzwänge waren wirklich das Einzige was mich nicht interessierte und auch immer noch nicht wirklich interessiert - liegt aber AUCH an meinem Einkommen!

Das ist für viele Männer wie auch für viele Frauen mit Sicherheit ein riesiges Problem!

Deinen letzten Absatz unterschreibe ich ohne Einschränkung.

Liebe Grüße

Michl
 
L

Leila03

Guest
noch was.

@ michl Ich würde dann aktiv werden, wenn er passiv bleibt und es mein leben beeinträchtigt.

und: dass du dich auch in zeiten der schwäche nicht von jemandem dominieren lassen würdest, zeugt von einem großen misstrauen den menschen - oder frauen - gegenüber. es ist gleichermaßen für männer als auch für frauen etwas wirklich wunderbares, sich wie ein baby in den arm des partners zu schmiegen und zu denken: der/die macht das jetzt für mich . ich kann mich auf ihn/sie verlassen, jetzt, wo ich schwach bin. und morgen, wenn ich wieder stark bin, werde ich für sie/für ihn da sein.... das ist mein verständnis von liebe, michl.

LG

leyla
 
R

redneb

Guest
Sorry michl,

ich hätte nicht über Deine Beweggründe spekulieren sollen.

Für mich hat es allerdings den Anschein, als würden sich Männer viel öfter hinter Sachzwängen verstecken als Frauen. Das nicht zu tun verlangt gerade von uns Männern eine Menge Größe ab, weil die finanziellen Folgen einer Trennung für uns halt in der Regel sehr, sehr bitter sind (das sollte jetzt keine Einladung zu einer Nebendiskussion sein). TROTZDEM zu sagen, dass jetzt Feierabend ist, ist auch ein Zeichen dafür, dass der Leidensdruck zu groß geworden ist.

Gruß,
redneb
 
R

redneb

Guest
@ Leila,

Du schreibst in Richtung michl:

"zeugt von einem großen misstrauen den menschen - oder frauen - gegenüber"

Ich habe leider nicht verstanden, ob Du hier rein "akademisch" mitdiskutierst (wogegen nichts einzuwenden ist, ich finde "Einwürfe" von außen hilfreich) oder ob Du selber schon einmal in unserer Situation warst.

Für mich habe ich inzwischen folgendes erkannt:
Meine Frau hat zwei Beziehungen gleichzeitig "gefahren". In der zu ihrem Freund hat sie Emotionalität und guten Sex gesucht und wohl auch gefunden. Das war die Beziehung, die frei war von jeder Verpflichtung der beiden Partner.

Denn: Es gab die zweite Beziehung, die Beziehung zu mir. Das war die Beziehung, die den "Rahmen" bildete: Haus, Kinder, finanzielle Absicherung, nach 17 Jahren sicher auch Vertrautheit. Die wusste, dass ich ihren Beteuerungen, da sei nichts, glaube. Sicherheit in jeder Beziehung eben und Berechenbarkeit. Meine Frau konnte sicher sein, dass sie die eine Beziehung mehr oder weniger ungeniert leben konnte, auch mit dem Risiko, dass sie zu Ende ging. Denn: In der anderen Beziehung, in der zu mir, wäre sie stets aufgefangen worden. Deshalb musste sie mir ja auch ihre Nebenbeziehung verheimlichen. Sie konnte und wollte den Hafen, in den sie stets zurückkehren konnte, nicht gefährden.

Ich lese in vielen Beiträgen der hier postenden Männer, dass es ihnen so ähnlich ging - wer war es noch der schrieb, dass er für seine Frau der Vater schlechthin sei?

Was meinst Du, was das mit uns macht, wenn wir durchschauen, was da läuft? Ich fühle mich in allerschäbigster Weise ausgenutzt, missbraucht. Ich sitze hier und grübele darüber nach, was da eigentlich passierte, wenn sie gnädigerweise mal alle paar Wochen mit mir ins Bett gegangen ist: Für guten Sex stand bei ihr ja der andere. Gaul redneb musste ab und an mal ein Zuckerstückchen kriegen, um bei Laune gehalten zu werden - sonst wäre ja der Hafen gefährdet gewesen. Da entstehen Verletzungen, die äußerst tief sitzen. Ich sag es mal ganz ungeniert - seit ich das alles weiß und durchschaue, habe ich massive Potenzprobleme.

Dass mein Menschenbild darunter gelitten hat und natürlich vor allem mein Verhältnis zu Frauen, das steht doch außer Frage. Wie michl werde auch ich mit ganz, ganz weit ausgefahrenen Antennen in eine neue Beziehung gehen. Und ich werde natürlich beim ersten Alarmsignal zusammenzucken - schließlich will ich nicht nochmal nichts merken. Ich hab mich richtig für mich geschämt, als ich neulich überhaupt nicht damit umgehen konnte, als meine Freundin einen guten Bekannten bei der Begrüßung sehr herzlich umarmte.

Nein, was uns angetan worden ist, das sät zwangsläufig ein ganz, ganz tiefes Misstrauen. Das ist ein Pfund, dass wir mitnehmen werden in neue Partnerschaften, die darunter leiden werden.

Gruß,
redneb
 

michl

Aktives Mitglied
@leyla
Original von Leila03
Ich würde dann aktiv werden, wenn er passiv bleibt und es mein leben beeinträchtigt.
Jetzt sind wir wieder beim Thema, den genau darum geht es hier, und wie diese Aktivität aussieht.

Original von Leila03
.... das ist mein verständnis von liebe
Meins auch - Geben können und Nehmen können, ohne wenn und aber - Das lebe ich und das versuche ich meinen Kindern zu vermitteln. Für mich ist das aber nicht dominieren, sondern genau das Gegenteil davon – aber das sind nur Worte.

Wenn auf mich eine Beschreibung definitiv nicht zutrifft, dann die des Misstrauens gegenüber den Menschen (oder den Frauen).

LG

Michl
 

Liliki

Mensch
@ Redneb,

Da werden Paralellbeziehungen aufgebaut. Es geht nicht um schnellen Sex nebenher, sondern um den systematischen Aufbau und das Ausleben einer zweiten Beziehung. Das ist dem Ehepartner auf gar keinen Fall zuzumuten. Wer so etwas tut, der muss dann tatsächlich auch den Mut haben, Entscheidungen zu treffen. Wer das "einfach so" laufen lässt, der handelt tatsächlich in höchstem Maße egozentrisch

Ich gebe Dir nach einer entsprechenden Erfahrung vollkommen Recht - und zwar von der "Täterinnen- Seite" her!
NUR ist das Problem die auftretende Verwirrung und wie Leila völlig richtig betont, lässt die Liebe sich nicht beherrschen oder lenken oder zwingen.
Die Tatsache, sich heftig zu verlieben, bedeutet ja nicht unbedingt, dass von dieser Sekunde an die Ehe tot ist - und die Frage, ob es zur sexuellen Affäre in diesem Rahmen kommt, ist für mich vielleicht nebensächlicher als für andere ... aber letztlich schreit diese Krise nach einer möglichst sauberen und fairen Lösung.
Selbst der Wunsch, nur das Minimum an Leid zu verursachen, kann für alle Beteiligten eben ungeheure Ausmaße annehmen und Deine Geschichte tut mir unendlich Leid!

Es mag brutal sein, wenn ich dann nach der "Metaebene" frage, d.h. WAS könnte diese unglaublich schwierige Prüfung POSITIV für Dein Leben bedeuten? WOFÜR soll der Weg frei gemacht werden und WARUM passieren die Dinge so?

WENN ich könnte, würde ich allen Menschen immerzu nur Frieden, Liebe und ein schmerzarmes Leben funktionieren, aber so funktioniert Leben eben nicht !

So kann ich Dir /Euch allen (so wie mir selbst auch) nur ein Leben wünschen, in dem das Rüstzeug jederzeit für die gestellten Prüfungen reicht und genug Liebe in welcher Form auch immer, um über selbst schwierigste Wegstrecken zu kommen! WIE dann der Weg aussieht oder WAS passieren wird, ist offen!

L.
 
U

User1

Guest
Hi @all
da sitze ich nun...
Hab ihr eben ein spontan angekündigtes allerletztes Mal an den Kopf geworfen, das sie mich auf wirklich niederträchtigste Art und Weise verletzt hat...
Diese Verletzung(Hochzeitstag!) hat mich so, so, so sehr tief in meinem Innersten getroffen, das ich ein Riesenproblem habe, ihr an einem noch fernen Tage wirklich zu verzeihen...!!!???
Sie sagte nur, das ich ihr nichts verzeihen muß..., aber sie verkennt völlig, das ich das so unbedingt und überlebenswichtig für MEIN weiterse Leben brauche!
Ich kann so unversöhnlich einfach nicht leben..., es hindert mich so unglaublich daran, loslassen zu können, so sehr ich das auch brauche und für richtig erachte...
Sie ist da einfach so unglaublichnaiv, was mein Seelenheil angeht, glaubt, eine andere Frau würde das schon schnell richten... versteht einfach gar nix...!
Sie spielt beleidigte Leberwurst und hat sich schmollend zurückgezogen!
Die weiß wirklich nicht, wie düster das in mir aussieht..., phasenweise..., denn heute hatte ich wieder einen wirklich schönen Tag mit den Kids..., natürlich wieder ohne Sie... Schwer, ganz schwer...

Mick
 

Liliki

Mensch
Ach Mick,

Sie wird es verstehen ... eines Tages ... so wie ich so viele Dinge in so kurzer Zeit verstehen lerne, die ich nie lernen wollte!

Ich schick Dir mit jeder Faser meine besten Gedanken - Deine Stärke, Deine Fähigkeit zu lieben, Deine Treue, Deine Loyalität und Deine Unerschütterlichkeit über so lange Zeit sind Werte, die über diese schwere Zeit hinweg Dein Leben reich und Liebe-voll machen werden, da bin ich mir sicher!


L.
 
U

User1

Guest
@Redneb
17 Jahre..., genau wie bei uns...
Bin der Meinung, das mich jetzt nur eine schnelle räumliche Trennung weiterbringt...
Sie droht des öffteren damit, vielleicht doch hierzubleiben... "Gottbewahr"... ist das einzige , was mir da noch zu einfällt...
Hatte hier gelesen, man muß die Beziehung auf 0 runterfahren, um sich neu finden zu könnnen..., ich sag mal... 10, der Kinder wegen!
Und..., das mit den Potenzproblemen..., das kenn ich auch..., die letzten Wochen bei uns bin ich mir manchmal wie ein 16jähriger vorgekommen, wenn ich mit ihr geschlafen habe...Aber bei einer anderen Frau, da ist das ganz anders... da kann ich mich fallenlassen, auch wenn ich in meinem innersten merke, das mir da entscheidende Anteile fehlen... Eine Liebe, so wie sie in mehr als 17 Jahren wächst, ist für mich was unvergleichliches...
Mick
 

Liliki

Mensch
@ Mick, @ Redneb,

17 Jahre auch hier ... und DAS von Michaela gepostete

Ich kann ihm nicht die Traurigkeit ersparen, wenn ich den Entschluss fasse zu gehen. Aber ich kann ihm schon die Angst vor der Zukunft ersparen und ich kann ihm auch seine Lebenszweifel und Verletzung lindern, indem ich ihn für einen längeren Zeitraum nicht immer wieder verletze.

ist das einzige, das mich momentan noch hält - über einen bestimmten Abschnitt und Zeitraum hinweg ... auch DAS gehört zur Liebe und zur Rücksichtnahme.

Sag mir einer einen für alle Beteiligten schmerzfreien Weg über diese Strecke hinweg und ich gehe ihn .... DAS ist ganz sicher nicht nur die Krise der 40jährigen Frauen, sondern auch die der Männer - nur eben meist erst mittelbar in den Erschütterungen der Frauen. Liegt es daran, dass Frauen sensibler auf Unstimmiglkeiten reagieren? Sind wir zu sensibel? Zu anspruchsvoll? Wollen Frauen so viel mehr vom Leben als Männer???

Heute hab ich viel mehr Fragen als Antworten und nur so wie Michl kann ich mir einen Weg vorstellen ...
Bin jetzt näher am Leben ...

Heute abend verwirrte Grüße, Liliki
 
R

redneb

Guest
Hallo Liliki,


ein wirklich gute Frage ist das:

"Es mag brutal sein, wenn ich dann nach der "Metaebene" frage, d.h. WAS könnte diese unglaublich schwierige Prüfung POSITIV für Dein Leben bedeuten? WOFÜR soll der Weg frei gemacht werden und WARUM passieren die Dinge so?"

Um sie zu beantworten, muss ich von MIR ausgehen. Schon das fällt mir noch immer schwer, ich bin immer noch im WIR (also: meine Frau und ich) verwurzelt.

Also gut, ich versuche es mal von der ICH-Ebene aus. Natürlich habe auch ich gespürt, dass da etwas nicht stimmte. Schon sehr, sehr lange nicht mehr. Die Absetzbewegungen meiner Frau dauern seit mehr als zehn Jahren an. Ich habe sicher versucht, da gegenzusteuern. Es ist mir allenfalls von Zeit zu Zeit gelungen. Dauerhaft konnte es nicht funktionieren, weil meine Frau in sich selbst gefangen war. Die hat sich und nichts anderes mehr gesehen - mich nicht, die Kinder nicht, auch das Haus (das sie haben wollte) war ihr schnell egal. Im Grunde war das alles eine riesige Enttäuschung für mich.

Jetzt ist sie komplett, die Enttäuschung. Immer noch fasziniert mich der Hinweis eines sehr klugen Freundes, der Ent-Täuschung als Ende der Täuschung definiert. Die Täuschung ist zu Ende. Ich lasse mich von meiner Frau nicht mehr täuschen. Ich täusche mich auch nicht mehr selbst. Ich gehe jetzt den Schritt, der vor Jahren schon der richtige gewesen wäre: Meine Ehe ist beendet. Ich werde das durchsetzen, auch gegen den Widerstand meiner Frau und mit aller Kraft, die ich habe. So schlimm es klingt: Notfalls mit Gewalt - Du kannst es gerne auch Konsequenz nennen, wenn Dir das lieber ist

Das ist, so schlimm das auch klingen mag, positiv: Ich bin nicht mehr abhängig, handele für mich selbst. Die Frage ist, wie es jetzt weiter geht. Inzwischen weiß ich, dass ich zu schnell in die nächste Beziehung gestolpert bin. Mal schauen, was daraus wird. Ich knüpfe keine Hoffnungen daran. Schön, wenn es doch noch etwas wird, schade, aber nicht zu ändern, wenn nicht.
Kennst Du das "Gestaltgebet"?
Ich tu, was ich tu;
und du tust, was du tust.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um nach deinen Erwartungen zu leben,
und du bist nicht auf dieser Welt, um nach den meinen zu leben.
Du bist du, und ich bin ich.
Und wenn wir uns zufällig finden, - wunderbar.
Wenn nicht, kann man auch nichts machen.

Ich bin jetzt 44 Jahre alt. Vieles von dem, was eine klassische Paarbeziehung ausmacht, habe ich in meiner Ehe mit großen, großen Schmerzen geleistet. Meine Kinder sind fast groß, sie brauchen mich zwar noch, aber anders als vor drei, vier Jahren. Väterlicher Freund, Begleiter und Berater kann und will ich ihnen weiterhin sein - sogar mehr als bisher, weil das in dem ganzen Ehefrust zu kurz gekommen ist. Dazu müssen sie mich nicht täglich haben (trotzdem schön, wenn sie das zunächst wollen, was wenigstens bei einem ziemlich sicher der Fall sein wird).

Ich will jetzt zunächst einmal für MICH leben - ICH bin nämlich jemand, der lange Jahre einfach in Vergessenheit geraten ist in meinem Leben. Ich muss nicht mehr 24 Stunden am Tag eine Frau um mich haben. Ich kann sehr gut für mich alleine leben und aus dieser Situation heraus schauen, mit wem ich welche Teile meines Lebens teilen möchte. Den Alltag gemeinsam meistern, das ist nötig, wenn es um das Heranziehen von Kindern geht. Dieses Kapitel meines Lebens ist fast abgeschlossen. Ich muss den Alltag - der oft so grau, trist, Liebe tötend ist - mit niemandem mehr teilen.

Ich freue mich darauf, Beziehungen zukünftig so zu gestalten, dass der Alltag ausgeschlossen bleibt. Ich möchte Beziehung mit Distanz, die durch Phasen dann sehr großer und intensiver Nähe durchbrochen wird.

Ja, das alles will ich. Das ist es, was ich aus dieser Sch...ehe mitgenommen habe. Und ich konnte das nur erkennen, weil halt alles war, wie es war in den letzten Jahren.

Liebe Grüße - und Danke für den Denkanstoß. Ganz neu sind all diese Gedanken zwar nicht für mich. Es tut aber gut, sie einfach mal so sortiert aufzuschreiben.

redneb
 
U

User1

Guest
@All
Gute Nacht...!
Bin eh recht strubbelig im Kopf! Im Herzen sowieso...
Werde aufrecht bleiben..., wenn 15 von 17,x Jahren wirklich gut waren, dann kann ich nicht einfach sagen "Alles umsonst",- sondern "es ist wie es ist..., sagt die Liebe..."

Mit zufallenden Augen
Mick
 

michl

Aktives Mitglied
Hallo Mick,

Original von Liliki
... da bin ich mir sicher!

Ich mir auch!

Ihr verzeihen zu können ist sehr wichtig für den eigenen Seelenfrieden. Ich konnte das monatelang nicht, habe auf eine Entschuldigung nur für die Verletzungen gewartet und ihr viele Mal ein allerletztes Mal an den Kopf geworfen, das sie ...

Ich habe weiter oben schon mal geschrieben, dass mich der Hellingersche Satz "Anerkennen was ist" mächtig durcheinandergewirbelt hat. Da wurde mir klar, dieses Verzeihen muss ich ganz alleine mit mir selbst ausmachen und je mehr finale Angriffe ich fliege, um so tiefer verstricke ich mich in meinen Verletzungen.

Mir tut es gut meinem Sancho Pansa gekündigt zu haben und von den Windmühlen abzulassen.

Liebe Grüße

Michl
 

Liliki

Mensch
@ redneb,

JA, dahin zielte die Frage und ich kenne das Gestaltgebet - ich freu mich sehr für Dich, dass Du Dir schon so viele positive Aspekte erarbeitet hast! Gott, hört sich das gönnerhaft an, NEIN; ich bewundere, dass Du schon total weit auf dem Weg bist!

Ihr mögt das kennen, aber als meine Freundin mir das neulich schickte, war es mir noch neu und hat mich wirklich schlucken lassen:

Danke

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben.
Sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten.
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.
Ich danke allen, die mich belogen haben.
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.

Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben.
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben.
Sie haben meinen Trotz geschürt.
Ich danke allen, die mich verlassen haben.
Sie haben mir Raum gegeben für Neues

Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben.
Sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben.
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben.
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.
Ich danke allen, die mich verwirrt haben.
Sie haben mir meinen Standpunkt klar gemacht.

Vor allem aber danke ich all jenen,
die mich lieben, so wie ich bin.
Sie geben mir die Kraft zum Leben!
Danke.

Paulo Coelho


Letzten Endes geht der Weg weiter dem Licht und der Wärme entgegen, wenn man offenen Herzens und lernwillig ist ... daran glaub ich einfach und versuch immer wieder, diese Hoffnung nicht zu verlieren!

Gute Nacht, Liliki
 
R

redneb

Guest
@ mick,

das wird ja wirklich dramatisch hier. Ich will mich in Deine Situation erst eindenken, -fühlen, -lesen. Das dauert. Das hier:

"Sie droht des öffteren damit, vielleicht doch hierzubleiben... "Gottbewahr"... ist das einzige , was mir da noch zu einfällt..."

verlangt allerdings nach einer schnellen Antwort. DU musst handeln. Nimm DEIN Leben in die Hand. Soll sie doch bleiben - dann gehst eben DU. Das ist das, was ich in den letzten Tagen für mich erkannt habe: Ich lasse mich nicht mehr "behandeln" von ihr. Ich werde aktiv. Meine weiß, wo es lang geht - bis Ostern hat sie Zeit, ihre Entscheidungen zu treffen. Wenn sie das nicht tut, dann werde ich am Ostermontag meinen Söhnen die Frage stellen, wer mit mir geht. Und am Dienstag wird dann eine Wohnung gemietet. Da wird nicht nach dem Optimum gesucht, da geht es erst mal um das "Raus hier!". Alles andere wird sich dann finden.

Ich schaffe das. Du schaffst das auch.

redneb

PS: Und zum Thema "Verzeihen": Das kann ich auch nicht. Jetzt nicht. Vielleicht kann ich es auf der Ebene "Null" - aber die muss, wie gesagt, erst hergestellt werden.
 

michl

Aktives Mitglied
Original von Liliki
Liegt es daran, dass Frauen sensibler auf Unstimmiglkeiten reagieren? Sind wir zu sensibel? Zu anspruchsvoll? Wollen Frauen so viel mehr vom Leben als Männer???

Bestimmt wollen Männer nicht weniger, Männer sind nur die "besseren" Verdränger. Und die Frauen als Lehrerinen ihrer eigenen Sprache oft unfähig, diese zu lehren und oft auch weder fähig noch willens die für sie fremde Sprache der Männer zu lernen.

Liebe Grüße

Michl
 

Liliki

Mensch
Also wieder fast NUR Kommunikationsprobleme???

Über Jahre hab ich freiwillig versucht, meine Sprache zu erklären und geb mir alle Mühe, Männer weitestgehend zu verstehen ...

... ABER wie machen wir das mit dem unterschiedlichen Maß an Verdrängung?

Meinem Mann wünsche ich wirklich explizit eine Frau, die etwas besser verdrängen kann als ich - wir sind auf der Skala an beiden Enden ganz außen, befürchte ich!

Naja, heut weiss ich eh nix mehr, L.
 
T

Trine

Guest
Ihr Lieben alle,

ich habe mich jetzt durch all eure Beiträge gelesen und in manchen Zeilen erkenne ich mich selbst und finde Teile von meinem Leben, meinen Empfindungen oder Fragen wieder, die auch ich mir schon häufig gestellt habe.

Seit vielen Jahren schon habe ich das Gefühl mich im Kreis zu drehen und stelle mir oft die Frage, wie es weitergehen soll. Suche nach dem wirklich Wichtigem und erkenne doch, wie sehr meine Kraft schwindet und wie gern ich einen Schlußstrich ziehen möchte - aber selbst dafür fehlt mir die Kraft ... oder fehlt mir ganz einfach nur der Mut ?

Ich wünsche sowohl euch als auch mir, dass die Tage, welche unaufhörlich neue Fragen aufwerfen und neue Verletzungen bedeuten, bald ein Ende haben werden.

Trine
 

Liliki

Mensch
welcome to the club, Trine!

WENN ich könnte, würde ich Dir Mut machen wollen!

Ohne den Kontrast allerdings hätte ich die Dinge nicht gesehen wie sie sind und nicht den Mut gehabt, an meine Gefühle zu glauben.

Eine meiner Freundinnen sagte mal ganz brutal "Willst Du wirklich lieber in dieser Ehe bleiben und weiter Antidepressiva schlucken?" - PUH, das saß --- aber sie hatte Recht OHNE JEDE Schuldzuweisung an meinen Mann.

Ich glaube, unser Herz, unser Körper und unsere Seele sprechen eigentlich ständig mit uns ... wir haben uns leider nur abgewöhnt, fein genug hinzuhören ...

Mut und Kraft und Zuversicht ... und Liebe sowieso wünsch ich Dir, Liliki
 

michl

Aktives Mitglied
Kommunikation: Meine Metaebene, die keine Ebene sondern eine Senkrechte ist!

Liebe Liliki,

zwei Seelen wohnen in meiner Brust.

die Eine, die Deine Bedürfnisse als die ihre erkennt, die Andere, die erkennen muss, dass der Prinz sich seiner Prinzessin gegenüber wohl ähnlich verhalten hat – bis auf den Dow Jones.

Hat m.E. viel mit dem Dilemma rede-/-lösungsorientiert zu tun.

Kommunikation:
Sie: Ich möchte mir diese Küchenmaschine kaufen!
Ich: ok!

Hintergrund:
Sie: Lieber Mann, komm mal her, ich möchte mit dir reden ...
Ich: Liebe Frau, ich vertraue Dir!

Aber MANN ist ja lernfähig.
Anwendung des Gelernten:

(Vater bringt gestern Bruchsteine für geplante Gartenmauern, Gehwege ...)

Ich: Wo legen wir die Bruchsteine hin?
Sie: In den Garten, ganz unten hin
Ich: Da muss ich aber alle Steine wieder hoch schleppen
Sie: Stimmt
Ich: Gleich am Eingang, wäre praktisch
Sie: Nein, in die Mitte
Ich: ok! (Tonnen von Steine in die Mitte geschleppt)
Sie (zwei Stunden später): Die Steine sind jetzt aber genau vor dem Esszimmerfenster, sieht bescheiden aus, die müssen weg!
Ich: Nein, Nein und nochmals - wohin?
Sie: Gleich an den Eingang des Gartens
Ich: Dort wo ich sie ursprünglich ablegen wollte?
Sie: ... Ja
Wir: Tonnen von Bruchsteinen 10 Meter versetzend
Sie: Toll, einfach toll, dass Du mir hilfst
Ich: Ich liebe Dich
Sie: Ich Dich auch

Ich habe die Metaebene entdeckt!
Sie ist in mir, sie ist keine Ebene sondern eine Senkrechte, ziemlich weit hinten, verbindet das Gehende mit dem Denkenden und schmerzt ohne Ende.


Mit nicht ganz ernsten Grüßen

Michl
 
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