Runder Tisch gegen Kindesmissbrauch tagt zum Zweiten Mal

Nicht erst die Pressemeldungen der vergangenen halben Jahre haben gezeigt, dass der Schutz des Kindeswohls gar nicht hoch genug angesetzt werden kann. Viele Eltern waren verunsichert ob der Horrormeldungen, die Zeitungen, Internet und TV-Sendungen schier überfluteten: Missbrauchsskandale an Schulen, Internaten, kirchlichen Einrichtungen – immer mehr Details kamen ans Tageslicht. Viele besorgte Mütter und Väter fragten sich, wie sie ihren Nachwuchs am Besten schützen können und wie Anzeichen für Sexuellen Missbrauch richtig gedeutet werden können. In all der mehr als berechtigten Aufregung geriet jedoch ein wenig in Vergessenheit, dass ein Großteil des Missbrauchs an Kindern noch immer in deren nächsten Umgebung geschieht – und dies schließt leider insbesondere auch die Familien, die nächste Nachbarschaft, den Freundes- und Bekanntenkreis ein. Und trotzdem war es insbesondere das große mediale Interesse, welches den entscheidenden Anstoß gab und eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben rief: Den sogenannten Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch. An diesem Runden Tisch trafen am 23. April zum ersten Mal Experten aus verschiedensten Bereichen zusammen – die neue Familienministerin Kristina Schröder war zusammen mit Bildungsministerin Schavan sowie der Justizministerin Leutheusser-Scharrenberger Schirmherrin der Runde. Erklärtes Ziel des Expertentreffens war und ist ein verbesserter Schutz für Kinder vor (sexuellem) Missbrauch auch schon im Vorfeld. Unter dem Motto „Prävention – Intervention – Information“ wurde ein breites Programm mit Richtlinien erarbeitet, die an verschiedenen Stellen der Gesellschaft wirken sollen. Am 12. Juli diesen Jahres war es dann zum Zweiten Mal soweit – die obige Arbeitsgruppe, entstanden aus dem Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch, tagte erneut. Hierbei sollten die Ergebnisse des ersten Treffens diskutiert, Erkenntnisse gezogen und die Richtlinien noch weiter verbessert werden. In verschiedenen Workshops standen mehrere Themen im Blickfeld, welche eine möglichst breitgefächerte Maßnahme gegen Kindesmissbrauch ermöglichen sollten: Brennende Fragen zur Sexualerziehung wurden ebenso besprochen wie Problematiken aus der Kinder- und Jugendarbeit oder akute Hilfe für betroffene Kinder. Die Ergebnisse des Runden Tisch sind auf einer eigenen Homepage einsehbar – mit allen Mitgliedern, Zielen, Aufgaben und den weiteren Sitzungen, die in Planung sind. Ein Muss für alle Eltern, die sich umfassend und sachlich über präventive Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch auseinander setzen möchten.

Internet: Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Kinder und Jugend unter http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/themen-lotse,thema=thema-runder-tisch-kindesmissbrauch.html

Direkter Link zum Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch: http://www.rundertisch-kindesmissbrauch.de

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