Von der Beikost zur Familienkost

Der Schritt zur Beikost war ein großer, der zur Familienkost hingegen ist relativ einfach, wenn Sie schon vorher einige Maßnahmen treffen und Ihren Sprössling langsam heranführen. Wir zeigen Ihnen anhand von 5 einfachen Schritten, wie der Umstieg problemlos funktioniert.

Geregelte Mahlzeiten

Solange Babies noch Milch bekommen, wird diese meist nach Bedarf verabreicht und das ist auch gut so. Doch je älter die Kinder werden, desto mehr sind Routinen und geregelte Abläufe wichtig. Dies gilt besonders für die Hauptmahlzeiten. Spätestens wenn Ihr Kind hauptsächlich Beikost isst, versuchen Sie diese möglichst immer zur gleichen Zeit zu geben. Es muss nicht genau 7:25 Uhr sein, aber versuchen Sie sich in einem Spielraum von circa einer halben Stunde zu bewegen. Das fordert natürlich auch von Ihnen eine gute Zeiteinteilung, aber Studien zeigen, dass eine gewisse Routine auch Erwachsenen gut tut.

Gemeinsam essen

In Gesellschaft schmeckt es einfach besser. Oder sitzen Sie gerne alleine am Tisch und essen, während um Sie herum alle etwas anderes machen? Ihr Kind genießt es, mit Ihnen gemeinsam Dinge tun zu dürfen. Essen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wann immer Sie die Möglichkeit dazu haben. Kinder lernen viel durch Beobachtung und Nachahmung: Durch das gemeinsame Essen lernen sie nicht nur wie man die verschiedenen Gegenstände benutzt, sondern auch wie man sich bei Tisch zu verhalten hat.

Apropos Tischmanieren: Das gemeinsame Essen, sollte sich ums Familienleben drehen. Reden, lachen und sich miteinander wohlfühlen sind erwünscht; Fernseher, Handy und Co. sollten hier nichts verloren haben.

Ein wichtiger Teil der Vorbildfunktion ist auch, was Sie essen. Wenn Sie selbst bei Brokkoli und Co. das Gesicht verziehen, wird sich auch ihr Sprössling weigern diese zu essen. Je gesünder Sie sich ernähren, desto gesünder isst auch ihr Kind.

Selber essen macht glücklich

Wenn Sie ihr Kind an die Familienkost gewöhnen wollen, sollte es bereits ein wenig Selbstständigkeit gelernt haben. Beginnen Sie also möglichst früh, ihr Kind selbst essen zu lassen. Wir wissen, dass dies anfangs sehr nervenaufreibend und sehr putzintensiv sein kann, doch je schneller Ihr Kind lernt halbwegs selbstständig zu Essen, desto schneller können auch Sie wieder normal(er) essen.

Ein guter Einstieg in den Umstieg zur Familienkost ist Fingerfood. Dies können die Kinder ohne Probleme in den Mund stecken. Geben Sie Ihrem Sprössling aber auch immer eine Gabel oder einen Löffel dazu und regen Sie ihn an, damit zu essen.

Das richtige Besteck

Am Anfang war der Löffel. Wie bereits erwähnt, sollten Kinder dazu angeregt werden selbst zu essen – vor allem auch mit Besteck. Je früher sich Ihr Kind daran gewöhnt mit Besteck zu essen, desto leichter tun sie sich bei der Familienkost, wenn es von ihnen gefordert wird. Ein spielerisches Kennenlernen des Löffels schon vor der Beikost ist sinnvoll. Gabel und Messer hingegen bieten ein höheres Verletzungsrisiko und sollten daher nur als Esswerkzeuge kennengelernt und verwendet werden.

Wichtig beim Besteck ist vor allem, dass es kindgerecht ist. Wichtige Tipps rund um das richtige Besteck für Kinder erleichtern die Auswahl. Die Hauptmerkmale sind, dass Kinderbesteck kleiner und relativ ungefährlich sein muss. Durch die angepasste Größe lernen die Kleinen leichter mit dem Besteck umzugehen; und dass wir nicht wollen, dass sich unsere Kinder damit verletzen, muss wohl nicht extra ausgeführt werden.

Langsamer Umstieg zur Familienkost

Auch wenn mit dem vollendeten ersten Lebensjahr keine Nahrungsmittel mehr strikt verboten sind, sollten Sie beim Umstieg auf die Familienkost bedenken, dass der Gaumen ihres Kindes gewisse Sachen noch nicht so gewohnt ist. Vor allem sehr salzige, süße oder würzige Speisen kann es anfangs eher ablehnen und sogar schlecht vertragen.

Statt Ihrem Kind von einem Tag auf den anderen ihr Essen vorzusetzen, sollten Sie es langsam an die Familienkost gewöhnen.

Schon während des ersten Lebensjahres können Sie ihr Kind immer wieder vom Familientisch essen lassen, indem Sie zum Beispiel Reis und Nudeln nicht salzen. Sie können auch Suppen, Soßen und andere Speisen erst später salzen und nachwürzen und vorher ihrem Kind eine Portion zur Seite geben. So ist ihr Kind schon an Ihren Kochstil gewöhnt und die Umstellung kann nach dem ersten Geburtstag ganz natürlich verlaufen.

Sinnvoll ist auch beim Umstieg einfach eine Zeit lang milder und vor allem salzarmer zu kochen. So werden der Gaumen und der Magen Ihres Kindes geschont und langsam daran gewöhnt. Übrigens ist weniger Salz auch für Erwachsene gesünder.

Wichtig ist, dass Sie sich selbst und Ihrem Kind keinen Druck machen. Der Großteil der Kinder verlangen meist eher früher als später so oder so nach dem Essen das Mama und Papa haben und verweigern den ständigen Babybrei. Glücklicherweise lernen Kinder schnell ihre Wünsche – zeitweise lautstark – zum Ausdruck zu bringen. Sobald sie fordernd auf andere Teller zeigen, wissen Sie, dass Sie Ihren Liebling nun langsam an die Familienkost gewöhnen können.

Sollte Ihr Kind zu jenen gehören, die kaum Interesse an anderem Essen zeigen, lassen Sie ihm einfach etwas Zeit. Bieten Sie immer wieder die Familienkost an, aber zwingen Sie es zu nichts. Irgendwann wird auch Ihr Kind auf den Geschmack kommen.

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