Warum junge Männer bei den Eltern länger wohnen

Junge Männer Anfang 20 wohnen noch immer bei ihren Eltern. Ob jemand lange bei seinen Eltern wohnt, das hängt vom Wohnort und vom Geschlecht ab. So teilen sich die jungen Männer das Bad, Couchtisch, den Kühlschrank und den Esstisch mit ihren Eltern, und das obwohl sie schon längst erwachsen sind. Das Statistische Bundesamt berichtet, dass rund 62 Prozent der 18 bis 24-jährigen Männer im vergangenen Jahr mit ihren Eltern in einem Haushalt gelebt haben.

Dabei blieb der Anteil in den letzten zehn Jahren unverändert. Die Neigung dazu immer noch zuhause zu wohnen ist darauf zurückzuführen, dass Töchter deutlich weniger Zeit mit ihren Eltern verbringen. Öfters haben Töchter weniger Freiheiten als Männer. Daher suchen sie schon früh das Weite. Weiterhin helfen sie öfters im Haushalt und sind daher auch selbstständiger als Männer. Auf dem Land scheint es normal zu sein länger bei den Eltern zu wohnen. In Gemeinden, die weniger als 10.000 Einwohner haben, lebten 7 Prozent aller jungen erwachsenen Menschen bei den Eltern. In den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern trifft dies nur auf 45 Prozent der 18- bis 24-jährigen Menschen zu. Eine europaweite Studie hat vor zwei Jahren gezeigt, dass immer mehr als 18- bis 29-jährige Europäer noch bei ihren Eltern wohnen. So sind es insbesondere die südlichen Länder, wo viele junge Menschen immer noch bei ihren Eltern wohnen.

Der Grund, warum sie zu Hause wohnen

In der ganzen EU sind es immer noch die jungen Männer, die Nesthocker sind, Dies ist aber nicht immer auf die Bequemlichkeit zurückzuführen. Viele junge Männer können es sich nicht leisten alleine oder mit Freunden zu wohnen. Nesthocker sind besonders in den Ländern anzutreffen, wo die Wirtschaftskrise am höchsten ist. Gute Beispiele sind Italien und Griechenland.

Überraschenderweise sind es auch viele junge Bayern, die noch immer bei ihren Eltern wohnen. Der klassische Nesthocker ist männlich, ledig, gebildet und in vielen Situationen Student. Man könnte meinen, dass diese Menschen zuhause wohnen, weil sie kein Bafög bekommen. Männer nutzen die gute Ausstattung zuhause wie kostenloses Internet und den Platz. Darüber hinaus profitieren sie davon, dass ihre Wäsche gewaschen wird und das Zimmer geputzt wird. Wenn diese Menschen dann noch nebenbei arbeiten gehen, können sie viel Geld auf die Seite legen und sparen.

Man können aber meinen, dass die jungen Menschen sich daran gewöhnen versorgt zu werden. Dadurch werden sie später unselbstständiger. Eltern sollten daher die jungen Männer dazu animieren mit im Haushalt zu helfen.

Menschen die gläubig sind, finden es in Ordnung, wenn die erwachsenen Kinder länger im Elternhaus verbleiben. Diejenigen, die sich mit der Religion nicht so stark befassen, sind der Ansicht, dass die jungen Männer so schnell wie möglich auf ihren Eltern stehen sollten. Dies könnten auch der Grund dafür sein, dass das katholische Bayern das Land mit den meisten Nesthockern ist.

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