Finanzielle Engpässe in der Familie günstig überbrücken

Als junge Familie hat man meistens nicht so viel Kapital übrig, um unvorgesehene Ausgaben problemlos zu begleichen. Alle Eltern kennen das:

  • Die Kinder werden krank und es müssen teure Medikamente angeschafft werden, um die gesundheitliche Situation des Kindes zu verbessern.
  • Die Schule organisiert spontan einen Schulausflug und wenn die Eltern möchten, dass ihr Kind teilnimmt, muss dieser finanziert werden.
  • Haushaltsmittel werden kaputt bzw. die Kinder schütten ihren heißen Kakao über den Arbeitslaptop.

Unvorhergesehene Ausgaben sind häufig dringend zu bezahlen und die Eltern haben nicht immer die Möglichkeit, bis zum nächsten Gehalt zu warten. In dieser Situation hat die Familie mehrere Möglichkeiten, den finanziellen Engpass zu lösen. Doch welche ist die günstigste?

Dispokredit beantragen

Der erste Gedanke bei Geldnot ist die Überziehung des Girokontos. Diese Möglichkeit ist attraktiv, schnell und relativ unbürokratisch. Ein kurzer Anruf bei der Bank bzw. wenige Klicks im Online-Banking und schon verfügen die Eltern über einen Dispokredit.

Aufgrund der Dringlichkeit wird auf den Zinssatz häufig vergessen. Abhängig von der Bank wird ein Dispokredit bzw. der Überziehungsrahmen mit bis zu 18% p.a. belastet. Die Eltern sollten daher genau nachfragen, wie viel Zinsen sie für ihren Kredit bei der Hausbank bezahlen.

Ein Dispokredit zwingt die Kreditnehmer nicht, den Kredit schnellstmöglich zu tilgen, was dazu führt, dass die Schuld lange Zeit hinausgezögert wird. Kreditnehmer realisieren dabei nicht, dass sie laufend hohe Zinsen für ihren Kredit bezahlen, je länger sie diesen beanspruchen.

Viele Personen denken, dass wenn sie die Möglichkeit haben, den Überziehungsrahmen auszuschöpfen, sie dies auch stets nutzen müssen.

Kurzzeitkredit aufnehmen

Wenn die Eltern zu jenen Personen gehören, die den Kredit ständig in die Länge ziehen, sie diesen jedoch problemlos zurückzahlen könnten, ist ein Kleinkredit eventuell eine bessere Lösung.

Das Vergleichsportal Financer.com listet einige Anbieter von Kurzzeitkrediten auf, die sogar einen günstigeren Zinssatz als teure Dispokredite anbieten.

In der Regel werden diese Kredite für 30 bzw. 60 Tage vergeben. Der Verwendungszweck bei Kurzzeitkrediten ist meist die Überbrückung von kurzfristigen finanziellen Engpässen. Kreditnehmer sind daher vertraglich gezwungen, den Kredit pünktlich zurückzuzahlen.

Diese Kreditart ist nicht so flexibel wie der Dispokredit, jedoch für viele Kreditnehmer die günstigere Alternative.

Eltern, die den Kurzzeitkredit in Anspruch nehmen, sollten auf jeden Fall auf die Zusatzleistungen verzichten, wenn sie diese nicht unbedingt benötigen. Eine Sofortauszahlung ist häufig mit Mehrkosten verbunden. Die Standardauszahlung bei Minikrediten dauert mindestens drei Tage.

Vorsicht vor Bearbeitungsgebühren

Einige unseriöse Kreditgeber versuchen, Bearbeitungsgebühren auf die Kreditnehmer abzuwälzen. Das Argument sei die Kreditbearbeitung und Bonitätsprüfung. Diese beiden Leistungen werden nur im Interesse der Bank durchgeführt und benachteiligen damit den Kreditnehmer. Nach dem BGB § 307 sind derartige Gebühren unzulässig.

Kreditkarten nutzen

Die Kreditkarte ist eine weitere Möglichkeit, wie Personen finanzielle Engpässe überwinden können. Im günstigsten Fall verfügt die Person über eine Charge-Karte ohne Teilzahlungsfunktion. In dieser Situation hat der Kreditkartenbesitzer die Möglichkeit, eine zinsfreie Periode von meist mindestens einem Monat in Anspruch zu nehmen, bevor ihm der Kreditbetrag vom Gehaltskonto abgezogen wird.

In der Regel kann dies genutzt werden, wenn der Kreditnehmer weiß, dass er die Kreditkartenabrechnung mittels Guthaben am Girokonto nach dem Gehaltseingang begleichen kann.

Der Kreditkartentyp ist hier ausschlaggebend. Kreditkarten, die über eine Teilzahlungsfunktion verfügen, verrechnen hohe Zinsen, sobald der Kreditbetrag nicht am Ende der zinsfreien Periode beglichen werden kann. Der Zinssatz bewegt sich hier in der Regel zwischen 12% und 22% p.a.

Kreditnehmer sollten auch die Jahresgebühren, Abhebungsgebühren und Fremdwährungsgebühren beachten, wenn sie mit der Kreditkarte ihre unvorhergesehenen Aufwände begleichen.

Bei der Familie nachfragen

Viele Jungfamilien greifen oft auf die Hilfe von ihren Eltern oder Großeltern zurück, um einen finanziellen Engpass zu überwinden. Nicht immer ist dies die beste Lösung und häufig möchten Personen ihre finanziellen Schwierigkeiten nicht mit anderen teilen.

Finanzielle Reserve bilden

Der günstigste Weg aus der Geldnot ist die langfristige Bildung von finanziellen Reserven. Es gibt zahlreiche Ausreden, warum dies nicht möglich ist. Personen, die jedoch Zinszahlungen vermeiden wollen und sich bei einer unangekündigten Rechnung nicht stressen möchten, sollten monatlich etwas Geld auf die Seite legen und damit eine finanzielle Reserve bilden.

Einen finanziellen Engpass überbrückt man nämlich am günstigsten mit dem angesparten Eigenkapital.

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