Operationen nach Empfehlung der Krankenkassen sollen Patient Geld sparen

Wer sich unter das Messer legen muss, hat bislang die freie Wahl der Klinik, die dies durchführen soll. Die meisten entscheiden sich für ein Krankenhaus, das möglichst nah am Wohnort ist. Ob das tatsächlich die beste Wahl ist, steht auf einem anderen Blatt. Dieses will das Gesundheitsministerium um Daniel Bahr von der FDP jetzt beschreiben. Wer die Krankenkasse das beste Hospital aussuchen lässt, soll die Praxisgebühr sparen.

In einem Dokument, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, sind die Pläne aus dem Gesundheitsministerium zusammengefasst. Es heißt, dass Patienten Anreize dafür bekommen sollen, sich für das „richtige“ Krankenhaus zu entscheiden. Bei der Entscheidungsfindung sollen die Krankenkassen eine Rolle mitspielen. Dabei sollen die qualitativ besten Krankenhäuser ausgesucht werden.

Ein Problem sei das in der Umsetzung nicht, so berichtet die Süddeutsche darüber, dass die AOK bereits jetzt „Routinedaten“ sammelt. Hierbei wird ermittelt, wie „gut“ ein Krankenhaus eine gängige OP durchführt – ob also der Patient beispielsweise noch einmal unter das Messer muss oder nicht. Wer sich nach solchen Gesichtspunkten die Klinik aussucht, soll so die Zuzahlung sparen, die pro Tag 10 Euro kostet und auf 280 Euro gedeckelt ist. Der FDP geht es hierbei nur um planbare Eingriffe, die zwar nötig sind, aber nicht unbedingt zeitkritisch.

Der CSU gefällt dieser Vorschlag nicht. In Bayern befürchtet man, dass die ländliche Versorgung mit qualifizierten Krankenhäusern nicht mehr auf Dauer gesichert werden kann. Außerdem sieht der CSU-Gesundheitsexperte Max Straubinger die Gefahr, dass ungeliebte Kliniken auf diese Weise systematisch in den wirtschaftlichen Ruin getrieben werden könnten.

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