Übersetzungen sind komplizierter als man denkt

Dokumente in eine andere Sprache zu übersetzen – so schwer kann das nicht sein, mag sich der eine oder andere denken. Schließen bieten Browser wie Chrome ihre Übersetzungsdienste von sich aus an, wenn eine Webseite nicht in der Muttersprache vorliegt. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Der Mensch ist unersetzbar

Auch wenn es praktisch zu sein scheint, wenn Computer-Systeme mit automatisierten Übersetzungen für sich werben: Mehr als eine grobe Verständigungshilfe können sie nicht sein. Das liegt daran, wie ein Computer funktioniert. Einer der ersten Dienste dafür war schon in den 90er Jahren geboren und hieß Babelfish – aber wirklich überzeugend waren die Ergebnisse nicht, da Babelfish einfach nur Vokabeln übersetzte und damit mehr als genug danebenlag. Mit steigender Rechenleistung und besseren Algorithmen kam die Grammatik dazu. Aber ein Mensch ist nach wie vor nicht durch eine Maschine zu ersetzen bei einer Übersetzung.

Der Computer kann nicht denken

Das Problem hierbei ist, dass sich ein Computer nach wie vor schwer tut, den Sinn einer Vorlage zu erfassen, den Kontext zu verstehen und entsprechend korrekt umzuwandeln. Schließlich ist eine Sprache etwas Lebendiges, während ein Computer-System sehr statisch ist. Auch wenn Übersetzungssysteme mittlerweile ausgeklügelt sind, spätestens bei Fachtexten sind die Übersetzungsarbeiten quasi nicht mehr zu gebrauchen und ein Mensch muss die Arbeit erledigen.

Profis übersetzen lassen

Genau das ist dann aber auch schon das nächste Problem, denn ein Mensch kann vor allem seine Muttersprache besonders gut. Beim Übersetzen ist es hingegen wichtig, dass er die Quell- und Zielsprache fließend und möglichst perfekt beherrscht, um den Sinn zu erfassen und korrekt in die andere Sprache umzuwandeln. Dies ist gerade dann wichtig, wenn man amtliche Dokumente übersetzen lassen will, denn hier kommt es auf exaktes Arbeiten an. Wer schon einmal ein Formular ausgefüllt hat, weiß bestimmt, dass dies selbst für Muttersprachler zuweilen ein kompliziertes Unterfangen ist, geschweige denn, wenn man der Sprache nicht mächtig ist.

Verschiedene Fachgebiete

Um ein möglichst gutes Resultat zu garantieren, haben professionelle Übersetzer deshalb mehrere Personen, die sich in einem bestimmten Fachgebiet besonders gut auskennen. Es ist daher wichtig, dass man vorab weiß, um welche Textart es sich handelt, also ob es ein technischer, juristischer, medizinischer oder wissenschaftlicher Text ist. Man kann auch bereits übersetzte Texte korrigieren lassen und ihnen so den letzten Feinschliff geben.

Erfahrungen in der Praxis sammeln

Wer als Übersetzer tätig werden will, muss wie gesagt die Quell- und Zielsprache möglichst gut beherrschen. In der Schule kann man diverse Sprachen lernen, allerdings reicht dieses Wissen nicht aus, um professionell zu agieren. Ein Studium lässt sich dabei nicht vermeiden. Der sichere Umgang in einer Sprache lässt sich aber vor allem durch einen (längeren) Besuch in einem fremden Land erreichen, z.B. durch eine Sprachreise – denn dort sprechen alle Leute ihre Sprache. Man ist dadurch gezwungen, die Sprache zu hören und zu sprechen. Auf diese Weise schnappt man auch Redewendungen auf, was zuweilen stark dabei hilft, die fremde Sprache zu verstehen.

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