Wenn die Familie dringend Geld benötigt – Finanzquellen im Überblick

Im Alltag spielt Geld eine erhebliche Rolle. Egal, ob es um die Miete, Lebensmittel oder Hygieneartikel geht – Haushalte ohne Einkommen stehen schnell vor einem Problem. Dabei sollte sich keine Familie sicher sein, niemals vor finanziellen Schwierigkeiten zu stehen. Eine lange andauernde Krankheit kann genauso zur Herausforderung für die Haushaltskasse werden wie die plötzliche Kündigung. Allein im März 2017 waren laut Bundesagentur für Arbeit mehr als 2,6 Millionen Menschen ohne Arbeit. In den Monaten nach der Kündigung gibt es ALG I. Was, wenn Haushalte keinen neuen Job finden und Hartz IV beziehen müssen?

Letztlich steht der Haushalt – egal, ob Familie oder Single – vor dem Problem, ausreichend Geld zur Verfügung zu haben. Mitunter ist der Grund für die „Nachfrage“ nach mehr finanziellem Spielraum nicht so dramatischer Natur. Beispiel: Die Familie braucht ein neues Kfz und will Rabatte als Barzahler nutzen. Woher aber die nötigen Mittel für diesen Schritt nehmen?

In Familien treten häufiger finanzielle Probleme auf - doch was lässt sich in solchen Situationen tun?

Abbildung 1: In Familien treten häufiger finanzielle Probleme auf – doch was lässt sich in solchen Situationen tun?

Die Familie um finanzielle Hilfe bitten

Zu den ersten Anlaufstellen – wenn es um finanzielle Unterstützung geht – gehört die Familie. Der Grund ist recht simpel. Seitens der:

  • Eltern
  • Geschwister
  • Großeltern

ist mit einem recht unkomplizierten Prozedere zu rechnen. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit werden Aspekte wie die Bonitäts- und Einkommensprüfung entfallen. Gleichzeitig bietet die Unterstützung der Familie die Möglichkeit, das Ganze recht flexibel – in Bezug auf die Tilgung und Konditionengestaltung – zu handhaben.

Sobald es bei der Rückzahlung finanzieller Hilfen zu Schwierigkeiten kommt, ist der Weg in die Familie oft kürzer als der Weg zur Bank.

Aber: Wer die Familie in Bezug auf finanzielle Unterstützung um Hilfe bittet, muss sich auch der Nachteile und Risiken bewusst sein. Es fällt nicht unbedingt leicht, Eltern gegenüber finanzielles Scheitern einzugestehen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass bei anhaltenden Schwierigkeiten mit dem Geld der Familienfrieden leidet. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich Familien – auch Eltern und Kinder – über finanzielle Fragen zerstritten haben.

Einen Kredit aufnehmen

Die zweite wichtige Option ist die Aufnahme eines Darlehens. Kredite sind heute ein wichtiger Bereich im Privatkundengeschäft der Banken. Wer sich als Haushalt für diese Variante entscheidet, muss sich hinsichtlich verschiedener Aspekte Gedanken machen.

Eine wichtige Frage berührt den Verwendungszweck für den Kredit. Konsumanschaffungen – etwa:

  • ein neues TV-Gerät
  • die neue Küche
  • eine neue Couch-Garnitur

lassen sich allgemein einfach über einen Ratenkredit ohne Zweckbindung finanzieren. Autos oder sogar das Eigenheim werden über spezielle – in aller Regel zweckgebundene Kredite finanziert.

Bevor bei einer Bank einfach ein Kredit beantragt wird, sollte sich jeder Antragsteller Gedanken machen. Einmal steht die Frage im Raum, wie viel Kredit überhaupt realistisch ist. Hier spielen das Einkommen und die Ausgaben eine Rolle. Sehr wichtige Aspekte betreffen den Kredit selbst. Hier kommt es darauf an:

  • Laufzeit
  • Zinssatz
  • Tilgungssatz
  • Sonderkonditionen

unter einen Hut zu bringen. Letzteres betrifft unter anderem Sondertilgungen.

Was tun bei negativem SCHUFA-Eintrag

Laut Creditreform Schuldenatlas lag die Überschuldungsquote 2016 bei mehr als 10 Prozent. Dies bedeutet, dass knapp sieben Millionen Deutsche als überschuldet gelten. Viele Betroffene haben es in der Praxis schwer, Darlehen aufzunehmen.

Der Grund: Auskunfteien sammeln in Deutschland Informationen zum Zahlungsverhalten der Verbraucher. Kommt es – aufgrund von Überschuldung – zu Zahlungsausfällen, landen die Informationen hierzu unter Umständen bei den Auskunfteien wie der SCHUFA. Fordern Banken hier Informationen an, wird die Kreditvergabe schnell schwierig.

Seit einigen Jahren werden Kredite ohne SCHUFA angeboten. Hierbei handelt es sich um Darlehen, die (oft von Banken aus dem Ausland) ohne SCHUFA-Abfrage vergeben werden. Dies bedeutet nicht, dass die Kreditwürdigkeit keinerlei Rolle spielt. Die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Kreditnehmers ist auch bei diesen Darlehen durchaus wichtig, äußert sich jedoch eher in einem ausreichenden Einkommen.

Arbeitgeberdarlehen: Kredite an Mitarbeiter

Neben dem Kredit von Banken oder aus der Familie bietet sich eine weitere Möglichkeit an, um finanziell schwierige Phasen zu überbrücken. Die Rede ist von den Mitarbeiter- oder Arbeitgeberdarlehen. Diese werden von Unternehmen an ihre Mitarbeiter ausgegeben. Der Vorteil: Kreditnehmer können hier oft mit einem günstigeren Zins rechnen als im Vergleich zum Bankkredit.

Gleichzeitig kann das Unternehmen dieses Instrument zur Bindung der Beschäftigten an den Betrieb nutzen – wenn bei einer Kündigung die Restsumme sofort fällig wird. Der Zins, den das Unternehmen damit einnimmt, ist eine Betriebseinnahme.

Pfandhaus: Kurzfristige Notlagen überbrücken

Auf den ersten Blick vielleicht nicht mehr zeitgemäß, sind Pfandhäuser immer noch in vielen Städten zu finden. Pfandleiher vergeben kurzfristig Darlehen – und sichern diese mit einem Pfandrecht ab. Beim Pfand kann es sich um verschiedene Bestandteile des beweglichen Vermögens handeln, wie:

  • Pkw
  • Motorräder
  • Elektronik

Die Beleihungswerte variieren je nach Gegenstand. Zum Auslösen des Pfands müssen Verbraucher – innerhalb einer bestimmten Laufzeit – den ausgereichten Kreditbetrag inklusive der Gebühren und Zinsen zurückzahlen.

Sofern das Pfand nicht ausgelöst wird, verwerten Pfandhäuser die Gegenstände. Diese geschieht allgemein durch den Verkauf der verpfändeten Gegenstände.

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Abbildung 2: Ein unbeschwertes Familienleben ist für viele Deutsche besonders wichtig – doch was tun, wenn die Finanzen hier einen Strich durch die Rechnung machen?

Fazit: Finanzielle Schwierigkeiten clever überbrücken

Es kann immer wieder passieren, dass Familien- oder Singlehaushalte in finanzielle Schwierigkeiten geraten – oder schnell Geld benötigen. Die Frage ist, wie sich in dieser Situation für Abhilfe sorgen lässt? In Frage kommen verschiedene Möglichkeiten. Ein Darlehen aus dem Kreis der Familie ist mit Sicherheit eine der einfachsten Möglichkeiten, um kurz- bis mittelfristig finanzielle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Bankdarlehen ist eine zweite Möglichkeit, die heute von vielen Haushalten benutzt wird. Hier ist die Auswahl und Entscheidung allerdings schwieriger, da diverse Faktoren zu berücksichtigen sind. Allein den Zinssatz als Ratgeber in Betracht zu ziehen ist ein Fehler. Es kommt auch darauf an, sich über Fragen wie die Bonität Gedanken zu machen. Betroffene können aber noch ganz andere Register ziehen, um mehr finanziellen Spielraum in den Händen zu halten. An ein Mitarbeiterdarlehen oder die Möglichkeiten der Pfandleihe denken viele betroffene Haushalte allerdings erst zuletzt.

Bildquellen:

Abbildung 1: @ MIH83 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ tunaolger (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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