Alles was Sie über den Bollywood-Wahn wissen sollten

Wenn über Bollywood Filme gesprochen wird, sind die Hindi-Filme gemeint, die hauptsächlich in Mumbai produziert werden. Bollywood enthält die Wörter Bombay und Hollywood und bezog sich auf die Hindi-Unterhaltungsfilme mit kommerziellem Charakter, die große Gewinne anstrebten.  Der Begriff ist jedoch umstritten und wird von manchen Einheimischen, die nicht mit Hollywood verglichen werden wollen,  als Beleidigung angesehen. Bollywood beschränkt sich schon längst nicht mehr auf Indien. Auch in Deutschland ist Bollywood beliebt. Neben Tanzschulen die Bollywood-begeisterten Frauen und Männern die Tänze beibringen, laufen auch im TV zahlreiche Bollywood Filme und Serien. Bei Kindersendungen werden Bollywood Formate ebenfalls immer beliebter. Mittlerweile gibt es sogar einen eigenen Bollywoodsender im Deutschen Fernsehen. Ein Auslöser war die DVD-Veröffentlichung und die anschließende Ausstrahlung im TV des Filmes „Kabhi Khushi Kabhie Gham- in guten wie in schweren Tagen“, der auch in Deutschland besonders viele Fans für sich gewann. Aber auch lange Zeit zuvor, breits in den 1950er Jahre waren kommerzielle Hindi-Filme im DDR Kino zu sehen. Wenn Sie Ihren Lieblings-Bollywood-Film im TV verpasst haben, können Sie auf dieser Seite den Film nachträglich ansehen.

Geschichte der Bollywood-Filme

Die Bollywood-Filme entstanden in der Zeit nach der Unabhängigkeit, in der in Indien Armut und Verzweiflung herrschte. 1913 wurde der erste indische Film gedreht, durch den kurz danach das erste Bollywood Studio eröffnet werden konnte. Mitte der neunziger Jahre steig die Wirtschaft in Indien stark an und auch die Bollywood Filme wurden immer beliebter. Auch in Europa gewannen die Bollywood-Filme an Popularität, da Sie einen fröhlichen Gegensatz zu den westlichen Filmen darstellten. Während zunächst das traditionelle indische Schönheitsideal verwendet wurde, passen sich die Bollywood-Filme heutzutage immer mehr an den Hollywood Standard an.

Einen typischen Bollywood-Film zu nennen ist schwer. Meistens dauern die Filme zweieinhalb bis vier Stunden. Die Filme werden typischerweise mehreren Tanzszenen unterbrochen. Viele der Bollywood-Filme werden in reinem Hindi produziert und es wird bis zu 80 Prozent Urdu-Wortschatz verwendet. Die derzeit bekanntesten Filmstudios sind Filmalaya und Film City, die Ihren Sitz im Norden der Stadt haben. Bollywood ist mittlerweile die produktivste Filmindustrie der Welt und überholt damit sogar Hollywood.

Kritik

Ein Vorurteil der Bollywood-Filme ist der, dass viele Filme lediglich ein schlechtes Remake anderer ausländischer und indischer Produktionen sei. Ein weiterer Vorwurf ist die angebliche diskriminierende Einstellung der Filmstudios, da dunkelhäutige Inder oftmals benachteiligt werden und das indische Schönheitsideal verstärkt werden würde. Außerdem wird die Realität sehr schön geredet. In den Filmen sind kaum ärmere Inder zu sehen. Nach der Darstellung in einem Bollywood Film würde Indien fast ausschließlich aus der Mittel- und Oberschicht bestehen.

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