Fahrradtour planen – so geht’s

Fahrradfahren liegt im Trend. Ob als Alternative zum Auto in der Großstadt, für die Verbesserung der körperlichen Fitness oder zur Erholung vom Alltagsstress – das Rad erfreut sich steigender Beliebtheit. Wer erstmal von dieser Art der Fortbewegung überzeugt ist und die unmittelbare Umgebung ausgiebig erkundet hat, möchte schnell mehr: Ob Fahrrad-Ausflüge mit den Kindern, Tagestouren oder sogar mehrtägige Radreisen, im Buchhandel und online findet man eine Vielzahl an Inspirationsquellen für die Planung der eigenen Route.

Wie sollte ich eine Fahrradtour planen?

Das A und O der Fahrradtour ist die gut durchdachte Routenplanung. Am Anfang steht dabei die Frage nach der Entfernung, die realistischerweise zurückgelegt werden kann. Hier ist es ratsam, sich selbst nicht zu unterschätzen und lieber etwas zurückhaltender zu planen. 20 bis 30 km pro Tag sind für den Anfang ein guter Richtwert, der mit zunehmender Radtour-Erfahrung immer noch erhöht werden kann.

Die Vorteile einer eher vorsichtigen Planung: Sie ermöglicht es, spontan Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke ohne Zeitdruck zu entdecken, außerplanmäßige Stopps an Seen, Parks, Biergärten o.ä. einzulegen und schaffen so einen Zeitpuffer für ungeplante Verzögerungen wie zum Beispiel durch Pannen. Denn: im Vordergrund sollte bei der Fahrradtour die Erholung stehen und nicht die neue persönliche Bestzeit!

Fahrradtour planen mit einem Online Routenplaner

Für viele Länder bietet das Internet eine große Auswahl an vorgeschlagenen Routen; vor allem für die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich findet man online zahlreiche Inspirationsquellen für die Planung der nächsten Radtour.

Hilfreich bei der Planung der Strecke ist der Routenfinder des ADFC, der anhand der eigenen Vorgaben geeignete Strecken vorschlägt. Er enthält Vorschläge für Tagestouren und längere Radreisen und führt auch entlang der Strecke gelegene Sehenswürdigkeiten und weitere wichtige Informationen wie die zurückgelegten Höhenmeter auf.

Diese Funktionen bietet auch der Routenplaner NRW. Dieser ist auch als App erhältlich und bietet als zusätzliche Funktion auch eine Positionsbestimmung per GPS, sodass diese App neben der Routenplanung auch zur Navigation verwendet werden kann. Wer individueller planen möchte, dem sei an dieser Stelle der Routenplaner von outdooractive empfohlen.

Fahrradtour planen mit einer App

Auch in den App Stores findet man eine große Auswahl an technischen Helfern, die sich speziell an Radfahrer richten. Viele dieser Apps legen den Fokus auf die Bereiche Tracking / Routenplaner. Beliebt sind hier zum Beispiel:

  • Komoot (kostenlos, einzelne Regionen als In-App-Kauf kostenpflichtig)
  • Naviki (Offline-Nutzung von Karten als In-App-Funktion kostenpflichtig)
  • Google Maps

Die 3 besten Fahrradtouren in Deutschland

Das Fahrradnetz in Deutschland ist eines der bestausgebautesten in Europa. Besonders beliebt sind dabei Strecken entlang von Flüssen, da diese landschaftlich sehr ansprechend sein können und häufig ohne große Höhenunterschiede auskommen. Drei besonders reizvolle Routen sind dabei erwähnenswert:

Der Main-Radweg

Nicht ohne Grund wurde er vom ADFC mit 5 Sternen ausgezeichnet. Er folgt dem Verlauf des Mains: von den beiden Quellen über Kulmbach, wo der Main vereint wird, vorbei an Bamberg, Würzburg, Frankfurt bis hin nach Mainz, wo er in den Rhein mündet. Die Strecke ist fast 600 km lang, überwiegend asphaltiert und autofrei.

Der Rhein-Radweg

Ein echter Europäer ist diese insgesamt 1233 km lange Strecke. Sie beginnt in Andermatt in der Schweiz, führt in Deutschland vorbei an den Städten Freiburg, Mainz, Köln und Düsseldorf, macht dabei zwischendurch einen Abstecher nach Frankreich und endet schließlich in Hoek van Holland in den Niederlanden. Vor allem in den alpinen Abschnitten kommen auch sportlichere Fahrer auf ihre Kosten.

Der Ostseeküsten-Radweg

Wer den Norden Deutschlands entdecken möchte, ist bei dieser Route genau richtig. Sie startet auf der Insel Usedom, vorbei an Wolgast und Rügen, die Küste entlang bis nach Fehmarn und anschließend bis zur Kieler Förde. Sie weist insgesamt eine Länge von ca. 1000 km (inkl. Umrundung der Insel Rügen) auf und ist ebenfalls überwiegend asphaltiert.

Welches Fahrrad eignet sich für eine Fahrradtour?

Um dies herauszufinden, sollte man sich zunächst überlegen, wohin die Radreise führen soll und wie die Beschaffenheit der geplanten Strecke ist. Für Fahrräder, die auch im Straßenverkehr genutzt werden sollen, gelten strengere Vorschriften gem. StVZO; Trekkingräder erfüllen diese meist und eignen sich gleichzeitig für längere Touren. Für kürzere Tagestouren sind die komfortablen Cityräder völlig ausreichend.

Wer hingegen das Abenteuer sucht und auch unbefestigtes Gelände befahren möchte, ist ggf. mit einem Mountainbike oder einem Crossbike besser beraten.

Die Wahl des richtigen Fahrrads darf nicht unterschätzt werden; der Markt ist riesig. Im Zweifel sollte man daher lieber den Fahrradfachhandel für eine Unterstützung bei der Entscheidung aufsuchen.

Wie sollte ich mein Fahrrad für die Fahrradtour vorbereiten?

Die beste Routenplanung nützt nichts, wenn die Freude an der Radtour durch vermeidbare Unfälle oder Pannen getrübt wird.

Rechtzeitig vor dem Aufbruch zur Fahrradtour sollten daher alle wichtigen Funktionen des Rads überprüft werden. Unverzichtbar ist dabei die gründliche Reinigung des Rades, um Schäden leichter aufzudecken. Dafür sind online spezielle Reinigungssets für Fahrräder erhältlich. Unbedingt untersucht werden sollte dabei auch der Zustand der Reifen, des Sattels und des Lenkers.

Außerdem sollte sichergestellt sein, dass Licht, Schaltung und Bremsen einwandfrei funktionieren. Hilfreich sind dabei auch auch Fahrräder spezialisierte Fachwerkstätten, die beim Fahrrad-Check unterstützen und eventuelle Defekte schnell und fachkundig beheben können.

Was sollte ich auf eine Fahrradtour mitnehmen?

Was in das Reisegepäck gehört, hängt von vielen Faktoren ab: die Art der Übernachtung, das Ziel der Reise, klimatische und geographische Besonderheiten entlang der Strecke sind nur ein paar Gründe, weswegen es keine allgemein gültige Packliste gibt.

Grundsätzlich ist es jedoch ratsam, sich vor allem bei mehrtägigen Radreisen auf das Notwendigste beschränken, denn: das Gepäck wird erfahrungsgemäß mit der Zeit nicht leichter.

Kleidung 

Für längere Fahrten auf dem Rad ist es ratsam, auf bequeme und atmungsaktive Kleidung zurückzugreifen. Diese sollte auf keinen Fall zu kühl ausfallen – der Fahrtwind ist nicht zu unterschätzen und eine Erkältung gleich zu Beginn der Reise wäre ärgerlich. Für Einsteiger empfiehlt sich hier der “Zwiebellook” mit der Option, wärmende Jacken o.ä. später auszuziehen, falls sie sich als zu warm herausstellen. Die Kleidung sollte aus schnell trocknenden Materialien bestehen und gut sitzen.

Auch wenn sie aus ästhetischer Sicht umstritten sind, kann unter Umständen die Anschaffung einer gepolsterten Fahrradhose sinnvoll sein. Gerade bei längeren Touren erhöht sie den Komfort ungemein. Dies gilt eventuell auch für Fahrrad-Handschuhe und -brille; die Meinungen hierüber gehen stark auseinander.

Für die Schuhe gilt: Sportschuhe mit rutschfester Sohle sind eine gute Wahl, im besten Fall bereits eingetragen. Gerade bei neuen Schuhen drohen sonst Blasen, die bei längeren Strecken zur Qual werden können.

Fahrradhelm

Auch wenn es in Deutschland keine gesetzliche Helmpflicht gibt –  für die Reise mit dem Fahrrad ist ein gut schützender und bequem sitzender Helm äußerst ratsam. Experten sind sich dabei einig: ein Helm kann Kinder und Erwachsene gleichermaßen vor schwerwiegenden Kopfverletzungen schützen. Wem wissenschaftliche Studien zu dem Thema zu trocken sind, der lässt sich sicherlich zumindest von Helm-Verfechter Darth Vader überzeugen.

Im Netz findet man nützliche Tipps für den richtigen Fahrradhelm, die neben Infos zu den verschiedenen Helmtypen auch Hinweise zur richtigen Passform liefern.

Fitness Tracker App

Das Smartphone lässt sich dabei als Fitness-Tracker verwenden. Auch hier gibt es viele verschiedene Apps, die das eigene Training unterstützen sollen. Nennenswert sind hier beispielsweise:

  • Strava (kostenlos, Premiumfeatures wie individuelle Trainingspläne als In-App-Kauf möglich)
  • Runtastic, mittlerweile auch in einer speziellen Rad-Version erhältlich

Wichtig: Zur eigenen Sicherheit sollte das Smartphone niemals während der Fahrt verwendet werden. Vor allem bei häufigen Radtouren ist es daher naheliegend, über die Anschaffung einer Smartphone-Halterung für das Fahrrad nachzudenken.

Fahrradcomputer

Wer bei einer Radtour das Smartphone in der Tasche lassen möchte, sollte über die Anschaffung eines Fahrradcomputers nachdenken. Er erfasst alle wichtigen Fahrdaten wie

  • Zurückgelegte Strecke
  • Maximale und durchschnittliche Geschwindigkeit
  • Uhrzeit und Datum

und liefert sie dem Nutzer auf einen Blick. Die Bauweise der Radcomputer ist dabei speziell auf die fahrrad-typischen Belastungen und Bedürfnisse abgestimmt.

Teurere Modelle bieten zusätzliche Funktionen wie beispielsweise:

  • Pulsmesser /Blutdruckmesser
  • Höhenmesser
  • GPS-basierte Navigationsdaten

Erhältlich sind sie online, aber auch in Baumärkten, in Elektronikmärkten oder in Sportfachgeschäften sowie im Fahrradhandel.

Sporttrinkflasche

Die geeignete Trinkflasche darf bei der Fahrrad-Tour nicht fehlen. Dafür gibt es spezielle Sport-Trinkflaschen, die sich meist durch ein geringes Gewicht und Bruchsicherheit auszeichnen. Je nach den individuellen Präferenzen gibt es sie in verschiedenen Größen, Materialien und Designs. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass auch ein passender Flaschenhalter vorhanden ist – so kann ganz einfach während der Fahrt die Wasserversorgung gesichert werden.

Werkzeug und Ausrüstung

Ins Gepäck gehören neben Flickzeug für kleinere Schäden des Reifens auch ein Ersatzschlauch. Beides ist im Fahrrad-Fachhandel und online erhältlich. Ins Gepäck gehört außerdem ein kleines, auf das eigene Rad abgestimmte Werkzeug Kit, um bei kleinen Beschädigungen schnell Reparaturen am Rad vornehmen zu können.

Auch eine Luftpumpe ist Teil der Grundausrüstung für jede Radtour. Die Wahl des richtigen Modells hängt dabei vor allem vom eigenen Rad-Modell ab. So gibt es beispielsweise spezielle Minipumpen für Rennräder und Mountainbikes.

Wo übernachte ich auf einer Fahrradtour am besten?

Die Frage der Unterkunft beruht in erster Linie auf dem Budget, das für die Reise zur Verfügung steht. Die Low-Budget-Variante stellt der Campingplatz dar, wobei hierbei das zusätzliche Gepäck durch Zelt, Schlafsack etc. nicht unterschätzt werden sollte.

Wer sich mehr Komfort wünscht, ist bei den durch das ADFC-Qualitätssiegel ausgezeichneten Bett+Bike-Unterkünfte gut aufgehoben. Dahinter verbergen sich Pensionen, kleinere Hotels und teilweise auch Campingplätze, die zusätzliche Angebote für Radreisende bieten. Dies kann beispielsweise Werkzeug für kleinere Reparaturen, eine Trockenmöglichkeit für nasse Kleidung oder auch einem Abstellraum für das Rad sein.

Fazit

Ob man nur eine kurze Auszeit aus dem stressigen Alltag oder neue sportliche Herausforderungen sucht, mit der richtigen Ausstattung kann eine Fahrradtour die perfekte Lösung sein. Wichtig ist nur, sich vorher Gedanken über die Route zu machen, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Außerdem sollte sichergestellt sein, dass das eigene Rad einwandfrei funktioniert, um ärgerliche Pannen zu vermeiden. Wie so oft gilt also: gute Planung ist alles. Jedoch sollte dabei nicht jedes Detail im Vorfeld geplant werden, um noch genügend Freiräume  für spontane Umwege, Pausen und Abenteuer zu lassen.

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