Rollenverteilung – Natur oder Prägung?

RollenverteilungMädchen spielen gern mit Puppen, Jungen wollen Autos. Ist diese Rollenverteilung beim kindlichen Spiel von den Genen oder von Gesellschaft und Erziehung vorgegeben? Mädchen und Jungen, Frauen und Männer sind verschieden. Das geht weit über die körperlichen Merkmale hinaus. Viele Unterschiede werden jedoch durch die Gesellschaft und die Erziehung geprägt. Dabei lässt sich die Interessenprägung beim Spiel nicht ganz so eindeutig festlegen. Werden den Kindern gleich Spielzeuge angeboten, werden sie bestimmte Spielsachen wohl nur dann geschlechtsspezifisch bevorzugen, wenn sie von der Umwelt abgeschnitten sind. Unabhängig von der elterlichen Erziehung sehen und erleben Kinder verschiedenes Rollenverhalten in der Umgebung. Dabei kommen noch die verschiedenen kulturellen Einflüsse, die in einer jeweiligen Umgebung, einem Land, auf die Kinder wirken. Das Verhalten wird später durch die Einflüsse der Medien noch weiter beeinflusst. Die Grenzen, wo sich die Geschlechter im Rollenverhalten bezüglich der Beziehungen von Menschen zueinander, Problemlösungen, Hinwendung der Aufmerksamkeit und mehr unterscheiden, sind kaum ganz klar zu ziehen. Die kulturelle Geschichte ist bereits zu alt, um hier klar zwischen Natur und Prägung einen Strich ziehen zu können. Soziologen, Biologen, Mediziner, Psychologen und Pädagogen, einschließlich zahlreicher Studien, kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Für Eltern sollte entscheidend bleibend, die Erziehung und auch die Förderung des Spiels auf Chancengleichheit auszurichten. Mädchen und Jungen sollten die gleichen Spiel- und Entwicklungsangebote bekommen, um Stärken entwickeln und Schwächen überwinden zu können.

Den Kindern gleiche Spielchancen geben heißt:

–       Spielangebote von großer Vielfalt für Kinder beiderlei Geschlechts

–       keine besondere Vorprägung auf Farben, Spielzeug, Hobbys, Sportarten

–       die Interessen und Anlagen der Kinder geschlechtsunabhängig fördern

Rollenverteilung trotz Gleichberechtigung

Auch wenn es in unserer Gesellschaft fortschreitend zu einer Gleichbehandlung und Gleichberechtigung der Geschlechter kommt, wirkt die geschlechtliche Rollenverteilung nach wie vor in alle Lebensbereiche. Insbesondere, wenn es darum geht, auf welche Art Auseinandersetzungen geführt und zwischenmenschliche Probleme gelöst werden, verhalten sich Frauen und Männer vielfach unterschiedlich. Auch hier kann nicht von naturgegebenen Verhaltensweisen, sondern wohl eher von über Jahrtausende hinweg wirkender kultureller Beeinflussung die Rede sein. Die Mutterrolle, der besondere Standort in der Familie, hat über eine lange Gesichte hinweg die Frauen dahin geprägt, sich eher vermittelnd, kommunikativ statt kämpferisch zu verhalten. Das ist ein Verhalten, das jedoch gerade in der heutigen Arbeits- und Lebenswelt sehr vorteilhaft ist. So gehen Frauen in Leitungspositionen in Wirtschaft und Gesellschaft vielfach entschieden sensibler mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern um, ohne dabei an Zielstrebigkeit und Erfolg einzubüßen. Übrigens zeigen sich sogar bei Online Spielen diese Unterschiedlichkeiten, wenn es um Konfliktlösungen geht. Interessant dazu sind die Beiträge zum unterschiedlichen Spielverhalten von Frauen und Männern. Hier wird beschrieben, wie sich die Herangehensweise von Frauen und Männern bei jeweils ein und denselben Games stark unterscheidet. Dabei treten auch beim Verhalten bei den Online Spielen solche Verhaltensweisen zutage. Während beim gleichen Spiel Männer wohl eher kämpferisch an den Konflikt herangehen, ziehen die Frauen die Kommunikation und gemeinsame Lösung vor. Allerdings lassen sich auch solche Feststellungen nicht verallgemeinern. Es kommt durchaus auch zu einer umgekehrten Reaktionsweise bei beiden Geschlechtern.

Foto © Rolf van Melis/ PIXELIO – www.pixelio.de

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