Sammelkartenspiele – ein kleiner Elternratgeber

„Darf ich dir meine Briefmarkensammlung zeigen?“ – diesen Spruch hört man heute nur noch selten unter Kindern und Jugendlichen. Angesagt sind Sammelkarten und die dazugehörigen Spiele. Auf den Schulhöfen und in Kindergärten stecken Jungen und Mädchen die Köpfe zusammen und sind völlig vertieft in dieses coole Genre. Eltern verstehen indes nur Bahnhof, wenn die Kinder ausgiebig über die neuen Booster oder die besten Decks berichten. Hier eine kleine Einführung in die Welt der „Karten“.

Skat ist Out – TCG ist In

Vorbei sind die Zeiten, in denen nur Rommé oder Mau-Mau auf den Schulhöfen und in den Pausen gespielt wurde. Die Klassiker wurden ergänzt durch die Welt der Sammelkartenspiele. Nicht nur Kinder und Jugendliche schätzen die spannenden Kartenspiele, auch immer mehr Erwachsene tauchen ein in die Welt von Fantasy, Rollenspielen oder des Sports. Sammelkartenspiele (engl. Trading Card Game – kurz TCG) haben zugleich mehrere Funktionen. Zum einen können sie als klassisches Kartenspiel gemeinsam mit anderen dienen, zum anderen befriedigt es die Sammelleidenschaft, die in jedem von uns schlummert. Das Besondere der TCGs liegt darin, dass kein gemeinsamer Kartenstapel verwendet wird, sondern jeder Spieler individuell eine eigene Zusammenstellung der Karten für ein Spiel definiert, das sogenannte Deck. Die Themen der Sammelkartenspiele stammen aus dem Fernsehen oder aus Comics. Zu den Favoriten unter den Spielen zählen zweifelsohne Yu-Gi-Oh!, Force Attax, Pokemon oder Cardfight Vanguard.

Die Kinder sind begeistert

Um mit dem Spiel zu beginnen, benötigen die Kids einen Starter Pack oder sogenannte Booster. Starter Packs beinhalten einen Fundus an Grundkarten, die einem den Einstieg ins Spiel ermöglichen. Booster sind vordefinierte Einheiten von Karten, zumeist ca. 10 Stück, die einzeln in Folienhüllen verpackt verkauft werden. Später ergänzen die begeisterten Spieler ihren Fundus durch diverse Sonderkarten, die zum Beispiel einen Seltenheitswert haben oder spezielle Funktionen aufweisen. Ein Sammelkartenspiel wie z.B. Force Attax begeistert vielseitig. Alles in allem hat das Haus Topps rund um die Star Wars Filmreihe und TV- Folgen fünf Serien sowie drei Movie Card Collections gedruckt. Während manch einer nur seine Sammlung vervollständigen möchte, suchen andere lediglich den perfekten Deck, also den idealen Kartenstapel, um zu gewinnen. Die Sammelkartenspiele selbst sind nicht sehr komplex und auch für Kinder leicht zu erlernen. Dennoch erfordern sie je nach Spiel durchaus strategisches Vorgehen.

Der soziale Aspekt der Sammelkarten

Dass Eltern genervt mit den Augen rollen, sobald die Kinder die Karten zücken und in eine fremde Sprache zu fallen scheinen, ist bekannt. Doch es erfordert schon etwas Weitblick, bevor man negativ über die Sammelleidenschaft des Kindes urteilt. Viele Kids entwickeln richtigen Ehrgeiz beim Sammeln der Karten. Gemeinsam mit anderen Kindern spielen sie unerwartet konzentriert und ausdauernd. Außerdem tauschen die Sammler ihre doppelten Karten untereinander, was die soziale Kompetenz der jungen Spieler besonders fördert. Auch wenn die Schultasche einem Chaos gleicht, bei den Sammelkartenspielen halten die Kids und Teens dank Sammelalben, Deckboxen und Tin Boxen plötzlich Ordnung im Kinderzimmer. Sie gehen mit den „wertvollen“ Karten augenscheinlich vernünftig um und hüten sie wie den Heiligen Gral.

Fazit: Eltern sollten die Sammelleidenschaft ihrer Kinder unterstützen und die Vorteile zu schätzen wissen. Sinnvoll ist es, dass sich ein Kind zunächst auf ein Thema begrenzt.

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