Selbstverteidigung für Kinder in der Schule

Für die meisten Eltern ist es nicht immer einfach, wenn das eigene Kind langsam erwachsen wird. Besonders Momente wie die Einschulung können ihnen Sorgen bereiten. Schließlich kann niemand genau wissen, wie es dem Kind dabei geht. Wird es gut behandelt – von Lehrern sowie von Mitschülern? Dieser Gedanke macht viele Eltern nervös. Deshalb ist es auch für Mutter und Vater hilfreich, dem Kind einige Methoden und Strategien zur Selbstverteidigung zu zeigen: Es ist beruhigend zu wissen, dass der Nachwuchs sich in der Schule wehren kann. Folgende Tipps und Tricks können einem Schulkind helfen, gegen Mobbing vorzugehen.

Selbstbewusste Ausstrahlung

Das wirksamste Mittel gegen die meisten Hänseleien ist ein selbstbewusstes Auftreten. Wer selbstsicher wirkt, bietet möglichen Mobbern weniger Angriffsfläche. Dies gilt für jede Art von Tätern – von Mobbern in der Schule bis hin zu extremen Fällen wie Kidnappern. Im Allgemeinen sind Täter auf der Suche nach möglichst zierlichen und unsicher wirkenden Opfern, da diese weniger Probleme bereiten und sich meist nicht verteidigen. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an eine starke Selbstsicherheit auszustrahlen. Wichtige Hinweise, um in jeder Situation selbstsicher zu wirken, findet man auf der Seite von Magister Thomas Bencsik.

Wie ein Kind selbstbewusster wirken kann

Bereits die Körperhaltung eines Menschen sagt viel über seine innere Haltung aus. Kinder und Erwachsene mit einem mangelnden Selbstbewusstsein neigen dazu, ihre Schultern leicht hochzuziehen und den Blick zu senken. Diese Haltung signalisiert Schüchternheit und Selbstzweifel. Selbstsichere Menschen hingegen ziehen meist instinktiv ihre Schultern zurück, halten ihren Kopf hoch und haben keine Probleme mit Blickkontakt.
Zu Hause können Eltern eine selbstbewusstere Haltung mit ihrem Kind üben. Schultern zurück, Brust raus – wer diese Haltung nicht gewöhnt ist, vergisst oft, sie im Alltag einzuhalten. Gegen dieses Problem helfen Zettel, die in der Wohnung verteilt werden und an die richtige Haltung erinnern. Die Zettel bleiben kleben, bis das Kind die neue, stolze Körperhaltung verinnerlicht hat.
Trotz allem kann die Körperhaltung ein fehlendes Selbstwertgefühl nicht ersetzen. Natürlich beeinflussen auch die Eltern das Selbstvertrauen ihrer Kinder. Schon einfache Komplimente und Anerkennung können hierbei Wunder bewirken: Kinder merken es, wenn ihre Bemühungen nicht angemessen gewürdigt werden. Nicht selten ziehen sie daraus den Fehlschluss, sie wären nicht »gut genug«, was wiederum zu einem mangelnden Selbstwertgefühl führt.

Schlagfertige Antworten und Witze

Diese Methode ist ideal gegen Hänseleien in der Schule. Bereits ein frecher Spruch kann den Angreifer von weiteren Schikanen abhalten.
Leider ist nicht jedes Kind von Natur aus schlagfertig. Vor allem schüchterne Kinder haben oftmals Probleme damit, im richtigen Moment auch die richtige Antwort auf einen dummen Spruch zu finden. Es ist hilfreich, derartige Situationen zu Hause mit den Eltern oder Geschwistern zu üben. Die meisten Hänseleien lassen sich perfekt mit einem Witz oder cleveren Scherzen kontern, ganz ohne dabei mit Gewalt »unter die Gürtellinie« zu gehen. Um in derartigen Situationen eine möglichst schnelle, spontan wirkende Antwort parat zu haben, ist es lohnenswert, einige Konter auswendig zu lernen. Klassiker wie »Was sagst Du eigentlich als Außenstehender zum Thema Intelligenz?« oder »Ich würde Dir ja zustimmen, aber dann lägen wir beide falsch« passen auf nahezu jeden Spruch.

Verteidigung in Gefahrensituationen

Nicht immer geht es bei der Selbstverteidigung um dumme Sprüche und Hänseleien. Akut gefährliche Situationen erfordern mehr als eine schlagfertige Antwort. Zu den typischen Horrorvorstellungen der meisten Eltern gehören beispielsweise Kidnapper, die das Kind auf dem Schulweg überfallen und in ihr Auto ziehen. In einem solchen Extremfall muss das Kind wissen, dass dabei sämtliche Höflichkeits- und Benimmregeln nicht mehr gelten – stattdessen kommt es nur noch auf die Selbstverteidigung an.

Vor allem wenn die Kids im Alter sind, in dem sie beginnen auf Partys zu gehen, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Schnell kann es hier zu Auseinandersetzungen kommen.

Körperliche Verteidigung

Beißen, Treten, Kratzen – in einer Gefahrensituation ist alles erlaubt. Dabei muss man kein ausgebildeter Kampfsportler sein: Auch diese Art der Selbstverteidigung macht dem Angreifer klar, dass das Kind kein leichtes Opfer ist. Viele Täter geben bereits auf, sobald sie merken, dass ihr ausgewähltes Opfer nicht vor körperlicher Abwehr zurückschreckt.

Schreien und Geräusche machen

Wird ein fremder Mensch unangenehm aufdringlich oder versucht gar, das Kind wegzuzerren oder zu verletzen, sollte es so laut wie möglich schreien und Lärm machen.

Nicht zuletzt konnte sich eine 17 Jährige bei einer Party am Strand der Sterne durch laute Schreie bemerkbar machen und so einem Übergriff entkommen.

Die Vorteile davon:

  • Aufmerksamkeit auf sich ziehen
    Laute Geräusche machen Passanten und Umstehende aufmerksam. Besonders Schreie versetzen die Menschen in Alarmbereitschaft und signalisieren, dass jemand in der Nähe Hilfe braucht.
  • Kampfbereitschaft zeigen
    Alle Täter, ob Mobber oder Entführer, haben eine Gemeinsamkeit: Sie alle suchen nach Opfern, die sich nicht wehren und möglichst keine Schwierigkeiten bereiten. Ein Kind, das Lärm macht, kann den Täter verunsichern.
  • Keine Probleme wegen körperlicher Unterlegenheit
    Da Kidnapper mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit körperlich stärker als das Opfer sind, hilft panisches Kratzen und Treten allein nicht immer. In Kombination mit Lärm hat das Kind eine größere Chance zu entkommen.

Natürlich spielen auch die Eltern eine große Rolle in der Sicherheit ihres Kindes. Jedem Kind sollte klar sein, dass es sich immer seinen Eltern anvertrauen kann, wenn auch die besten Selbstverteidigungsstrategien nicht mehr ausreichen.

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