Sollte man den Namenstag statt dem Geburtstag feiern?

Für jeden Menschen ist der Geburtstag etwas Besonderes. Es ist der eine Tag im Jahr, an dem man sich selbst feiern darf. Daneben gibt es noch den Namenstag, der jedoch bei den meisten regelrecht in Vergessenheit geraten ist. Ursprünglich war dieser Brauch vor allem bei Katholiken sehr beliebt. Doch woher kommt er und lohnt es sich, ihn nicht eher zu feiern als den eigenen Geburtstag?

Was hat es mit dem Namenstag auf sich?

Der Namenstag war schon lange vor dem eigentlichen Geburtstag ein Feiertag, den man in Gedenken an namensgleiche Heilige oder Selige beging. Zu Zeiten des Mittelalters war es Sitte, einem Kind den Namen eines Heiligen zu geben. In der Regel vergab man den entsprechenden Namen bei der Taufe und wählte somit den Namen des „Heiligen des Tages“. Tauf- und Namenstag fielen somit stets zusammen.

Im Kirchenbuch wurde gleichwohl das Taufdatum, nicht aber das Geburtsdatum des Kindes eingetragen.

Der Grund für die besondere Namensgebung: Der katholische Glauben sprach bestimmten Personen besondere Fähigkeiten zu, erkannte sie gar als Wunder an. In der Kirche verwob man die Namen der betreffenden Personen mit Mythen und Legenden, um ihnen eine besondere Bedeutung beizumessen. Oftmals hatten sie die Eigenschaft, Krankheiten zu heilen, sowie ein Unglück abzuwenden. Wer den Namen einer solchen Person besaß, genoss praktisch den Schutz des namensgebenden Heiligen.

Unter Katholiken ist es daher auch heutzutage noch ein Brauch, eher den eigenen Namenstag zu feiern, statt den Geburtstag. Denn ihm wird einfach eine höhere Bedeutung beigemessen. Inzwischen wählt man in den betroffenen Kreisen statt eines heiligen Vornamens jedoch eher einen entsprechenden Beinamen, der zusätzlich zum gewählten Vornamen getragen wird.

Heute noch den Namenstag feiern?

Innerhalb der letzten Jahrzehnte ist es eher in Vergessenheit geraten, den eigenen Namenstag zu feiern. Zudem heutzutage viele Kinder Namen tragen, die nicht einmal mehr als heilig eingestuft werden. Sofern sie also keinen solchen Beinamen tragen, kommt eine Feier des Namenstages für sie gar nicht erst in Frage.

Sofern man jedoch einen entsprechenden Namen besitzt, ist es natürlich völlig in Ordnung, den besonderen Tag zu feiern. Auf welchen Tag dieser genau fällt, ist anhand des sogenannten Generalkalenders herauszufinden. In diesem werden sowohl die Namen der Heiligen geführt, als auch ihre Bedeutung erläutert. Das Gute: Er besitzt weltweite Gültigkeit.

Aktuell gibt es nach wie vor einige Länder, in denen der Namenstag regelmäßig gefeiert wird. Dies ist besonders in den östlichen und südlichen Ländern Europas der Fall. Mit dazu gehören beispielsweise Polen, Ungarn, Lettland, Finnland und Spanien. Innerhalb Deutschlands sind es vor allem einige Regionen im Süden, die dem Namenstag noch größere Bedeutung beimessen.

Wie könnte solch eine Feier aussehen?

Im Prinzip bleibt es dem Betroffenen überlassen, wie er dieses Ereignis feiert. Es spricht nichts dagegen, die Feier größer oder kleiner zu gestalten. In manchen Ländern werden sowohl Verwandte als auch Freunde und Arbeitskollegen eingeladen, sowie Nachbarn.

Andere wiederum gestalten diesen Tag in kleinem Kreis. Man trifft sich beispielsweise in einem Restaurant und isst etwas leckeres zusammen. Der Namensträger erhält in der Regel auch ein paar kleine Geschenke. Dazu gehören Süßigkeiten oder Blumen, ebenso ist ein Buch ein gelungenes Präsent.

Eine schöne Idee besteht darin, sich gemeinsam auf ein Stück Kuchen zu treffen. Der Kuchen ist hierbei nicht zwingend vom Namensträger selbst gebacken, sondern wird von den Mitfeiernden mitgebracht. Alternativ zum Kuchen bietet sich selbstverständlich auch Kleingebäck, wie Cake Pops oder Muffins an, die lecker zum Kaffee schmecken.

Fazit – Namenstag feiern ist durchaus legitim

Selbst wenn er in einigen Kreisen in Vergessenheit geraten ist, so feiern viele Katholiken den Namenstag auch heute noch und ziehen diesen dem eigenen Geburtstag vor. Ob man sich nun für eine Feier entscheidet, oder nicht, obliegt jedem Einzelnen selbst. Es spricht in keinem Fall etwas dagegen, sofern es der eigene Wunsch ist, dieses Ereignis gebührend zu ehren.

Kommentarfunktion ist deaktiviert