Wie das Kind sicher im Internet surft – Tipps für Eltern

Die Sicherheit des eigenen Kindes ist für Eltern mit das Wichtigste überhaupt. Alle Kinder lernen, dass sie nicht zu Fremden ins Auto steigen oder Anderen nicht einfach etwas wegnehmen dürfen. Doch gerade das Internet ist für viele Eltern ein schwieriges Thema. Das liegt daran, dass das WWW (World Wide Web) noch sehr jung ist, etwa 25-30 Jahre. Die heutige Elterngeneration ist die erste, die sich mit der stetigen Präsenz des Internets beschäftigen muss. Sie müssen Kindern Verhaltensweisen beibringen, die sie selbst als Kind nicht lernen mussten. Das ist nicht einfach, aber absolut notwendig. Denn Kinder sind neugierig, können aber Gefahren im Netz nicht einschätzen.

Kinder müssen lernen

Eltern sollten das Thema Medien früh in ihre Erziehung einplanen. Sobald Kinder entdecken, dass auf dem Smartphone von Mama manchmal interessante Bilder auftauchen, sind sie offiziell mit dem Internet in Berührung gekommen. Das kann schon mit drei Jahren der Fall sein.

In diesem Alter sollten Kinder ausschließlich in Anwesenheit der Eltern Medien nutzen. Solange das Kind noch nicht lesen und schreiben kann, lohnt es sich spezielle Kinderseiten herauszusuchen, auf denen Kinder gefahrlos eine halbe Stunde spielen und gucken können.

Sobald lesen und schreiben möglich ist, sollten Kinder einen eigenen Account bekommen. Somit signalisiert man dem Kind, dass es jetzt auch etwas selbst machen darf, kann aber leicht technische Maßnahmen zur Sicherung nutzen. So können Eltern festlegen, dass nur sie Anmeldungen ausführen, Dateien downloaden oder eine Anwendung installieren können.

Auch spezielle Kindersuchmaschinen sorgen für sichere Rahmenbedingungen. Sie filtern das Netz und zeigen nur kindgerechte Inhalte. Wenn die Kinder in die Pubertät kommen können statt dieser Suchmaschinen spezielle Filter für Jugendliche genutzt werden.

Das Internet ist quasi endlos, und somit sehr verlockend und interessant. Damit Kinder andere Aktivitäten nicht vernachlässigen und „nur noch am Bildschirm hängen“, sollten von Anfang an klare Vereinbarungen getroffen werden, zum Beispiel Nutzungsdauer und Internetfreie Zeiten.

Auch rechtlich sollten Eltern sich informieren. Wenn Kinder das Urheberrecht verletzen oder in Kostenfallen tappen, beispielsweise indem sie auf Werbung klicken oder teure Telefonnummern anwählen, können die Erziehungsberechtigten zur Kasse gebeten werden.

Eltern müssen lernen

Erwachsene machen vor, Kinder machen nach. Ein gutes Beispiel wirkt deshalb besser als jedes Verbot. Wenn Eltern stundenlang am Bildschirm hängen, wird das Kind eine zeitliche Beschränkung der eigenen Nutzung eher nicht akzeptieren. Wenn Eltern bei jeder Gelegenheit Selfies machen und auf Facebook hochladen, beginnen Kinder – wie selbstverständlich – auch damit.

Um also den eigenen Kindern die richtige Verhaltensweise im Internet beibringen zu können, müssen Eltern diese erst selbst kennen. Viele dieser Verhaltensweisen beruhen auf zwei Tatsachen:

  • Das Internet ist öffentlich
  • Das Internet vergisst nicht

Daraus ergeben sich erste zu beachtende Punkte:

  • Alles, was man einem beliebigen Fremden auf der Straße nicht zeigen oder sagen würde, darf auch nicht ins Netz.
  • Wenn man etwas ins Internet stellt kann es auch Jahre später wieder gefunden werden.

Bei Bildern beispielsweise ergibt das folgende zwei Fragen:

„Will ich, dass jeder, der auf diese Seite kommt, dieses Bild sehen kann?“ und „Könnte es Probleme geben, wenn jemand dieses Bild in 5 oder 10 Jahren sieht?“

Ein wichtiger Punkt speziell für Eltern: Bilder des eigenen Babys oder Kleinkindes sollten nicht öffentlich im Internet verbreitet werden. Erstens hat auch ein Kleinkind ein Recht auf Privatsphäre und zweitens können solche Fotos ein Risiko bedeuten.

Denn längst haben auch Pädophile das Internet für sich entdeckt. Sie müssen nicht mehr Kinder auf der Straße ansprechen: etliche präsentieren sich auf Plattformen wie Instagram oder Facebook oder werden von ihren stolzen Eltern in Szene gesetzt.

Eine besonders willkommene Gelegenheit bietet sich ihnen auf Dating Plattformen für Jugendliche. Denn um die Große Liebe zu finden, geben Jugendliche ihr Alter, ihren Namen, ihren Wohnort und Hobbies an. In der Regel samt Bildern, auf denen sie versuchen möglichst gut oder „sexy“ auszusehen.

Für Pädophile ist es meist einfach, sich auf solchen Seiten einzuschleichen. Das angegebene Alter können Betreiber von Internetseiten kaum nachprüfen. Das Internet ist relativ anonym. Jeder könnte am anderen Ende sitzen.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es zu realen Treffen kommen könnte. Auch deshalb gilt:

  • Niemals den eigenen vollständigen Namen angeben
  • Keine Adresse nennen oder genaue Ortsangaben machen

Eltern müssen zuhören

Im Internet kann immer etwas sein. Damit Kinder sich ihren Eltern möglichst frühzeitig anvertrauen, muss ein Vertrauensverhältnis bestehen. Sollte das Kind auf etwas gestoßen sein, was es nicht versteht oder es verstört, muss es sich trauen, seinen Eltern davon zu erzählen. Das tut es nur, wenn es weiß, dass es nicht bestraft wird und Hilfe bekommt.

Dabei muss es sich nicht zwingend um Pädophile handeln. Vielleicht ist das Kind einfach aus Versehen auf eine nicht jugendfreie Seite geraten oder wird online geärgert. Eltern sollten mit ihrem Kind von Anfang an vereinbaren, dass sie bei Problemen zu ihnen kommen sollen. Ihnen erklären, dass sie keine Schuld trifft und dass sie von ihren Eltern unterstützt werden. Auf dieser Vertrauensbasis kann sich das Kind sicher ins World Wide Web vortasten.

Quellen

  1. https://polizei.news/2013/11/23/datingplattformen-und-smartphones-eltern-schuetzt-eure-kinder-vor-paedophilen/
  2. https://www.supereltern.net/kinder-sicherer-umgang-internet/

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