Bandscheibenvorfall – diese Behandlungen stehen zur Wahl

Ausstrahlende Schmerzen ins Bein oder den Arm können ihren Ursprung im Rücken haben. Mitunter ist ein Bandscheibenvorfall Ursache der Beschwerden. Der tiefsitzende Schmerz macht eine medizinische Behandlung unumgänglich. Zumeist konsultieren die Betroffenen zunächst ihren Hausarzt oder einen Orthopäden. Eine Weiterüberweisung zu einem anderen Facharzt bleibt oftmals nicht aus. Je nach Intensität des Bandscheibenvorfalls greifen die Mediziner auf verschiedene Behandlungsmethoden zurück.

Worum handelt es sich bei einem Bandscheibenvorfall?

Alle 23 Bandscheiben unseres Körpers fungieren salopp formuliert als Stoßdämpfer zwischen den Wirbeln. Die einzelne Bandscheibe besteht aus einem Gallertkern (Nucleus pulposus) sowie einem harten Faserring (Anulus fibrosus). Sinkt der Wassergehalt der Bandscheibe, verliert diese an Elastizität. In der Folge erleidet der Faserring kleine Risse. Diese begünstigen ein Herauswölben der Gallertmasse, welches als Protursion bezeichnet wird. Bricht der Faserring und der Gallertkern tritt sogar aus, liegt ein Bandscheibenvorfall / Prolaps vor. Je nach Größe des Vorfalls und Lage, variieren die Schmerzen. Am häufigsten betroffen ist die Lendenwirbelsäule. Neun von zehn Patienten erleiden dort ihren Bandscheibenvorfall. Weitaus seltener treten die Probleme in der Brust- oder Halswirbelregion auf.

Operieren oder konservative Behandlung?

Wurde bei einem Patienten ein Bandscheibenvorfall mithilfe von bildgebenden Verfahren wie der MRT festgestellt, steht die Frage nach der Therapieform im Raum. Rund 70 % bis 90 % aller Betroffenen sprechen gut auf eine konservative Behandlung an. Diese beinhaltet in erster Linie eine konsequente Schmerzbehandlung mit Medikamenten. Desweiteren baut sie auf einer stetigen Muskelstärkung auf. Krankengymnastik, Rückenschulen und Streckbehandlungen zeigen oftmals Erfolge. Durch Akupunktur, Wärmebehandlungen, eine Stufenbettlagerung und Massagen bessern sich die Beschwerden meist merklich. Wurden bei dem Bandscheibenvorfall jedoch die Nerven oder gar das Rückenmark komprimiert, erfordert der Schweregrad mitunter eine Operation. Insbesondere greifen Mediziner zu dieser Maßnahme, wenn der Bandscheibenvorfall mit einer Funktionsstörung einhergeht. Nennenswerte Beispiele hierfür sind etwa Lähmungserscheinungen der Gliedmaßen oder eine Störung der Mastdarm- und Blasenfunktion.

Wie beuge ich einem Bandscheibenvorfall vor?

Das Risiko, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden, lässt sich minimieren. Vielfach reichen kleine aber effektive Maßnahmen, um einen Prolaps zu verhindern. Beste Ausgangsposition ist die Vermeidung von Übergewicht. Ein gestärkter Muskelapparat stützt die Wirbelsäule mit all ihren Bestandteilen. Daher bietet ausreichend Bewegung eine ideale Vorbeugung. Mediziner empfehlen vor allem Ausdauersportarten wie etwa Radfahren, Schwimmen oder Wandern. Besonders bereits operierte Patienten nehmen besser von stoßbelasteten Sportarten wie Tennis oder Abfahrt-Ski Abstand. In einer Rückenschule geben Physiotherapeuten detaillierte Anleitungen für das richtige Verhalten im Alltag. Dies beginnt beim korrekten Sitzen und reicht über das Heben bis hin zur Integration muskelstärkender Übungen im Tagesablauf.

Fazit: Die Therapieform bei einem Bandscheibenvorfall richtet sich nach der Intensität der Schmerzen sowie der Lage und Größe des Prolaps. Ein Großteil der betroffenen Patienten spricht auf eine konservative Therapie an. Teilweise lässt sich jedoch eine Operation des Bandscheibenvorfalls nicht verhindern.

Foto: © Sebastian Kaulitzki – Fotolia.com

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