Tabuthema erektile Dysfunktion

„Wann ist ein Mann ein Mann?“ Diese Songzeile kennt wohl jeder. Die Mehrzahl der von erektiler Dysfunktion betroffenen Männer fühlt sich nicht mehr als richtiger Mann, doch nach wie vor tabuisieren sie das Thema. Vielfach fällt es Betroffenen sogar schwer, sich der Partnerin oder dem Partner zu öffnen. Sie verschweigen ihren seelischen Leidensdruck. Ein Großteil der körperlichen Ursachen kann jedoch heute sehr gut behandelt werden. Falsche Scham ist daher fehl am Platz.

Wann liegt eine erektile Dysfunktion vor?

Mediziner sprechen immer dann von einer erektilen Dysfunktion, wenn es dem Mann in mehr als Zweidrittel der Fälle nicht gelingt, eine die Erektion zu erlangen oder sie zu halten. Dies gilt sowohl beim Geschlechtsverkehr als auch bei der Masturbation. Hin und wieder führen verschiedene Lebensumstände, wie etwa psychische Belastung oder Stress dazu, dass sich trotz sexueller Erregung kein ausreichende Gliedversteifung einstellt. Hierbei handelt es sich nach Angaben von Erektion.de jedoch nicht um eine erektile Dysfunktion. In ca. 70 % der Fälle liegen vorrangig körperliche Ursachen den Potenzproblemen zugrunde. Erster Ansprechpartner für bei Potenzstörungen ist der Hausarzt. Er stellt eine Überweisung zu Spezialisten wie Urologen, Neurologen oder Psychologen bzw. Psychotherapeuten aus.

Potenzstörung als Indikator für nicht erkannte Erkrankungen

Die meisten Männer möchten das Thema Erektionsstörung gerne beiseiteschieben. Ärzte weisen jedoch immer wieder auf den dringenden Handlungsbedarf hin. Denn häufig kann hinter der erektilen Dysfunktion eine ernstzunehmende körperliche Erkrankungen stecken. Die Rede ist beispielsweise von einer Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose) oder von Diabetes mellitus.

Reden hilft den Betroffenen

Schätzungen zufolge leiden deutschlandweit rund 5 Millionen Männer zwischen 30 und 80 Jahren an einer erektilen Dysfunktion. Da Potenzstörungen jedoch unvermindert ein  Tabuthema in unserer Gesellschaft bleiben, kann die Dunkelziffer weitaus höher liegen. Der Austausch in einem Forum für erektile Dysfunktion oder in einer Selbsthilfegruppe hilft den Männern dabei, verständnisvolle Gesprächspartner zu finden und Tipps anderer Betroffener zu erhalten. Einen besonders hohen Stellenwert nimmt das offene Gespräch mit der Partnerin bzw. dem Partner ein. Denn auch sie leiden aufgrund von Verunsicherungen.

Nach der Diagnose die Therapie

Experten raten eindringlich allen betroffenen Männern dazu, das Thema pro aktiv anzugehen. Denn nach einer gestellten Diagnose stehen verschiedene Therapieansätze offen. Diese reichen von der Medikamentengabe oder Hormontherapie, über Vakuum-Erektionshilfen und Implantate, bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Darüber hinaus haben viele Männer mit der SKAT (Schwellkörper-Autoinjektons-Therapie) oder der MUSE® (Medicated Urethral System for Erection) gute Erfahrungen gemacht. Die oftmals in Folge der körperlichen Ursachen eingetretenen seelischen Probleme, können mit einer Gesprächstherapie behandelt werden. Alternative Therapieansätze wie etwa Akupunktur, Beckenbodengymnastik, Homöopathie oder Elektrostimulation der Schwellkörpermuskulatur finden ebenso Beachtung, wie pflanzliche Präparate.

Fazit: Erektile Dysfunktion ist eine weit verbreitete Störung der männlichen Potenz. Vielfach liegen ihr behandelbare körperliche Ursachen zugrunde. Betroffene Männer sollten das Thema keinesfalls tabuisieren, sondern ihren Hausarzt konsultieren.

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