Was tun gegen die typischen Beschwerden der Wechseljahre?

Sobald Frauen das 40. Lebensjahr erreichen, beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Denn sie müssen damit rechnen, nun in die Wechseljahre zu kommen, die bei manchen Frauen aber auch erst mit Mitte 50 eintreten. In dieser Zeit – in den meisten Fällen dauern die Wechseljahre über einen Zeitraum von fünf Jahren an – ändert sich der Hormonhaushalt der Frau komplett, was auch mit körperlichen Beschwerden einher geht. Diese lassen sich größtenteils aber mit den richtigen Mitteln zumindest lindern.

Was sind die typischen Wechseljahresbeschwerden?

Der medizinische Fachbegriff für sämtliche Beschwerden, die während der Wechseljahre auftreten können, lautet klimakterisches Syndrom. Eine der häufigsten Beschwerden sind Hitzewallungen Wechseljahre, die vermutlich in einem Zusammenhang mit dem Hormon Östrogen stehen. Hitzewallungen sind für die betroffenen Frauen besonders lästig, weil diese auch Schlafstörungen  verursachen können, was sich wiederum negativ auf die Psyche auswirkt.

Betroffen von diesen unangenehmen Hitzeschüben, die sich mehrfach täglich ereignen, sind bis zu 90 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren. Alarmsignale, dass sich eine Hitzewallung anbahnt, können ein diffuses Unbehagen oder auch ein Druckgefühl im Kopf sein. Anschließend überfluten die Wärmewellen Gesicht, Hals und Oberkörper. Sobald die Körpertemperatur anschließend wieder auf das Normalmaß zurückfällt, fangen die Betroffenen oftmals an zu frieren.

Begleitet werden die Hitzewallungen in vielen Fällen von einem beschleunigten Herzschlag, was jedoch nicht als Hinweis auf eine Herzerkrankung aufgefasst werden sollte, weil es sich hierbei um eine typische Reaktion handelt. Am häufigsten treten die Hitzewallungen zu Beginn der Wechseljahre auf, während sie im Lauf der Zeit wieder zurückgehen.

Welche Faktoren begünstigen Hitzewallungen?

Mediziner vermuten, dass die Hitzewallungen damit zusammenhängen, dass während der Wechseljahre der Östrogenspiegel der Frau sinkt, was zu einer vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin führt. Darüber hinaus können noch weitere Faktoren das Entstehen begünstigen. Diese betreffen aber eher den Lebensstil der Frauen. So werden die Hitzewallungen durch Übergewicht ebenso begünstigt wie durch den verzehr von schwer verdaulichen oder stark gewürzten Speisen. Ausgelöst werden können Hitzewallungen aber auch durch verschiedene Medikamente – beispielsweise Präparate gegen Brustkrebs – und Erkrankungen wie Allergien, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Tumore.

Wann empfiehlt sich der Gang zum Arzt

Insgesamt gehen die Wechseljahre bei vielen Frauen mit zahlreichen unangenehmen Symptomen einher. Neben Hitzeschüben sind das auch ein Verlust der Libido, Gewichtszunahme oder Schlafstörungen. Die Beschwerden bei einem Hitzeschub halten sich in den meisten Fällen aber in einem erträglichen Rahmen. Angeraten ist ein Besuch beim Arzt, wenn durch die Hitzeschübe die Lebensqualität und das alltägliche Leben erheblich beeinträchtigt sind. Dieser kann dann auch abklären, ob tatsächlich die Wechseljahre der Grund für die Hitzewallungen sind oder ob eine Erkrankung wie etwa eine Überfunktion der Schilddrüse dahinter stecken.

Leiden Frauen unter Hitzewallungen, sollte der Gynäkologe ihr erster Ansprechpartner sein. Für eine fundierte Diagnostik befragt er die Patientinnen ausführlich zu eventuellen Schwankungen in ihrem monatlichen Zyklus sowie zu den Symptomen, die mit den Hitzewallungen einher gehen. Anschließend wird eine gynäkologische sowie eine Blutuntersuchung durchgeführt. Letztere dient dazu, um zu erfahren, wie es um den Hormonspiegel der Patientin bestellt ist. Denn dadurch lässt sich erkennen, ob sich eine Frau schon in den Wechseljahren befindet oder nicht. Sind die Wechseljahre nicht für die Hitzewallungen verantwortlich, werden alle weiteren möglichen Auslöser näher unter die Lupe genommen.

Wie werden Hitzewallungen therapiert?

Viele Patientinnen legen Wert darauf, dass die Hitzewallungen sanft behandelt werden, was auf verschiedene Arten möglich ist. Aus der Pflanzenheilkunde ist beispielsweise die Traubensilberkerze als effektives Mittel bekannt, die in Form von Tabletten erhältlich ist. Sehr gerne werden zur Behandlung aber auch Schafgarbe, Frauenmantel, Salbei, Soja oder Rotklee verwendet, jedoch gibt es eine aussagekräftigen Belege darüber, dass diese Präparate auch wirklich helfen. Linderung können aber auch Teilgüsse, wechselwarme Fußbäder, Moorbäder oder Kneipp-Anwendungen schaffen. Beeinträchtigen die Hitzewallungen den Alltag zu sehr, ist auch die Behandlung im Rahmen einer Hormonersatztherapie möglich. Jedoch ist es mit erheblichen Risiken wie etwa Herz-Kreislauferkrankungen verbunden, wenn betroffene Frauen regelmäßig Hormone einnehmen.

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