„Gratis-Spiele“ im Internet können teuer werden

Immer mehr Kinder und Jugendliche verbringen zunehmend Zeit im Internet. Hier locken Chaträume, aber auch zahlreiche Gratis-Computerspiele. Was viele Eltern und Großeltern oft nicht wissen: Häufig ist es bei diesen angebotenen Spielen so, dass die Grundversion zwar kostenlos ist, jede Zusatzfunktion aber bezahlt werden muss. Verbraucherschützer raten deshalb zu genauem Hinsehen. Viele Spiele laufen nach einem ähnlichen Muster ab: Die Kinder müssen sich lediglich beim Anbieter unter Anerkennung der Geschäftsbedingungen registrieren, müssen nichts auf dem PC installieren und können nach der Anmeldung direkt loslegen. Mädchen und Jungen werden von diesen Spielen gleichermaßen angesprochen. Während sich die Mädchen beispielsweise gerne um die Pflege virtueller Tiere kümmern, sind die Jungs eher im virtuellen Weltraum oder als Pirat unterwegs. Solange sich die Kinder und Jugendlichen mit dem Basis-Angebot des Spiels begnügen, sind die Angebote auch tatsächlich kostenlos – mit Ausnahme der Internetverbindung selbstverständlich. Sobald jedoch etwaige Zusatzfunktionen gewünscht werden, kostet dies Geld. Und zwar kein virtuelles. Wer im Spiel schneller vorankommen will, kommt an solchen Zusatzfunktionen oft nicht vorbei. Hier ist es besseres Futter für ein Tier, dort erspart es das zeitraubende Gießen von Hand. Nun kosten diese Zusatzfunktionen, oft als Premium-Versionen bezeichnet, meist nur wenige Euro, die sich aber schnell summieren können. Selbst viele Erwachsene sind dem „Spieltrieb“ verfallen und verbringen täglich einige Zeit mit Online-Spielen. Und viele von ihnen nutzen diese Premium-Versionen. Nun können Erwachsene ihr Spielverhalten meist noch kontrollieren, wie aber verhält es sich bei Kindern? Um im Spiel ganz nach oben zu kommen, versuchen sie häufig, an die begehrten Zusatzfunktionen heranzukommen. Und der Weg dorthin ist meist sehr einfach. Viele Spielebetreiber bieten vielfältige Möglichkeiten zur Bezahlung an. Oft reicht schon ein teurer Anruf vom Festnetz oder eine kostenintensive SMS über das Handy, um die Zusatz-Funktionen freizuschalten. Ob die Rechnungen, die viele Eltern unwissentlich für das Online-Spiel ihres Kindes zahlen, angefochten werden können, ist laut Verbraucherschützern ungewiss. Besser ist es, häufiger zu kontrollieren, was die Kinder im Internet eigentlich tun.

Mehr zum Thema bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen http://www.vz-nrw.de

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