Am Grab Abschied von einem geliebten Menschen nehmen – auch für Kinder?

Unweigerlich müssen wir alle uns früher oder später mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Tritt ein Sterbefall ein, gehören leider sehr oft auch Kinder zu den Hinterbliebenen. Während es für Erwachsene bereits sehr schwer zu verkraften ist, dass ein geliebter Mensch für immer gegangen ist, trifft es die Kinder umso härter. Sie können je nach Alter kaum ermessen, was der Tod in seiner Endgültigkeit bedeutet. Dennoch hat der größte Teil aller Kinder bis zum sechsten Lebensjahr bereits einen Sterbefall in der Familie erlebt.

Am Grab Lebewohl sagen

Schließt sich der Lebenskreislauf, verarbeiten viele Erwachsenen ihre Gefühle am Grab des geliebten Menschen. Kinder spüren die emotionalen Belastungen ihrer Bezugspersonen sehr intensiv und intuitiv. Umso wichtiger ist es, offen und ehrlich mit dem Thema Tod umzugehen und kindgerecht zu erklären, weswegen es so schmerzt. Je nach Alter des Kindes, verläuft der Trauerprozess sehr verschieden. Während ein dreijähriges Kind der Meinung ist, Opa sei nur ein bisschen tot und komme bald wieder, wird ein neunjähriges Kind tiefe Emotionen erleben. Am Grab Abschied zu nehmen, ist für viele Kinder daher ein hilfreicher Schritt in der Trauerbewältigung. Dies muss selbstverständlich nicht am Tag der Beerdigung geschehen, sondern kann in Ruhe und mit einer engen Bezugsperson im Nachhinein stattfinden.

Kinder schonen, während Erwachsene trauern?

Ganz instinktiv möchten Erwachsene Kinder beschützen, wissen sie doch aus eigener Erfahrung, wie intensiv die Trauer sein kann. Während sich Eltern oder Großeltern mit den ganz weltlichen Dingen, wie dem Nachlass, den Traueranzeigen oder den Grabstein Kosten auseinandersetzen, dürfen selbstverständlich ebenso die Kleinen in einem gewissen Maß in die Entscheidungen einbezogen werden. Oft bleiben die Wünsche der älteren Kinder leider außen vor. Auch dem Kind wird Respekt gezollt, wenn es beispielsweise nach seiner Meinung zum Thema Grabgravur oder dem Grabstein gefragt wird. Die letzte Ruhestätte ist nicht zuletzt immer ein Ort der Trauer und des Gedenkens: auch für Kinder.

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