Auf was gilt es beim Kauf eines Kinderbettes zu achten?

Das Kinderbett ist das wichtigste Möbelstück im Kinderzimmer. Weil Kinder in den ersten Monaten und Jahren ihres Lebens einen hohen Bedarf an Schlaf haben – Babys brauchen zwischen 16 und 20 Stunden, Kleinkinder brauchen zwischen 12 bis 14 Stunden pro Tag -, ist das Kinderbett ein wichtiger Alltagsbegleiter. Da versteht es sich von selbst, dass niemand einfach irgendein Bettchen für seinen kleinen Liebling kaufen möchte. Ein Kinderbett sollte gewissen Anforderungen in den Bereichen Optik, Sicherheit, Verarbeitung und Funktionalität genügen. Denn: Ein sicherer und bequemer Schlafplatz fördert Schlaf und Gesundheit eines Babys.

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Spielwiese, Rückzugsort und Abenteuerspielplatz

Kinder ab dem zehnten Lebensmonat können problemlos in einem eigenen Bett schlafen. Neugeborene sind dagegen im Bett der Eltern am besten aufgehoben. Denn: Die Nähe zu den Eltern wirkt nachweislich beruhigend auf das Kind. Außerdem erleichtert sie beim nächtlichen Stillen lange Wege ins Kinderzimmer. Dennoch gehört ein eigenes Kinderbett zur Grundausstattung. Es ist nicht nur nächtlicher Schlafplatz, sondern auch Spielwiese, Rückzugsort und Abenteuerspielplatz. Es muss daher einiges aushalten. Komfort, Sicherheit und Stabilität stehen bei der Auswahl eines Kinderbetts im Vordergrund. Ebenso wichtig ist aber auch eine ansprechende Optik. Hersteller von Kindermöbeln fertigen Gitterbettchen in ganz verschiedenen Designs. So finden sich sowohl schlichte als auch verzierte Modelle mit Farbakzenten. Wird schon beim Kauf des Kinderbettes auf das Vorhandensein von sogenannten Schlupfsprossen geachtet, können diese später entfernt werden. Um die Umgewöhnung beziehungsweise das Schlafen im eigenen Kinderbett zu erleichtern, ist es hilfreich, für Wärme und Geborgenheit zu sorgen. Babys mögen beengte Schlafplätze; daher kann das Bett mit einem Kissen und/oder einer (zusammengerollten) Decke ein wenig verkleinert werden. Zusätzliche Gemütlichkeit schaffen weitere Accessoires, so beispielsweise ein Betthimmel.

Arten von Kinderbetten

Es gibt zahlreiche Arten von Kinderbetten. Bei der Auswahl eines Kinderbettes spielen Budget, Design-Vorlieben und Größe des Kinderzimmers eine Rolle. Ein weiterer Faktor: die Anzahl der Geschwister. Vom Einzelbett, bei dem es sich um ein klassisches Bett mit kindlichen Proportionen handelt, bis zum Themenbett seien hier die gängigsten Modelle von Kinderbetten vorgestellt.
Das Einzelbett ist kürzer, schmaler und niedriger als ein klassisches Bett. Oft hat es einen Himmel oder ein integriertes Gästebett. Dieses wird mittels Rollen unter das Bettgestell geschoben. Manche Kinderbetten können mittels Einsätzen und Ausziehmechanismen „mitwachsen“. Das ist nicht nur praktisch, sondern spart auch Geld.
Ein Stockbett bietet Platz für zwei Kinder. Zwei übereinander gestapelte Einzelbetten nutzen den Raum im Kinderzimmer doppelt aus. So auch das Hochbett: Dieses Kinderbett ist konstruiert wie ein Stockbett, allerdings fehlt hier der untere Schlafplatz. Auf diese Art und Weise entsteht zusätzlicher Stauraum – besonders vorteilhaft in Kinderzimmern mit wenig Platz. Unter dem Hochbett können Schreibtisch und/oder Aufbewahrungsmöbel untergebracht werden.
Ein Themenbett ist ein Kinderbett, das in Design, Farbgebung und Ausstattung einem Thema folgt. Ob Schloss, Ritterburg oder Piratenschiff – Themenbetten regen zu Spielen und Abenteuern an. Ausgestattet mit Leitern, Rutschen oder Vorhängen, benötigt diese Art von Bett ausreichend Platz. Die Dekoration sollte unbedingt abnehmbar sein, so dass das Bett länger für den eigenen Sprössling verwendet werden kann.

Maße von Kinderbetten

Die Maße eines Kinderbettes richten sich nach der Matratzengröße. Die gängigste deutsche Größe ist 70 x 140 Zentimeter. Die tatsächlichen Dimensionen eines Kinderbettes hängen von Design, Material und Ausstattung ab. Die Höhe variiert von Liegen bis hin zu Hoch- oder Stockbetten. Um das neue Bett fürs Kind möglichst lange nutzen zu können, kann auch zum Standardmaß eines regulären Einzelbetts – 90 x 200 Zentimeter – gegriffen werden. Auf diese Art und Weise kann auch im Jugendalter im einstigen Kinderbett geschlafen werden. Weitere gängige Kinderbettmaße sind 80 x 190, 90 x 190 und 100 x 190 Zentimeter.

Auswahl und Kauf von Kinderbetten

Damit sowohl Kinder als auch Eltern gut schlafen, sollte bei Auswahl und Kauf eines Kinderbettes auf einige wenige, doch wichtige Details geachtet werden. So sollte die Matratze auf einem stabilen Lattenrost liegen, so dass sie von unten gut belüftet werden kann. Nicht geeignet ist eine lückenlose, durchgehende Fläche. Im Idealfall sind die Leisten des Lattenrostes beweglich. Auf diese Art und Weise können sie sich den Bewegungen des schlafenden Kindes anpassen. Außerdem sollte das Bett keine spitzen oder scharfen Ecken und Kanten aufweisen. Denn daran verletzen sich sowohl jüngere als auch ältere Kinder beim Toben und Spielen. Das GS-Prüfzeichen gewährleistet eine hohe Sicherheit, denn die Produkte werden jahrelang von einer unabhängigen, zugelassenen Stelle geprüft. Bei Kinderbetten für die Kleinsten der Kleinen sind weitere Faktoren von Bedeutung. Ein Lattenrost, der höhenverstellbar ist, ermöglicht es, das eigene Kind bequem aus dem Gitterbett zu nehmen. Ist es größer und mobiler, kann die Höhe des Bettes angepasst werden, so dass es nicht herausfallen kann. Die Faustregel: Bei Babies sollte sich der Abstand zwischen Matratze und Oberkante des Kinderbettes auf mindestens zwanzig Zentimeter belaufen; bei Kleinkindern sind es mindestens 50 Zentimeter. Ebenfalls nicht vernachlässigt werden sollte der Abstand der Gitterstäbe: Laut DIN-Norm sollte er 4,5 Zentimeter nicht unter- und 6,5 Zentimeter nicht überschreiten. Ist der Abstand der Gitterstäbe größer oder kleiner, besteht die Gefahr, dass Babies und Kleinkinder sich einklemmen oder verhaken. Grundsätzlich sollten Kinderbetten standfest und kippsicher sein. Verwendete Lacke, Textilien und Kunststoffe sollten schadstofffrei sowie schweiß- und speichelfest sein. Bei Hoch- oder Stockbetten sorgt ein Geländer für Sicherheit.

Farben und Materialien von Kinderbetten

Zu den bekanntesten und beliebtesten Materialien von Kinderbetten gehört Holz. Es ist robust sowie leicht zu färben und zu verarbeiten. Ein Kinderbett aus unbehandeltem Holz strahlt Wärme und Natürlichkeit aus. Besonders langlebige Holzsorten für Kinderbetten sind Birke, Buche und Esche. Alternativ kann ein Bett für Kinder aber auch aus MDF, Furnier oder Sperrholz gefertigt sein. Metallbetten sind hygienisch und leicht zu reinigen. Besser als ihr Ruf sind Kunststoffe: Sie sind leichtgewichtig und lassen sich leicht färben und formen. Darüber hinaus werden mittlerweile auch ungewöhnliche Materialien wie Pappe oder Bambus für die Fertigung von Kinderbetten verwendet.
Farben sind ein wichtiges Thema für Kinder. Geht es nach ihnen, sollte ein Kinderbett möglichst in knalligem Rot oder Blau daherkommen. Fraglos ein Hingucker – allerdings ist ein Bett in dezenten oder neutralen Farben variabler und langlebiger. So passt es länger, im Idealfall sogar noch im Teenageralter, zur Einrichtung des Kinderzimmers. Wer dennoch nicht auf Farben verzichten möchte, greift zu kunterbunten Kissen und Tagesdecken.

Zubehör und Ausstattung von Kinderbetten

Zubehör und Ausstattung machen ein Bett für Kinder gemütlich und funktionsfähig. So beispielsweise die Matratze: Weil das Skelett von Kindern weicher und empfindlicher ist als das Skelett von Erwachsenen, sollte die Matratze im Kinderbett den Körper optimal unterstützen. Die perfekte Matratze für Kinder ist weder zu hart noch zu weich, sondern punktelastisch. Außerdem sollten Matratzen für Kinderbetten über trittfeste Kanten verfügen. Sie sollten abwaschbar und atmungsaktiv sein. Ebenfalls wichtig sind antiallergene Stoffe und Füllungen. Siegel wie „Textiles Vertrauen“ nach Öko-Tex Standard 100 geben Orientierung. Materialien wie Latex, Federkern oder Kaltschaum sind Geschmackssache. Ungeeignet ist eine Zonenaufteilung, weil Größe, Statur und Gewicht des Kindes sich permanent verändern.
Der Lattenrost – der übrigens bei einer Vielzahl der Hersteller im Lieferumfang enthalten ist – unterstützt die Elastizität der Kindermatratze. Er sollte daher angepasst sein auf die Proportionen des Kindes. Bezüge und Auflagen helfen beim einen oder anderen Malheur im Kinderbett. Eine waschbare, saugfähige und atmungsaktive Nässeschutzdecke kommt auf die Matratze, die anschließend wie gewohnt mit einem Molton- oder Spannbetttuch bezogen werden kann. Später schützt ein Schonbezug die Kindermatratze.
Besitzt das Kinderbett eine Leiter, sollte sie rutschfest und trittsicher sein. Empfehlenswert: Leitern zum Abnehmen. Manche Hersteller bieten zu Ihren Hoch-, Spiel- oder Etagenbetten Textilzubehör wie Vorhänge, Bettnester oder Lattenrosthimmel an. Es handelt sich um schöne und originelle Möglichkeiten, das Bett des Kindes kuscheliger und individueller zu gestalten. Je nach Bauart des Bettes ist auch eine Verwendung von passenden Bettschubladen eine Möglichkeit. Sie bieten zusätzlichen Stauraum. Manche sind sogar so ausgeführt, dass sie als zusätzliches Bett für Gäste verwendet werden können.

Bau und Zusammenbau von Kinderbetten

Kinderbetten werden für gewöhnlich mittels Schrauben oder Bettbeschlägen zusammengebaut. Seitens des Herstellers gibt es vorgebohrte Löcher. So müssen beim Auf- beziehungsweise Zusammenbau vor Ort nur noch die mitgelieferten Schrauben eingedreht werden. Hierbei kann eigentlich nichts falsch gemacht werden. Bei der Variante mit Schrauben sind diese von außen sichtbar. Anders so bei (Berliner) Bettbeschlägen: Hier wird an der Kopfseite des Seitenteils ein Beschlag angebracht, der nach außen ragt. An Fuß- beziehungsweise Kopfteil wird ein passendes Gegenstück eingelassen. Das Kinderbett kann so schnell auseinander- und wieder zusammengebaut werden – und das ohne Werkzeug. Von außen ist hier nichts zu sehen.
Entscheidet man sich gegen den Kauf eines Kinderbettes, kann dieses auch selbst gebaut werden. So mancher wird sich sicherlich fragen, warum man dies tun sollte, wo doch eine breite Palette an Kinderbetten in verschiedenen Formen und Farben im Handel erhältlich ist. Dennoch gibt es einige Argumente für den Eigenbau eines Kinderbettes. Erstens ist da die Frage von Preis und Qualität. Günstige Kinderbetten bestehen nicht selten aus Spanplatte, die nicht besonders stabil und langlebig ist. Außerdem ist fraglich, ob die verwendeten Kleb- und Kunststoffe tatsächlich völlig unbedenklich sind. Massive Kinderbetten aus Vollholz sind dagegen meist entsprechend teuer. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Grund, der für den Eigenbau eines Kinderbettes spricht, ist der Spaß am Tischlern und Heimwerken. Der Heimwerker kann mit einem vergleichsweise geringen Zeit-, Arbeits- und Materialaufwand ein Kinderbett selbst bauen, das nicht nur stabil und optisch schön, sondern eben auch unbedenklich ist. Hierfür benötigt werden lediglich zehn Hölzer – vier Bettpfosten, zwei Seitenteile, ein Fußteil, ein Kopfteil sowie zwei Auflageleisten für den Rost -, vier Metallwinkel, Holzschrauben sowie Hart- oder Leinöl. Der Bau des Kinderbettes beginnt mit dem Zuschnitt der Hölzer. Wichtig ist die Berücksichtigung von Rundungen, damit keine spitzen Ecken und Kanten vorhanden sind. Wer möchte, kann sogar Formen wie Herzen, Kronen oder Sterne ausschneiden. Danach schleifen, schrauben und ölen – fertig ist das Kinderbett!

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