Kinderschuhe: Freiheit für die kleinen Zehen

Zu klein, zu groß, zu schwer, zu unbequem: Mehr als 70 Prozent aller deutschen Kindergartenkinder tragen falsche Schuhe. Eine erschreckende Bilanz, der lediglich die Eltern entgegenwirken können. Die jungen Füße sind weich und formbar. Sie passen sich jedem Schuhwerk an – auch wenn dieses zu eng ist. Dies führt schnell zu Haltungsfehlern, Knick- und Senkfüßen und Rückenschäden.

Rund 98 Prozent aller Menschen werden mit gesunden Füßen geboren. Im Erwachsenenalter sinkt der Anteil der Menschen, die noch gesunde Füße haben, auf 40 Prozent ab. Im Jahr 2008 wurden insgesamt 1.500 Kindergartenkinder im Rahmen der Präventionskampagne „Kinderfüße auf dem Prüfstand“ orthopädisch untersucht. Bei jedem fünften Kind wurden an den Füßen Warzen, Druckstellen, Schwielen oder Nagelpilz entdeckt. 70 Prozent der Kinder trugen nicht passende Schuhe.

Drei Irrtümer über Babyschuhe

In puncto Schuhe gibt es eine große Auswahl für die Kleinen. Leider ist die Anzahl der Irrtümer beim Thema Babyschuhe sehr groß.

  1. Babys benötigen möglichst früh Schuhe, um Laufen zu lernen. – Das ist absolut falsch, Babys lernen auch ohne Schuhe laufen. Bei den ersten selbstständigen Schritten, Kälte oder Verletzungsgefahr wird es Zeit für die ersten Schuhe.
  2. Die ersten Schuhe müssen fest sein und gut schützen. – Je härter die Schuhe, desto stärker werden die kleinen Füße eingeschränkt. Sie müssen sich für eine gesunde Entwicklung frei bewegen können.
  3. Passende Schuhe sind genauso lang wie die Füße. – Nur wenige Eltern wissen, dass ein passender Kinderschuh 12 bis 17 Millimeter länger als die Füße ist.

Kinder können Schuhe nicht einschätzen

Wie zuvor erwähnt, passt sich der Kinderfuß jedem Schuh an, egal ob er drückt oder nicht. Es hilft auch nichts, wenn Eltern bei der Anprobe auf die Schuhspitze drücken. Kinder bis zu einem Alter von zehn Jahren merken in der Regel nicht, wenn ihre Schuhe zu klein sind. Der Druck in den Füßen wird von ihrem Nervensystem nicht richtig wahrgenommen.

Tipps für den Schuhkauf

  • Sportwissenschaftler empfehlen Eltern, eine Schablone für den Kinderfuß anzufertigen. Der Umriss der Kinderfüße kann auf einer Pappe nachgezogen werden. Zusätzlich muss 12 bis 17 Millimeter Spielraum addiert werden.
  • Die Daumenprobe funktioniert nicht bei Kindern. Stattdessen sollte der Fuß im Schuhgeschäft ausgemessen werden.
  • Schuhe sollten nachmittags eingekauft werden. Im Laufe des Tages vergrößern sich Füße um einige Millimeter.

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