Mit Kind in die Tropen: Das müssen Eltern berücksichtigen

Viele Kinderärzte raten Eltern von einer Reise in die Tropen mit ihrem Nachwuchs ab. Die Gründe dafür sind vielfältig und auch alle nachvollziehbar:

  • Der lange Flug.
  • Die Zeitverschiebung.
  • Das extreme Klima mit großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Die intensive Sonne.
  • Ein höheres Risiko für Krankheiten wie Malaria, Dengue Fieber etc.
  • Ein höheres Risiko für Lebensmittelvergiftungen, bakterielle Entzündungen etc.

Dennoch wollen viele Eltern nicht auf Urlaub in Thailand, Costa Rica oder Sri Lanka verzichten und steigen mit ihrem Nachwuchs in den Flieger. In den meisten Fällen geht auch alles gut und die Menschen sind sogar häufig deutlich kinderfreundlicher als in der Heimat. Eltern sollten sich auf die Tropenreise aber gründlich vorbereiten und sie kindgerecht gestalten.

Rund um das Thema Reisen gibt es zahlreiche Infos und Berichte. Egal ob Equipmenttests für Outdoorfans, Hotelreviews für die perfekte Unterkunft, Testberichte der besten Freizeitaktivitäten für Schlechtwettertage wie der LeoVegas Casinobericht, Infos über die besten Fluglinien für Vielreisende; die Vor- und Nachteile bei diesen Berichten sind schnell überflogen und kalkulierbar. Begibt man sich mit seinen Sprösslingen auf Tropenreise, sind die Pros und Kontras jedoch oft nur schwer abzuwägen. Schließlich gibt es auch eine Vielzahl von Risiken, die Eltern bedenken sollten.

Die Anreise und die ersten Tage

Der lange Flug kann zum Beispiel von einem mehrtägigen Stop-Over unterbrochen werden. Nach der Ankunft am Zielort sollten Eltern mit ihren Kindern erst einmal einige Tage an einem Ort bleiben, damit sich alle akklimatisieren können.

Wichtig ist, es ruhig angehen zu lassen. Für Kinder ist die neue Umgebung ungewohnt und sie werden eventuell einige Zeit brauchen, um ruhig und entspannt zu sein. Für die ersten Tage bietet es sich daher an, ein schönes Hotel oder Apartment zu nehmen und nur zu entspannen.

Impfungen

Kinder sollten genauso wie Erwachsene ausreichend geimpft sein, wenn sie in ein tropisches Land fliegen.  Je nach Impfung müssen sie ein gewisses Mindestalter haben, dies liegt aber bei keiner Impfung höher als 2 Jahre. Eltern sollten sowohl mit dem Kinderarzt als auch mit einem Tropenmediziner sprechen. Dieser kann auf Basis des Reiseziels konkrete Empfehlungen für die benötigten Impfungen geben.

Essen und Trinken

Erwachsene und Kinder sollten in tropischen Ländern auf Leitungswasser verzichten. Eiswürfel sollten nur verzehrt werden, wenn sie aus Trinkwasser hergestellt wurden – hier empfiehlt es sich bei der Getränkebestellung nachzufragen oder im Zweifelsfall auf Eis zu verzichten. Gemüse sollte nur gekocht verzehrt werden. Obst ist immer dann unproblematisch, wenn Eltern es selber für ihre Kinder schälen. Auf Speiseeis, Tiefkühlprodukte, rohes Fleisch, rohen Fisch und Essen von Buffets sollten Kinder ebenfalls verzichten. Hier ist die Gefahr für Keime groß.

Sonne und Hitze

Für die Tropen empfiehlt sich eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50. Kinderhaut ist dünner und empfindlicher als die Haut von Erwachsenen, da sie noch nicht so an die Sonne gewöhnt ist. Auch ein Sonnenhut und Kleidung mit UV-Schutz sind ein guter Schutz für empfindliche Kinderhaut. Eltern sollten die Mittagshitze mit ihren Kleinen meiden und sie keiner großen Anstrengung aussetzen. Die Kinder müssen viel trinken und können regelmäßig abgeduscht werden oder schwimmen gehen (wasserfeste Sonnencreme!). Um sich in klimatisierten Gebäuden oder Fahrzeugen nicht zu erkälten, sollten immer eine leichte Jacke oder ein Schal mitgeführt werden.

Insekten

Insektenstiche sollten so gut es geht vermieden werden, da über sie viele Tropenkrankheiten übertragen werden können. Für Kinder unter 5 Jahren sind DEET-haltige Insektenschutzmittel nicht empfehlenswert. Für sie empfiehlt sich ein Mittel auf Icaridinbasis. Pflanzliche Insektenschutzmittel bieten in den Tropen in der Regel keinen ausreichenden Schutz vor Stichen.

Die Kinder sollten auch tagsüber mit dem Mittel eingesprüht oder –gerieben werden und zum Sonnenauf- und untergang am besten lange Kleidung tragen. In dieser Zeit sind die Mücken am Aktivsten. Auch tagsüber ist helle, lange Kleidung eigentlich am besten. Hier kommt es aber auf das Hitzeempfinden des Kindes an. Für die Nacht empfehlen sich das Schlafen unter einem Moskitonetz und das Tragen eines leichten Schlafanzuges zum Schutz vor Stichen. Je nach Region ist sogar die Einnahme einer Malaria-Prophylaxe nötig. Hier hilft ebenfalls die Rücksprache mit dem Tropenmediziner.

Tiere

Wer sein Kind nicht immer im Blick hat, muss es gründlich über Tollwut aufklären. Diese Krankheit kann lebensgefährlich sein und wird nicht nur von Hunden, sondern auch von Katzen oder sogar Fledermäusen übertragen. Selbst einen kleinen Tierbiss sollten Kinder ihren Eltern sofort melden. Ein Arztbesuch ist anschließend unerlässlich. Selbst mit einer Tollwut-Impfung müssen verschiedene Maßnahmen eingeleitet werden, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.

Weitere wichtige Aspekte für eine Fernreise mit Kindern sind folgende:

  • Auslandskrankenversicherung für die ganze Familie abschließen.
  • Kopie der Geburtsurkunde des Kindes bei anderen Nachnamen des Vaters/der Mutter und dem Kind und eine schriftliche Einwilligung zur Reise des anderen Elternteils, wenn nur einer der beiden mit dem Kind verreist.
  • SOS-Armband auf dem die Kontaktdaten der Eltern stehen, falls das Kind verloren geht.
  • Unterhaltung wie Malsachen, Kuscheltiere etc. für den langen Flug.
  • Desinfektionsmittel, da in den Tropen fremde Keime lauern und sich die Kleinen häufig ins Gesicht fassen.
  • Reiseapotheke gut bestücken.

Eltern sollten sich folgendes klar machen: Je ruhiger und entspannter sie die Reise angehen, desto entspannter sind auch die Kinder. Auch in kritischen Situationen unterwegs sollten sie versuchen Ruhe zu bewahren, um die Kinder nicht zu verängstigen oder zu beunruhigen. Die Reise sollte kindgerecht gestaltet sein und genügend Ruhephasen beinhalten. Der Austausch mit anderen fernreisenden Familien kann dabei helfen, sich gegenseitig Tipps zu geben und Ängste zu nehmen. So steht einem gelungenen Urlaub nichts mehr im Weg.

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