Mit Kindern sicher unterwegs: Tipps zum Thema Autokindersitze

Wer mit Kindern im Auto auf Tour geht, ist gesetzlich verpflichtet, ein geeignetes Rückhaltesystem für sie zu verwenden. Eltern, die sich zum ersten Mal mit diesem Thema beschäftigen, merken sehr schnell: die Modellvielfalt, die unterschiedlichen Alters- und Gewichtsklassen sowie die Anforderungen an die Sitze variieren sehr stark. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick, damit Sie mit Ihrer kostbaren Fracht gut gesichert ans Ziel kommen.

Alters- oder Gewichtsklasse: Worauf muss ich achten?

Viele Eltern fühlen sich verunsichert, wenn es um die Wahl des passenden Kindersitzes für ihre Nachwuchs geht. Muss man sich an dem Gewicht des Kindes orientieren, oder doch an dessen Größe? Grundsätzlich lassen sich Kindersitze in drei grobe Gruppen einteilen.

  1. Gruppe 0 / 0+: Sie ist für Säuglinge vom Tag ihrer Geburt bis zu einem Gewicht von 13 kg geeignet. Dies entspricht in etwa einem Alter von 15 Monaten. Sitze dieser Art werden landläufig als Babyschalen bezeichnet und gegen die Fahrtrichtung montiert.
  2. Gruppe 1: Sind die Kinder der Babyschale entwachsen, d.h. ihr Kopf schaut über den Schalenrand hinaus, wechseln sie in einen neuen Sitz der Gruppe 1. Kinder zwischen 9 kg und 18 kg bzw. bis zu einer Körpergröße von 1 Meter fahren darin entweder in Fahrtrichtung oder je nach Modell auch entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Die Sitze werden entweder mit Isofix oder mit dem Dreipunktgurt im Auto befestigt. Für den sicheren Halt der Kleinen im Sitz sorgen Dreipunktgurte. Der Testsieger von eltern.de für die Gruppe 1 ist der Maxi Cosi Tobi. Die Bewertung können Sie hier lesen: http://www.eltern-testsieger.de/Kindersitz-Test-Gruppe-1
  3. Gruppe 2 / 3: Ab einem Körpergewicht von ca. 15 kg (ab etwa 3 Jahren) fahren die jungen Fahrgäste im nächstgrößeren Kindersitz mit. Er kann mindestens bis zu einer Körpergröße von 1,50 Metern sowie einem Gewicht von 36 kg genutzt werden. Ab diesem Alter sitzen die Kinder immer in Fahrtrichtung.

Die Rahmenbedingungen für die verschiedenen Kindersitzgruppen dienen nur als Orientierung. Generell gilt: je länger ein Kind in der kleineren Sitzgruppe im Auto mitfährt, desto sicherer ist es im Straßenverkehr unterwegs. Über die drei Sitzgruppen hinaus existieren noch zusätzliche Modelle, die ein umfangreicheres Altersspektrum bedienen. Ausführliche Testergebnisse liefert der ADAC unter https://www.adac.de/infotestrat/tests/kindersicherung/kindersitz-test/default.aspx?ComponentId=29903&SourcePageId=8749&quer=kindersitze.

Was sagen die ECE-Nummern aus?

Um in Deutschland verkauft werden zu dürfen, müssen die Kindersitze eine bestimmte Testnorm erfüllen. Kindersitze tragen aktuell die Nummer ECE 44/4 in Form einer orangenen Plakette oder einer Prägung. Ebenfalls erhältlich sind die neuen i-Size Sitze, welche ausschließlich nach Körpergröße ausgewählt werden. Sie erfüllen spezielle Anforderungen an den Seitenaufprallschutz und tragen die Kennung ECE-R129. Testergebnisse für i-Size-Norm Sitze finden Sie bei der Stiftung Warentest unter https://www.test.de/Autokindersitze-im-Test-1806826-0/.

Fazit: Die Wahl eines geeigneten Kindersitzes richtet sich in der Regel nach der Körpergröße sowie dem Gewicht des Kindes. Um einen umfassenden Überblick über die angebotenen Modelle zu erhalten, empfehlen sich immer unabhängige Testergebnisse. In Deutschland besteht eine Anschnallpflicht für Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren oder einer Mindestgröße von 1,50 Metern.

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