Nabelschnurblut einlagern – vernünftige Vorsorge oder sinnlos?

NabelschnurblutJunge Eltern, gerade die, die zum ersten Mal die Geburt eines Kindes miterleben, müssen vor der Geburt diverse Fragen beantworten und Entscheidungen treffen. Da kommt rasch eine Überforderung auf, die eine weitere Entscheidung sicherlich nicht vereinfacht. Diese dreht sich um die Nabelschnur, beziehungsweise um das Blut, das in ihr enthalten ist. Vielen Eltern wird geraten, das Blut einzulagern – aus gutem Grund.

Wertvolle Inhaltsstoffe im Blut

Der Hintergrund des Ratschlags, auf keinen Fall die Nabelschnur zu entsorgen, sondern das Blut einzulagern, ist denkbar einfach. Denn aus dem Blut können Stammzellen gewonnen werden, auf die bei schweren Krankheiten zurückgegriffen werden kann.  Gerade bei Leukämie greifen viele Mediziner gerne auf die Stammzellen, die aus der Nabelschnur gewonnen werden, zurück. Den Vorteilen stehen jedoch auch Nachteilen gegenüber. Zwar ist das Blut rein, liegen jedoch Erbschäden oder Krankheiten vor der Geburt vor, sind weder die Stammzellen noch das Blut nutzbar. Um das Blut auch bei Krankheiten zu nutzen, die erst im Erwachsenenalter auftreten, kann aus der Nabelschnur generell zu wenig Blut gewonnen werden. Bislang ist zudem die Stammzellentechnologie noch nicht so weit, als dass die entnommenen Stammzellen reproduziert werden könnten.

Es tritt kein Schaden auf

Entscheiden sich Eltern für die Einlagerung der Stammzellen und des Nabelschnurbluts, entstehen ihnen zumindest keinerlei Nachteile. Auch die Einlagerungskosten sind relativ niedrig, sodass der finanzielle Aufwand im Rahmen bleibt. Eltern sollten sich auf jeden Fall im Klaren sein, dass bei Knochenmarkserkrankungen in der Regel nicht das Eigenblut des Kindes zur Behandlung genutzt werden kann. Zu groß ist die Gefahr, dass die Krebszellen bereits im Blut enthalten sind und das Problem durch die Nutzung nur verschärft wird. Die Heilung von Erbkrankheiten ist ebenfalls durch Eigenblut nicht möglich.

Die Alternative zum Einlagern

Entscheiden sich Eltern dafür, die Nabelschnur und das Blut nicht zu entsorgen, können sie sich mitunter auf eine andere Variante festlegen. In diesem Fall wird das Nabelschnurblut gespendet und an eine öffentliche Spenderbank weitergereicht. Dem eigenen Kind oder den Eltern selbst steht das Blut zwar nicht mehr zur Verfügung, fremden Kindern hingegen kann mit der Spende durchaus geholfen werden. Hier im Anschluss gibt es eine weiterführende Beratung für Eltern: www.seracell.de.

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