Nabelschnurblut – Vorsorge für das eigene Kind

Mit Nabelschnurblut (Plazentarestblut) kann für das eigene Kind Vorsorge gegenüber späteren Erkrankungen getroffen werden, für deren Therapie Stammzellen benötigt werden. Diese befinden sich in großer Zahl im Nabelschnurblut und können das blutbildende System wieder herstellen. Ursächlich für diese Eigenschaft ist die Wanderung der Blutbildung während des Wachstums des Embryonen von Leber und Milz ins Knochenmark über den fetalen Blutkreislauf, also die Nabelschnur.

Vorsorge mit Nabelschnurblut

Stammzellentherapien greifen schon seit den späten 1980er Jahren auf Nabelschnurblut zu, das beileibe nicht nur zur Eigenversorgung desjenigen Kindes genutzt wird, von dem es stammt – schließlich erkranken die wenigsten Menschen und benötigen dadurch eine Stammzellentherapie -, sondern bevorzugt für fremde Personen oder nächste Angehörige (vorrangig Geschwister) eingesetzt wird. Die Nabelschnurblut-Stammzellentherapie hat sich parallel zu Therapien mit Stammzellen aus dem Knochenmark entwickelt und weist gegenüber diesen einige Vorteile auf. Unter anderem ist das Nabelschnurblut absolut risikoarm zu gewinnen, es dient auch Empfängern mit seltenen genetischen Veranlagungen und ist mit Tumorzellen und Viren so gut wie nie kontaminiert. Die Einlagerung per Kryokonservierung gelingt heutzutage sehr zuverlässig, dadurch kann das Blut auch nach Jahren und Jahrzehnten sicher zur Verfügung gestellt werden. Mehr Infos zu Nabelschnurblut erhalten Sie hier.

Nabelschnurblut zur Selbstversorgung

Da sich Stammzellen aus dem Nabelschnurblut gut vermehren und ausdifferenzieren, sind sie die geeignetsten Kandidaten, wenn einem Menschen im Verlaufe seines Lebens eine erblich bedingte Krankheit widerfährt und er Stammzellen, am besten die eigenen, benötigt. Diese stehen auf Abruf bereit, wenn sie nach der Geburt entnommen und eingelagert wurden. Sie wachsen zu Leber-, Nerven-, Muskel-, Blutgefäß-, Knorpel-, Knochen- und Inselzellen heran, also praktisch zu nahezu jedem Zelltypus, der von bösartigen Veränderungen betroffen sein kann. Die genannten Zelltypen sind diejenigen, die bis zum Jahr 2012 nachgewiesen wurden, höchstwahrscheinlich können die Stammzellen aus Nabelschnurblut aber noch viel mehr, was sich in den kommenden Jahrzehnten herausstellen wird. Deshalb ist es ein sehr kluger Schritt, wenn Eltern das Nabelschnurblut ihres Neugeborenen aufbewahren lassen.

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