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Trotz sinkender Geburtenrate: Erzieher begehrt wie eh und je

Seit dem 1. August 2013 haben Eltern hierzulande einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Ein- und Zweijährige. Doch auch gut ein Jahr später fällt es vielen Familien noch immer schwer, einen Betreuungsplatz für den eigenen Nachwuchs zu finden. Verwunderlich, bewegt sich die Geburtenrate in Deutschland doch seit Jahren auf einem äußerst niedrigen Niveau.

Dass sich die Suche nach einem Kita-Platz bisweilen aber doch extrem langwierig gestaltet, liegt zum einen daran, dass viele Kommunen noch erheblichen Nachholbedarf beim Ausbau der Kita-Plätze haben, zum anderen daran, dass vielen Kitas schlichtweg die Erzieher fehlen. Allein in Bayern sind aktuell 965 Stellen für Erzieher unbesetzt, so Wilfried Schober vom Bayerischen Städtetag.

Dabei sind die Möglichkeiten, sich hierzulande zum Erzieher ausbilden zu lassen, durchaus reich gesät. Eine Ausbildung zum Erzieher kann sowohl im dualen Berufsausbildungssystem als auch auf rein schulischem Wege absolviert werden. So bieten etwa die WBS Schulen Männern und Frauen gleichermaßen die Gelegenheit, sich innerhalb von drei Jahren in Voll- oder Teilzeitunterricht zum staatlich anerkannten Erzieher ausbilden zu lassen. Einzige Voraussetzung hierfür ist der Erwerb der Fachhochschulreife. Haben Interessenten eine berufliche Vorbildung vorzuweisen, reicht bereits ein mittlerer Schulabschluss.

Beruf mit großer Verantwortung

Neben den schulischen Qualifikationen sollten Erzieher aber vor allem gewisse zwischenmenschliche Kompetenzen mitbringen. Schließlich kommt ihnen die Aufgabe zu, Kinder und Jugendliche zu betreuen und deren soziale, psychische oder körperliche Entwicklung gezielt zu fördern. In erster Linie sind hier daher Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen, Geduld, Stressresistenz und Teamfähigkeit gefragt. Darüber hinaus sollten Interessenten über ein gutes Fingerspitzengefühl verfügen, um etwa Konflikte zwischen Kindern angemessen beurteilen und lösen zu können.

Auch die große Verantwortung, die Erzieher zwangsläufig zu übernehmen haben, sollte nicht unterschätzt werden. Erzieher sind für die Kinder und Jugendlichen, die sie betreuen, Vorbild, Bezugsperson und Mediator in einer Person. Daher ist Pflichtbewusstsein das A und O ihrer täglichen Arbeit.

Tolle Zukunftschancen in einem weiten Tätigkeitsfeld

Beschäftigungsmöglichkeiten – bisweilen gar in leitender Funktion – finden Erzieher derweil in zahlreichen sozialpädagogischen Einrichtungen. So werden sie z.B. in Krippen, Kitas, Kindergärten, vorbereitenden Schulen und Grundschulen, in der Kindertagespflege, in heil- und sonderpädagogischen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, in der offenen Jugendarbeit, in Hort- und Heimeinrichtungen, in betreuten Wohnformen sowie in Behindertenstätten eingesetzt und zum Teil händeringend gesucht.

Dank der Ausweitung der Betreuungsmöglichkeiten im vorschulischen und Ganztagsschulbereich ist der Beruf des Erziehers also sehr wohl ein Beruf mit Zukunftsperspektive – trotz stetig sinkender Geburtszahlen.

Bildquelle: commons.wikimedia.org © Anonymous (CC0 1.0)

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