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Postnatale Depressionen und Gewichtsabnahme nach Schwangerschaft

Schwerpunkte: Schwangerschaft, postnatale Depression, Gewichtsabnahme, Symptome, Behandlung




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Postnatale Depressionen und Gewichtsabnahme nach der Schwangerschaft

Auf die Ankunft eines Babys kann man sich gut vorbereiten. Babyschale fürs Auto, Wickelkommode, Schnuller, Bekleidung, Kinderwagen, Baby-Tragetuch - all das hat jeder Baby-Ausstatter im Angebot. Aber wie kann man sich auf eine Postnatale Depression vorbereiten? Kann man sich überhaupt darauf vorbereiten? Die meisten Frauen trifft eine Postnatale Depression völlig unverhofft.

Postnatale Depression

Aber wie äußert sich eine Postnatale Depression überhaupt? Nun, die Symptome können sehr verschieden sein und es müssen auch nicht alle Symptome zutreffen. Zeichen einer Postnatalen Depression können sein: Erschöpfung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, innere Leere, Schuldgefühle, Unlust, Ängste, Panikattacken, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Traurigkeit, Konzentrationsstörungen, Zwangsgedanken, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzbeschwerden, schwankende Gefühle gegenüber seinem Kind. Eine Postnatale Depression bedarf einer psychotherapeutischen Behandlung. Je früher sich die betroffene Mutter Hilfe holt, desto eher wird sie davon geheilt werden können. Scheuen Sie sich nicht Hilfe anzunehmen! Sie müssen nicht leiden, Ihnen kann geholfen werden! Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihre Hebamme über Ihre Gefühle! Nun leidet natürlich nicht jede Mutter, die nach der Geburt Gefühlsschwankungen hat oder weinen muss an einer Postnatalen Depression. Oftmals handelt es sich einfach um den "Baby-Blues", der aber spätestens zwei Wochen nach der Geburt wieder verschwindet. Die Postnatale Depression dagegen erkennen Sie daran dass die Symptome immer schlimmer werden anstatt sich zu verbessern.

Und das können Sie tun um nicht in eine Postnatale Depression zu rutschen:

- Isolieren Sie sich nicht. Vergraben Sie sich nicht allein in Ihrer Wohnung! Gehen Sie raus. Treffen Sie sich mit anderen Müttern und Freunden. Gehen Sie gemeinsam mit den Kinderwagen spazieren. Besuchen Sie eine Stillgruppe, einen PEKIP-Kurs oder eine Krabbelgruppe. All das wird Ihnen gut tun weil Sie merken, dass auch die anderen Mütter mit Anpassungsproblemen zu kämpfen haben. Als unterstützend kann sich auch ein Coaching mit der Methode NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) erweisen. In einem NLP-Training lernen Menschen in kurzer Zeit mit Lebensherausforderungen und Anpassungsproblemen lösungsorientiert umzugehen.

- Treiben Sie Sport. Organisieren Sie mindestens einmal wöchentlich eine Betreuung für Ihr Baby. Oma und Opa springen sicher gern ein und passen auf Ihr Kind auf. Gehen Sie joggen, walken, Rad fahren oder skaten. Auch schwimmen ist ideal. Es ist erwiesen, dass sportliche Betätigung Depressionen verhindern bzw. mildern kann.

- Nehmen Sie sich jeden Tag mindestens 15 Minuten Zeit für Ihr Äußeres. Duschen Sie, cremen Sie sich mit einer guten Lotion ein, machen Sie eine Gesichtsmaske und ein Peeling, tragen Sie Make-up auf und frisieren Sie sich die Haare. Wenn Sie so gepflegt sind, werden Sie sich viel eher wertschätzen als wenn Sie ungeduscht mit fettigen Haaren und in Jogginghose herum laufen.

- Bleiben Sie realistisch was die Gewichtsabnahme nach der Geburt betrifft! Sie sollten sich vornehmen, max. 500 g die Woche an Gewicht zu verlieren. Alles andere ist unrealistisch und nicht zu erreichen! Zu hohe Ziele werden Sie nur frustrieren.

 

Die Wochenbettdepression

Die Wochenbettdepression, auch Postnatale oder Postpartale Depression genannt, ist eine Erkrankung der Frau nach der Geburt eines Kindes. Die Wochenbettdepression ist nicht mit einem Babyblues zu vergleichen. Der Babyblues verläuft im Vergleich zur Postnatalen Depression eher leicht und hält maximal zwei Wochen an.

Die Postnatale Depression dagegen ist eine ernste Erkrankung welche in die Hände von Fachleuten gehört. Sie zeichnet sich durch eine Reihe von Symptomen aus. Diese sind unter anderem: Antriebsmangel, allgemeines Desinteresse, ambivalente Gefühle gegenüber dem Baby, starke Stimmungsschwankungen, Angst, Panik, Appetitlosigkeit und Kreislaufprobleme. Auch Schlafstörungen und Desinteresse kommen unter der Wochenbettdepression häufig vor. Allerdings müssen schon mehrere Symptome zusammenkommen um das man von einer Postnatalen Depression sprechen kann. Einzelne Symptome dagegen können jede junge Mutter treffen. So können Kreislaufbeschwerden auch auf einen Eisenmangel zurückzuführen sein. Und Desinteresse ist nach einer Geburt nichts Außergewöhnliches. Die Mutter konzentriert sich in erster Linie auf den Säugling und bekommt durch das Stillen und Tragen des Babys schon ausreichend Körperkontakt als das sie noch das Bedürfnis nach Nähe zu ihren Mann hätte.

Wenn Sie von einer Wochenbettdepression betroffen sind, dann sollten Sie folgende Hinweise lesen:

+ Eine Wochenbettdepression ist eine richtige Krankheit. Und diese gehört in die Hand eines Fachmannes. Suchen Sie Ihren Arzt auf und lassen Sie sich an einen erfahrenen Psychologen überweisen. Scheuen Sie sich nicht vor diesen Schritt – ohne Behandlung wird die Depression immer größere Ausmaße annehmen und kann im schlimmsten Fall in einer Postnatalen Psychose enden.

+ Achten Sie gut auf sich selbst. Dazu gehören regelmäßige Ruhepausen. Wenn Ihr Baby am Tage schläft, so legen Sie sich dazu und nutzen Sie diese kostbare Zeit ebenfalls für eine Ruhepause. Sorgen Sie dafür dass Sie ab und an jemanden für Ihr Baby haben. Sie brauchen auch Zeiten für sich allein, und wenn es nur 1 Stunde ist.

+ Verwöhnen Sie sich. Ihr Mann kommt von der Arbeit nach hause und kümmert sich sicher gern um das Baby. Machen Sie die Badezimmertür hinter sich zu und widmen Sie sich Ihren ganz persönlichen Verwöhnprogramm: Nehmen Sie ein schönes warmes Bad bei Kerzenschein und leiser Musik. Und danach cremen Sie sich mit einer duftenden Bodylotion ein. Zudem wirken ein Gesichts-Peeling, eine Pflegemaske und eine gute Creme Wunder und lassen Ihren Teint gleich viel strahlender erscheinen.

+ Treiben Sie Sport. Auch wenn Sie absolut keinen Antrieb haben: die körperliche Betätigung tut Ihnen garantiert gut und hilft die Stimmung zu heben.

+ Suchen Sie das Gespräch zu Ihrem Partner. Es ist gut wenn er weiß wie es Ihnen geht. Kann er Sie irgendwie unterstützen? Was wünschen Sie sich von ihm? Sprechen Sie alles aus was Sie bewegt. Ihr Mann kann Ihnen nur helfen wenn Sie offen und ehrlich über sich sprechen.

+ Haben Sie Geduld. Eine Wochenbettdepression ist nicht etwas was von heute auf morgen verschwindet. Mit einer guten Therapie und eventuell einem unterstützendem Medikament werden Sie sich aber schon bald besser fühlen.


Schwangerschafts-Depression – so finden Sie den richtigen Therapeuten

Eine Schwangerschafts-Depression tritt, wie der Name ja bereits sagt, in der Schwangerschaft auf. Man denkt es kaum, aber ca. 10 – 20 Prozent aller Frauen sind davon betroffen. Sie leiden unter starken Erschöpfungs-Symptomen, allgemeinen Desinteresse, starker Gereiztheit, häufigem Weinen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und dergleichen mehr. Nicht jede Frau die hin und wieder unter einem dieser Symptome leidet hat auch gleichzeitig eine Schwangerschafts-Depression. Erst wenn drei Symptome oder mehr zusammenkommen spricht man von dieser Diagnose.

Ihr Arzt hat bei Ihnen also eine Depression festgestellt und Ihnen eine Psychotherapie empfohlen. Sie halten die Überweisung dafür in den Händen, wissen aber einfach nicht wie Sie an einen Therapeuten kommen sollen. Folgende Hinweise können Ihnen eine Hilfe bei der Suche nach einem Psychotherapeuten sein.

# Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Hebamme nach Adressen von Therapeuten. Gerade in größeren Städten haben Sie die Auswahl zwischen verschiedenen Psychotherapeuten. Auch im Telefonbuch finden Sie Adressen von geeigneten Praxen. Suchen Sie sich zuerst einmal diejenigen heraus, welche in Frage kommen. Manche Frauen können sich eher vorstellen mit einer Frau über ihre Problematik zu sprechen und manche Frauen bevorzugen einen Mann als Therapeuten. Auch die Erreichbarkeit spielt eine Rolle. Wenn Sie kein Auto haben und in der Stadt wohnen, dann nützt Ihnen ein Therapeut auf dem Lande nichts, wenn es zudem keine Busverbindung dorthin gibt.

# Nun greifen Sie zum Telefon und rufen Sie die verschiedenen Therapeuten an. Bitte wundern Sie sich nicht wenn Sie häufig eine Bandansage zu hören bekommen: die meisten Therapeuten sind nur zu ganz bestimmten Zeiten telefonisch erreichbar. Sprechen Sie auf den Anrufbeantworter oder rufen Sie zu der angegebenen Sprechzeit noch einmal an.

# Manche Therapeuten haben unheimlich lange Wartelisten. Häufig kommt es vor das Sie 6-12 Monate auf einen Therapieplatz warten müssen. Solange haben Sie aber nicht Zeit. Telefonieren Sie weiter und geben Sie nicht gleich auf. Ein Vorteil ist es, wenn Sie auch am Vormittag Zeit für die Beratungsgespräche hätten, denn zu dieser Zeit haben die Therapeuten eher noch freie Kapazitäten als nachmittags oder abends.

# Bekommen Sie auf diesen Wege keinen Therapieplatz, so wenden Sie sich an das örtliche Gesundheitsamt. Dort ist meist auch eine Psychologin beschäftigt die Ihnen weiterhelfen kann. Es lohnt sich auch bei den Wohlfahrtsverbänden nachzufragen, ob es dort einen freien Therapieplatz gibt. Vorteil hiervon ist, dass die Therapiestunden nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden. (Sie können in der Regel nur aller zwei Jahre eine Therapie beantragen). Wohlfahrtsverbände bieten ihre Dienste kostenfrei an, freuen sich aber auch über eine kleine Spende.

# Haben Sie einen Therapieplatz gefunden, so wird in der Regel ein Termin für ein Vorgespräch gemacht. Zu diesem Vorgespräch erzählen Sie dem Therapeuten warum Sie hier sind. Der Therapeut wird Ihnen in groben Zügen die Behandlung umreißen und Ihnen erste Erklärungen zu Ihrer Erkrankung geben. Dieses erste Treffen dient vor allem auch dazu herauszufinden, ob beide Parteien sich vorstellen könnten miteinander zu arbeiten. Es muss schon eine gewisse Sympathie da sein um sich dem Therapeuten öffnen zu können.

# Haben Sie das Gefühl das es so passen könnte, dann vereinbaren Sie mit dem Therapeuten die nächsten Termine.

# Fühlen Sie sich in Gegenwart des Therapeuten aber unwohl und können Sie sich gar nicht vorstellen mit ihm zusammen zu arbeiten, dann sagen Sie das bitte ganz offen. Es ist Ihr gutes Recht dann weiter nach einen anderen Psychotherapeuten zu suchen. Scheuen Sie sich nicht dem Therapeuten dis mitzuteilen. Eine Therapie ist nur dann von Erfolg gekrönt, wenn die Basis zwischen den Therapeuten und den Patienten stimmt.


Depression und Schwangerschaft

Es gab eine Zeit, da glaubten Mediziner dass die in der Schwangerschaft ausgeschütteten Hormone ein guter Schutz gegen Depressionen seien. Neueste Forschungen jedoch widerlegen das. Ca. 10-20 Prozent aller Frauen leiden unter Depressionen – und darunter befinden sich etwa gleich viele Schwangere wie auch nicht Schwangere. Eine Depression ist immer eine ernst zu nehmende Erkrankung. Das gilt vor allem für eine Depression die während der Schwangerschaft auftritt, denn diese kann auch die Gesundheit des Babys gefährden.

Um zu erkennen ob Sie unter einer Depression leiden, ist es wichtig dass Sie sich näher mit dieser Erkrankung befassen. Wie äußert sich eine Depression? Und welche Symptome können dabei auftreten? Die Depression ist eine Erkrankung der Seele und kann entweder biologisch oder Verhaltensbedingt sein. Einige der folgenden Symptome treten sicher auch bei gesunden Schwangeren auf. Daher spricht man erst dann von einer Depression, wenn mindestens drei dieser Symptome in einem Zeitraum von zwei Wochen zusammen auftreten:

  • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren
  • extreme Gereiztheit, oft ohne jeden Grund
  • häufiges Weinen
  • Schlafstörungen
  • Gefühl der innerlichen Leere
  • allgemeines Desinteresse
  • Körperliche beschwerden wie Kopfschmerzen, Herzschmerzen ect.
  • starke Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit oder völlige Verweigerung des Essens
  • Desinteresse
  • Gefühl der Einsamkeit

Verspürt nun eine Schwangere drei oder mehr dieser Symptome, so sollte sie sich möglichst bald an ihren behandelnden Arzt wenden. Es kann dann sein, das sie an einer klinischen Depression leidet. Eine Depression ist wirklich eine ernste Erkrankung und viel mehr als nur „ein bisschen Niedergeschlagenheit“. Eine Depression die nicht behandelt wird kann dazu führen, dass die Schwangere nicht mehr in der Lage ist für sich und ihr Ungeborenes zu sorgen. Viele Depressive versuchen auch mit Alkohol oder Tabletten die Stimmung zu heben – und das hat fatale Folgen für die Entwicklung des Babys! Im schlimmsten Fall kann eine depressive Schwangere so weit am Ende sein, das sie Selbstmordgedanken hegt oder gar einen Selbstmord durchführt.

Eine Depression in der Schwangerschaft kann auch dazu führen, dass die Schwangere keine emotionale Verbindung mehr zu ihrem Baby im Bauch hat. Der betroffenen werdenden Mutter ist es dann völlig egal wie es ihrem Baby geht. Sie kann auch nichts schönes mehr daran empfinden wenn es sich in ihren Bauch bewegt. Ihr ist dann einfach alles egal. Tritt eine Depression in der Schwangerschaft auf und bleibt unbehandelt, so sind die Chancen sehr groß nach der Geburt in eine postnatale Depression zu verfallen. Neueste Forschungen haben ergeben, das Mütter welche unter Depressionen litten viel häufiger Frühgeburten oder Babys mit eine sehr niedrigen Geburtsgewicht bekamen. Auch die Gefahr einer Fehlgeburt ist bei einer depressiven Schwangeren eher gegeben.

Mediziner sind der Meinung, dass es mehrere Ursachen haben kann wenn eine Frau in der Schwangerschaft eine Depression bekommt. Je jünger eine Frau ist, desto größer ist das Risiko einer Depression. Das hängt damit zusammen, weil jüngere Frauen viel eher von der Nachricht „schwanger“ aus der Bahn geworfen werden. Viele junge Schwangere haben keinen festen Partner, das Kind war überhaupt nicht geplant und eigentlich wollten sie erst mal ein Paar Jährchen arbeiten gehen. Die Schwangerschaft platzt da ziemlich unpassend hinein und verunsichert besonders junge Frauen häufig sehr stark.

Frauen ohne festen Partner und ohne Unterstützung der Familie leiden deutlich häufiger unter einer Depression als Frauen die in einer glücklichen Beziehung leben. Auch das soziale Umfeld spielt eine Rolle. Generell kann man sagen, das der Rückhalt des Partners und der Familie wichtige Punkte dafür sind, das die Schwangere eine schöne und beschwerdefreie Zeit erlebt.

Wenn eine schwangere Frau befürchtet unter einer Depression zu leiden, so sollte sie keine Scheu haben und sich zeitnah an ihren Arzt wenden. Eine Depression geht leider nicht einfach wieder weh. Unbehandelt kann sie schwere Folgen haben. Halten Sie sich diese Tatsache vor Augen!

Glücklicherweise gibt es mehrere Möglichkeiten eine Depression während der Schwangerschaft zu behandeln. Der wichtigste Punkt ist: sich Hilfe holen. Alleine kommen Sie aus dem Sumpf der Depression nicht wieder heraus. Sie werden merken, wie gut es tut, mit einem Arzt über Ihre momentane Lage zu sprechen. Das kann schon dazu beitragen, dass Sie sich deutlich besser fühlen. Seien Sie nicht schockiert wenn der Arzt Ihnen eine Psychotherapie vorschlägt. Leider verbinden noch immer viele Menschen eine Psychotherapie mit Verrücktsein. Das ist völlig falsch. Wenn Sie sich ein Bein gebrochen haben, dann gehen Sie ohne nachzudenken zum Chirurgen und lassen sich einen Gips verpassen. Und genauso natürlich ist bei einer Depression zur Psychotherapie zu gehen.

Ist eine Therapie allein nicht ausreichend, so wird Ihr Arzt Ihnen zu einem Antidepressiva raten. Antidepressiva sind moderne Medikamente, welche zusammen mit einer Therapie die Depression heilen können. Nicht jedes Medikament darf aber in der Schwangerschaft genommen werden. Ihr Arzt kann Ihnen aber genau sagen, welches Antidepressivum für Sie geeignet ist. Die Entscheidung ob man mit einem Medikament behandelt oder nicht sollte immer gut abgewägt werden. Zuerst müssen alle anderen Möglichkeiten der Behandlung ausgeschöpft sein. Wenn aber eine Schwangere so stark unter ihren Symptomen leidet oder gar selbstmordgefährdet ist, dann kann ein Antidepressivum der rettende Anker sein.

Neben einer Psychotherapie und Medikamenten können Sie aber auch einiges dafür tun das es Ihnen besser geht. Achten Sie auf sich und haben Sie keine zu hohen Erwartungen an sich. Sie dürfen Pausen in Ihren Alltag einlegen und Sie müssen nicht perfekt sein. Gönnen Sie sich hin und wieder etwas Schönes. Gehen Sie mit Ihrem Partner oder mit einer guten Freundin schön essen. Kaufen Sie sich ein chices Umstands-Teil. Gehen Sie zur Massage. Und vor allem: gehen Sie unter Leute! Knüpfen Sie Kontakte zu anderen Schwangeren. Besuchen Sie einen Yoga-Kurs für Schwangere oder später in der Schwangerschaft einen Geburtsvorbereitungskurs. Und nehmen Sie rechtzeitig Kontakt zu einer Hebamme auf. Sie haben Anspruch auf Hebammenhilfe auch schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Eine Hebamme hat zum Beispiel auch die Möglichkeit mittels Akupunktur gegen die Depression anzugehen. Gehen Sie wirklich unter Leute und vergraben Sie sich auf keinen Fall allein im Haus! Verlieren Sie nicht den Mut - mit Hilfe und Unterstützung wird es Ihnen sicher bald besser gehen!


Postnatale Depressionen und Baby-Blues – so werden Sie damit fertig

Von Postnatalen Depressionen hat wohl jeder schon einmal gehört. Aber was genau verbirgt sich dahinter? Eine Postnatale Depression ist eine Erkrankung, welche nach einer Geburt auftreten kann. Postnatal heißt nach der Geburt. Und eine Depression ist eine psychische Niedergeschlagenheit.

Nach der Geburt erleben sehr viele Frauen ein Stimmungstief. Sie sind niedergeschlagen, weinen viel und können sehr gereizt sein. Dieser Zustand kann ein bis zwei Wochen anhalten und wird als Baby-Blues bezeichnet. Der Baby-Blues hat seine Ursache in den hormonellen Veränderungen, die eine Frau nach der Geburt ihres Kindes durchmacht. Ihr Körper muss sich erst wieder von „schwanger“ auf „nicht schwanger“ umstellen. Diese Zeit ist durch Stimmungsschwankungen, aber auch durch starkes Schwitzen gekennzeichnet. Mit Sicherheit spielt auch der Mangel an Schlaf eine Rolle. Die junge Mutter muss sich schließlich erst daran gewöhnen das sie jede Nacht mehrmals von ihrem Baby geweckt wird. Mütter die ihr erstes Kind bekommen leiden unter dieser Schlaflosigkeit mehr als Mütter die bereits ein oder mehrere Kinder haben. Auch das oft grundlos erscheinende Schreien eines Neugeborenen kann Mütter hilflos und zum Baby-Blues beitragen. Das Kleine weint und weint und die Mutter kann es häufig durch nichts beruhigen. Viele Frauen denken dann, sie schaffen es nie mit einem Baby umzugehen und es ich recht zu machen. In Wahrheit ist es aber völlig normal das Neugeborene viel weinen – schließlich müssen sie sich erst in unserer Welt zurechtfinden. Wie sie sehen ist der Baby-Blues eine völlig natürliche Erscheinung nach der Geburt. Sie tritt bei 50 -80 Prozent aller Mütter auf.

In 11-15 Prozent aller Fälle jedoch entsteht aus dem Baby-Blues eine postnatale Depression. Man kann so sagen, dass der Baby-Blues die abgemilderte Form einer postnatalen Depression ist. Von einer Postnatalen Depression spricht man dann, wenn die Stimmungsschwankungen und die anderen Symptome des Baby-Blues länger als 2 Wochen anhalten oder ausgesprochen stark auftreten. Postnatale Depressionen werden umgangssprachlich auch als Wochenbettdepressionen bezeichnet. Eine Postnatale Depression entsteht aber nicht immer in den ersten Wochen nach der Geburt – sie kann auch im Laufe des ersten oder zweiten Lebensjahres des Babys auftreten. Es ist nicht so dass solch eine Depression von einen Tag auf den anderen entsteht. Sie beginnt eher schleichend und wird unbehandelt leider immer ausgeprägter. Zu den Symptomen gehören: absolute Traurigkeit, keine Lebensfreude mehr, oft grundlos erscheinendes Weinen, Reizbarkeit, Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, Schuldgefühle, Angst- und Panikzustände, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen, Unlust und Schlafstörungen.. Oftmals hat die Mutter ambivalente Gefühle gegenüber ihrem Baby. Es kann im extremen Fall sogar dazu kommen, das die Mutter sich und ihr Baby töten will.

Sie sehen, die Symptome einer Postnatalen Depression gehen weit über die Symptome des Baby-Blues heraus. Die betroffenen Frauen bemerken ihre Symptome sehr wohl und ahnen meist auch schon, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Nur getrauen sich viele Mütter einfach nicht diese Symptome auch zuzugeben und mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme darüber zu sprechen. Warum ist das so? Nun, viele der betroffenen Mütter wollen einfach nicht zugeben dass sie Hilfe brauchen. Sie denken dass sie alles allein schaffen müssen. Und das sie immer gutgelaunt und fröhlich durch den Tag laufen müssen. Das ist es nämlich, was die Werbung uns vormacht. Haben Sie schon einmal genau auf die Mutter aus dem Werbeprospekt für Babynahrung geachtet? Sie füttert voller Geduld mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen ihr Kind. Sie ist natürlich frisch frisiert, hat einen strahlenden Teint und ist chic angezogen. Keine Spur von der Realität! Denn die sieht wahrlich anders aus: die junge Mutter kann froh sein wenn sie es bis Mittag unter die Dusche geschafft hat. Die Alltagsbekleidung besteht meist aus Jeans und einem T-Shirt. Frisör? Was ist das? Lange nicht mehr da gewesen… Das Gesicht zieren dunkle Augenringe und zur Kosmetik müsste man auch mal wieder gehen. DAS ist die Realität. Junge Mütter lassen sich von dem Bild der strahlenden Mutter verunsichern. Sie wollen auch so glücklich sein. Schließlich haben sie gerade erst ein Kind bekommen! Da gehört es doch dazu dass alles Friede, Freude, Eierkuchen ist! Alles andere hat da keinen Platz – denken viele.

Was hier hilft ist ein offenes Gespräch mit Ihrer Hebamme. Sie kann sehr gut verstehen wie es Ihnen geht. Sie hört Ihnen zu und erwartet auch nicht dass Sie immer glücklich sein müssen. Und suchen Sie den Kontakt zu anderen Müttern! Depressive Frauen gehen häufig fast gar nicht mehr aus dem Haus. Dadurch verschlimmert sich die Depression natürlich noch. Besuchen Sie eine Stillgruppe oder eine Krabbel-Gruppe. Kirchgemeinden bieten häufig Mutti-Kind-Kreise an. Oder suchen Sie sich eine andere Mutter mit der Sie gemeinsam spazieren gehen können. Die Gespräche mit anderen Müttern können Ihnen helfen ein realistischeres Bild von dem Leben mit einem kleinen Baby zu bekommen.

Leiden Sie unter einer Postnatalen Depression, so ist es ganz wichtig für Sie Ihren Partner mit einzubeziehen. Sprechen Sie mit ihm offen über Ihre Gedanken und Gefühle. Sagen Sie ihn wie er Sie unterstützen kann und was sie von ihm erwarten. Oftmals sind es schon die kleinen Dinge die Ihnen etwas Erleichterung bringen können. Ihr Mann könnte Ihnen das Baby für ein paar Stunden abnehmen und Sie hätten endlich mal wieder etwas Zeit nur für sich. Oder machen Sie einen schönen Familienausflug ins Grüne. Packen Sie den Kinderwagen und ein Picknick ein und entfliehen Sie einmal Ihren vier Wänden. Auch wenn Sie keine große Lust dazu verspüren: gehen Sie ins Freie – Sie werden merken das es Ihnen gut tut!

Oftmals reicht es aber einfach nicht aus auf die Hilfe des Partners oder von Freunden zu bauen. Eine Wochenbettdepression erfordert fast in jeden Fall professionelle Hilfe. Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme kann Ihnen Adressen von Psychologen geben. In Gesprächen mit diesen Fachleuten können Sie an Ihrer momentanen Gefühlslage arbeiten und so Erleichterung erfahren. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein die Therapie mit Medikamenten zu unterstützen. Keine Angst: moderne Antidepressiva machen nicht mehr abhängig und Sie laufen dadurch auch nicht wie benebelt durch die Gegend. Es gibt inzwischen sogar Antidepressiva mit denen ein Stillen des Babys problemlos möglich ist. Diese Medikamente können eine Brücke sein um wieder im Alltag klarzukommen. Scheuen Sie sich daher bitte nicht einen Psychologen oder Psychiater aufzusuchen. Postnatale Depressionen sind sehr gut zu behandeln. Je eher Sie sich an einen Fachmann wenden, um so eher wird es Ihnen wieder besser gehen!

Der Babyblues nach der Geburt ist völlig normal und hängt mit der erneuten Umstellung der Hormone zusammen. Doch die Postnatale Depression kann das Leben der Mutter so beeinträchtigen, dass sie sich zu nichts mehr in der Lage fühlt und auch das Kind nicht so lieben kann, wie es nötig wäre. Die Postnatale Depression kann auch einige Zeit nach der Geburt vorkommen, sogar noch Monate später. Ohne professionelle Hilfe findet die Frau aus diesem psychischen Loch nicht wieder heraus, auch der Partner kann nicht helfen.

Rund zehn Prozent der Frauen, die das erste Mal Mutter werden, leiden unter der PND, der Postnatalen Depression. Dabei kann die Postnatale Depression nicht mit dem bekannten Babyblues gleichgesetzt werden. Denn dieser beginnt einige Tage nach der Geburt und die Mütter sind überbesorgt, weinerlich, gereizt und müde. Verantwortlich sind für die Stimmungsschwankungen die Hormonumstellungen, die direkt nach der Geburt einsetzen und den Körper wieder auf „Normalmaß“ regeln sollen. Der Babyblues verschwindet nach kurzer Zeit. Die Postnatale Depression ist weitaus schwerwiegender. Sie beginnt erst nach dem Babyblues und die Mutter wird ängstlich und kann sich an ihrem Kind nicht freuen. Teilweise beginnt die Postnatale Depression sogar schon in der Schwangerschaft oder sie kommt erst Monate nach der Geburt. Die Mütter haben ihr Kind zuerst genossen und sich an der Mutterschaft gefreut, doch nach und nach werden sie immer depressiver. Das normale Leben kommt teilweise gänzlich zum Stillstand.

Verschiedene Symptome deuten auf eine Postnatale Depression hin. Treten einzelne Symptome auf, muss das noch kein Hinweis auf diese „nachgeburtliche tiefe Traurigkeit“ sein. Höhen und Tiefen im Verlaufe der ersten Zeit als Mutter sind völlig normal. Wenn die Symptome allerdings gehäuft und vor allem für eine längere Zeit auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden. Symptome können sein:

- Die Mutter fühlt sich elend, schlapp und müde.
- Das Leben scheint für sie nicht lebenswert und es gibt kaum etwas, worauf sie sich freuen könnte.
- Die Mutter fühlt sich ständig schuldig und übernimmt für alles die Verantwortung.
- Kinder und Partner haben unter den Reizzuständen der Mutter zu leiden.
- Ständiges Weinen.
- Stetige Erschöpfung, Schlaf stellt sich aber nur schwer ein.
- Die Mutter hat scheinbar keinen Humor mehr und kann keinen Spaß empfinden.
- Die Mutter fühlt sich überwältigt und hat das Gefühl, die täglichen Aufgaben nicht mehr meistern zu können.
- Überbesorgnis in Bezug auf das Baby, Suche nach Bestätigung durch Ärzte, dass es dem Kind gut geht.
- Sorge um die eigene Gesundheit.
- Fehlende Konzentrationsfähigkeit.
- Das Baby scheint wie ein fremdes Kind zu sein – fehlende Liebe.
- Teilweise kann auch der Sexualtrieb verloren sein, es treten Antriebslosigkeit und Gedächtnisprobleme auf.
- Entscheidungen werden kaum selbstständig getroffen.
- Essen aus Frust oder Mangel an Appetit.
- Schlafstörungen.

Wenn Sie sich die Frage stellen „Habe ich eine Postnatale Depression?“, so sollten Sie die obigen Symptome durchgehen und auch das Gespräch mit dem Arzt oder der Hebamme suchen. Beide können eine Therapie empfehlen. Hilfreich können auch die Foren im Internet sein, in denen sich Betroffene und Angehörige austauschen. Allerdings ersetzen solche Foren natürlich keine persönliche Therapie.

Die Therapie selbst erfolgt kombiniert aus Medikamenten und Gesprächen. Es werden Antidepressiva verabreicht, die sehr gut wirken. Die Medikamente müssen aber richtig eingenommen werden, damit die Mutter sich besser fühlt. Allerdings muss auch Zeit eingeräumt werden, denn die Medikamente müssen sich regelrecht in das System des Körpers der Frau einbauen. Hinzu kommen die Gespräche mit dem Arzt oder Therapeuten, auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe kann helfen. Wichtig ist es auch für die Familie, sich aufklären zu lassen, damit die Therapie auch zu Hause fortgesetzt werden kann.


 

Weitere Infos im Forum: Postnatale Depression

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