Aufregende Jahre für Kinder, stressige Zeiten für Eltern
- die Phase der Pubertät. Meist dauert sie zwei bis vier Jahre,
kann sich aber auch durchaus kürzer oder länger hinziehen.
Je nachdem, wie Kinder und Eltern die Pubertät erleben, ist die
gefühlte Zeitdauer (zumindest bei Eltern) auch schnell mal bei
zehn Jahren.
Die Entwicklung bei Mädchen
Heute beginnt die Pubertät bei Mädchen meist sehr früh. Ein Wachstumsschub
setzt ein, die Brust wächst, das Becken wird breiter, Scham- und Achselhaare
beginnen sich zu zeigen. Viele der Mädchen sind dann etwa zehn Jahre alt.
Neben der äußeren sichtbaren Veränderung entwickeln sich die
inneren Geschlechtsorgane, bis es dann schließlich zur ersten Regelblutung kommt. Begann die Menstruation der Mädchen noch vor nicht allzu langer Zeit
mit etwa 16 bis 17 Jahren, erleben heute viele Mädchen ihre erste Regelblutung
mit zwölf bis 13 Jahren. Allerdings gibt es für die Regel keine Regel.
So kann es genauso gut passieren, dass bei einem Mädchen mit zehn oder auch
mit 15 Jahren erstmals die Periode einsetzt. Da sich jedes Mädchen in seinem
individuellen Tempo entwickelt, variiert auch der Beginn der Menstruation. Ebenfalls
unterschiedlich sind Dauer und Stärke der Periode. Alles muss sich erst
einpendeln und es kann durchaus bis zu drei Jahren dauern, bis sich ein regelmäßiger
Rhythmus eingespielt hat.
Die Entwicklung bei Jungen
Bei den Jungen beginnt die Pubertät im Durchschnitt später als bei
den Mädchen. Als erstes äußeres Anzeichen für den Beginn
der Pubertät wachsen bei ihnen die Hoden, oft im Alter zwischen elf und
zwölf Jahren. Wie bei den Mädchen setzt auch bei den Jungen nun ein
kräftiger Wachstumsschub ein. Der Penis wird größer, die ersten
Schamhaare werden sichtbar, Körperbehaarung und Oberlippenflaum beginnen
zu sprießen. Auch der Kehlkopf und die Stimmbänder wachsen, der Stimmwechsel
setzt ein.
Die Pubertät im Kopf
Die Vorbereitung für die Pubertät beginnt im Gehirn. Lange vor der
sichtbaren Veränderung spielen sich im Körper der Mädchen und
Jungen bereits erste Planungen ab. Die Hormone LH und FSH werden gebildet, gelangen
in den Blutkreislauf und sorgen so für die körperlichen Veränderungen.
Sie kurbeln die Produktion der Sexualhormone (Östrogene und
Testosteron) an und sind verantwortlich dafür, dass Eizellen reifen und Samenzellen produziert
werden. Durch die Produktion der Hormone verändert sich auch die Haut. Pickel und Mitesser entstehen häufig während der Pubertät.
Ein Prozess der Veränderungen
Für Eltern und Kinder ist die Zeit der Pubertät eine Zeit der Wandlung
und Neuorientierung. Häufig ist von der vormals herrschenden Harmonie zwischen
Kindern und Eltern nichts mehr zu spüren, stattdessen „regieren“ oftmals
Streit und Zank. Provokationen sind vielfach an der Tagesordnung, Grenzen werden
nicht mehr eingehalten, Tränen fließen – die Idylle ist vorbei.
Die verschiedenen Phasen der Pubertät
Die erste Phase im Alter zwischen 10-12
Körperliche Veränderungen
- Produktion von Sexualhormonen (bei Mädchen Östrogene, bei Jungen
Testosterone)
- Stimmbruch
- erste Menstruation
- Körper- und Schambehaarung
Verhalten
- Veränderungen in der Geschlechterbeziehung
- Distanz zu den Eltern
- Geheimnisse
- Lügen
- Wutausbrüche
- Stimmungen wechseln abrupt
Die zweite Phase im Alter zwischen 13-15
Körperliche Veränderungen
- plötzlich einsetzende Wachstumsschübe
- Körperproportionen wirken unstimmig
- Talgdrüsen produzieren zuviel Fett, Pickel und Mitesser entstehen
- erster Samenerguss
Verhalten
- Selbstwertprobleme -> Gereiztheit
- Provokativ
- Experimente bei Mädchen und Jungen im Sinne der typischen Rollenmuster
(Mädchen beginnen sich zu schminken, Jungen zeigen Macho-Verhalten)
- die eigene Sexualität wird erforscht
Die dritte Phase im Alter zwischen 16-18
Körperliche Veränderungen
- die körperlichen Veränderungen gehen mit übertriebenem Körperkult
einher (Fitness, Essstörungen)
Verhalten
- Lösen vom Elternhaus
- Phase der Neuorientierung
- Selbstständigkeit
- eigene Zukunft und der Sinn des Lebens wird gesucht
Natürlich müssen die genannten Verhaltensweisen nicht auf jedes Kind
zutreffen. Und nicht jedes Verhalten des Kindes ist für die Eltern nachvollziehbar.
Die Pubertät bringt nicht nur für die Kinder Veränderungen mit
sich, auch Eltern müssen sich in dieser Zeit neu orientieren. Schwierig
ist es, die richtige Balance zu finden zwischen Vertrauen und Kontrolle, zwischen
Freiraum und Grenzen, zwischen Halten und Loslassen. Oft sind die Verhaltensweisen
der Kinder nicht vorhersehbar und was gestern in den Augen der Kinder noch richtig
war, ist am nächsten Tag unter Umständen falsch. So sind Eltern immer
wieder aufs Neue gefordert, ihr Verhalten neu anzupassen und ihr Kind zu verstehen.
Dass das nicht jeden Tag hundertprozentig gelingen kann, ist verständlich.
Schwierigkeiten und Krisen in der Pubertät
In vielen Haushalten
herrscht während der Pubertät Krisenstimmung.
Die ehemals lieben Kleinen werden verhaltensauffällig, einige begehen ihre
ersten Delikte, andere sind Internet-süchtig, Schule ist
unwichtig, junge Mädchen leiden an Magersucht, um ihren Idolen nachzueifern … die
Liste ließe sich noch weiter fortführen. Eltern, die nicht von diesen
Extremfällen betroffen sind, können sich glücklich schätzen.
Eltern allerdings, die ihre Kinder hier wiedererkennen, haben zumeist schon einen
langen Leidensweg hinter sich und oftmals auch noch vor sich. Nun wäre es
einfach pauschal zu sagen: Diese Kinder kommen aus einem schlechten Elternhaus
oder der liberale Erziehungsstil ist schuld. Doch so schwarz-weiß stellt
sich die Situation leider nicht da. Während Außenstehende oft über
die Schuldfrage nachdenken, haben Eltern zumeist ganz andere Probleme. Sie wünschen
sich einfach einen normalen Alltag mit ihren Kindern zurück.
Während Eltern mit dieser Situation überfordert und häufig völlig
verunsichert sind, fragen sie sich wohl jeden Tag, wie sie es denn nun richtig
machen sollen. Der eine ruft nach mehr Strenge, der andere rät zu mehr Freiheit.
Selbst Experten sind sich nicht immer einig. Und wie nun die richtige Erziehung
aussehen soll, dieses Patentrezept ist leider nur in der Theorie erhältlich.
Wenn Eltern nicht mehr weiter wissen, suchen sie oft Hilfe in Foren oder Ratgeberbüchern.
Dort hoffen sie auf Empfehlungen und Informationen und wünschen sich gleichzeitig,
auch Trost zu erfahren. Wer sich als Eltern in Foren umschaut, wird erkennen,
dass es anderen Eltern oft auch nicht besser ergeht. So spenden Ratgeberbücher
und Foren ein wenig Zuspruch und geben Eltern das Gefühl, dass sie ihre
Sorgen und Nöte mit vielen Eltern teilen.
Es gibt sehr viele Ratgeberbücher zum Thema „Schwierigkeiten in der
Pubertät“. Gute Ratgeber sind inhaltlich klar und nachvollziehbar
aufgebaut und lockern mit Fotos die Texte auf. Da es vielen Eltern um ganz unterschiedliche
Problematiken geht, sind kurze prägnante Kapitel ideal. So kann sich jeder
schnell das Thema heraussuchen, das gerade besonders interessiert. Allerdings
können Ratgeber keine allgemeingültigen Regeln zur Erziehung und zum
Umgang mit den pubertierenden Kindern aufstellen, Eltern können aber die
für sie wichtigen Anregungen nutzen und sie auf das eigene Kind anwenden.
Und manchmal bedeutet es auch schon ein wenig Trost, wenn man weiß,
dass man mit seinen Sorgen und Problemen nicht allein da steht.
Der Begriff verzögerte Pubertät wird dann gebraucht, wenn
bei Mädchen
bis zum 13. Lebensjahr und bei Jungen bis zum 14. Lebensjahr noch keine
Anzeichen von Pubertät aufgetreten sind. Als Ursachen für
eine verzögerte
oder ausbleibende Pubertät kommen die konstitutionelle Entwicklungsverzögerung
oder der hypergonadotrope Hypogonadismus infrage. Auf Grund der verzögerten
Pubertätsentwicklung können bei Mädchen und Jungen psychische
Probleme auftreten. Ein Artikel über verfrühte Pubertät findet sich
bei Bär-Facts.
Kopfschmerzen/Migräne
Migräne zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Vielfach
setzt die Erkrankung während der Pubertät ein, andererseits kann es
ebenso passieren, dass Kinder, die an Migräne leiden, mit Einsetzen der
Pubertät davon erlöst sind. Ehe medikamentöse Therapien erwogen
werden, sollte zunächst versucht werden, Reizüberflutung auszuschalten
und mit Kühlelementen und ätherischen Ölen zu arbeiten.
Leiden Kinder immer wieder an starken, pochenden Kopfschmerzen, kann
dies ein Hinweis auf Migräne sein. Oft schmerzt nicht nur eine Seite, sondern der
ganze Kopf. Sind die Kinder zusätzlich teilnahmslos, schwach und müde
und kommt eventuell noch Übelkeit und Erbrechen hinzu, sollten die Beschwerden
unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Zu empfehlen ist für
Jugendliche in diesem Alter unbedingt ein Fitness-Training.
Essstörungen
Häufig beginnt der Kampf mit dem eigenen Körpergewicht in der Pubertät.
Zwar steigt die Anzahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher kontinuierlich
an, andererseits verfallen vor allem Mädchen dem Schlankheitswahn. Essstörungen
sind die Folge. Wenn das Kind auf einmal auffallend beginnt, sich für sein
Körpergewicht und die Zusammensetzung der Nahrungsmittel zu interessieren,
sollten Eltern hellhörig werden. Vor allem dann, wenn das Körpergewicht
des Kindes rapide sinkt und es erklärt, unbedingt weiter abnehmen zu wollen.
Zusätzlich hat es Angst, zuzunehmen und kontrolliert deshalb ständig
sein Gewicht. Natürlich müssen dies nicht zwingend Anzeichen für
eine Essstörung sein, Wachsamkeit ist aber trotzdem nie verkehrt, denn der
Weg in die Magersucht ist in vielen Fällen in dieser Art gekennzeichnet
und nicht selten führt er weiter in die Bulimie. Wichtig ist es, sich frühzeitig
professionelle Hilfe zu suchen, um eine schleichende Chronifizierung
zu verhindern und evtl. Gefahren einer Depression zu vermeiden.
Depressionen
Sie lauern häufig unentdeckt: Depressionen. In der Pubertät leidet
ein Teil der Mädchen wie Jungen darunter, wobei sie bei den Mädchen überwiegen.
Leider werden Depressionen auch heute noch im Anfangsstadium nicht erkannt, so
dass schnelle Hilfe nicht immer möglich ist. Eltern sollten aufmerksam werden,
wenn ihre Kinder ihre bisherigen Hobbys vernachlässigen, den Kontakt zu
Gleichaltrigen und zu den bisherigen Freunden nicht mehr pflegen oder gar abbrechen
und die schulischen Leistungen nachlassen. Weitere Anzeichen können sein:
Appetitstörungen, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme, Kopfschmerzen,
Bauchschmerzen. Diese Anzeichen müssen nicht zwingend auf eine Depression
hindeuten, allerdings sollten Eltern ihre Kinder aufmerksam beobachten, um schnell
eingreifen zu können. Haben Eltern die Befürchtung, dass ihr Kind an
Depressionen leidet, sollten sie sich schnellstmöglich an einen
Arzt ihres Vertrauens wenden.
Homöopathie und Bachblüten in der Pubertät
Heranwachsende und Eltern haben gleichermaßen Probleme mit der Pubertät.
Die Kinder/Jugendlichen müssen die körperlichen Veränderungen
und das damit verbundene Gefühlschaos verkraften und sind auf der Suche
nach ihrem eigenen Ich. Eltern müssen in dieser Zeit ihre Erwartungen an
die Kinder oft sehr zurückschrauben und häufig sehr viel Geduld aufbringen.
Keine leichte Situation für beide Seiten. Homöopathie und Bachblüten
können Eltern und Kinder in dieser Situation begleiten.
Die Pubertät ist für die meisten Eltern die wohl anstrengendste Zeit mit ihren Kindern. Der Nachwuchs kommt mit den sich ändernden Hormonen nicht gut klar, leidet unter Stimmungsschwankungen und sucht sich nicht selten neue Freunde. In der Pubertät beginnt die Geschlechtsreife, es werden erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht und dennoch zeigen sich immer wieder kindliche Verhaltensweisen. Die Pubertät setzt heute früher ein, als noch vor fünfzig Jahren. Mädchen pubertieren früher, als Jungen.
Für Eltern ist das wohl eine der stressigsten Phasen mit ihrem Nachwuchs – teilweise übertrifft
die Pubertät als Stressauslöser noch die Phase des Stillens und des
nächtlichen Schlafmangels bei Kleinkindern. Die Pubertät, also die
Zeit des Erwachsenwerdens und „Heranreifens“ der Jungen und Mädchen,
dauert zwischen zwei und vier Jahren. Wenn man nach den Meinungen der Eltern
geht, ist diese Zeit aber weitaus länger, zumindest gefühlt eine
kleine Ewigkeit.
Bei Mädchen beginnt die Pubertät früher, als bei Jungen, wobei
gesagt werden muss, dass sie ohnehin immer eher einsetzt. Bei den Mädchen
setzt ein Wachstumsschub ein, der Busen beginnt sich zu formen und wächst,
das Becken wird breiter und die erste Schambehaarung setzt ein. Heute sind
die Kinder ungefähr zehn Jahre alt, wenn es soweit ist, früher waren
sie durchschnittlich 12 – 14 Jahre zum Zeitpunkt der ersten Symptome
der Pubertät. Innerlich entwickeln sich die Geschlechtsorgane weiter,
bis die erste Regel einsetzt. Zu der Zeit sind die Mädchen etwa 12 – 13
Jahre alt, während sie früher einmal etwa 16 – 17 Jahre alt
waren. Jedes Mädchen entwickelt sich in einem eigenen Tempo, die genannten
Daten sind nur Durchschnittswerte.
Bei den Jungen wachsen als erstes Anzeichen der Pubertät die Hoden, dann
sind die Kinder rund elf oder zwölf Jahre alt. Die Jungen schießen
regelrecht in die Höhe und überholen die Mädchen in der Körpergröße,
wobei sie ihnen bislang eher nachgestanden haben. Der Penis wächst, auch
die Schamhaare fangen an zu sprießen. Der erste Oberlippenflaum wächst
und der Stimmbruch tritt auf. Gerade Jungen sind in der Zeit häufig sehr
unsicher, wenn die Stimme kippt und sie ihre Gefühle nicht beeinflussen
können. Doch auch Mädchen können sich nun als wahre „Zicken“ entpuppen,
die das Verhältnis vor allem zur Mutter deutlich strapazieren.
Die Pubertät ist eine Zeit des Umbruchs. Damit sind nicht nur die körperlichen
Anzeichen gemeint, sondern auch die zwischenmenschlichen. Die Beziehung zu
den Eltern wird häufig von Zank und Streit dominiert, Grenzen werden überschritten
und es kommt zum Ende der familiären Idylle. Das muss natürlich nicht
in jeder Familie so sein, es ist auch alles eine Frage, wie Kinder und Eltern
bis dahin miteinander umgegangen sind. Ein vertrauensvolles Verhältnis
wird weniger auf die Probe gestellt, als ein Verhältnis, das ohnehin von
Unsicherheit und wenig Vertrauen geprägt war. Viele Jugendliche haben
nun das Gefühl, sie könnten mit ihren Eltern nicht mehr reden. Dinge,
wie das erste Mal, Probleme mit dem Selbstwertgefühl oder das Gefühl, äußerlich
den Ansprüchen der Gesellschaft nicht zu genügen, beschäftigen
die Jugendlichen. Viele verhalten sich nun provokativ oder ziehen sich völlig
in sich selbst zurück. Viele Jugendliche versuchen sich in den typischen
Rollenmustern, das erste Schminken und das Macho-Gehabe setzt ein. Natürlich
spielt auch das Erforschen der eigenen Sexualität eine große Rolle.
Eltern pubertierender Jugendlicher sind häufig immer wieder aufs Neue
gefragt und müssen die richtige Balance zwischen Vertrauen, Kontrolle
und Loslassen finden – ein Kraftakt, der nicht leicht zu bewältigen
ist. Das Kind zu verstehen kann zum beherrschenden Problem werden, das aber
unbedingt einer Lösung bedarf.
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